Autor Thema: Corona und die Auswirkungen auf uns  (Gelesen 669 mal)

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Offline Christoph

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Corona und die Auswirkungen auf uns
« Antwort #1 am: 20. März 2020, 15:00 »
Liebe Pilzfreundinnen und Pilzfreunde,

heute wurde es bekannt gegeben - Ausgangsbeschränkungen in Bayern. Wenn wir es schaffen, den Kontakt zu Mitmenschen zu reduzieren, dann reduzieren wir auch die Ansteckungsquote und senken damit auf Dauer die im Moment exponentiell ansteigende Kurve der Zahl der Erkrankten.

Zum Glück ist es aber weiterhin möglich, Spaziergänge zu machen oder in den Wald zu gehen. Nur eben nicht in Gruppen, sondern allein (oder innerhalb der Familie). Gerade wir wissen, wie positiv sich ein Waldspaziergang auf die Psyche - aber auch auf das Immunsystem - auswirkt. Nutzen wir also die Chance.

Die Alltagssorgen, die Viele jetzt haben (der wirtschaftliche Kollaps als Begleiterscheinung trifft viele), werden dadurch nicht weniger, natürlich. Aber ich hoffe, dass unsere Affinität zur Natur und unsere Liebe zum Wald uns allen hilft, ab und zu einen klaren Kopf zu bekommen.

Die große Bitte ist aber natürlich: Nehmt bitte alle die erlassenen Regeln ernst. Würden sich alle auf Mindestabstände freiwillig einlassen und auf Treffen und Gruppenbildung verzichten, wäre eine Ausgangsbeschränkung gar nicht nötig. Jetzt ist es aber passiert. Ich hoffe, dass wir jetzt umso mehr einen Waldspaziergang genießen können und froh sind, nicht wirklich völlig auf die Wohnung reduziert zu sein.

Pilzexkursionen also bitte allein - ist die Krise überstanden, können wir wieder gemeinsam auf Pilzpirsch gehen. Im Moment ist das aber eben nicht möglich.

Vielleicht können wir aber über die digitalen Kanäle (wie auch hier das Forum) eine gewisse Gemeinschaft spüren - man kann ja virtuell andere mit auf den Spaziergang nehmen, wenn man Fotos davon zeigt.

Jetzt war ich selber sehr deutlich abwesend hier - in meinem Fall war es z.B. die Mycologia Bavarica (ist jetzt fertig, ist gedruckt und wird verschickt) und Buchprojekte, vor allem aber berufliche Belastung der Grund. Man hat immer Phasen, in denen man mehr und Phasen, in denen man weniger Zeit hat. Das geht uns ja allen so. Aber ab und zu kann man auch hier vorbeischauen und mitlesen und sich eben mitnehmen lassen.
Ich habe jetzt fast rund um die Uhr zuhause am Computer gearbeitet (Vorbereitung von digitalen Lehrmaterial für meine Schülerinnen und Schüler, E-Mails beantworten, Telefonieren - ganz ohne persönlichem Kontakt kann man nur schwer Wissen vermitteln) und kam leider gar nicht mehr raus - außer kurze Gassigänge mit dem Hund.

Heute aber gehe ich ganz bewusst raus in den Wald, nehme mir die Zeit. Und falls ich was interessantes finden sollte, werde ich das hier auch vorzeigen und so andere mitnehmen, die virtuell mitgehen wollen.

Ich wünsche euch allen Durchhaltevermögen und hoffe inständig, dass uns Verhältnisse wie im Nachbarland Italien erspart bleiben. Die Bilder aus Italien sind erschütternd. Ich drücke allen die Daumen, auch in Italien, Frankreich, der Schweiz und in allen anderen Ländern, dass wir die Pandemie in den Griff bekommen  und auch daraus lernen.
Ein positiver Nebeneffekt - und das soll nicht zynisch klingen, so ist es nicht gemeint - die Natur atmet etwas auf. CO2-Emissionen gehen runter, die Umweltverschmutzung geht zurück - wird der Mensch gestoppt, erholt sich die Natur. Ideal wäre es, wenn wir nicht gestoppt werden müssten, um der Natur eine Atempause zu geben, sondern wir einen Weg finden, statt immer mehr, immer weiter, immer Wachstum eben auf Nachhaltigkeit umzusteigen.

Jetzt aber heißt es ganz banal hier vor Ort lokal die Natur zu genießen. Morgen soll das Wetter ja umschlagen.

In diesem Sinne liebe Grüße an alle hier und bleibt gesund (oder werdet wieder gesund!),
Christoph
Argentum atque aurum facile est laenamque togamque mittere, boletos mittere difficile est
(Silber und Gold, Mantel und Toga kann man leicht verschenken, schwer ist es aber, auf Pilze zu verzichten - Spruch von Martial)