Autor Thema: seltsamer mycenoider Pilz von der Wacholderheide  (Gelesen 610 mal)

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Offline Felli

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Re: seltsamer mycenoider Pilz von der Wacholderheide
« Antwort #6 am: 13. November 2019, 19:48 »
Servus,
dann muß ich auch mal so was anschauen ::)
Grüße
Felli

Offline Der Juergen

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Re: seltsamer mycenoider Pilz von der Wacholderheide
« Antwort #5 am: 13. November 2019, 10:43 »
Hallo zusammen,

es handelt sich um eine Mycena. Anbei die Fotos der Stielhauthyphen mit den typischen Auswüchsen. Die Cheilos konnte ich nicht sichtbar machen, keine Ahnung warum, die sollten ja bei Mycena pseudopicta zahlreich (Schneide steril) und relativ groß sein (20-30 µm lang) - vielleicht kollabiert oder schon frostgeschädigt. Die Lamellentrama war übrigens leicht dextrinoid. Makroskopisch passt M. pseudopicta sehr gut, auch die ökologischen Ansprüche. Wird also eine cf.-Bestimmung. Mir ist dieser Helmling mehrfach schon auf Wacholderheiden aufgefallen.

Grüßle
Jürgen

Offline Der Juergen

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Re: seltsamer mycenoider Pilz von der Wacholderheide
« Antwort #4 am: 12. November 2019, 18:07 »
Servus Bernd und Gernot,

vielen Dank für eure Einschätzungen und Tipps! Camarophyllopsis hatte ich als eine der ersten Optionen schon abgecheckt, aber da passte schon nicht die Huthaut. Mycena pseudopicta war auch schon in der engeren Wahl, leider hatte ich die typischen Cheilos nicht finden können und war dann wieder am Zweifeln. Ich werde mir die Exsikkate nochmal vornehmen und nach Zystiden fahnden. Wenn ich fündig werden, melde ich mich nochmal.

mit besten Grüßen
Jürgen
« Letzte Änderung: 12. November 2019, 18:11 von Der Juergen »

Offline Gernot

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Re: seltsamer mycenoider Pilz von der Wacholderheide
« Antwort #3 am: 12. November 2019, 12:18 »
Hallo, Jürgen,

die Lamellenschneiden erscheinen etwas weißlich beflockt, weshalb es mich verwundert, dass du keine Cheilozystiden beobachten konntest. Ist die Schneide denn wirklich durchgehend fertil? Vielleicht könntest du das Vorhandensein der Zystiden doch nochmals überprüfen. Ist die Lamellentrama dextrinoid? Das wäre ein weiteres wichtiges Merkmal zur Absicherung der Gattung.

Die Kombination von bogig herablaufenden Lamellen, zweisporigen Basidien, fehlenden Schnallen und Vorkommen an einem trockenen, grasigen Standort über Kalk lässt mich eigentlich an Mycena pseudopicta denken. Die Art ist ein ziemliches Chamäleon, was die Farbe der Fruchtkörper betrifft. Ähnlich wäre z. B. M. cinerella mit normalerweise deutlichem Mehlgeruch.

Ich bin schon gespannt, was du noch herausfinden kannst.

Schöne Grüße
Gernot

Offline Felli

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Re: seltsamer mycenoider Pilz von der Wacholderheide
« Antwort #2 am: 11. November 2019, 23:24 »
Servus Jürgen,
sieht irgendwie ein wenig nach Camerophyllopsis aus, aber amyloides Sporenpulver passt da ja nicht unbedingt dazu.
Sorry
Grüße
Felli

Offline Der Juergen

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seltsamer mycenoider Pilz von der Wacholderheide
« Antwort #1 am: 11. November 2019, 22:00 »
Hallo zusammen,

folgender Fund bereitet mir Kopfzerbrechen, nix will irgendwie passen. Anbei die Fotos.

Kurzbeschreibung: Mycenoider oder omphaloider kleiner sepiafarbener Pilz, mit gerade angewachsenen oder auch leicht bogig herablaufenden,  cremefarbenen Lamellen, und radialen Streifen. Ohne besonderen Geruch. Wuchs gesellig im Moos (vergrabenes Holz?) bei Wacholder und kleinen Fichten (über Kalk).

Sporen 7,5 - 9,5(10) x 5-6 µm, breitellipsoid, hyalin, scheinbar glatt (könnte aber auch rauh sein), amyloid (im Mikropräparat nicht richtig sichtbar, aber am Sporenpulver)! Sporenpulver weiß. Basiden 2-sporig. Keine Zystiden gesehen. Huthaut irgendwie eine Cutis (gelatinisiert?) mit glatten Hyphen, keine Schnallen gesehen, keine typisch mycenoiden Strukturen der Huthaut oder Zystiden gesehen.

weiß da Jemand, in welche Richtung das gehen könnte? Exsikkat vorhanden.
Grüßle
Jürgen
« Letzte Änderung: 11. November 2019, 22:04 von Der Juergen »