Autor Thema: Porträt Agaricus subfloccosus mit Verbreitungsfrage  (Gelesen 7721 mal)

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Offline Peter

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Antw: Porträt Agaricus subfloccosus mit Verbreitungsfrage
« Antwort #4 am: 30. Mai 2010, 15:08 »
und hier gibt es noch ein paar Standortbilder von heute


Viele Grüße, Peter



"Seit Millionen Jahren haben unzählige Organismen auf unserer Erde gelernt, im Einklang mit der Natur zu leben. Es gibt nur eine Ausnahme: Der Mensch."

Offline Peter

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Antw: Porträt Agaricus subfloccosus mit Verbreitungsfrage
« Antwort #3 am: 29. Mai 2010, 11:38 »
Hallo Zusammen,

wie das oft so ist, wenn die Bedingungen stimmen: jetzt wachsen sie wohl gerade an jeder Ecke. Heute habe ich im Nachbarquadranten eine neue Gruppe im Fichtenforst direkt am Straßenrand vom Auto aus entdeckt. Ich fahre da jetzt seit 5 Jahren 2-4 x die Woche durch. :-\

Also, Augen auf die nächste Woche.

Gruß, Peter
"Seit Millionen Jahren haben unzählige Organismen auf unserer Erde gelernt, im Einklang mit der Natur zu leben. Es gibt nur eine Ausnahme: Der Mensch."

AK_CCM

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Antw: Porträt Agaricus subfloccosus mit Verbreitungsfrage
« Antwort #2 am: 23. Mai 2010, 17:34 »
Hallo Peter,

kenne A. subfloccosus aus dem Mertinger Forst - leider habe ich dort gestern nichts gefunden bzw. den Spuren nach zu urteilen, hat sie jemand geerntet. Dafür haben ja die Morcheln entschädigt. 8)

Hier die makroskopische Beschreibung meiner damaligen Aufsammlung:

Zitat
Hut: 7,5-14,5 cm im Durchmesser, 1,5-2,5 cm hoch, kompakt, flach ausgebreitet, wellig verbogen, zentral gestielt, mit Stielfleisch verwachsen, Rand überstehend und fein-flockig behangen, schmutzig weiß bis hellgrau mit hellbräunlicher, faserig-schuppiger Huthaut
Lamellen: frei bis angeheftet, dicht gedrängt stehend, untermischt, Schneiden glatt, jung grau-violett, später schokoladenbraun
Stiel: 5-7,5 cm lang, 1,2-2 cm breit, basal leicht verdickt, faserig-fleischig, mit Velumschüppchen fein genattert, grau-weißlich, basal in bräunlichen Farbton übergehend, mit aufsteigendem, einfachen und vergänglichen Rind
Fleisch: weiß, verfärbt im Schnitt orange-rötlich, insbesondere an der Stielbasis, in den äußeren Hutbereichen dagegen keine Farbreaktion
Geruch: erdig-muffig
Funddatum: 30. Mai 2007
Fundort: D - By - Reg.-Bez. Schwaben - LK Donau-Ries - Mertingen - Mertinger Forst
Höhe über NN: 410 m
Messtischblatt: 7330/4.2.1
Ökologie: Fichtenforst auf saurem, sandigen Boden; auf einer Wegrandaufschüttung eines gekiesten Waldwegs

Gruß, Andi
« Letzte Änderung: 4. Juni 2010, 18:51 von AK_CCM »

Offline Peter

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Porträt Agaricus subfloccosus mit Verbreitungsfrage
« Antwort #1 am: 23. Mai 2010, 16:24 »
Hallo Zusammen,

seit dem letzten Donnerstag beobachte ich eine Gruppe von Egerlingen, die ich heute fotografieren und bestimmen konnte.



Der Wuchsort war eine Straßenböschung an einem Villengarten. Also durch den hohen Humusanteil der Wuchsstelle eher Gartencharakter, aber offensichtlich auch salztolerant.
Der frühe Wuchszeitpunkt ist offensichtlich normal (nach LUDWIG V-X)



Wesentliche makroskopische Merkmale sind:
- kompakte, festfleischige Art mit braunem, flockigen Hut. Ein nach unten abziehbarer Ring.



- im Schnitt gleich safranrötlich verfärbendes Fleisch
- Schäffertest (Anilin und Salpetersäure kreuzweise auf dem Hut ) negativ

Mikroskopisch fallen die vielen Cheilocystiden gleich auf.





Die Sporenmaße liegen bei 6-7,5-8 x 4,5 -5 µm

Im Gegensatz zu Agaricus bisporus, der auf den ersten Blick auch in Betracht gezogen werden kann, tragen die Basidien i. d. Regel 4 Sporen.

Aufgrund der Tatsache, dass wir in Bayern seit Einhellinger (1991) und Beyer (1968) und den Atlas-Punkten in Krieglsteiner keine Fundmeldungen mehr hatten, wurde sie in der neuen Roten Liste als gefährdet eingestuft.

Für neue, weitere Fundmeldungen und Diskussionen bin ich dankbar.

Ich würde mich auch sehr über weitere Agaricus-Porträts freuen, da wir relativ selten über die häufigen Arten hinaus Fundmeldungen haben.

LG, Peter



« Letzte Änderung: 23. Mai 2010, 16:42 von Peter »
"Seit Millionen Jahren haben unzählige Organismen auf unserer Erde gelernt, im Einklang mit der Natur zu leben. Es gibt nur eine Ausnahme: Der Mensch."