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Plattform für Pilzfreunde / Re: Der ultimative Rätsel-Fred
« Letzter Beitrag von Felli am 20. Februar 2021, 13:39 »
Vielleicht ist es auch ein
Gefleckter Rübling ?
Grüße
Felli
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Expertenforum Mykologie / Pyrrhulomyces - eine neue Gattung für Pholiota astragalina
« Letzter Beitrag von Christoph am 20. Februar 2021, 02:09 »
Servus beinand,

erneut möchte ich ein Paper aus der Zeitschrift Mycologia vorstellen:

En-jing Tian & P. Brandon Matheny (2020): A phylogenetic assessment of
Pholiota and the new genus Pyrrhulomyces , Mycologia, DOI: 10.1080/00275514.2020.1816067


Die Gattung der Schüppliunge wurde näher angeschaut... Dabei hat sich zum Beispiel bestätigt, dass Flammula eine eigene Gattung ist, dass Kuehneromyces eben kein Schüppling ist (aber natürlich nah verwandt ist). Die Strophariaceae werden also immer besser bearbeitet.

Was auch herauskam: der auf Druck schwärzende, mehr wie ein Ziegelroter Schwefelkopf aussehende "Safran-Schüppling" "Pholiota astragalina" steht deutlich außerhalb der Gattung der Schüpplinge. Er bildet einen klar abgegrenzten Clade zusammen mit Stropharia s. str. und Hypholoma.

Spannend ist, dass "Pholiota" subochracea (= Pholiota nematoloides), der Schwefelkopf-Schüppling, hier im Stammbaum in der Gattung der Schwefelköpfe steht. Er sieht auch makroskopisch mehr nach Schwefelkopf aus als nach Schüppling.

Ich vermute, die Autoren haben die Art nicht rüberkombiniert, weil Schwefelköpfe mit den kleinen Satellitengattungen wie Bogbodia oder Phaeonematoloma mal genauer angesehen werden sollten. Und je nachdem, welche Gene zu einem Stammbaum zusammengefasst werden, ist die Position mal in und mal am Rand der Schwefelköpfe.

Ähnlich beim Safran-Schüppling... beim Multigenstammbaum steht er am Rand der Schwefelköpfe (basal zu den Schwefelköpfen bzw. könnte auch als teil davon angesehen werden, wenn man Schwefelköpfe etwas weiter fasst), bei weniger Genen und anderer Artenauswahl (breiter über die ganze Familie) deutlicher als eigene Gattung getrennt.

Daher wird für Pholiota astragalina und die neu beschriebene Pyrrhulomyces amariceps eben diese Gattung, Pyrrhulomyces beschrieben. P. amariceps ist eine "nordamerikansiche P. astragalina".

Nebenbei stellt sich heraus, dass Pholiota scabella mitten in den Träuschlingen steht. Die Autoren haben aber hier nicht nach Acanthocysten gesucht, diskutieren dies aber und erklären, dass diese im Myzel zu erwarten wären und danach gesucht werden solle/könne.

Wer weiter klassisch Pholiota im alten Sinn verwenden will, für den ändert sich nichts.

Ich selber hatte mal eine Kollektion des Safranschüpplings, die so sehr nach einen Ziegelroten Schwefelkopf aussah, dass ich sehr verdutzt war. Ich hatte damals den Fund mit Erhard Ludwig diskutiert - er hat ihn auch gemalt und in seinem Werk veröffentlicht und diskutiert. Damals fiel schon auf, dass bis auf etwas andere Sporenpulverfarbe (auch der Ziegelrote ist mehr braun- als schwarzsporig) und das Schwärzen eine Unterscheidung schwierig ist (o.k., Laub- vs, Nadelholz...). Dass die Art nun doch bei oder näher bei den Schwefelköpfen steht, bestätigt die Schwierigkeiten.

Und Pholiota subochracea war für mich immer "der Schwefelkopf, der keiner ist". Rein makroskopisch ist es einer (nur Sporenpulver braun). Sprich: Schwefelköpfe sind sporenfarbtechnisch als Gattung wohl varialber als angenommen. Der makroskopische Eindruck passt aber gut.

Nett ist auch die Etymology - ich zitiere aus dem Artikel:

Zitat
Etymology: Pyrrhulomyces (Greek, masculine), referring to the similar coloration exhibited by the Eurasian bullfinch (Pyrrhula pyrrhula), a bird species.

Zu deutsch: Gimpel bzw. Dompfaff - wegen dessen Farbe (der Rotton der Brust).

Was ich gut finde: jetzt sind praktisch nur noch die Arten Schüpplinge, die auch wie Schüpplinge aussehen. Glatthütige Arten fliegen alle raus. Das macht es dann doch einfacher, man muss nicht mehr die Ausnahmen erlernen, dafür müsste man sich ein paar Kleingattungen merken. Hier merke ich mir den Gimpel. ;-) In Nordamerika könnte ich vermutlich sagen: "Schau mal, der Bitterköpfige Gimpel" - irgendwie schon lustig, finde ich.  8)

Liebe Grüße,
Christoph
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Servus Helmut,

gern geschehen. Ich bin ja Lebenszeitabonnent der Mycologia und breichte daher gerne von aktuellen Artikeln daraus, die anderen nicht so einfach zugänglich sind.

Hybridisierungen bei Großpilzen sind bekannt, so z.B. bei Flammulina. Das macht die Artkonzepte nicht gerade einfacher. Ob das bei Agaricus auch der Fall ist, weiß ich nicht. Es ist halt eine irgendwie doch recht merkmalsarme Gattung. Die Merkmale, die gut erkennbar sind (z. B. Velumverhältnisse) sind dann entweder bei vielen Arten gleich oder (wie z. B. Farbe) hochvariabel.

Und anatomsich gibt es auch nicht sooo viel anzuschauen. Wer weiß, vielleicht gibt es dich anatomische Merkmale, die bisher nicht beachtet wurden.

Bei den Anisegerlingen sind die geentischen Abstände zwischen den beiden Schiefknolligen wie gesagt recht groß. Sie haben andere, nah verwandte Arten um sich. Das ist ja das erstaunliche.

Der Spaß an der Feldmykologie... Ich denke, das hält sich die Waage. Einerseits ist die aktuelle Genetik eine Renaissance der Makroskopie (plötzlich kann man evaluieren, welche Merkmale aussagekräftig sind), denn man kann in manchen Gruppen doch makroskopisch mehr machen, als man früher dachte. Auf der anderen Seite gibt es eben dadurch auch (zumindest aktuell) Artenaggregate, die klassisch nicht aufgetrennt werden können.

Xeromphalina campanella - nicht bestimmbar...
Agrocybe praecox - nicht bestimmbar (war vorher schon klar, durch Kreuzungstests)

usw.

Spannende Zeiten. Und wenn man eben nicht mehr im Gelände s. str. bestimmen kann, dann eben s. l. - sind nur zwei Buchstaben mehr ;-)

Liebe Grüße,
Christoph
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Der ultimative Rätsel-Fred
« Letzter Beitrag von Rudi am 19. Februar 2021, 23:02 »
Servus Helmut,

Entoloma queletii?
LG Rudi
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Servus Christoph,
danke für Deine immer wieder interessanten Hinweise. Ich frage mich da schon, wo denn nun tatsächlich die Art-Grenzen liegen. Greifen da nicht Prozentwerte der genetischen Übereinstimmung zu kurz? Spielen vielleicht auch Hybridisierungen eine Rolle? Also sozusagen "Zwischenarten"?
Ein ganz anderer Aspekt: Wenn verschiedene Arten makro- und mikroskopisch nicht mehr unterschieden werden können, müssen wir aufpassen, dass uns der Spass an der Feldmykologie nicht verloren geht.
Gruß Helmut
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Der ultimative Rätsel-Fred
« Letzter Beitrag von Helmut am 19. Februar 2021, 18:54 »
Servus mitnand,
Egerling, Clitopilus und Saftporling - alles negativ.
Negativ ist zwar das neue positiv, hier aber nicht. 8)
Dann noch ein Tip: Das Schwammerl hat einen Stiel.
Gruß Helmut
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Der ultimative Rätsel-Fred
« Letzter Beitrag von hansecker am 18. Februar 2021, 13:09 »
Hallo Helmut,
ein Saftporling?
Schöne Grüße
Hans
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Der ultimative Rätsel-Fred
« Letzter Beitrag von PDPAP am 18. Februar 2021, 10:15 »
Moin,

wie sieht es mit Clitopilus aus?
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Der ultimative Rätsel-Fred
« Letzter Beitrag von Felli am 18. Februar 2021, 01:02 »
Hmm :-[
Hasenhaare auf Egerling aff? ;D
Grüße
Felli
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Der ultimative Rätsel-Fred
« Letzter Beitrag von Helmut am 17. Februar 2021, 20:38 »
zum Rätsel: Es ist kein Milchling und kein Ritterling.
Hier noch ein Bild.
Gruß
Helmut
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