Autor Thema: Rosafarbene Hyphoderma  (Gelesen 3751 mal)

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Offline Gernot

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Re: Rosafarbene Hyphoderma
« Antwort #7 am: 10. November 2010, 22:08 »
Hallo,

hab mir die Phanerochaete nochmals vorgeknöpft und die äußeren weißen, lockeren Hyphen angeschaut. Siehe da, man findet an jeder Septe eine dicke Schnalle! Doppelschnallen hab ich leider nicht gesehen. Die Schnallen waren in einigen Fällen offen, was man durch ein kleines Loch erkennen konnte. Die Hyphen waren etwas hyalin inkrustiert. Ich denke, nun ist die Bestimmung als Phanerochaete septocystidiata noch ein Stück sicherer.

Skala=10 µm


Schöne Grüße
Gernot

PS.: Zum Sistotremastrum schreibe ich spätestens am Freitag noch etwas.

Offline Wolfgang D.

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Re: Rosafarbene Hyphoderma
« Antwort #6 am: 8. November 2010, 22:27 »
Hallo Gernot,

die Farbe spricht durchaus für Phanerochaete (jetzt Candelabrochaete bzw. Odonticium) septocystidiata.
Ich habe bei mehreren Funden "pink", "rosa", "ziegelrosa" oder dgl. notiert.
Auffällig ist auch der warme Farbton der Exsikkate, die nach dem Trocknen meist einheitlich gelbbraun bis orangebraun gefärbt sind, wie "Sahara-Sand".

Aber die Untersuchung der Mikros wäre auf alle Fälle angeraten.

LG
Wolfgang

Offline Gernot

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Re: Rosafarbene Hyphoderma
« Antwort #5 am: 3. November 2010, 20:29 »
Hallo Christoph,

vielen Dank für deine Antwort! Ich werde mich auf die Suche nach Schnallen in den Rhizomorphen machen. Vielleicht gelingt es mir ja sogar noch irgendwie Sporen zu finden, damit das cf. hinter der Bestimmung weg kann. :)

Schöne Grüße
Gernot

Offline Christoph

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Re: Rosafarbene Hyphoderma
« Antwort #4 am: 3. November 2010, 11:32 »
Hallo Gernot,

die Kombination "ohne Schnallen" und "Rhizomorphen" führt meist zu Phanerochaete. Und auch hier ist es sicherlich diese Gattung. Du kannst das aber leicht verifizieren, indem Du die Rhizomorphen mikroskopierst oder (mit manchmal viel Geduld) das Subiculum genau anschaust. Im Fruchtkörper an sich findet man keine Schnallen, in den Rhizomorphen, abziehenden Hyphen und manchmal im Subiculum sind aber vereinzelt (!) große, auffällige Schnallen zu finden. Diese sind interssanterweise häufig sogar Doppelschnallen, es stehen sich also zwei Schnallenbögen gegenüber.

Hast Du das gefunden, gibt es gar keinen Zweifel mehr. Und die septierten Zystiden (ohne Schnallen) führen dann sofort zu Ph. septocystidia. Scopuloides kann auch solche Zystiden haben, hat aber zudem ja die normalen, spitzen Metuloide und sieht makroskopisch völlig anders aus (siehe Deine Vorstellung von Sc. rimosa).

Ich habe Phanerochate septocystidia mehrfach mikroskopiert. Da ich aber für das BayerWald-Projekt, in dem ich die Cortis bearbeite, meist nur Trockenmaterial nachbestimmt habe, habe ich kein makroskopisches Gefühl entwickeln können. Mich schreckt eine auffällige Färbung aber nicht ab.

Ph. sanguinea ist es definitiv nicht. Auch anatomisch nicht.

LG
Christoph
Argentum atque aurum facile est laenamque togamque mittere, boletos mittere difficile est
(Silber und Gold, Mantel und Toga kann man leicht verschenken, schwer ist es aber, auf Pilze zu verzichten - Spruch von Martial)

Offline Gernot

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Re: Rosafarbene Hyphoderma
« Antwort #3 am: 3. November 2010, 07:05 »
Hallo Peter,

hast recht, könnte auch Phanerochaete sein. Mit den Nordic Macromycetes kommt man aufgrund der Zystiden direkt zu P. septocystidia, die allerdings nicht so rötlich beschrieben wird. Schwierig!

Schöne Grüße
Gernot

Offline Peter

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  • DGfM-Landeskoordinator BY Kartierung/Naturschutz
    • Pilzteam Bayern
Re: Rosafarbene Hyphoderma
« Antwort #2 am: 2. November 2010, 23:05 »
Hallo Gernot,

willst du hier den Rätselfred wieder beleben?

Schaut mir nach der Gattung Phanerochaete aus. Die Farben sind aber neu für mich.
Ob Ph. sanguinea so aussehen kann?

Mal sehen, was die Flachpilzspezialisten sagen.

LG, Peter
"Seit Millionen Jahren haben unzählige Organismen auf unserer Erde gelernt, im Einklang mit der Natur zu leben. Es gibt nur eine Ausnahme: Der Mensch."

Offline Gernot

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Rosafarbene Hyphoderma
« Antwort #1 am: 2. November 2010, 20:48 »
Hallo,

hier hab ich noch einen Fund, bei dem ich eure Hilfe brauchen würde. Leider fand ich weder Sporen noch Basidien, hoffe aber, dass die restlichen Merkmale eine nähere Einordnung zulassen.

Der Pilz wuchs seitlich bzw. oberhalb eines am Boden liegenden, relativ dicken Fagus-Astes, hauptsächlich auf den alten Fruchkörpern eines Porlings. Beim Finden dachte ich noch an eine Hypocreales und war ziemlich erstaunt, als ich keine Perithezien fand. Neben der Farbe waren die langen, teilweise inkrustierten, oft septierten und tief in der Trama steckenden Zystiden auffällig. Schnallen konnte ich keine entdecken, auch nicht an den Septen der Zystiden.









Skala=10 µm:


Schöne Grüße
Gernot