Autor Thema: Leccinellum pseudoscaber  (Gelesen 249 mal)

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Offline Schorsch

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Re: Leccinellum pseudoscaber
« Antwort #6 am: 30. August 2020, 23:34 »
Danke Christoph,
ich hab auf jeden Fall die eine Hälfte herbarisiert, falls sich jemand damit beschäftigen will.
Inwieweit die Farbvarietät von Belang ist, vermag ich ohnehin nicht zu beurteilen.
Immerhin war es Anlass mich genauer mit Leccinum zu beschäftigen und weiß jetzt weniger als zuvor.  :)
Ich habe ihn jetzt unter L. pseudoscaber (helle Form) abgelegt und damit werde es dabei belassen.
Um mir eine fundierte Meinung zu bilden, müsste ich schon viel mehr von diesen Dingern gesehen haben.
Röhrlingsbestimmung ist doch noch viel komplexer als ich es eh schon empfunden habe.
Liebe Grüße Schorsch
Frei di, dass regnt, wei wannst di ned freist, regnts aa.
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Offline Christoph

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Re: Leccinellum pseudoscabrum
« Antwort #5 am: 30. August 2020, 23:18 »
Servus Schorsch,

das ist die Crux mit Einzelfruchtkörpern anstatt von Kollektionen. So sieht man nicht, ob es durch Ausblassen oder von allein zum hellen Hut kam. Ausblassen - dann würde ich aber erwarten, dass der Pilz schon äußerlich am Hutrand schwärzt, denn das macht der Hainbuchenröhrling, wenn zu stark die Sonne auf ihn einstrahlt.

Für mich entspricht das dem, was als forma isabellinum bezeichnet wird. Nicht nur wegen der Farbe, sondern auch wegen des wenig runzeligen Hutes.

Man muss wohl abwarten, bis mehr Kollektionen sequenzieret wurden. Ist der Hut auffallend dunkel, schwarzbraun, aber wenig runzelig, dann muss man an Leccinellum pseudoscabrum var. brunneobadium denken. Warum ich das schreibe? Weil für mich die fm. isabellinum eher eine hellhütige Form dieser Varietät ist als vom Hainbuchenröhrling im engen Sinn. Vielleicht können auch beide Varietäten hellhütig sein... die HDS sollte man dann mal näher prüfen, um zu schauen, wie viele Hyphen aus langegestreckten Zellen in der HDS eingestreut sind.

Liebe Grüße,
Christoph
Argentum atque aurum facile est laenamque togamque mittere, boletos mittere difficile est
(Silber und Gold, Mantel und Toga kann man leicht verschenken, schwer ist es aber, auf Pilze zu verzichten - Spruch von Martial)

Offline Schorsch

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Re: Leccinellum pseudoscaber
« Antwort #4 am: 22. August 2020, 08:26 »
Lieber Hias,
vielen Dank für Deine Einschätzung.
Auch den anderen Mitleser*innen möchte ich die Mitteilung von Helga Marxmüller, die ja als Künstlerin und Russula-Spezialistin ein besonderes Auge für Farben hat, nicht vorenthalten. Sie schrieb mir:
"Ein sehr schöner Pilz. Wenn ich den malen müsste,  dann würde ich nicht ocker nehmen,  denn das ist zu sehr (weitläufig ) mit Gelb verwandt. Hier aber ist es ein stark ausgeblasstes Braun ohne Gelbton, Siena gebrannt oder grüne Erde gebrannt mit viel Deckweiß drinnen. Wahrscheinlich war er ursprünglich braun, bzw. bräunlich und ist durch die Sonne ausgeblasst. Isabellfarben kannst Du das durchaus nennen, denn das weiß sowieso niemand, was das genau für eine Farbe ist."
Wenn ich den Hut mit ACDSee abtaste und den RGB-Farbraum betrachte, bin ich bei im Schnitt 195/195/195, was eher Grau als Braun entspricht, auch wenn das Auge mir was anderes sagt.
Liebe Grüße vom Isarschwammerl
« Letzte Änderung: 22. August 2020, 08:29 von Schorsch »
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Offline Hias

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Re: Leccinellum pseudoscaber
« Antwort #3 am: 22. August 2020, 07:59 »
Servus Schorsch,

ich würde die Farbe, so wie ich sie auf meinem Bildschirm sehe, als cremegrau oder elfenbeinfarben bezeichnen.
In der Flora Agaricina Neerlandica (7) ist eine Kollektion mit ähnlichen Farbtönen, aber etwas dunkler als deine abgebildet. Auch bei Munoz (FE2) sind recht helle Kollektionen drin, aber alle entweder dunkler oder mit stärkerem Gelbanteil als bei deinem. Jedenfalls sieht man an den vielen Fotos, dass die Art recht farbvariabel ist und im Alter stark zum Verblassen neigt.
Ich hatte kürzlich auch L. pseudoscabrum im Forstenrieder Park, aber junge Fk, die nicht in der Sonne standen - die waren richtig satt schokoladenbraun.
Du kannst ja mal beobachten, ob an der Stelle mal junge Fruchtkörper mit ähnlich blassen Farben auftauchen. Dann wäre die Bezeichnung als forma isabellinum vielleicht sinnvoll.

Liebe Grüße
Hias

Offline abeja

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Re: Leccinellum pseudoscaber
« Antwort #2 am: 20. August 2020, 20:19 »
Hallo Schorsch,
eine Einschätzung, ob der Pilz "normal" ist oder der hellen Form zuzuordnen wäre?
Oder eine Einschätzung, was unter isabellfarben zu verstehen ist ?

Der Pilz ist m.M. nach heller als ein "normaler" L.ps.

Wäre der Pilz ein Hund, dann wäre mit "isabellfarben" so etwas gemeint  ;D:
Fellfarben

Hübsch, nicht wahr ?

https://en.wikipedia.org/wiki/Isabelline_(colour)
Irgendwie "schmutzig-weiß" bis "Light grayish orange"
https://www.colorhexa.com/f4f0ec

FG, abeja
« Letzte Änderung: 20. August 2020, 20:21 von abeja »

Offline Schorsch

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Leccinellum pseudoscaber
« Antwort #1 am: 20. August 2020, 13:08 »
Servus aus München,
auf einer parkähnlichen Wiese im Münchner Süden habe ich einen Pilz gefunden, den ich als Hainbuchen-Raufußröhrling bestimmt habe. Jetzt geht es aber um die Beschreibung der Farbe. Da gehen jetzt die Meinungen auseinander. Auf dem Bild wird die Farbe ziemlich naturgetreu wiedergegeben, abhängig natürlich vom Bildschirm, auf welchem es betrachtet wird.
Würdet Ihr die Farbe als isabellfarben, hellocker oder ganz anders beschreiben? Bei Miksik (Hribovité Houby Evropy, 2017, S. 400 ff.) werden Pseudoscaber mit Hutfarben von hellocker bis dunkelbraun abgebildet, dazu noch ein fast weißer als Leccinellum pseudoscaber f. isabellinum. Was Farben betrifft bin ich grad ziemlich verunsichert. Isabell: Bei Séguy ist es ein pastellfarbenes Orange (203), bei Kornerup wird es (4D7) als schmutziggelb, kackfarben beschrieben, welches ich aber in der entsprechenden Tabelle eher bei olivbraun eingeordnet hätte. Alles dunkler als mein Pilzchen. Dessen Farbe hätte ich als hellocker beschrieben. Ich füge noch die entsprechende Seite aus Miksik bei. Wie ist Eure Einschätzung?
Liebe Grüße Schorsch







« Letzte Änderung: 20. August 2020, 13:11 von Schorsch »
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