Autor Thema: Sicheres Erkennen des Samtfußkremplings  (Gelesen 238 mal)

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Offline abeja

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Re: Sicheres Erkennen des Samtfußkremplings
« Antwort #4 am: 20. September 2020, 20:00 »
Hallo,
auch die nicht-samtfüßigen Kremplinge haben ablösbare Lamellen, aber nur der Samtfußkrempling hat "Samt" am Stiel.
Wenn der Pilz jedoch uralt und feucht ist (hatte ich einmal), dann sieht man da nur noch eine dunklere undefinierbare Schicht. Aber in diesem Zustand wäre er ja nicht mehr für Küchenexperimente nutzbar.

FG, abeja

Re: Sicheres Erkennen des Samtfußkremplings
« Antwort #3 am: 19. September 2020, 21:43 »
Guten Abend Christoph,
vielen Dank für die so rasche und freundliche Antwort, das hat mich jetzt wirklich überrascht  :)

Das mit den als ganzes ablösbaren Lamellen ist ein guter Tipp, darauf werde ich achten.
Noch eine Frage (aus Interesse) zur Unterscheidung speziell von anderen Kremplingsarten: Beim kahlen Krempling (oder auch dem Erlenkrempling und dem großen Krempling) kann man die Lamellen auch als ganzes ablösen, oder ist das nur beim Samtfußkrempling der Fall? Und können die anderen Kremplinge auch braunen Samt am Stiel haben?

Liebe Grüße

Offline Christoph

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Re: Sicheres Erkennen des Samtfußkremplings
« Antwort #2 am: 19. September 2020, 20:48 »
Servus Knollenröhrlingstäubling,

erstmal herzlich Willkommen hier im Forum  :).

Samtfußkemplinge sind in der tat leicht kenntlich. Es hängt aber davon ab, wieviel Vorkenntnisse man hat. Bei 20 Jahren Sammelerfahrung hängt es auch davon ab, was an 20 Jahre lang gesamelt hat (und wie genau man auch bei Arten, die man kennt, auf manche Details zu achten lernt, die hier für eine Bestimmung nicht nötig sind).

Kurz gesagt - virtuell über das Internet fällt es schwer, etwas als unverwechselbar zu bezeichnen. Man erlebt im Bereich der Notfalldiagnostik so Vieles, dass man an Unverwechselbarkeit nicht mehr glauben kann (bis hin ui Verwechslungen von Röhrlingen mit Lamellenpilzen).

Was beim Samtfußkrempling noch auffällt: man kann (bei nicht zu schwammig-wässrigen Exemplaren) die Lamellen als ganze Schicht ablösen. Die Lamellen flecken zudem auf Druck, wenn auch viel schwächer als beim Kahlen Krempling.
Das Wachstum an Holz ist nicht ausschlaggebend, da auch z. B. der Kahle Krempling an Holz wachsen kann (obwohl er mit Bäumen in Symbiose lebt).

Die Kombination aus dem eingerolltern Hutrand, meist exzentrischem Stiel, blass cremefarbenen bis hell holzfarbenen (blasses Holz) Lamellen, die weit am Stiel herablaufen und als Ganzes ablösbar sind und zudem auf Druck schwach, aber erkennbar flecken mit dem komplett samtigen Stiel und - klar - auch dem wachstum an Holz (und dem hellbraunen Sporenpulver, das die meisten Sammler nicht prüfen) kommt man klar zum Samtfußkrempling.
Sollte der Samtfupkrempling auffallende Violetttöne am Stiel zeigen, käme noch Tapinella polychroa in Frage, die aber in Mitteleuropa noch nicht nachgewiesen wurde (so viel wie gesagt zur Unverwechselbarkeit).

Ich habe den "veganen Kremplings-Wurstsalat" schon probiert (er wurde mir zum Kosten angeboten).  Mein eigenes Urteil: kann man durchaus essen, aber ist nicht gerade geschmakcsintensiv, mehr Konsistenz als Geschmack. Mir wäre der Aufwand, den Samtfußkrempling geschmacklos zu kochen, zu groß. Und normal zubereitet (habe ich aus Neugierde einmal probiert) ist er eine Katastrophe.

Liebe Grüße,
Christoph
Argentum atque aurum facile est laenamque togamque mittere, boletos mittere difficile est
(Silber und Gold, Mantel und Toga kann man leicht verschenken, schwer ist es aber, auf Pilze zu verzichten - Spruch von Martial)

Sicheres Erkennen des Samtfußkremplings
« Antwort #1 am: 19. September 2020, 20:27 »
Ein herzliches Grüß Gott,

ich habe eine Frage an die Pilzexperten in diesem Forum:
(Nur vorneweg, ich sammle seit 20 Jahren Pilze und bin vorsichtig. Aber ich kenne keineswegs alle Pilze, und möchte logischerweise nur sammeln, was ich wirklich sicher bestimmen kann, und wovon ich giftige Doppelgänger wirklich sicher unterscheiden kann)


In meiner Gegend (Trostberg in Oberbayern) wachsen recht häufig Samtfuß-Holzkremplinge. Bisher habe ich sie nie gesammelt, nur per Pilzbuch bestimmt, und kenne auch leider niemanden, der sie schon einmal gesammelt hätte und mir genauere Auskunft zu ihnen geben könnte. Daher habe ich sie immer gemieden, würde sie aber gerne einmal als Wurstsalat testen.
Wenn sie nun das eindeutige Aussehen haben (der einfarbig hellbraune Hut mit Krempe, Lamellen weiß-gelb, am Stiel etwas herablaufend, Stiel mit kräftig kuhbraunem Samt bezogen, keine Manschette), also genau so wie auf meinem Foto, und an Totholz wachsen. Cremegelbes Fleisch, säuerlicher Geruch, Sporenpulver hellbraun. Wenn all diese Kriterien EINWANDFREI stimmen, gibt es dann noch eine Verwechslungsmöglichkeit mit irgendwelchen Doppelgängern?