Autor Thema: Kartierungsaufruf (weil: Winter!) Taphrina betulina... (mit Fotos)  (Gelesen 13324 mal)

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Offline Schlesier

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Hallo Christoph
mir kam es in der Tat noch nicht in den Sinn, T.betulina zu kartieren, wiewohl die Hexenbesen gerade im Winter unübersehbar sind. Meine Frage: wie unterscheide ich bei den winterkahlen Bäumen eindeutig die Moor- von der Hängebirke und das evtl. sogar aus einigem Abstand?
Desweiteren wird in meinem zugegebener Maßen populären Baumbestimmungsbuch (U.Hecker:Bäume und Sträucher) die Hängebirke mit dem lat. Namen B.verrucosa Roth bezeichnet!
LG
Schlesier 

Offline Christoph

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Kartierungsaufruf (weil: Winter!) Taphrina betulina... (mit Fotos)
« Antwort #1 am: 28. Januar 2009, 18:10 »
Hallo liebe Mykologenrunde,


schaut man in die Onlinekartierung, so fällt eine deutliche Südwestlastigkeit der Fundpunkte von Taphrina betulina, der Hexenbesenkrankheit der Birke, auf: http://brd.pilzkartierung.de/bwsqlart.php?csuchsatz=ecw Das liegt daran, dass bislang (fast) nur Karl Keck und meinereiner die Art kartiert haben (und Peter ein/zwei Fundpunkte).

Die Art ist besonders im Winter leicht kenntlich, wenn die störenden Blätter weg sind. Man muss allerdings darauf achten, keine Mistel dafür zu halten (die wäre aber grün...).

T. betulina bildet Hexenbesen, also eine Verzweigungsstörung an der Birke. Die Grundäste haben unregelmäßige Anschwellungen (hier überwintert der Pilz). So kann man auch junge Taphrina-Hexenbesen an Birke als solche ansprechen.

Bevorzugter Wirt ist die Moorbirke (Betula pubescens). Ich habe sie aber auch schon an Betula pendula (Hängebirke) gesehen und kartiert. Ich fände es interessant, die Baumart wirklich sicher zu kartieren und einzugeben. Ich finde sie wirklich meist an Moorbirke. Die Daten in der Onlinekartierung geben aber einige "pendula-Funde" an. Ist die Birke dann sicher angesprochen worden?

Hier bestünde Nachholbedarf. Auch die weiteren Ansprüche der Art sind noch nicht klar (Grenze bezüglich der Höhenbverbreitung? usw.)

Da diese Art auch von Einsteigern kartiert werden kann (auf die Astverdickungen achten - siehe auch Fotos), bitte ich darum, fleißig zu sichten und in die Onlinekartierung einzugeben ;-)

LG
Christoph

P.S.: Taphrina betulae (an Hängebirke) bildet keine deutlichen Hexenbesen aus, Verwechslungen sind daher nicht möglich...

« Letzte Änderung: 29. Januar 2009, 08:46 von Peter »
Argentum atque aurum facile est laenamque togamque mittere, boletos mittere difficile est
(Silber und Gold, Mantel und Toga kann man leicht verschenken, schwer ist es aber, auf Pilze zu verzichten - Spruch von Martial)