Autor Thema: Inocybe inodora an der Isar  (Gelesen 2744 mal)

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Online Helmut

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Re: Inocybe inodora an der Isar
« Antwort #3 am: 2. Juni 2010, 21:30 »
Servus Hias,

eine wirklich seltene Art! Kuyper schlüsselt sie auch unter den Cortinatae aus (Caulocystiden bis 1/6 bis 1/3 herabreichend), schreibt aber im Text "Cortina absent in young specimens"!

In meinen bisher nur zwei älteren Aufsammlungen (Sept. 1995) aus dem Regensburger Stadtgebiet waren mir auch die bis nahe an die Basis herablaufenden Caulos aufgefallen, ganz junge Frkp. hatte ich nicht. Meine Kollektion wuchs unter Laubbäumen auf eher basischem Lehmboden und wies glatte Hüte auf. Mikroskopisch war sie ähnlich.

Die gelungenen Dokumentationen Deiner Funde auf Deiner Homepage sehe ich mir immer gerne an.

Gruß

Helmut

Offline Christoph

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Re: Inocybe inodora an der Isar
« Antwort #2 am: 1. Juni 2010, 23:41 »
Servus Hias,

vielen Dank für die wunderschöne Vorstellung dieser Art! Ich kannte sie bisher noch gar nicht. Das Velum universale ist wirklich sehr üppig ausgeprägt. Handelt es sich um eine typische Art des Frühjahrs/Frühsommers, oder wächst sie bis in den Herbst hinein?

LG
Christoph
Argentum atque aurum facile est laenamque togamque mittere, boletos mittere difficile est
(Silber und Gold, Mantel und Toga kann man leicht verschenken, schwer ist es aber, auf Pilze zu verzichten - Spruch von Martial)

Offline Hias

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Inocybe inodora an der Isar
« Antwort #1 am: 1. Juni 2010, 21:46 »
Servus zusammen!

Inocybe inodora ist ein Risspilz, der sich im Prinzip auch makroskopisch bestimmen lässt, sofern man ihn denn kennt. Ich sah ihn zum ersten Mal und musste ihn deshalb genau anschauen. Er stand zu Hunderten im NSG (Nudistenschutzgebiet) Pupplinger Au südlich von Puppling und zwar bei Kiefer mitten im sandigen Uferstreifen.







Die Pilzchen (Hüte 2-3 cm) erinnern im ersten Moment an klein geratene I. maculata, besonders jung, da sie über ein starkes Velum verfügen; wenn es schütter wird, offenbart sich jedoch eine eher schuppige und nicht faserige Hutoberfläche und auch die Färbung ist ganz anders als beim Gefleckten Risspilz. Die Stiele sind ganz bereift, wenn auch im unteren Drittel recht undeutlich, und weisen bei ausgewachsenen Pilzen in der unteren Hälfte eine ockerliche Färbung auf. Die Sporen sind glatt und ziemlich groß.
Kuyper hat unter dem Namen I. inodora Velen. eine Vielzahl von Arten synonymisiert, die teils aus alpinen Habitaten (bei Salix), teils aus planaren oder auch von Sanddünen bei Pinus beschrieben wurden. Stangl berichtet die Art auch, jedoch nur von Laubbäumen. Apropos - Vorsicht beim Schlüsseln: Stangl schlüsselt den Pilz aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen bei den Cortinatae aus, obwohl er keine Cortina besitzt. Mit Funga Nordica findet man ihn sofort. Ähnlich soll I. pruinosa mit wesentlich schmäleren Sporen sein.

Die vollständige Dokumentation findet ihr hier.

Grüße
Hias