Autor Thema: Cortinarius (Myx) barbatus/crystallinus vs. ochroleucus/eburneus - Teil 2  (Gelesen 2051 mal)

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Offline Norbi

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Hallo Helmut

da hast Du Dir ja ein wirklich brisantes Thema ausgesucht!
Der barbatus/ochroleucus/eburneus/-Komplex (hierzu könnte man noch emollitus hinzuneh-men)  wird bekanntlich in der  Lit. von verschiedenen Autoren sehr unterschiedlich beschrie-ben (z.B. Sporengrößen, Geruch des Fleisches, Habitat).
Da die von Dir gefundenen Frk schon recht trocken waren, ist z.B. leider nicht bekannt, ob ursprünglich  der Hut +/- trocken oder schleimig war.
GMINDER (2010) gibt die Sporenmaße "seiner"  ochroleucus-Funde mit 6,2-6,8 x 4,3-5 µm (n. Lit. (7)7,5–9 x 4–5 µm) an.
Bei Annahme (?) eines ursprünglich schleimigen Huts käme sicherlich auch eburneus infrage.
GMINDER  vertritt offensichtlich ohnehin die Meinung, dass eburneus von ochroleucus  vor allem durch den "deutlicher schleimigen, bei trockenem Wetter klebrigen Hut unterschieden ist" und möglicherweise nur als Varietät zu ochroleucus aufzufassen wäre.
Die Amplitude der Sporengrößenangaben verschiedener Autoren (wie z.B. HORAK, BK, MH, GMINDER) liegt bei 4,8 – 8 x 3,7 – 5 µm !!
Facit: Eine eindeutige Zuordnung des Fundes ist m. E. kaum zweifelsfrei möglich!
Du registrierst  einen" aufdringlich süßlichen" Geruch!
GMINDER vermerkt bei ochroleucus einen "kräftig süßlichen Geruch"! Auch CD (2000) beschreibt den Geruch mit " un peu miellée".
 C.  eburneus soll ja "einen angedeutet mehlartigen" Geruch (BK), bzw. nach MH "fast mehl-artig" riechen!
Aufgrund der Geruchskomponente könnte man diese Koll. m. M. mit C. cf. ochroleucus "ab-heften"!

Erwähnenswert ist sicherlich die Bemerkung von SOOP (2009) bei Vergleich von ochroleucus mit barbatus, dass ochroleucus im Gegensatz zu barbatus  "eine rötliche alkalische Reaktion" aufweist.
Reaktion bei barbatus: "NaOH trivial".

LG
Norbi
 


Offline Helmut

  • Beiträge: 781
Servus,

der zweite Beitrag zu den weisslich-ockerlichen Schleimfüßen behandelt eine Aufsammlung vom Oktober 2005. Die Frkp. waren aber schon recht trocken und nicht mehr schmierig-schleimig, was auch die mehr ins Ockerliche gehende Farbe erklären könnte. Auch hier war der Geruch ähnlich (notiert: „aufdringlich süßlich, ähnl. Hygrophorus cossus?). Der Stiel war dünner, die Sporen aber identisch zum ersten Posting, also schwach warzig und ca. 5,5-7 x 4-5 µm klein.

Ökologie: Mischforst unter Buche (mit Kiefer, Fichte) auf eher saurem, armem Sandboden.

Damals hatte ich ihn als ochroleucus bestimmt, was jetzt durch die genaue Nachprüfung tendenziell eher bestätigt wird – wenn da nicht noch eburneus wäre. Mehr dazu im nächsten, dritten Beitrag.

Wie gesagt freue ich mich über jede Zustimmung und jeden Widerspruch, denn in dieser Pilzgruppe fühle ich mich noch unsicher.
 
« Letzte Änderung: 22. Januar 2011, 19:50 von Helmut »