Autor Thema: Netzwerkingeneure lernen von Schleimpilzen?  (Gelesen 1821 mal)

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AK_CCM

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Netzwerkingeneure lernen von Schleimpilzen?
« Antwort #1 am: 22. Januar 2010, 03:49 »
Hallo Pilzfreunde,

auch wenn Myxomyceten mit echten Chitin-Pilzen wenig gemein haben, möchte ich euch die folgende Meldung nicht vorenthalten:

Zitat


Bereits vor einigen Jahren konnte der japanische Wissenschaftler zeigen, dass Schleimpilze den kürzesten Weg durch ein Labyrinth finden, sofern sie am Anfangs- und Endpunkt eine attraktive Mahlzeit aus Haferflocken erwartet. Mit ebensolchen Leckerbissen markierten Nakagaki und sein Team nun die Position der Städte auf einer Umgebungskarte von Tokyo. Dann setzten sie Physarum in die Hauptstadt.

[...]

Nakagaki und seine Kollegen verglichen das Schleimpilz-Netzwerk mit dem tatsächlichen Schienensystem von Tokyos Eisenbahn. Besonderes Augenmerk legten sie dabei darauf, wie effektiv der Nahrungstransport auf den Strecken funktionierte, wie leicht im Falle einer Störung auf eine andere Route ausgewichen werden konnte und wie energieaufwändig und damit im übertragenden Sinne kostspielig die Vernetzung war. Die beiden Systeme waren zwar nicht völlig deckungsgleich, doch in keiner Kategorie schnitt das Netz von Physarum deutlich schlechter ab als das ausgefeilte Verbindungssystem der Ingenieure, teilweise war es sogar besser. Dabei bildete der Schleimpilz seine Verbindungsadern ohne einen zentralen Kontrollmechanismus, der ihm verraten könnte, wo sich die Haferflocken befinden oder wie sie sich verbinden lassen. Diese Selbstorganisation ist auch für die Entwicklung verschiedener technischer Anwendungen nützlich, meint Nakagaki: "Netzwerkingenieure könnten sich künftig Anregungen vom Schleimpilz holen."

Den vollständigen Artikel könnt ihr bei Spektrum der Wissenschaft nachlesen.

Gruß, Andreas