Autor Thema: Haareis – nicht auf Holz, sondern auch auf Pilzen!  (Gelesen 599 mal)

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Offline abeja

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Re: Haareis – nicht auf Holz, sondern auch auf Pilzen!
« Antwort #3 am: 2. Dezember 2020, 20:38 »
Hallo Rika,

sowohl Haare, Bänder als auch Nadeln aus Eis verstecken sich vor mir. Leider noch nie gefunden (subtropisch hier ... hahaha - nee, auch nicht immer) ... vermutlich wäre ich dann genauso überrascht gewesen!

Interessante Impressionen!

FG, abeja

Offline UmUlmHerum

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Re: Haareis – Bandeis
« Antwort #2 am: 30. November 2020, 20:51 »
Hallo miteinander!

Durch Tipps von zwei Naturfreunden wurde ich darauf hingewiesen, dass die Gebilde auf den Pflanzenstängel "Bandeis" heißen und sich in der Entstehung physikalisch wohl von Haareis unterscheiden. Bandeis ist wie ein Film oder eine Folie, also eine ± 2-dimensionale, flächige Angelegenheit, während Haareis wirklich aus einzelnen Haaren besteht. 

Sehr interessant dazu ist folgende Veröffentlichung von der Uni Bern, in der Band- und Kammeis auch erwähnt werden:
https://wagnerger.ch/daten/haareis4.pdf

Viele Grüße – Rika

Offline UmUlmHerum

  • Beiträge: 214
Haareis – nicht auf Holz, sondern auch auf Pilzen!
« Antwort #1 am: 29. November 2020, 21:56 »
Hallo miteinander!

Diese letzten Tage war ja wieder typisches Haareis-Wetter: um die Null Grad und neblig = an die 100% Luftfeuchtigkeit. Heute war ich im Wald unterwegs und sah zum ersten Mal Haareis NICHT auf (morschem) Totholz, sondern an verschiedenen Pflanzenstängeln und auf maroden Pilzen! Damit ist eine der Entstehungstheorien von Haareis (nämlich dass die Rosagetönte Gallertkruste (Exediopsis effusa) ein Molekül ins Holz absondern würde, das feste Eisbildung verhindern sollte, siehe https://www.faz.net/aktuell/wissen/physik-mehr/raetsel-um-haareis-bildung-auf-totem-holz-geloest-13903182.html) wohl hinfällig. Es genügt anscheinend, wenn ein mit Wasser vollgesogenes, irgendwie poröses Material vorliegt. Oder sollte Exediopsis effusa auch auf Waldmeister, Kratzdistel und vergoldschimmelten Rotfüßen vorkommen? Glaub´ ich ja nicht...

Ich denke, dass sich das Wasser in "porösen Gewebe" bei den Temperaturen zwischen 4°C und 0°C während des Einfrierens (größeres Volumen) nach außen schiebt. Wie war das? Bei 4°C hat Wasser die größte Dichte, also das kleinste (spez.) Volumen. Wenn es weiter abkühlt, braucht es mehr Raum, tritt bei Haareisbildung also aus feinen Poren nach außen, wo es sogleich gefriert. Von innen wird weiter nachgeschoben usw.

Wunderschöne Formen (leider war recht bald der Kamera-Akku leer)! Hierzu ein paar Bilder, auf Waldmeister, auf einer (Acker-?) Kratzdistel, siehe unten. Bei dem Haareis auf Pilzen dachte ich ja zuerst an Kammeis, stellte dann aber fest, dass sich unter den Eiskristallen Pilze befanden! Am Häufigsten wuchs es auf alten, von Goldschimmel befallenen Rotfuß-Röhrlingen, aber auch auf nicht verschimmelten Lamellenpilzen, ich vermute irgendwelche Cortinarien, siehe noch weiter unten.

Kommentare willkommen!

Viele Grüße – Rika