Autor Thema: Cortinarius (Myx) barbatus/crystallinus vs. ochroleucus/eburneus - Teil 3  (Gelesen 2075 mal)

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Offline Norbi

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Hallo Helmut
zugegeben – eine Lösung habe ich hier auch nicht!
Die Literatur ist hier sehr heterogen!
Zu  Deiner Einordnung dieser (vorletzten) Koll. nach Sporengröße bzw. Sporenform noch einige Anmerkungen (
Sporen nach HORAK (2005) – ähnlich auch vorher MOSER - :
für ochroleucus 7-8 x 4,5-5 µm
für eburneus 5-7,5 x 4-5 µm
Die Amplitude der Sporen bei ochroleucus nach PHILLIPS, GMINDER (2010), HORAK: 6,2-9 x 4-5 µm, bei eburneus nach MH, BK, HORAK: 4,8-8 x 3,7-5 µm!
Also: hiernach wären doch die kleineren, mehr rundlichen Sporen eher die Sporen von eburneus!
(Die +/- bestehende Viskosität der Hh sowie Geruch des Fleisches sind hier nicht ausdrücklich beschrieben).

Bei dieser Diskussion möchte ich die Bemerkung von BESL/BRESINSKY  in der bayer. Checkliste der Basidomykota  (2009) zu C. eburneus nicht unerwähnt lassen:
nach CBB - Checklist of British and Irish Basidiomycota (2005) – ist  C. eburneus ein nomen dubium; p.p. zu C. barbatus, p.p. zu C. emollitus!
Vielleicht (?) ist dies hilfreich.
Ich möchte meine Anmerkung im 2. Beitrag nochmals wiederholen:
SOOP (2009) schreibt zu  C. ochroleucus, dass ochroleucus C. barbatus sehr ähnlich ist; allerdings zeigt ochroleucus eine rötliche alkalische Reaktion auf (bei barbatus:  NaOH trivial).

LG
Norbi

 

Offline Helmut

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Servus zum dritten Mal,

die vorletzte Kollektion, die ich Euch vorstellen möchte, ist auch die älteste. Sie wuchs Ende Oktober 1999 in einem Mischforst mit Erle, Zitterpappel, Kiefer und Fichte auf frischem, saurem, eher etwas reicherem Sandboden. Ökologie also ähnlich der vorherigen. Die schlankstieligen, fast weißen Fruchtkörper fielen durch zimtfarbene Lamellen auf.

Die Sporen waren auch relativ schwach warzig, aber ein wenig deutlicher als bei den beiden vorher gezeigten Funden und mit ca. 5-6,5 (7) x 4-5 µm noch kleiner und breitoval bis nahezu rundlich.

Die Bestimmung erfolgte damals nach Moser 1983 als C. eburneus, unterstützt durch einen Hinweis bei Marchand auf einen „in eine schiefe Pseudowurzel verlängerten“ Stiel. Nach Gminder 2010 „von ochroleucus v. a. durch deutlich schleimigen (…) Stiel unterschieden, evt. nur Varietät“.

Da die kleineren, mehr zum Rundlichen tendierenden Sporen eher den Literaturangaben zu ochroleucus entsprechen als zu eburneus, gebe ich dieser Aufsammlung jetzt diesen Namen. Die beiden vorher präsentierten Myxacien hatten leicht größere und länglichere Sporen mit einem etwas schwächeren Ornament und werden von mir zu eburneus gestellt. Vielleicht wäre es nach anderen Literaturquellen umgekehrt besser – oder aber es gibt Übergänge, die eine entsprechende Variabilität belegen. Ich lasse mich gerne überzeugen.

Die schlechte Bildqualität bitte ich zu entschuldigen. Es handelt sich um ein selbst digitalisiertes Dia (mit eigentlich guter Bildqualität des Originales).

Gruß

Helmut