Autor Thema: Der Macrolepiota s.l.-Thread  (Gelesen 37633 mal)

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Offline Gernot

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Re: Der Macrolepiota s.l.-Thread
« Antwort #37 am: 27. September 2011, 21:10 »
Servus Werner,

ich möchte noch ein paar Anmerkungen zu deinem Beitrag von vor einem Jahr machen (http://forum.pilze-bayern.de/index.php/topic,794.msg8606.html#msg8606). Vellinga synonymisiert M. konradii in der Flora Agaricina Neerlandica mit M. mastoidea und hält M. konradii ss. Breitenbach & Kränzlin für M. fuliginosa. Auch Pidlich-Aigner & Hausknecht schließen sich dieser Meinung an, wie ich schon im Ursprungsbeitrag geschrieben habe ("Laut Pidlich-Aigner & Hausknecht in ÖZP 13 sind alle ihre bisherigen Funde M. fuliginosa zuzuordnen, mit Ausnahme einiger Kollektionen, die zu M. mastoidea gehören."). Der Schritt von Vellinga M. konradii mit M. mastoidea zu synonymisieren und M. konradii ss. Breitenbach & Kränzlin M. fuliginosa zuzuordnen war m.E. ein sehr guter, denn ich konnte alle mir bekannten Funde von M. konradii bis jetzt ebenfalls entweder M. fuliginosa oder M. mastoidea zuordnen. Außerdem passt die validierende Beschreibung Ortons von Lepiota konradii sowieso nicht zu M. konradii ss. Br. & Kr. (http://www.cybertruffle.org.uk/cyberliber/59351/0043/002/0283.htm).

Jetzt zu deinem Fund: Ich würde ihn nun ebenfalls für M. fuliginosa halten. Gegen M. mastoidea (s.l. -> ss. Vellinga) sprechen m.E. die ± einheitlichen grauen Farbtöne, die dicke, gerandete und farblich zum restlichen Stiel kontrastierende Knolle sowie der Standort im schattigen Wald in der Laubstreu. Für M. fuliginosa jedoch sprechen der (im Vergleich zu M. procera) schwach, aber dennoch deutlich genatterte Stiel sowie ein deutlich erkennbares Verfärben des Stieles und der Huthaut auf Druck bzw. Beschädigung.

Schöne Grüße
Gernot

Offline Mani

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Re: Der Macrolepiota s.l.-Thread
« Antwort #36 am: 27. Juni 2011, 10:58 »
Hoi Werner und Gernot
Könnte euch per Email gerne die allerdings für meine Zwecke entwickelte, und in Zukunft sicherlich noch wandelbare Zusammenstellung der Chlorophyllums zustellen. Doch Vorwarnung: Erwartet nicht zuviel, ich bin kein Profi.  ;)
Euren Meldung und Adressen könnt ihr mir per Email zustellen.
L. G.    Mani
Salutti und macht´s gut    Mani Walter

Offline Mani

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Re: Der Macrolepiota s.l.-Thread
« Antwort #35 am: 26. Juni 2011, 20:42 »
Salutti zämma
Gernot besten Dank für deinen Tipp. Ich werde bei meinen Zusammenfassungen versuchen, die Ergebnisse von Else Vellinga in möglichst verwendbarer Form einzubringen.  ;)
Ich bin gespannt, ob es daselbst auch neue Feststellungen (Vereinigungen oder Trennungen) gab betr. Mastoideaartige.
F rau Vellinga ist übrigens eine sehr interessierte und ausserordentlich hilfsbereite Fachperson.
Für´s Erste l. G.      Mani
Salutti und macht´s gut    Mani Walter

Offline Gernot

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Re: Der Macrolepiota s.l.-Thread
« Antwort #34 am: 26. Juni 2011, 11:23 »
Hallo Werner,

schaut mir auch sehr nach M. fuliginosa aus: ± einfärbige, graubraune Fruchtkörper, kaum kontrastierende Hutschuppen auf deutlich längsfaserigem Grund, eher fein genatterter Stiel, verfärbende Stielrinde.

Über unterschiedliche Mikromerkmale von den Arten der procera-Gruppe kann ich noch nicht viel sagen, weil mir dafür noch einige richtig typische Aufsammlungen vor allem von M. procera s. str. fehlen.
Vellinga hat übrigens ein paar genetische Untersuchungen veröffentlicht (@ Mani), z.B. hier: http://nature.berkeley.edu/brunslab/ftp/vellinga2003a.pdf oder auch hier: http://nature.berkeley.edu/brunslab/ev/vellinga_2003_coolia_chloroph_macro.pdf.

Übrigens werde ich versuchen, den Thread in der nächsten Zeit auf einen neueren Stand zu bringen, weil ich den Winter über einiges an neuer Literatur bekommen habe und sich für mich nun ein paar Sachen "geklärt" haben.

Schöne Grüße
Gernot

Offline Werner E.

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Re: Der Macrolepiota s.l.-Thread
« Antwort #33 am: 26. Juni 2011, 02:09 »
Mani Griasdi,

ich hab' von dem FK leider nicht mal ein Exsikkat gemacht.
Der war so dermaßen von Maden befallen, dass er mir einen Tag später fast auseinander fiel.
werde mir das mit den gegabelten Lamellen mal ansehen, und künftig auch Exsikkate machen.
Bin schon gespannt auf Deine Tabelle.
Über Genuntersuchungen weiss ich leider gar nichts.
Aber vielleicht meldet sich ja der Christoph o. Gernot noch...

An liab'n Gruaß aus München, Werner

P.S. Anbei noch ein Bild von meinem letztjährigen Graubündenaufenthalt in St. Antönien.

Offline Mani

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Re: Der Macrolepiota s.l.-Thread
« Antwort #32 am: 25. Juni 2011, 20:10 »
Hoi hoi Werner
Ich finde es gut, dass du den Motor wieder anwirfst.  8)
Ich denke du liegst mit deinem Vorschlag richtig.  :)
Schade aber, dass ich mich nicht erinnere an einen derartigen Pilzkörper hier in der Region Graubünden. Man darf jedoch die Hoffnung  nie verlieren, heisst es doch so schön.

Schön wäre für mich, wenn die Argumente wie Hutstrukturen und Schuppenfarbe, Stielstruktur und  -farbe und die Verfärbung beim Ankratzen noch ergänzt würden durch Ankratzen des Hutes, Aussehen und Verbindungen des Rings zum Stiel, Charakter des Geruchs, Fleischfarbe und -glanz, zumindest im Vergleich mit dem Parasol. Fuliginosa soll nach FN. relativ viele gegabelte Lamellen haben? Ebenso laure ich auf Bestätigungen oder Neues im Mikroskopischen Bereich.

Ich habe während des Winters eine Vergleichstabelle erstellt.  Diese will ich unbedingt ausbauen. Ich suche dabei  namentlich nach den Unterschieden zw. Mastoidea, Gracilenta, Konradii und Rickenii, denn diese,  in meinen Augen teils unterschiedlichen Arten vermute ich in unserer Region. (Funga Nordica scheint hier recht gut zu orientieren allerdings mit Syn.?)   Bin hier am übersetzen und, ich denke sehr bald, werden sich diese versch. Pilzkörper am Alpenwaldrand zeigen. Werde dann Fotos und Meldungen ins Forum stellen. Letztes Jahr  hatten erwähnte ML etwas Ebbe. Dafür entwickelten sich die Chlorophyllum rachodes hier unten im Tal sehr gut. Hierzu habe ich nun eine einigermassen, hoffe brauchbare Zusammenstellung. (E. Vellinga, FN, unsere Durchgaben in diesem Forum) Ich bin ausserdem gespannt auf unsere „zwei“ Chl. olivieris hier im Rheintal!!
Weisst du etwas von Genuntersuchungen an Makrolepiotas? Ich denke, dass entsprechende Exsikkate gute Dienste leisten könnten.
Bin gespannt auf ergänzende Meinungen.
Dank und Salutti      Mani

« Letzte Änderung: 25. Juni 2011, 20:13 von Mani »
Salutti und macht´s gut    Mani Walter

Offline Werner E.

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Re: Der Macrolepiota s.l.-Thread
« Antwort #31 am: 25. Juni 2011, 15:28 »
Servus beinand'

aufgrund eines aktuellen Fundes aus dem Zillertal werd' ich nun als erster für heuer den Thread wieder aufleben lassen.
Vor nicht langer Zeit wär das für mich einfach ein Parasol gewesen.
Jetzt bin ich mir da nicht mehr so sicher.
Nach unserer letztjährigen Diskussion ist der Fund wegen der deutlich rötenden Stielrinde, trotz der rel. hellen Farben wohl als M. fuliginosa zu bezeichnen.
Was meint Ihr ?
An liab'n Gruaß aus München, Werner

Offline Mani

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Re: Der Macrolepiota s.l.-Thread
« Antwort #30 am: 28. Oktober 2010, 21:17 »
Hoi Gernot   
Vielen Dank! Du liegst sicherlich richtig! (Moser S. 245) Wie geschrieben, ich werde nächstes Jahr wieder über meine hoffentlich nachhaltigen Fortschritte berichten.  ;)
Herzliche Grüsse     Mani
Salutti und macht´s gut    Mani Walter

Offline Gernot

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Re: Der Macrolepiota s.l.-Thread
« Antwort #29 am: 28. Oktober 2010, 15:49 »
Hallo Udo und Mani,

vielen Dank für die positive Kritik!

Mani, deinen Fruchtkörper würde ich so vom Bild und vom Standort her eher für M. mastoidea s.l. halten. Dafür sprechen auch die feinen, kaum kontrastierenden Hutschuppen.

Schöne Grüße
Gernot

Offline Mani

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Re: Der Macrolepiota s.l.-Thread
« Antwort #28 am: 21. Oktober 2010, 22:52 »
Hallo Gernot und weitere Kollegen
Finde diese Zusammenstellung von Bildern, Erklärungen und Meinungen ebenfalls wichtig, ja sogar fast aufregend. Und deshalb wird meine grosse Krise erst noch kommen, nämlich dann, wenn ich  die Pilze wirklich rasch und sicher bestimmen möchte.
Deshalb mal noch meine Frage zu Gernots Bilder 3, 4 und 5. Zeigen die wirklich excoriatas? Dann: Zeigen meine zwei Abbildungen eine ML. konradii?
OK, es sind Bilder, welche der Realität nicht immer nahe kommen.
Vielleicht sind meine Fragen etwas verfrüht, doch ich werde nun strampeln gehen,  ::)  und euch allen danke ich bestens für eure tolle Beteiligung und wünsche euch dann nächstes Jahr viel Freude im Umgang mit euren Chl. und MLs.
Salutti und macht´s gut    Mani Walter

Offline UdoA

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Re: Der Macrolepiota s.l.-Thread
« Antwort #27 am: 20. Oktober 2010, 15:01 »
Hallo zusammen,

ein super Thread mit hervorragenden Infos und Fotos.

Seit ich mich in einem parallelen Thread mit der Bestimmung von Chlorophyllum brunneum auseinandergesetzt habe, verfolge ich diesen Thread mit sehr großem Interesse.

LG Udo
Eine Anhäufung von Tatsachen ist ebenso wenig eine Wissenschaft wie ein Haufen Steine schon ein Haus ist. (H. Poincaré)

Meine Pilzfotos: http://www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/496395

Avatar: Oudemansiella mucida, Buchenschleimrübling

Offline Gernot

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Re: Der Macrolepiota s.l.-Thread
« Antwort #26 am: 20. Oktober 2010, 12:55 »
Hallo,

M. excoriata hatten wir in diesem Thread noch nicht, daher hier ein paar Fotos. Jetzt haben wir die häufigen Macrolepiota-Arten alle gezeigt. :)





Schöne Grüße
Gernot
« Letzte Änderung: 11. November 2011, 10:38 von Gernot »

Offline Mani

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Re: Der Macrolepiota s.l.-Thread
« Antwort #25 am: 15. Oktober 2010, 20:57 »
Salutti mitenand    Ein hübsches Pilzchen, das mich dieses Jahr mehrfach begeisterte. Der faserschuppige Hut ist geradezu ein Kunstwerk.     Grüsse     Mani
Salutti und macht´s gut    Mani Walter

Offline Gernot

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Re: Der Macrolepiota s.l.-Thread
« Antwort #24 am: 13. Oktober 2010, 21:26 »
Hallo,

weil auch der Jungfernschirmling lange Zeit ein Riesenschirmling war, hier mal zwei Fotos dieser Art. Mittlerweile heißt er ja Leucoagaricus nympharum.





Schöne Grüße
Gernot

Offline Gernot

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Re: Der Macrolepiota s.l.-Thread
« Antwort #23 am: 8. Oktober 2010, 17:49 »
Hallo zusammen,

hier noch eine typische Kollektion von M. fuliginosa mit kräftiger, auffällig heller Knolle, schwach genattertem Stiel, dunklen Farben und rötlich verfärbender Stielrinde. Vielen Dank an Gertrude Hahn für die Fotos!



Schöne Grüße
Gernot