Autor Thema: Hilfe bei Rindenpilz  (Gelesen 7410 mal)

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Offline Gernot

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Antw: Hilfe bei Rindenpilz
« Antwort #13 am: 17. Juli 2009, 21:08 »
Hallo Frank,

super, vielen Dank! Freut mich, dass sich dieser seltene Fund bestätigt hat.

Zu den Funddaten bekommst du gleich eine PM.

Schöne Grüße
Gernot

Offline Frank D.

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Antw: Hilfe bei Rindenpilz
« Antwort #12 am: 17. Juli 2009, 21:05 »
Hallo Gernot,

dein Exsikkat ist heute angekommen und ich kann Hyphoderma guttuliferum eindeutig bestätigen. Die inkrustierten Zystiden mit den zusätzlichen "Heiligenschein" sind einmalig in der Gattung Hyphoderma.
Ich hinterlege das Exsikkat in meinem Herbar und benötige dazu aber noch die Funddaten.

Beste Grüße Frank

Offline Gernot

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Antw: Hilfe bei Rindenpilz
« Antwort #11 am: 13. Juli 2009, 09:46 »
Hallo Wolfgang,

Zitat
das ist gar nicht so selbstverständlich, weil die Buche als Substrat für seltene und besondere Corticioide ziemlich langweilig ist. Es gibt wenige Arten, die Buche als Substrat bevorzugen, und die sind in der Regel ziemlich häufig. Bei den Nadelholzbewohnern kann natürlich einiges los sein, besonders bei dem außergewöhnlichen Angebot an Substraten. Gibt es Tanne auch?

Ok, dann werde ich eher das Nadelgehölz untersuchen. Tanne gibt es leider bloß eine große, alte lebende. Wenn ich die also nicht zwecks Rindenpilze umschneide, gibt es kein Tannentotholz in dem Gebiet.

Zitat
P.S.: Hoffentlich kommt der Fund bald in die Österreich-Datenbank (wegen der Datenerfassung in Kürze per Email).


Würde ihn auf jeden Fall schon gerne kartieren, wenn er von Frank bestätigt ist!

Schöne Grüße
Gernot

Offline Wolfgang D.

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Antw: Hilfe bei Rindenpilz
« Antwort #10 am: 11. Juli 2009, 13:03 »
Hallo Gernot,

: Da ist sicher noch einiges mehr los an seltenen Rindenpilzen.

das ist gar nicht so selbstverständlich, weil die Buche als Substrat für seltene und besondere Corticioide ziemlich langweilig ist. Es gibt wenige Arten, die Buche als Substrat bevorzugen, und die sind in der Regel ziemlich häufig. Bei den Nadelholzbewohnern kann natürlich einiges los sein, besonders bei dem außergewöhnlichen Angebot an Substraten. Gibt es Tanne auch?

P.S.: Hoffentlich kommt der Fund bald in die Österreich-Datenbank (wegen der Datenerfassung in Kürze per Email).

P.S. zur online Datenbank: Wir haben zum Anzeigen und Abfragen der Fundorte jetzt auch die topografische Karte (1:200.000) eingebaut.

Viele Grüße
Wolfgang



Offline Gernot

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Antw: Hilfe bei Rindenpilz
« Antwort #9 am: 11. Juli 2009, 12:16 »
Hallo Wolfgang,

danke für die Glückwünsche! Der Fundort ist schon ein toller: Hochgelegener Mischwald in schattiger Hanglage wo das Totholz liegen bleibt und man dementsprechend riesige Buchen- und Fichtenstämme finden kann. Da ist sicher noch einiges mehr los an seltenen Rindenpilzen.

@Frank: Der Pilz wird am Montag verschickt.

Schöne Grüße
Gernot

Offline Wolfgang D.

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Antw: Hilfe bei Rindenpilz
« Antwort #8 am: 10. Juli 2009, 22:52 »
Hallo Gernot,
ich lese erst heute von deinem tollen Fund und glaube, man kann dir gratulieren, jedenfalls fällt mir keine andere Art mit gleichzeitig inkrustierten und "tropfigen" Zystiden. Die Sporen passen ja auch, sind nur etwas breiter als nach der Literatur.
Falls es einen Nachweis der Art in Österreich gibt, dann eventuell von Karl Helm, dessen Herbardaten ich gerade erfasse. Im Jülich ist auch kein Hinweis.
Ich würde mich freuen, wenn Frank es bestätigen kann!
Viele Grüße
Wolfgang

Offline Gernot

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Antw: Hilfe bei Rindenpilz
« Antwort #7 am: 7. Juli 2009, 20:16 »
Hallo Frank,

danke, dann geht die Post bald ab.

Zitat
Rindenpilze (und vorallem Porlinge) lassen sich am besten in KOH (3-5 %) mikroskopieren.

Danke für den Tipp. Bei Porlingen benutze ich auch KOH, bei Rindenpilzen wie diesem bin ich bislang eigentlich recht gut ohne zurecht gekommen. Werde es aber auch mal mit KOH versuchen, vielleicht lassen sich dadurch noch bessere Resultate erzielen.

Schöne Grüße
Gernot

Offline Frank D.

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Antw: Hilfe bei Rindenpilz
« Antwort #6 am: 7. Juli 2009, 20:03 »
Hallo Gernot,

Zitat
Darf ich fragen, worin du mikroskopierst? Gibt es irgendwelche Nachteile an der Mikroskopie in Wasser?

Rindenpilze (und vorallem Porlinge) lassen sich am besten in KOH (3-5 %) mikroskopieren. Die relativ festen Strukturen lösen sich dabei gut auf und einzelne Merkmale sind besser zu sehen als in Wasser. Da sich Inkrustationen in KOH tlw. lösen, sollte zusätzlich in Wasser mikroskopiert werden.
Die braunen Harzköpfchen der Zystiden von Hyphoderma guttuliferum sind in Wasser deutlich zu sehen und lösen sich in KOH auf und auch die Inkrustation der Zystiden ist in KOH nicht so stark. Ich hatte deshalb deine Zystiden für Lamprozystiden gehalten, da ich das Präparat mit KOH vermutete.
Das Exsikkat kann ich gern zur Absicherung der Bestimmung untersuchen. Meine Adresse sende ich dir per E-Mail.
Ob es Funde dieser Art in Österreich gibt, weiß ich leider nicht, aber Wolfgang Dämon kann das ganz sicher beantworten.

Grüße aus Sachsen
Frank

Offline Gernot

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Antw: Hilfe bei Rindenpilz
« Antwort #5 am: 7. Juli 2009, 19:04 »
Hallo Frank,

vielen Dank, nun gibt es ja doch eine wahrscheinliche Art. Dürfte sogar neu für Österreich sein, zumindest gibt es in der Datenbank keinen Eintrag.

Zitat
da ich selten in Wasser mikroskopiere, habe ich die Art nicht sofort erkannt.

Darf ich fragen, worin du mikroskopierst? Gibt es irgendwelche Nachteile an der Mikroskopie in Wasser?

Zitat
Eine ganz sichere Bestimmung ist natürlich nur am Exsikkat möglich.

Hättest du Interesse an einem Exsikkat? Ich wäre natürlich sehr an einer sicheren Bestimmung interessiert, da ich das Gebiet nebenbei kartiere.

Schöne Grüße
Gernot

Offline Frank D.

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Antw: Hilfe bei Rindenpilz
« Antwort #4 am: 7. Juli 2009, 18:54 »
Hallo Gernot,

da ich selten in Wasser mikroskopiere, habe ich die Art nicht sofort erkannt. Es müßte sich um die relativ seltene Hyphoderma guttuliferum handeln, die ich erst zweimal gefunden habe. Eine ganz sichere Bestimmung ist natürlich nur am Exsikkat möglich.

Beste Grüße Frank

Offline Gernot

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Antw: Hilfe bei Rindenpilz
« Antwort #3 am: 7. Juli 2009, 18:23 »
Hallo Frank,

hier erstmal noch ein Foto von den Zystiden mit braunen "Köpfchen":



Schnallen vorhanden:



Mikroskopiert und fotografiert alles in Leitungswasser.

Schöne Grüße
Gernot

Offline Frank D.

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Antw: Hilfe bei Rindenpilz
« Antwort #2 am: 7. Juli 2009, 11:36 »
Hallo Gernot,

Sporenform und Größe würden zur Gattung Hyphoderma passen. Die Form der Lamprozystiden allerdings nicht. Hyphoderma puberum hat zugespitzte Zystiden und Hyphoderma setigerum hat septierte Zystiden.
Hat dein Fund Schnallen an den Hyphen und in welchem Medium hast du mikroskopiert?

Beste Grüße Frank

Offline Gernot

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Hilfe bei Rindenpilz
« Antwort #1 am: 7. Juli 2009, 07:07 »
Hallo,

ich fand diesen Rindenpilz am Wochenende in einem Bergmischwald auf einer uralten, morschen, abgestorbenen aber noch stehenden Buche am Stamm. Auffällig waren die bis zu 60 x 15 µm großen, stark hyalin bis bräunlich inkrustierten Zystiden. Die Sporen waren elliptisch bis zylindrisch und 7-11 x 4-5 µm groß. Für weitere Untersuchungen hatte ich noch keine Zeit aber vielleicht fällt jemandem ja so schon was ein.





Schöne Grüße
Gernot