Autor Thema: Haltbarkeit von Chemikalien  (Gelesen 7583 mal)

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Offline hans

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Antw: Haltbarkeit von Chemikalien
« Antwort #9 am: 20. Mai 2010, 14:53 »
Ein Nachklapp bzw. Berichtigung zu meinem Beitrag vom 17.5.:
Zitat
Eisen(II)sulfat ist als Lösung (meist 10%) instabil, weil es Sauerstoff aus der Luft aufnimmt und zu Eisen(III)sulfat oxidiert.
Das Eisen(II)sulfat oxidiert natürlich zu Eisen(III)oxid, und nicht zu Eisen(III)sulfat.

Penibel, Hans

Offline hans

  • Beiträge: 248
Antw: Haltbarkeit von Chemikalien
« Antwort #8 am: 17. Mai 2010, 12:57 »
Genau Andreas, die Konzentration ist offenbar nicht kritisch. Man kann auch bei negativer Reaktion versuchshalber mal mehr Eisen(II)sulfat-Kristalle zusetzen.

Reaktionsstark, Hans

AK_CCM

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Antw: Haltbarkeit von Chemikalien
« Antwort #7 am: 17. Mai 2010, 10:12 »
Hallo Hans,

Ein praktikabler Ausweg besteht darin, auf das Pilzmaterial einen Tropfen Wasser aufzubringen und ein oder zwei Eisen(II)sulfat-Kristalle hineinzustreuen

bei dem Behelf ist aber nach meinem Verständnis keine einheitliche Konzentration der Lösung gewährleistet. Wenn die Konzentration wurscht ist (?), erübrigt sich der Einwand natürlich.

Gruß, Andreas

dorle

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Antw: Haltbarkeit von Chemikalien
« Antwort #6 am: 17. Mai 2010, 09:59 »
Hallo zusammen,
sehr schön, dass einiges zusammenkommt.
Grüsse
thomas.

Offline hans

  • Beiträge: 248
Antw: Haltbarkeit von Chemikalien
« Antwort #5 am: 17. Mai 2010, 09:10 »
Grüß Euch!
Melzer ist lt. Clémençon (Methods for Working with Macrofungi, 2009, IHW-Verlag) nachweislich stabil. Das entspricht auch meiner Erfahrung. Man sollte für die Lösung allerdings keine Plastikflaschen verwenden, weil das Jod durch das Material diffundiert und quasi verdunstet.

Eisen(II)sulfat ist als Lösung (meist 10%) instabil, weil es Sauerstoff aus der Luft aufnimmt und zu Eisen(III)sulfat oxidiert. Die Wirkung von Eisen(II)sulfat beruht demnach u.a. darauf, dass es ein Reduktionsmittel ist und seiner Umgebung Sauerstoff entzieht, also auch dem Trama von Pilzen. Ein praktikabler Ausweg besteht darin, auf das Pilzmaterial einen Tropfen Wasser aufzubringen und ein oder zwei Eisen(II)sulfat-Kristalle hineinzustreuen (festes Eisen(II)sulfat gibts für ein paar Euro auch von der Apotheke!).

Gruß von der Laborratte Hans

PS: hier noch ein brauchbarer Link zum Thema: http://www.ciqcaq.ch/Pilze/pilzlexikon/mykologie_reagentien_rezepturen_und_chemische_reaktionen.pdf

dorle

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Antw: Haltbarkeit von Chemikalien
« Antwort #4 am: 16. Mai 2010, 14:27 »
Zur Klarstellung:
Die Idee mit der Angabe des Haltbarkeitsdatums auf der Flasche stammt nicht von mir, sondern von Connie meiner Frau.
Thomas.

dorle

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Antw: Haltbarkeit von Chemikalien
« Antwort #3 am: 16. Mai 2010, 13:37 »
Na klar ist das o.k.
Ich bin froh, wenn meine Beiträge auch kritisch -war jetzt hier nicht direkt so- gelesen werden. So lerne ich ja dazu und gerade durch gegenseitiges unterstützen -so sehe ich sachliche Kritik-kommt man voran.
Grüsse
Thomas.

Offline Christoph

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Antw: Haltbarkeit von Chemikalien
« Antwort #2 am: 16. Mai 2010, 13:25 »
Servus Thomas,

ich habe das Thema hierher verschoben, da es hier m.E. besser reinpasst. Hoffe, das ist o.k...

Ich habe mal eine Studie über Melzers Reagens gelesen, in der die Haltbarkeit geprüft wurde. Ich habe aber leider kein Zitat zur Hand geschweige denn eine Kopie. Ich meine, mich zu erinnern, dass beim Altern nur der pH-Wert sinkt, die Färbeeigenschaft aber bleibt. Früher hat man sicherheitshalber immer erst bei Gebrauch Chloralhydrat mit der Jodlösung gemischt.

Eisensulfat kippt schnell um und sollte immer frisch sein.

Sulfovanillin mischt man am besten auch erst kurz vor Gebrauch (in kleinen Mengen auf dem Objektträger).

Kongorot neigt zum Ausflocken, wenn das Lösungsmittel verdampft ist. Dann hilft nur nachverdünnen, erhitzen (zum erneuten Lösen) und abfiltrieren.

Haltbarkeitsangaben würden sicherlich Sinn machen, wäre mal eine Idee.

LG
Christoph
Argentum atque aurum facile est laenamque togamque mittere, boletos mittere difficile est
(Silber und Gold, Mantel und Toga kann man leicht verschenken, schwer ist es aber, auf Pilze zu verzichten - Spruch von Martial)

dorle

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Haltbarkeit von Chemikalien
« Antwort #1 am: 16. Mai 2010, 12:41 »
An alle Chemiker und solche die es werden wollen oder solche, die einfach beim Mikroskopieren Chemikalien und Färbemittel benötigen.
Wenn ich mir so die Literatur der letzten 25 Jahre in denen über die Arbeit mit Chemikalien und Färbemitteln bei der Pilzmikroskopie geschrieben wurde und wird, meine ich dass Folgendes auffällt.
In früherer Zeit wurde mehr selbst gemischt und -bin mir aber nicht sicher ob`s so stimmt- die Haltbarkeit war kürzer.
Falls dies so ist, könnte ich mir vorstellen, dass hier bezüglich der Haltbarkeit Fortschtritte gemacht wurden
Interessieren würde mich Folgendes.
Gibt es irgendwo Aktuelles über die Haltbarkeit eventuell sogar nach Haltbarkeitsdauer geordnet. Auf welche Chemikalien oder Färbemittel die besonders häufig Verwendung finden, muss bezüglich der Haltbarkeit besonders geachtet werden.
Da fällt mir noch ein. Soweit Chemikalien nur begrenzt haltbar sind, stellt sich mir die Frage, warum schreiben die Hersteller das Haltbarkeitsdatum nicht auf die Flasche?
Schönen Sonntag Euch allen
Thomas.