Autor Thema: Große gelblich-lachsrosa (-braune) Korallen aus dem thermophilen Buchenwald  (Gelesen 239 mal)

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Offline abeja

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Hallo Josef,
vielen Dank für die Einschätzung!
Das hilft mir schon weiter.

FG abeja

Offline Josef

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Servus abeja,
die Beschreibung von dir ist sehr gut, bei den Bildern ist es eher schwierig da z.T. die Sonne auf die Frk. scheint und die Farben nicht mehr gut zu erkennen sind. Dennoch bekomme ich einen Eindruck.
Deine Einschätzung passt gut, trotzdem müsste der Fund mikroskopiert werden.
Ich denke ebenso wie du, dass es sich um R. flavescens oder R. formosa handeln müsste,
wobei meine Tendenz eher zu R. flavescens geht.
Mikroskopisch lassen sich die beiden Arten gut trennen. Doch manchmal erlebt man auch eine Überraschung und es kommt eine ganz andere Art zu Tage.

Also auf Grund deiner Beschreibung und der Bilder, denke ich, dass es sich um R. flavescens handeln könnte.

Herzliche Grüße, Josef


Offline abeja

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Und noch mehr Bilder (die Fotos von gestern, vom gleichen jungen Fruchtkörper wie vor einer Woche)

FG, abeja

Offline abeja

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Mehr Bilder

 ("Ramaria groß" ergänzt, hatte ich vergessen)
« Letzte Änderung: 26. September 2021, 17:37 von abeja »

Offline abeja

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Hallo allerseits,
vor einer Woche habe ich eine ganze Gruppe von Korallen im Buchenwald gefunden, vermutlich alles eine Art:  ganz junge und sehr viel ältere Exemplare. Gestern habe ich die Gruppe noch einmal aufgesucht, die großen waren fast unverändert, die kleinen ein wenig größer geworden.
Korallen wachsen sehr langsam !!! (... das wusste ich noch nicht.)
Ich weiß zwar, dass bei Ramaria makroskopisch nicht viel geht, aber vielleicht kommen hier so viele typische Merkmale zusammen, dass doch eine Einschätzung möglich ist. Deshalb stelle ich den Fund doch mal ein.
Falls es etwas sehr Interessantes sein sollte, dafür hätte ich auch zwei Proben vom Fund letzte Woche getrocknet - selbst bin aber mit einer ungefähren Einschätzung schon sehr zufrieden.

Fundort:
thermophiler Buchen-Eichenwald auf Kalk (Dinkelberg zwischen Lörrach und Rheinfelden, auf ca. 440 m Höhe), nur Buchen im direkten Umfeld - auch viel Totholz ganz nah
trockenes, warmes Wetter (über 20 Grad), seit Anfang August nur zweimal etwas Regen.

Junge Fruchtkörper mit gelben Spitzen - sie wirken bei mir auf dem Monitor nun etwas blasser als in der Natur, Äste jedoch weiß unten und leicht rosa in der Mitte, blumenkohlartig, am Strunk junger Fruchtkörper überall kleine Verästelungen neuer Zweige,
im Schnitt bei manchen FK eine "lachsrosa" Tönung feststellbar, beim zweiten Besuch jedoch begrenzt auf Areale direkt unter der Haut
junge FK entfärben nach Transport (jedoch noch feucht und frisch) auf zart-rosa.
Fleisch innen weiß, nicht marmoriert, nicht gelatinös, keine farbigen Punkte, keine Verfärbung (außen/innen) auf Druck und mit KOH
Geruch frisch-mild-angenehm ev. leicht säuerlich, Geschmack mild, leicht säuerlich, danach "pilzig" (sehr anhaftend)

Ein älterer Fruchtkörper sehr groß (über 20 cm hoch, habe ich nicht gestört),
weitere FK über 10 cm hoch, diese sind rosa-bräunlich mit ganz schwachen Gelbanteilen (aber oben und unten ziemlich gleichartig),
auch hier ist das Fleisch weiß, nicht marmoriert, nicht gelatinös, ohne Punkte und ohne Verfärbungen bei Druck und mit KOH, ebenso stimmte Geruch und Geschmack mit dem jg. FK überein.
Die Äste waren ziemlich dick und im Basisbereich etwas verklumpt und verdreht zusammengewachsen.

Alle betrachteten Exemplare hatte nur ganz kleine zarte weiße Rhizomorphe.
Im getrockneten Zustand sind die Korallen sehr bröselig, ein Ast bricht ganz leicht glatt durch (keinesfalls fasernd), ob sie "kreidig verreibbar" sind, das kann das mangels Erfahrung nicht wirklich beurteilen.
Ein "Kreideaspekt" ist aber beim Durchbrechen gegeben.

Ich komme - nach makroskopischen Vergleichen - in die Gruppe formosae und habe genauer (auch wegen der Größe) bei Ramaria flavescens geschaut (wegen der schwachen rosa Tönung, die sollte aber nach gelblich entfärben) und bei Ramaria formosa (wegen der starken Strünke und wg. der Konsistenz beim Trocknen). Für letztere ist mir mein Fund aber eigentlich nicht rosa genug, auch sollte sie ja beim Anschnitt leicht bräunen oder röten(?). Verzweigungsmuster etc. wage ich nicht zu beurteilen. Nach weiterem Bildvergleich tendiere ich doch immer mehr zu Ramaria formosa.

Liege ich mit meiner Vermutung halbwegs richtig, kann man den Fund anhand der Bilder eingrenzen?

FG, abeja

Unterschiedliche Fruchtkörper und Fundzeitpunkt siehe Bildtitel
« Letzte Änderung: 25. September 2021, 21:48 von abeja »