Autor Thema: Bestimmungshilfe: Cortinarius  (Gelesen 3088 mal)

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Offline Fredy

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Re: Bestimmungshilfe: Cortinarius
« Antwort #6 am: 7. Oktober 2010, 21:52 »
Hallo Christoph!

Vielen Dank für Deine Tipps!

Grüße,

Fredy

Offline Christoph

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Re: Bestimmungshilfe: Cortinarius
« Antwort #5 am: 7. Oktober 2010, 19:21 »
Hallo Fredy,

ich bin kein "Cortinariologe", weshalb ich nicht weiß, ob ich die "ideale" Konzentration verwende. Jedenfalls nehme ich gewöhnlich eine zehnprozentige Kalilauge. Ist der Pilz völlig verwässert, wird die Lauge beim Auftragen stark verdünnt. Dann probiere ich als zweiten Schritt auch mal 20% aus. Meist aber eben 10%.

Kalilauge bekommst Du in jeder Apotheke. Das lohnt sich aber meist nicht wirklich, da zu teuer - Du brauchst nur geringe Mengen, da Du ja pro Pilz nur ein bis drei Tropfen aufträgst.

Du kannsr die Lauge natürlich selber ansetzen. Eine einfache, bequeme Möglichkeit ist das Bestellen über einen Hobbybedarf für Pilzler. Bei Andreas Gminder kannst Du beispielsweise bestellen: www.pilzkurse.de --> dort auf "Zubehör" und zu "Chemikalien" runterblättern. Andreas kann Dich auch beraten, was Du für welchen Zweck benötist. Kalilauge kostet im Prinzip fast nichts. Das heißt, man muss hauptsächlich die Arbeitszeit des Ansetzens und Abfüllens sowie das Glasflascherl bezahlen...

Für die Anwendung: einfach einen Tropfen auf das Fleisch / die Huthaut /Knollenrand - je nachdem, was gefordert wird. Meist ist in den kleinen Flascherl eine Art Spatel aus Kunststoff, an dem genügend Lauge anheftet, um diese am Pilz abzustreifen.

LG
Christoph
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(Silber und Gold, Mantel und Toga kann man leicht verschenken, schwer ist es aber, auf Pilze zu verzichten - Spruch von Martial)

Offline Fredy

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Re: Bestimmungshilfe: Cortinarius
« Antwort #4 am: 7. Oktober 2010, 01:30 »
Hallo Christoph, hallo Werner!

Vielen Dank für Eure Antworten!

Es freut mich sehr, dass ich mich als "engagierter Laie" sogar bei der Bestimmung von Arten dieser diffizilen Gattung zumindest schon einmal auf dem rechten Weg befinde  :) !

Die Anwendung von Kalilauge ist wohl ein weiterer Meilenstein auf meinem Weg zu einer besseren Pilzbestimmung und gerne möchte ich dieses Mittel auch in Anspruch nehmen!

Fragen zur Herstellung und Verwendung von Kalilauge zur Pilzbestimmung:

Bekomme ich Kalilauge bzw. Kaliumhydroxid in der Apotheke und in welchem Verhältnis empfiehlt es sich, das Kaliumhydroxid anzumischen (ich nehme an mit destilliertem Wasser?)?

Wieviel Kaliumhydroxid benötige ich, um eine Menge für die gelegentliche Anwendung herzustellen?

Muss ich zur Pilzbestimmung ein Reagenz ansetzen oder genügt das Auftragen per Pipette ?

Vielen Dank schon einmal im Voraus und bis dann!

Fredy


Offline Werner E.

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Re: Bestimmungshilfe: Cortinarius
« Antwort #3 am: 6. Oktober 2010, 19:10 »
Griasdi Fredy,

C. nemorensis kann schon hinkommen.
Es ist wohl sicher einer der Variecolores.
Zur sicheren Bestimmung ist allerdings, wie von Christoph schon erwähnt, neben dem Geruch, der nicht leicht zu identifizieren ist, unter anderem die KOH-Reaktion im Fleisch wichtig.

Gruaß aus München, Werner

Offline Christoph

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Re: Bestimmungshilfe: Cortinarius
« Antwort #2 am: 6. Oktober 2010, 15:39 »
Hallo Fredy,

teste doch mal (wenn möglich) die Reaktion des Fleisches mit Kalilauge...

LG
Christoph
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Offline Fredy

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Bestimmungshilfe: Cortinarius
« Antwort #1 am: 6. Oktober 2010, 09:08 »
Guten Tag liebe Pilzfreunde!

Hier möchte ich Euch einen Pilz zeigen, den ich auf ca. 450 m Höhe in einem lichten Buchenbestand in Form großer Hexenringe um mehrere Buchen herum auf grasigem Boden gefunden habe.
Die Hüte erinnern von Weitem an Kuh-Röhrlinge, präsentierten sich aus der Nähe jedoch vollkommen anders (Bilder 1 und 2).       

Sie sind dem Alter entsprechend wenige Zentimeter bis maximal 15 cm breit. Ältere Hüte sind an den Rändern nach oben kurz umgestülpt.

Die Hutoberflächen sind bei genauem Hinsehen gesprenkelt bzw. von faserigen Resten bedeckt und partiell schmierig. Das Fleisch ist "knackig-fest".

Junge Hüte besitzen von oben betrachtet einen leichten Violettton, aber im Gegensatz zu älteren Exemplaren haben sie noch deutlich hellviolette Lamellen, einen hellvioletten Stiel und sogar ein kräftiges Violett im Stielschnitt (Bilder 3 und 4).         

Alte Exemplare haben ausgesprochen braune Lamellen und verfärben sich im Schnitt allenfalls noch etwas lila in den Randbereichen des Stiels, ansonsten ist keine Verfärbung zu Beobachten, insbesondere nicht im Hutfleisch. Je nach Alter verliert sich auch zunehmend der Lilaton des Stieles und  die meisten Fruchtkörper waren gänzlich braun mit stets dunkleren Lamellen (Bild 5).

Ansonsten sind die Stiele kräftig und mit dickerer Basis, der Geruch des Pilzes ist unauffällig.

Ich vermute einen Cortinarius, das Vorkommen unter Buchen und die offensichtliche farbliche Wandelfähigkeit lassen mich auf einen Verfärbenden Schleimkopf (Cortinarius nemorensis) schließen.

Was meint Ihr dazu?

Viele Grüße,

Fredy