Autor Thema: unerwartete Pilzgesellschaft auf Rotbuche!  (Gelesen 166 mal)

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Offline Werner E.

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Re: unerwartete Pilzgesellschaft auf Rotbuche!
« Antwort #3 am: 11. September 2020, 21:17 »
GriasDi Christian,
H. Ostrow hatte P. centrifuga im letzten Jahr bei der BMG Tagung in Unterfranken an Buche und Pablo Schäfer erzählte im Eu-Forum von Buchenfunden am Rhein.
An liabn Gruaß,
Werner

Offline Peter

  • Beiträge: 1.447
  • DGfM-Landeskoordinator BY Kartierung/Naturschutz
    • Pilzteam Bayern
Re: unerwartete Pilzgesellschaft auf Rotbuche!
« Antwort #2 am: 10. September 2020, 11:02 »
Hallo Christian,

von 45 bayerischen Nachweisen sind 4 auf Fagus, der Rest auf Picea/Abies +/- gleich verteilt.

Die überwiegende Zahl der Funde stammt aus naturnahen Wäldern, NWR, NSG, NP.
Das schliesst natürlich nicht aus, dass auch noch ein paar Nischen in Wirtschaftswäldern existieren, wenn dort Starkholz verotten darf. Ich kenne einen Standort in der Freisinger Plantage, einem alten Forstgebiet. Aber auch dort liegt etwas Starkholz herum.

NNZ bleibt er trotzdem ;)

Vielleicht kannst du euren Föster motivieren, dass er das "hiebsreife" Gebiet etwas schont.

Schöne Grüße aus dem Bayerwald, Peter
"Seit Millionen Jahren haben unzählige Organismen auf unserer Erde gelernt, im Einklang mit der Natur zu leben. Es gibt nur eine Ausnahme: Der Mensch."

Offline Älbler

  • Beiträge: 84
unerwartete Pilzgesellschaft auf Rotbuche!
« Antwort #1 am: 9. September 2020, 19:02 »
Liebe Pilzfreunde,

ich wollte es erst gar nicht glauben, aber auf einem Buchenstamm in der frühen Finalphase der Vermorschung, wuchsen der Heidelbeer-Kammpilz (Phlebia centrifuga) und der Starkriechende Kammpilz (Phlebia nothofagi) auf engem Raum zusammen!

Im Tintling Nr. 117 stellt Wolfgang Peltz einen Fund des Heidelbeer-Kammpilzes aus Rheinland-Pfalz in einem Laub-Mischwald der Oberrheinischen Tiefebene vor. Er fand ihn dort auf verschiedenen Laubholzarten.

Mein Fund stammt aus einem Haargersten-Buchenwald bei Ehingen (Donau) mit eingestreuten Fichten auf ca. 660 m ü. NN. Es war ein normaler Wirtschaftswald mit hiebsreifen Buchen in weitem Stand. Dazwischen dichter Buchenjungwuchs. Der Buchenstamm hatte gut 40 cm im Durchmesser und lag in einer flachen Senke.

Gibt es Neues zur Habitatpreverenz von Phlebia centrifuga? Bisher galt die Art als Naturnähezeiger für montane Nadelwälder! An dem oben beschriebenen Standort dürfte er doch gar nicht vorkommen!

Viele Grüße aus Ehingen
Christian