Autor Thema: Grußwort  (Gelesen 3204 mal)

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Offline hans

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Re: Grußwort
« Antwort #2 am: 27. Januar 2009, 18:09 »
Guten Abend Peter!

Danke für den Kartierungsaufruf und vor allem für die Berücksichtigung pilzökologischer Daten. Letztere sind in der Tat und leider ein Stiefkind unter uns Amateurmykologen geblieben. Die Artenkenntnis bzw. -kunde ist zwar das unverzichtbare Fundament der Pilzkunde. Aber dieses Fundament muss durch ein Gebäude aufgestockt werden, das erlaubt, Zusammenhänge zu erkennen und zu verstehen. Nur so können wir z.B. erwarten, dass Behörden, die für den Schutz oder die Bewirtschaftung unserer natürlichen Umwelt zuständig sind, die Bedeutung der Pilze angemessen würdigen. Anders gesagt, die Grundlage für einen wirksamen Naturschutz ist das Verständnis für die mannigfachen Wechselwirkungen unter allen Organismen, eben einschließlich der Pilze.

Pilzkundler, ob nun Amateure oder Berufsmykologen, die sich taxonomischen Fragestellungen widmen, sind überwiegend im Feld tätig. Sie haben somit auch eine intime Kenntnis der Begleitumstände von Pilzvorkommen. Es wäre fahrlässig diese Chance nicht zu nutzen und die ökologischen Rahmenbedingungen nicht zu erfassen. Es gibt allerdings Vorbehalte, weil sich viele Pilzfreunde damit überfordert fühlen. Aber so kompliziert ist das alles nicht. Einige relevante Faktoren hast Du ja schon erwähnt. Mehr dazu und wie auch ökologisch weniger versierte Pilzkundler damit umgehen können, findet sich auf meiner Website www.pilze-amorbach.de. Ich würde mich über ein Feedback freuen.

Auf die TaxÖkologie ;D, Hans

Offline Peter

  • Beiträge: 1.454
  • DGfM-Landeskoordinator BY Kartierung/Naturschutz
    • Pilzteam Bayern
Grußwort
« Antwort #1 am: 27. Januar 2009, 13:42 »
Liebe Forumsteilnehmer,

in diesem Bereich ist Platz für alle Fragen rund um das Thema Pilzkartierung.
Methodik, Ziele und natürlich auch Pilz-Bestimmungen können hier vorzugsweise für Funde aus Bayern diskutiert werden.

Die aktuell und in den letzten fünf Jahren für Bayern ONLINE erfassten über 40000 Verbreitungsdaten finden sich unter http://brd.pilzkartierung.de/ sowie in regionaler Form im Großraum München unter http://by1.pilzkartierung.de/.

Die derzeit für alle Beteiligten effektivste Form der Funddatenerfassung ist die ONLINE-Eingabe auf http://brd.pilzkartierung.de/, da aus den eingegebenen Datensätzen dort gleich aktuelle Verbreitungskarten erstellt werden.

Moderne Datenbanken können aber auch für die Funddarstellung die z. B. in Exceltabellen angeordneten Datensätze umsetzen.
Die Mindestanforderungen an Verbreitungsdatensätze sind neben der sicheren Art-Bestimmung folgende:
Funddatum TT.MM.JJJJ
Fundort z. B. München, Theresienwiese
Messtsichblatt-Nr. (TK)/Quadrant und Unterquadrant, also z. B. 8033/3/1 für ein derzeit in Bayern schon recht gut untersuchtes Fundgebiet Hartschimmel
Finder/Bestimmer
Belegart (Foto= F; Notiz= N; Mikroskopisch untersucht = M; Exsikkat = E)
Biotoptyp, z. B. Kalkbuchenwald, Fichtenforst > 80 Jahre alt
Begleitart/Substrat, z. B. Buche, toter Ast, D > 10 cm
Substrattyp, z. B. Ast in der Luft
Höhenstufe/Höhenmeter, z. B. 620 m

Optional erwünscht, da für zukünftige Artbeschreibungen sehr wertvoll, sind folgende Daten:
Jahresphänologie: 20.-06.-10.07. und 24.09.-16.10.2008
Stickstoffgehalt des Bodens im Wuchsbereich: Grobeinteilung arm/mäßig/stark
Bodenart mit Ausgangsgestein
Boden-Säuregrad in pH oder grob alkalisch/neutral/sauer
Begleitpilzarten
Begleitpflanzen

Derzeit wird die Darstellung analog zu www.moosedeutschland.de für die Bayerischen Pilzverbreitungsdaten vorbereitet. Sobald es dazu Neueres gibt, wird an dieser Stelle darüber berichtet.

Ich freue mich auf ergiebige Diskussionen zum Thema.

Mit pilzfreundlichem Gruß,

Peter



« Letzte Änderung: 27. Januar 2009, 13:54 von Andreas »
"Seit Millionen Jahren haben unzählige Organismen auf unserer Erde gelernt, im Einklang mit der Natur zu leben. Es gibt nur eine Ausnahme: Der Mensch."