Autor Thema: Gilt die Täublingsregel auch für Milchlinge?  (Gelesen 122 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Re: Gilt die Täublingsregel auch für Milchlinge?
« Antwort #3 am: 2. November 2020, 20:17 »
Danke für die ausführliche Antwort, das macht die ganze Sache viel klarer  :)

Den Maggipilz kannte ich noch nicht, das ist ein guter Tipp!
Und bei der Täublingsregel hatte ich auch schon öfters Probleme damit, dass man bei Wanderungen meist nur einen "Schuss" frei hat  ;D

Offline Christoph

  • Administrator
  • *****
  • Beiträge: 2.396
  • Präsident
    • BMG e.V.
Re: Gilt die Täublingsregel auch für Milchlinge?
« Antwort #2 am: 1. November 2020, 14:19 »
Lieber Knollenröhrentäubling,

die Täublingsregel gilt nicht für Milchlinge, denn der Maggipilz (= Bruchreizker = Lactarius helvus) schmeckt mild, ist aber dennoch giftig.

Dass man scharfe Milchlinge durch Silieren essbar machen kann, stimmt aber natürlich - abgesehen von, wie du schon schreibst, Lactarius turpis (Olivbrauner Milching = Tannenreizker = Mordsschwamm), da er auch siliert krebserrgend ist.

Die Aussage, dass fast alle mild schmeckenden, weiß milchenden Milchlinge essbar sind, stimmt, wobei aber die meisten scharf schmecken. Der Buchreizker hat eine farblos-wässrige "Milch". Und zum "meist" oder "fast" - kaum jemand isst andere Milchlinge als die Klassiker, so bei den weiß milchenden Milchbrätlinge i.w.S. oder den Mohrenkopf. Schon beim Lärchenmilchling, der mir gut schmeckt, scheuen viele zurück. Kurz gesagt: zu wenige Stichproben, um sicher zu sein, dass es nicht doch irgendeinen weißmilchenden milden gibt, der doch Probleme machen könnte. Daher wohl die Abischerung in der Formulierung.

Ich finde aber auch schon die Täublingsregel etwas kritisch. Man sollte m.M.n. erst die Art bestimmen, denn dann kann man mit der Täublingsregel vor dem verzehr nochmal überprüfen, ob man sich nicht unangenehm geirrt hat bei der Bestimmung. Würde man in unbekannte Täublinge oder Milchlinge beißen, würde bald die Zunge dermaßen brennen, dass danach auch milde scharf wirken. Und wer mal in einen wirklich scharfen Milchling gebissen hat, wird sich das in Zukunft zweimal überreden. Da kommen die Täublinge nicht mit. Bei Milchlingen kann es richtig tief in den Hals ziehen, wirkt dann bitter-harzig-kratzig wie bei Halsschmerzen, nur plus unangenehmem Geschmack.

Also: erst die Art bestimmen, dann nachlesen, ob essbar und erst dann den Geschmack testen (und ausspucken logischerweise). ;-)

Liebe Grüße,
Christoph
Argentum atque aurum facile est laenamque togamque mittere, boletos mittere difficile est
(Silber und Gold, Mantel und Toga kann man leicht verschenken, schwer ist es aber, auf Pilze zu verzichten - Spruch von Martial)

Gilt die Täublingsregel auch für Milchlinge?
« Antwort #1 am: 30. Oktober 2020, 19:24 »
Grüß Gott allerseits,

heute hat mich meine Frau verwirrt: Sie meint, dass die allseits bekannte Täublingsregel auch für weißmilchende Milchlinge gilt. Das heisst, dass milde Milchlinge essbar und scharfe Milchlinge ungenießbar sind, aber sich silieren lassen, weil es bei den Milchlingen abgesehen vom olivbraunen Milchling keine gefährlich giftigen Sorten gibt...
stimmt das bzw. gibt es zu dieser Regel Ausnahmen?

Gefunden habe ich dazu lediglich einen Kommentar bei 123Pilze "Alle weißmilchenden Milchlinge, die mild schmecken, sind meist essbar und teils sehr gute Speisepilze!" Jetzt bin ich etwas verwirrt: Gilt jetzt "Alle" oder "meist"    ??? ?

Liebe Grüße



« Letzte Änderung: 30. Oktober 2020, 19:40 von Knollenröhrentäubling »