Autor Thema: Flechten: Partnerwechsel des Mycobioneten  (Gelesen 2652 mal)

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Offline Christoph

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Antw: Flechten: Partnerwechsel des Mycobioneten
« Antwort #2 am: 3. März 2010, 15:07 »
Servus Andreas,


danke für den Link! Ich hoffe, dass sich durch solche Forschungsergebnisse auf lange Sicht der Blick auf die "Flechten" verändert wird. Flechten sind einfach Pilze, die sich eine (oder mehrere) Algenarten (oder Cyanobakterien) als Zuckerproduzenten halten. Nicht anderes. Da die Algen gewöhnlich auch ohne den Pilz leben können (und dies tun), der Pilzpartner hingegen auf die Algen angewiesen ist, ist die Symbiose wohl eher asymmetrisch bzw. einseitig.

LG
Christoph
Argentum atque aurum facile est laenamque togamque mittere, boletos mittere difficile est
(Silber und Gold, Mantel und Toga kann man leicht verschenken, schwer ist es aber, auf Pilze zu verzichten - Spruch von Martial)

AK_CCM

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Flechten: Partnerwechsel des Mycobioneten
« Antwort #1 am: 3. März 2010, 03:47 »
Hallo Flechtenfreunde,

der Standard schreibt in der heutigen Print-Ausgabe:

Zitat
Flechten, die in schwierigen, eingeschränkten ökologischen Nischen wachsen oder komplexe Strukturen bilden, bestehen üblicherweise aus rigiden Paarbindungen zwischen einer einzigen Pilzspezies und ebenfalls nur einer Algenart.

[...]

Ganz anders ist dagegen die Lage bei weitverbreiteten Arten wie Lecanora rupicola. Diese Spezies kann sich laut der Erkenntnis der Grazer Forscher mit einer Vielzahl unterschiedlicher Algen der Gattung Trebouxia zusammentun. Ihre Flexibilität, glaubt Martin Grube, ermöglicht es den Flechtenpilzen, in verschiedenen Habitaten zu gedeihen, jeweils liiert mit einer an den Standort bestens angepassten Alge.

[...]

Molekulargenetische Analysen deckten durchaus häufige Partnerwechsel auf (vgl. Microbial Ecology, Bd. 59, S. 150).

[...]

Man muss sich das wohl wie einen Verdrängungswettbewerb vorstellen, so Grube. Wenn die Pilzfäden auf eine lokal vorhandene Algensorte treffen, mit der sie unter den gegebenen Bedingungen physiologisch besser harmonieren, dann beherrscht das dort gebildete Gewebe schon früh den gesamten Flechtenkörper. Und der ursprüngliche Algenpartner hat das Nachsehen.

Den Artikel könnt ihr hier in voller Länge nachlesen:
http://derstandard.at/1267132168134/Partnerwechsel-auch-bei-Pilzen

Gruß, Andreas