Autor Thema: Phaeobotryosphaeria visci (Kalchbr.) A.J.L. Phillips & Crous 2008  (Gelesen 9361 mal)

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Offline Christoph

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Servus Werner,

unbedingt! Sieht interessant aus. Ich habe noch nie was Nectria-artiges an Mistel gesehen (bzw. an der Phaeobotryosphaeria?!).

Liebe Grüße,
Christoph
Argentum atque aurum facile est laenamque togamque mittere, boletos mittere difficile est
(Silber und Gold, Mantel und Toga kann man leicht verschenken, schwer ist es aber, auf Pilze zu verzichten - Spruch von Martial)

Offline Werner E.

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Stimmt, ganz unten.
War mir no gar ned aufgefallen.
Muss ich mal schaun.

An liabn Gruaß
Werner

Offline Christoph

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Servus Werner,

sehr schön! Wie gesagt: die Art ist wirklich sehr häufig, wird aber nur wenig beachtet. Ich sehe auf dem dritten Bild auch noch kleine, rote Pusteln - sitzt da noch was nectria-artiges drauf? Sieht interessant aus.

Liebe Grüße,
Christoph
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Offline Werner E.

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Servus beinand'

ich hatte gestern gleich bei der ersten Mistel, die ich mir anschaute Erfolg. :D
An einer Silberweide war ein Teil eines dicken ausladendes Astes abgebrochen, aber noch am Baum hängend. Er hing gerade so weit runter, dass ich die daran anhaftende ausgetrocknete Mistel erwischen konnte.

An liabn Gruaß,
Werner

Offline Christoph

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Seass Weana,

ja, die Zeit vergeht, des is a Wahnsinn! Ich kann mich noch ganz genau an die Aufnahmen erinnern, die ich im Bayerwald gemacht habe. Damals war ich mit Heinz unterwegs. Er war damals noch äußerlich kerngesund und wir sind den ganzen Tag im Wald herumgelaufen, haben auf dem Ablegschachten (Zwiesel-Rabenstein) die Aussicht genossen. Mir kommt es so vor, als sei das gestern gewesen.

Ja, ich weiß, damals konntest du mit dem Kleinzeugs noch nicht so viel anfangen. Doch die Zeiten ändern sich. Deine Fundquote wird sehr hoch sein, wenn du nach dem Pilz suchst.  ;)

Liebe Grüße,
Christoph
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Offline Werner E.

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GriasDi Christoph,
2010...Des is a Zeitl her, ja :)
Da haben mich solche Pilzchen noch nicht sonderlich interessiert ghabt.
Ich werd aber jetzt danach Ausschau halten.
Danke für die Erinnerung.
An liabn Gruaß,
Werner

Offline Christoph

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Servus beinand,

der Thread hat jetzt lange Zeit geschlummert. Ich vermute, dass all diejenigen, die nach Phaeobotryosphaeria visci (= Botryosphaeria visci = Sphaeropsis visci) Auschau gehalten haben, diesen Pilz recht bald finden konnten. Mein Eindruck: wo alte Misteln am Baum sind, findet man den "Mistelkugelpilz" auch am Boden.

Hier eine aktuelle Kollektion an Viscum album ssp. austriaca (Mistel an Waldkiefer) aus Franken, genauer aus dem Tennenloher Forst vom 26. März 2019:







Die riesigen Konidien sind im Mikroskop eine Schau, finde ich. Das Foto hier habe ich mit dem 10er-Objektiv gemacht. Leider hat's ein bisserl was beim Präparieren verhauen, aber man sieht das Größenverhältnis Konidien zu Pycnidiengröße gut. Später werden die Konidien tief gelb - hier sind sie noch jung.



Liebe Grüße,
Christoph
« Letzte Änderung: 7. Mai 2019, 11:23 von Christoph »
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Offline Christoph

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Hallo Dieter,

herzlich willkommen hier im Forum  :). Ob Zufall oder nicht, jeder Eintrag in die Kartierung hilft mit, das Wissen über das Vorkommen heimischer Arten zu verbessern. Meine Funde trage ich bei Gelegenheit auch noch ein. Ich mache das meist im Block, wenn ich Zeit habe.

Das Feddes Repertorium enthält ab und an auch mykologische Beiträge, da es die Botanik im klassischen, alten, weiten Sinn abhandelt. Mittlerweile sind zum Glück einige der alten Klassiker online verfügbar, was einem die Literaturrecherche deutlich erleichtert.

Ich gehe davon aus, dass Sphaeropsis visci auch bei Eich recht häufig sein müsste...

LG
Christoph
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Offline dibero

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Hallo Christoph,

leider hin ich heute erst auf Deinen Beitrag vom 1. April aufmerksam geworden. Sorry, aber es war Zufall. Ich habe den Fund nach einer damals gerade eingegangenen ergänzenden Angabe des Finders kartiert.

Übrigens danke ich Dir für den Hinweis auf den Pilzteil in den Beiheften zu Feddes Repetitorium; hatte ich bisher übersehen, weil es in den regulären Mitteilungen nur um Pflanzen ging.

Viele Grüße
Dieter

Offline Peter

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Vielen Dank an Gernot für die schöne Doku.

Ich habe die Flecken schon oft gefunden, so auch auf der Goaslweide an Viscum laxum. Nur hatte ich bis dato noch keinen Namen dafür.

Zur Mistel habe ich eine Frage in die Runde. Gestern habe ich das erste Mal eine ältere Buche mit dutzenden Misteln in der Krone gesehen. Bislang dachte ich, dass die Buche einen Abwehrmechanismus mit ihrer Borke hat. Habt ihr gelegentlich Buchen mit Misteln beobachtet?

LG, Peter
"Seit Millionen Jahren haben unzählige Organismen auf unserer Erde gelernt, im Einklang mit der Natur zu leben. Es gibt nur eine Ausnahme: Der Mensch."

Offline Christoph

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Servus Gernot,

stimmt, mit solchen unscheinbaren, aber häufigen Arten kann man gut Exkursionslisten pimpen  ;).

Pilze im BayerWald... schwierig zu schätzen. Was wirklich bekannt ist, kann man sicherlich bezüglich des Nationalparks sagen, aber da habe ich die aktuellen Zahlen nicht. Seit Luschkas Zusammenfassung wurden viele Neufunde gemacht. Ich würde aber letzten Endes ca. 2000 Arten erwarten (ohne lichenisierte Pilze). Wieviele lichenisierte Pilze (= Flechten) dazu kommen, weiß ich auch nicht, ist aber sicher auch irgendwo hinterlegt.

Hier noch ein Foto der Sphaeropsis visci (habe nur die Nebenfruchtform gefunden):


Sphaeropsis visci an Tannenmistel

Und hier ein kleines Foto des Substrats am Baum - Tannenmisteln gibt es im BayerWald wie Sand am Meer. Diese Tanne hat eine richtig schöne "sekundäre" hellgrüne Kronenspitze:


Tannenmisteln

LG
Christoph
« Letzte Änderung: 10. April 2010, 13:56 von Christoph »
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Offline Gernot

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Servus Christoph,

sehr schön! Solche Funde, die nicht jeder kennt werten jede Kartierungsliste auf. ;)

Was mich mal interessieren würde: Wie viele Pilzarten sind denn schon aus dem Bayrischen Wald bekannt?

Schöne Grüße
Gernot

PS.: Bin schon auf die Schmankerl gespannt. :)

Offline Christoph

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Servus Gernot,

als kurze Rückmeldung: ich habe zusammen mit Heinz Holzer die Nebenfruchtform Sphaeropsis visci mehrfach im Bayerischen Wald (Nationalpark und Umfeld) finden können. Sie ist dort weit verbreitet. Alle Funde stammten von der Weißtannenmistel (da andere Misteln dort praktisch nicht vorhanden sind).
Weitere Funde aus dem BayerWald muss ich erstmal in aller Ruhe zusammenstellen. Ich werde ein paar Schmankerl präsentieren können  ;D

Liebe Grüße
Christoph
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Offline Gernot

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Hallo Christoph,

das wäre natürlich toll, wenn mein Beitrag bezüglich der Kartierung schon Wirkung gezeigt hätte. Vielleicht wird die Art ja auch bald von jemanden hier aus dem Forum kartiert. Auf jeden Fall zeigt der neue Eintrag, dass man die Art jetzt wirklich finden kann!

Schöne Grüße
Gernot

Offline Christoph

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Hallo Gernot,

bitte sehr  :).

Übrigens: ob es Zufall ist? Heute wurde gerade der erste bayerische Eintrag für Sphaeropsis visci (unter diesem Namen) in die Onlinekartierung Deutschlands eingetragen: http://brd.pilzkartierung.de/bwsqlart.php?csuchsatz=BGW

Vielleicht hast Du ja dazu animiert, diesen Fund aus dem Jahr 2008 nachzumelden.  :)

LG
Christoph

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