Autor Thema: Sind das violette Rötelritterlinge?  (Gelesen 163 mal)

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Offline Christoph

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Re: Sind das violette Rötelritterlinge?
« Antwort #4 am: 28. Oktober 2020, 21:34 »
Servus Knollenröhrentäubling,

ein weiteres gutes Erkennungsmerkmal von Lepista nuda ist der Umstand, dass man ohne Schwierigkeiten die Lamellen komplett vom Hutfleisch ablösen kann. Das geht auch bei anderen Lepista-Arten, auch beim Nebengrauen Trichterling und bei manchen Tellerlingen, nicht aber bei Schleierlingen. Nach dem Ablösen der Lamellen riecht der Finger dann lange nach Multivitaminsaft.

Die Stielspitze auch mit einer Lupe genauer anzusehen, lohnt sich zudem, da man bei den violetten Schleierlingen (mit fleischigem Habitus) zumindest mit Lupe die Cortina sehen sollte. Rötelritterlinge sind nackt, haben gar keine Hüllen. Aber das hatte abeja bereits geschrieben.

Die Lamellen des Violetten Rötelritterlings bekommen im Alter gerne einen fleischbräunlichen Touch, weil das Sporenpulver hier doch etwas überfärbt, bei Schleierlingen wäre es aber ein rostbrauner Ton.

Und klar, frag, was du fragen willst, nur zu!

Liebe Grüße,
Christoph
Argentum atque aurum facile est laenamque togamque mittere, boletos mittere difficile est
(Silber und Gold, Mantel und Toga kann man leicht verschenken, schwer ist es aber, auf Pilze zu verzichten - Spruch von Martial)

Re: Sind das violette Rötelritterlinge?
« Antwort #3 am: 27. Oktober 2020, 21:15 »
Hallo,
erstmal danke für die ausführliche Antwort!

Den Sporenabdruck habe ich an einem sehr jungen und danach an einem mittelalten Exemplar versucht, beide auf einer Plastikfolie und unter einem kleinen Becher. Vielleicht war der mittelalte schon zu trocken gewesen, sobald ich wieder welche finde versuche ich es mit einem frischen Exemplar.
Liebe Grüße

Offline abeja

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Re: Sind das violette Rötelritterlinge?
« Antwort #2 am: 27. Oktober 2020, 20:05 »
Hallo,
das ist eindeutig Lepista nuda (aber das ist keine Verzehrfreigabe), Farben, Formen und Geruch stimmen gut überein.
Wie hast du denn versucht, den Sporenabdruck zu nehmen? Es empfiehlt sich, den Pilz dafür etwas abzudecken, z.B. ein Plastikschüsselchen darüber. Der Pilz sollte dafür auch nicht komplett ausgetrocknet sein und auch nicht ein "Baby" sein.
Ich selbst habe allerdings auch schon mal Probleme mit dem Aussporenlassen (von Täublingen) im Sommer, weil es da bei mir in der Wohnung zu warm ist und draußen auf dem Balkon tagsüber auch. Erst wenn das Wetter etwas kühler ist, klappt das wieder prima.

Zu Verwechslung mit violettfarbigen Schleierlingen (Cortinarius). Die Schleierlinge heißen ja so, weil sie einen Schleier (Cortina) haben. Vor allem bei jungen Pilzen sieht man davon deutliche Reste am Hutrand, später sieht man zumindest Reste am Stiel. In diesen Schleierresten verfängt sich dann auch ganz gerne das braune Sporenpulver der Cortinarien. Auch wenn viele Schleierlinge zuerst violette Lamellen haben, sieht man recht schnell bräunliche Anhaftungen vom Sporenpulver, später sind die Lamellen ganz braun.

Lepista dagegen hat überhaupt kein Velum, so dass man da auch keine Reste sehen kann. Typisch für Lepista ist auch noch, dass man die Lamellen ganz leicht vom Hutfleisch ablösen kann, übrig bleibt eine schöne glatte Fläche.
Die Lamellen verfärben sich nie ins Bräunliche, weil das Sporenpulver sehr hell ist (ev. leicht "rosalich" - dafür muss man manchmal aber das Pulver etwas zusammenschieben).
Die Hutoberfläche allerdings bleibt nicht immer so schön violett, die kann auch ganz bräunlich werden (vor allem bei Feuchtigkeit und Alterung).
Lepista nuda kann man eigentlich ansonsten nur mit ähnlichen Lepista-Arten verwechseln, die aber auch alle essbar wären.
(O.k. es gibt auch kleine violette Rötlinge und violette Lacktrichterlinge, aber die sind ja alle vom Habitus anders.)

FG, abeja

PS.: So ein Forum ist ja dafür da, Fragen zu stellen.  ;)

« Letzte Änderung: 27. Oktober 2020, 20:09 von abeja »

Sind das violette Rötelritterlinge?
« Antwort #1 am: 27. Oktober 2020, 09:17 »
Grüß Gott an alle,

jetzt wird es mir langsam peinlich, immer neue Themen hier im Forum zu beginnen, aber bei euch habe ich wirklich gute Antworten erhalten und konnte dadurch mein Wissen etwas erweitern-- und auch ein paar neue Speisepilze kennenlernen  :)

Worum es mir heute geht: Momentan finde ich im im Wald des Öfteren lila Pilze (meist mehrere, gerne in angedeuteten Hexenringen), die ich für Violette Rötelritterlinge halte. Wann kann ich sicher sein, diesen vor mir zu haben und nicht z.B. den lila Dickfuß?  Und gibt es auch gefährlich giftige Doppelgänger (ich habe keine möglichen gefunden, aber vorsichtshalber frage ich lieber nochmal..)?
Zum Pilz: Der fotografierte ist  noch sehr klein, die meisten waren ca. 5-8 cm breit (Hut). Ich habe mehrmals versucht, einen Sporenpulverabdruck anzufertigen, aber auch nach 1-2 Tagen Warten war auf der Folie absolut nichts mit bloßem Auge zu sehen  :(
Der Geruch ist ganz angenehm, parfumartig würde schon passen, auch der Multivitamingeruch beim Zerreiben könnte passen.

Falls noch weitere Fragen aufkommen, versuche ich diese möglichst genau zu beantworten
« Letzte Änderung: 27. Oktober 2020, 16:33 von Knollenröhrentäubling »