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Servus beinand,

der Nationalpark Bayerischer Wald hat als Pressemitteilung über einen Wiederfund des Flaumhaartrichterlings berichtet. Ich gehe davon aus, dass damit Trichocybe puberula gemeint ist. Es handelt sich um eine vergleichsweise seltene Art, die ich einmal in Raitenhaslach auf einem großen Sägespänhaufen gefunden habe. Hias hat sie an Baumstümpfen meine ich zweimal gefunden, wenn ich mich recht erinnere. Es ist eine ausgesprochen seltene Art. Es ist gut zu wissen, dass der Pilz im Nationalpark beheimatet ist und sich dort halten kann - schließlich ist er dort mit am besten geschützt.

Liebe Grüße,
Christoph

Hier die Pressemitteilung:

Zwieslerwaldhaus.
Was eine naturnahe Landschaft ist und was nicht, darüber gehen die Meinungen oft auseinander. Dabei kann man sich in dieser Frage ganz auf die Natur selbst verlassen, denn ein naturnahes Ökosystem zeichnet sich meist durch ihre Naturnähezeiger aus: Das sind Tiere, Pflanzen oder Pilze, deren Existenz auf eine besonders ursprüngliche und unberührte Umgebung angewiesen ist. Zur letzteren Kategorie gehört nach Expertenmeinung auch der Flaumhaar-Trichterling, der in Bayern mittlerweile kaum noch anzutreffen ist.


Dieser unscheinbare Pilz wurde 34 Jahre lang nicht im Gebiet des Nationalparks gesichtet: Der Flaumhaar-Trichterling. Nun gab’s einen Wiederfund bei Zwieslerwaldhaus. (Foto: Peter Karasch/Nationalpark Bayerischer Wald)

Ein solcher Trichterling wurde nun nach 34 Jahren erstmals wieder im Nationalpark entdeckt. Im Rahmen des Interreg-Projektes Funga des Böhmerwaldes fand jüngst ein Workshop mit Pilzexperten aus Bayern, Österreich und Tschechien statt. In der Nähe von Zwieslerwaldhaus stieß man dabei an einem morschen Buchenstumpf zufällig auf die extrem rar gewordene Art. Der kleine, beige gefärbte Pilz wirkt unscheinbar, ist aber eine der selteneren Pilzarten in Deutschland. Mit dem aktuellen Nachweis sind insgesamt nur fünf Fundorte in Bayern bekannt, drei davon im Bayerischen Wald.

Zuletzt wurde der Pilz am 8. Oktober 1985 auf dem Hochschachten gesichtet. Umso erfreuter ist man im Nationalpark nun, dass durch diesen aktuellen Fund des Flaumhaar-Trichterlings ein weiterer Beweis für hohen Naturschutzwert des wilden und unberührten Schutzgebietes erbracht ist.


Quelle: https://www.nationalpark-bayerischer-wald.bayern.de/aktuelles/pressemitteilung/detailansicht.htm?ID=A%2Bs3RgSTi2R8OUspgXRtTQ%3D%3D
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Der ultimative Rätsel-Fred
« Letzter Beitrag von Werner E. am 19. Juni 2019, 12:12 »
GriasDi Schorsch,

Du bist a Fuchs.
Stimmt. Peniophora pini!
Das Auflösungsbild gibt's erst heut Abend.
Du bist dran!

An liabn Gruaß,
Werner
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Der ultimative Rätsel-Fred
« Letzter Beitrag von Schorsch am 19. Juni 2019, 09:28 »
Griaßdi Werner,
nachdem Du - wie ich weiß - Dich grad auf Kiefernwälder eingeschossen hast, tippe ich mal auf Peniophora pini.
An liabn Grruaß Schorsch
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Der ultimative Rätsel-Fred
« Letzter Beitrag von Werner E. am 19. Juni 2019, 08:59 »
Super Schorsch!
Die Gattung ist schon mal erkannt.

An liabn Gruaß,
Werner
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OKay.
Ich habe mich übrigens noch um eine Zehnerpotenz verschriben. 0,026 g bei 200 g Frischpilz muss es heißen.
Interessante Seiten zum Thema Arsen:
https://www.umweltbundesamt.at/umweltsituation/schadstoff/arsen/
https://de.wikipedia.org/wiki/Arsenesser
https://de.wikipedia.org/wiki/Arsen(III)-oxid#Toxizit%C3%A4t
LG S
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Servus Schorsch,

nichts zu entschuldigen! Ich hatte das gar nicht negativ aufgefasst, wollte es nur für die Mitleser erklären.

Zitat
einer Mahlzeit von Seefisch, welche beide mit organisch gebundenem Quecksilber verseucht sind, sind das wirklich vernachlässigbare Mengen.

Nein, eben leider nicht. Im Seefisch ist das Arsen in Formn von Arsenobetain gespeichert. Dieses Molekül ist vergleichsweise harmlos - ist auch in hohen Mengen in Lycoperdon enthalten und anderen Agaricaceae. Hier geht es aber bei Cyanoboletus (und bei Laccaria) um das DMA (Dimethylarsinsäure).

In der verlinkten Studie wird ja eben anhand der Frischmasse berechnet, dass 90 g pro Jahr (!) die empfohlene maximale Menge ist, die verzehrt werden kann. Es geht da immer um eine Erhöhung des Krebsrisikos um 10% bei mehrjährigem Dauerkonsum. Und da ist die Menge doch gering.

Arsen ist eben nicht Arsen - auf die Verbindung kommt es an. Ich empfehle dir, einfach mal die ganze Studie durchzulesen. Du hast ja keine Probleme mit den Fachtermini, die dort verwendet werden.

Eine angemessene Risikobewertung ist immer sehr schwierig. Ich finde ja gerade das Gute an dem Artikel, dass hier genau das versucht wird. Deshalb hatte ich auch ein paar Passagen wortwörtlich zitiert, damit man diese Aussagen auch ohne Studium des ganzen Artikels nachvollziehen kann.

Es lohnt sich auch, die Reaktion der Erstautorin der Studie im Nachbarforum zu lesen.

Liebe Grüße,
Christoph  :)

P.S.: Quecksilber ist wieder ein anderes Thema - ich beziehe mich bewusst nur auf Arsen - das enthalten nämlich z.B. Muscheln in weit höheren Mengen als Cyanoboletus, aber eben als Arsenobetain - sie sind daher nicht so problematisch...


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Plattform für Pilzfreunde / Re: Der ultimative Rätsel-Fred
« Letzter Beitrag von Schorsch am 19. Juni 2019, 00:07 »
oder Peniophora quercina.
LF S.
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Lieber Christoph,
entschuldige meine flapsige Antwort.
Wissenschaftlich ist alles korrekt, auch was die Aufklärungspflicht in der Pilzberatung betrifft.
Meine persönliche Einschätzung, was mich als potentiellen Konsumenten betrifft:
1. Ich habe zwar den Pulverulentus schon gefunden aber noch nicht gegessen.
2. 1,3 g / kg Trockenmasse = ca. 10 kg Frischpilz. Also wenn ich z.B. und hypothetisch 2 -3 Pulverulenti (200g) in einem Pilzgericht hätte entspricht das 0,03 g Arsen. Im Verhältnis zu 1 Zigerette oder einer Mahlzeit von Seefisch, welche beide mit organisch gebundenem Quecksilber verseucht sind, sind das wirklich vernachlässigbare Mengen. (Habe mich mein ganzes Berufsleben mit der Amalgam- / Quecksilberproblematik herumschlagen müssen).
Mir geht es wirklich weder um Verharmlosung noch um Werbung Pulverulentus zu verzehren, sondern nur um eine realistische und angemessene Risikobewertung.
Bin aber lernfähig und zu einer sachlichen Diskussion bereit. Wäre gespannt, was Rudi als Arzt dazu sagt.
Liebe Grüße Schorsch
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Der ultimative Rätsel-Fred
« Letzter Beitrag von Christoph am 18. Juni 2019, 23:31 »
Chondrostereum purpureum?

LG
Christoph
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Servus Schorsch, servus alle...

das Problem bei krebserrgenden Substanzen ist halt, dass sie alle zusammen das Grundrisiko erhöhen, an Krebs zu erkranken. Die Aussage, dass es ab einem gewissen Alter egal sei, stimmt biologisch gesehen nicht. Es kann sein, dass eine Zelle bereits soweit vormutiert ist, dass eine letzte Mutation aus ihr eine entartete Krebszelle werden lässt. Im Alter kommt dann hinzu, dass z.B. die Reperaturmechanismen der DNA nicht mehr richtig funktionieren. Es ist auch im Alter sinnvoll, sich gesund zu ernähren.

Wir erhöhen ohnehin ständig das Grundrisiko, an Krebs zu erkranken. Wir nehmen z.B. über die Nahrung Dioxine auf (Aal, Frühstücksei, Milch usw., auch Grillen...). Man grillt ab und zu, man isst vielleicht mal eine Tüte Chips zum Fußball, obwohl dort Stärke zu hoch erhitzt wurde... Manche sind sogar Kettenraucher...

Und selbst der Kettenraucher: er erhöht das Risiko, an Krebs zu erkranken durch das Rauchen, er muss aber nicht an Krebs erkranken. Daher ist auch und gerade für ihn sinnvoll, andere Risikofaktoren, die das Risiko noch weiter erhöhen, wegzulassen. "Da ist's eh schon wurscht" trifft daher weder auf Raucher, noch auf ältere Menschen zu.

Wichtig finde ich aber für die Pilzberatung, auf das Krebsrisiko hinzuweisen, das durch den Verzehr von z.B. Cyanoboletus erhöht wird.

Eins muss ich noch richtigstellen - bei Laccaria waren es µg pro Gramm, was wieder mg pro kg entspricht (ich hatte das "pro Gramm" automatisch als "pro kg" gelesen). Insofern muss ich die Aussage natürlich revidieren... Laccaria ametyhstina enthält ähnlich hohe Mengen an DMA wie Cyanoboletus.

Für die Pilzberatung ist das schon relevant. Ich werde den Laccaria-Artikel noch genau durchlesen. Aber wenn, dann sollte man vor beiden warnen. Nur wird die Laccaria wohl selten in größeren Mengen verspeist werden, da als Einzelfruchtkörper zu klein.

Übrigens: im Nachbarforum hat sich die Autorin der Studie zu Wort gemeldet. Was sie schreibt, ist sehr interessant - ich empfehle, auch dort den Thread zu lesen:
https://www.pilzforum.eu/board/thread/43958-der-schwarzblauende-r%C3%B6hrling-cyanoboletus-cyanescens-ist-ein-extremer-arsensamml/

Liebe Grüße,
Christoph
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