Autor Thema: Es stinkt im Wald und auf der Heide...  (Gelesen 2874 mal)

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Offline Christoph

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Antw: Es stinkt im Wald und auf der Heide...
« Antwort #7 am: 8. März 2010, 17:32 »
Hallo zusammen ^^


Das Schild finde ich wirklich witzig. Da fällt mir der alte Witz ein: Woran erkennt man, wo bei einem Baum vorne und hinten ist? Ganz einfach: Dort, wo das Klopapier liegt, ist hinten!

Ich gehe mal davon aus, dass Menschen nur selten die meist wurstförmigen Hinterlassenschaften im Wald platzieren (und dann war es wohl wirklich ein Notfall, denke ich), sondern eher Stickstoff in flüssiger Form hinterlassen. Die Damenwelt lässt dann sehr oft die benutzten Feuchttücher und/oder Klopapier zurück, was sich meist nur langsam zersetzt und was ich ziemlich wiederlich finde. Den Urin alleine finde ich nicht so tragisch, da der ja in den Boden einsickert und beim nächsten Regen weggewaschen ist. Wenn aber alle naslang Klopapierreste herumliegen, dann finde ich das wirklich nicht mehr lustig.

Hundekot im Wald finde ich nicht sooo schlimm, wenn er nicht überhand nimmt. Ist wie immer eine Frage der Menge. Tiere gehören schließlich auch zur Natur und somit auch ihre Hinterlassenschaften. Es soll ja auch Pilze geben, die auf sowas angewiesen sind  8).

LG
Christoph
Argentum atque aurum facile est laenamque togamque mittere, boletos mittere difficile est
(Silber und Gold, Mantel und Toga kann man leicht verschenken, schwer ist es aber, auf Pilze zu verzichten - Spruch von Martial)

Offline UdoA

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Antw: Es stinkt im Wald und auf der Heide...
« Antwort #6 am: 7. März 2010, 19:36 »
Hallo Thomas,

Zitat
Bei Hunden - ich besitze selber eine Hündin- ist es etwas anders als bei Wildtieren

Da hast du sicherlich Recht. Ich habe selbst eine Collie-Hündin, die mich stets begleitet. Und selbstverständlich beseitige ich den Kot, wenn er mal versehentlich auf einem begehbaren Weg landet, was allerdings kaum vorkommt. Ist halt, wie du selber sagst, eine reine Frage der Erziehung bzw. Gewohnheit.
In der "Wildnis" bzw. abseits von Wegen sehe ich das ich Ganze nicht so eng, weil da die Wahrscheinlichkeit sehr gering ist, dass jemand hinein tritt. Auch würde ich es kaum bemerken, wenn mein Hund dort ..., weil ich meine Aufmerksamkeit meist viel zu sehr auf Pilze gerichtet habe.

Nach meinen Erfahrungen erwischt es einen meist in einem Bereich von einigen Metern neben den Wegen. Und da passe ich inzwischen ganz besonders auf.  ;D

LG Udo
Eine Anhäufung von Tatsachen ist ebenso wenig eine Wissenschaft wie ein Haufen Steine schon ein Haus ist. (H. Poincaré)

Meine Pilzfotos: http://www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/496395

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dorle

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Antw: Es stinkt im Wald und auf der Heide...
« Antwort #5 am: 7. März 2010, 18:19 »
Hallo Udo,
seh`s so ähnlich wie Du. Leben erzwingt nun mal bestimmte Notwendigkeiten, die mit unserer ästhetischen Prägung immer mal wieder kollidieren.
Bei Hunden - ich besitze selber eine Hündin- ist es etwas anders als bei Wildtieren, da viele in der Stadt wohnen. Es ist ganz leicht und nur eine Frage kurzer Angewöhnungszeit, die Hinterlassenschaft des Hundes in eine Tüte zu verpacken und entsprechend zu entsorgen. Es gibt inzwischen auch Hersteller von "Hundetüten" die praktische und für einen selber  hygienische herstellen. Es ist wirklich ein kleiner Aufwand und der Beliebtheit der Hunde könnte es entgegenkommen.
Im Grundsatz ist es aber tatsächlich auch für mich so, dass ich -auch "fanatischer" Pilzliebhaber- nicht verstehen kann, dass es in Gruppen die sich auf bestimmte Organismen spezialisiert haben, ab und zu Mitglieder gibt, die andere Lebewesen in der Natur nicht so schätzen. Irgendwie gehört doch alles zusammen.
Sicherlich hängt es auch vom Ausmaß der Beeinträchtigung ab. Als Mensch kann ich normalerweise auch Situationen einschätzen und sollte -ist natürlich meine persönliche Meinung- wo`s geht Dinge, die für andere nicht so angenehm sind vermeiden. Das schließt ein, dass es halt manchmal nicht klappt. Vielleicht ist die Diskussion auch eine Anregung bewußt mit dem Thema umzugehen.
Thomas.

Offline UdoA

  • Beiträge: 45
  • Oudemansiella mucida
Antw: Es stinkt im Wald und auf der Heide...
« Antwort #4 am: 7. März 2010, 11:24 »
Hi Andreas,

sieht mir nicht nach einem offiziellen Schild aus.

Zitat
Das Beispiel lässt sich auch auf Hunde ausweiten

... und auf Reittiere, Rehe, Hirsche, Bachen, Keiler, Vögel, Ratten, Katzen und alles, was so keucht und fleucht.  ;)
Gut dass unser Wild kein Papier benutzt, sonst sähe es noch ganz anders in unseren Wäldern aus  ;D

Zugegeben, ich trete auch nicht gern in so was rein (haftet bekanntlich äußerst hartnäckig im Sohlenprofil und in der Nase).

Ich könnte auch laut fluchen, wenn es passiert. Aber dann denke ich, selber Schuld, wenn man nur Pilze auf seinem Radar hat.  8)

In diesem Sinne noch einen schönen Sonntag
LG Udo

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Avatar: Oudemansiella mucida, Buchenschleimrübling

Offline Willow

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Antw: Es stinkt im Wald und auf der Heide...
« Antwort #3 am: 6. März 2010, 20:27 »
Hallo Andreas,

das Schild finde ich wirklich klasse *lach*

Allerdings verstehe ich Dich sehr gut... immer wieder sieht man Stellen an denen Taschentücher liegen und was da noch so alles "raus" musste. Ekelig und wirklich nicht gerade höflich anderen Waldbesuchern gegenüber.

Ob allerdings so ein Schild die Leute abhält, bezweifel ich sehr stark... manche denken eben nur selten über den eigenen Tellerrand hinaus.

LG Sonja
Erfahrungen sammelt man wie Pilze: einzeln und mit dem Gefühl, dass die Sache nicht ganz geheuer ist.

Offline Der Juergen

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Antw: Es stinkt im Wald und auf der Heide...
« Antwort #2 am: 6. März 2010, 16:01 »
Hallo Andreas,

mir fällt es ehrlich gesagt schwer, animalische Notdurft als Umweltverschmutzung zu sehen, jedenfalls in diesem kleinen Rahmen:-) Ich denke mir, das Verbotsschild - sofern es kein Scherz ist - stammt aus dem Bastelkeller eines findigen "Jagdhüters", oder ähnlich gestrickten Menschen, der seinen Sinn für Ordnung und Sauberkeit in den Wald hineinträgt.

Grüßle
Juergen

AK_CCM

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Es stinkt im Wald und auf der Heide...
« Antwort #1 am: 6. März 2010, 14:54 »
Hallo Pilzfreunde,

im Forum auf pilzepilze.de hat vor kurzem ein Teilnehmer ein im Wald fotografiertes Verbotsschild gepostet (http://leenks.com/gallery1150-64.htm). Es zeigt deutlich, dass das Verrichten der Notdurft nicht erwünscht ist, um es mal so zu formulieren.

Davon abgesehen, dass das Anbringen solcher Schilder auf öffentlichen Wegen mit dem Gesetz kollidieren könnte, halte ich das eigentliche Anliegen für berechtigt. Sicher kann man argumentieren, dass an entsprechnden Stellen Arten wachsen, die auf dieses spezielle Habitat angewiesen sind. Aber warum kann man sein Geschäft nicht Zuhause erledigen?

Klar: Not kennt kein Gebot. Aber alles hat seine Grenzen. Insbesondere entlang von stark frequentierten Wanderwegen fallen einem immer wieder derartige Freiluft-Toiletten gepflastert mit Papiertaschentüchern ins Auge. Muss das sein? Also mir stinkt sowas, denn ich möchte die Fruchtkörper ohne Ekel in die Hand nehmen können.

Das Beispiel lässt sich auch auf Hunde ausweiten: Vor allem in meinem Kartierungsgebiet, der Königsbrunner Heide, scheren sich manche Halter nicht darum, wenn ihr Vierbeiner in die Flächen kackt. Ob es sich dabei um ein Naturschutzgebiet handelt oder nicht, ist ihnen völlig gleichgültig. Auch die aufgestellten Tütenspender und Abfalleimer bleiben unbeachtet. Ansprechen darf man die Personen ohnehin nicht, es sei den man ist bewaffnet oder in der Überzahl - dieses Gefühl habe ich jedenfalls beim Gros der bisher geführten "Gespräche". Man zahle schließlich Steuern, das legitimiere schließlich den Hund dazu, seinen Haufen beim Gassigehen in die Landschaft zu setzen.

Ist euch diese Art der Düngung auch ein Dorn im Auge oder seht ihr das völlig entspannt getreu dem Motto: Was muss, das muss?

Gruß, Andreas
« Letzte Änderung: 6. März 2010, 15:00 von Andreas »