Autor Thema: Substratbestimmung: Fichte oder Weißtanne?  (Gelesen 3224 mal)

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AK_CCM

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Re: Substratbestimmung: Fichte oder Weißtanne?
« Antwort #5 am: 7. Juni 2009, 05:42 »
Hallo Wolfgang,

anbei 2 Bilder des Aststummels, den ich aus dem liegenden Stamm herauspräpariert habe - wie gehe ich jetzt am besten vor? Muss ich erst mit der Säge für eine ebene Schnittkante sorgen, um mit der Rasierklinge einen Schnitt zu machen?

Gruß, Andreas

Offline Wolfgang D.

  • Beiträge: 280
Re: Substratbestimmung: Fichte oder Weißtanne?
« Antwort #4 am: 4. Juni 2009, 16:03 »
Hallo, Andreas,

du wirst sehen, Holz ist im Mikroskop fast so spannend wie Pilze  :D

Ein Mikrotom wäre schön - aber das hat ja kaum jemand zuhause.
Es geht mit einigem Probieren alles aber auch mit Rasierklingen.
Tipps:
> Ganz scharfe, also neue Klingen verwenden *originalverpackt*
> In wässriger Umgebung schneiden, also Klingen und Holz befeuchten
> Unter dem Bino schneiden
> Holz beim Schneiden zwischen Holundermark einzwicken (klassische Methode, die aber wirklich gut helfen kann)

Die drei Schnittebenen sind quer, längs/radial und tangential, um die alle Merkmale der anatomischen Strukturen zu sehen. Man stellt sich das am besten an den Begrenzungsflächen eines Tortenstücks vor.

Grüße
Wolfgang






AK_CCM

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Re: Substratbestimmung: Fichte oder Weißtanne?
« Antwort #3 am: 4. Juni 2009, 12:22 »
Hallo Wolfgang,

besten Dank für die Infos.

Führe sehr dünne Schnitte durch die drei Schnittebenen[...]

Jetzt oute ich mich als Vollblut-Laie: Kann man die Schnitte mit den in der Pilzmikroskopie üblichen Rasierklingen durchführen oder braucht man dazu Spezialgerät (z.B. ein Mikrotom)? Weiter rätsele ich gerade, was Du mit 3 Schnittebenen meinst - kannst Du mir bitte auf die Sprünge helfen? Werde mir schon einmal heute oder morgen Vergleichsmaterials besorgen - bin schon sehr gespannt, da ich noch nie Holz mikroskopiert habe.

Gruß, Andreas

Offline Wolfgang D.

  • Beiträge: 280
Re: Substratbestimmung: Fichte oder Weißtanne?
« Antwort #2 am: 4. Juni 2009, 11:48 »
Hallo Andreas,

Picea und Abies sind mikroanatomisch normalerweise recht gut unterscheidbar (Harzkanäle, Tracheiden), durchaus auch noch bei fortgeschrittenem Zersetzungsgrad.
Führe sehr dünne Schnitte durch die drei Schnittebenen und vergleiche:
- am besten "real" mit einem sicher bestimmten Vergleichsmaterial
- oder "virtuell" mit den diversen Schlüsseln zur Holzbestimmung, die man auch online findet, z. B.
http://www.woodanatomy.ch/
http://www.holzanatomie.at

Viel Erfolg,

Wolfgang

AK_CCM

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Substratbestimmung: Fichte oder Weißtanne?
« Antwort #1 am: 3. Juni 2009, 11:46 »
Hallo Pilzfreunde,

über Pfingsten hatte ich das Glück, im Nationalpark Bayerischer Wald 2 Fruchtkörper der Rundsporigen Lorchel (Pseudorhizina sphaerospora) abzulichten und zu studieren. In meiner Dokumntation möchte ich auch das Substrat festhalten. Doch der umgestürzte Stamm befindet sich in der späten Optimalphase der Vermorschung und ist oben mit Moosen, Adlerfarn und Sauerklee bewachsen - kurz und knapp: Anhand der Rindenfragmente war uns keine Bestimmung möglich. Habe mir dennoch einen Aststummel aus dem morschen Holz herausgedreht und mitgenommen, der mir noch recht fest und stabil erschien.

Wie gehe ich jetzt am besten vor?

Derweil widme ich mich den Moosen...

Gruß, Andreas