Autor Thema: Hohenbuehelia?  (Gelesen 2201 mal)

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Offline Gernot

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Re: Hohenbuehelia?
« Antwort #4 am: 9. März 2009, 20:44 »
Hallo ihr beiden,

vielen Dank, dass ihr euch meinen Fund angesehen habt. Bei H. unguicularis bin ich zwar mit jedem verwendeten Schlüssel heraus gekommen aber makroskopisch wollte mir das nicht zuletzt wegen dem schüsselförmigen alten Fruchtkörper nicht passen. Auch die jungen Fruchtkörper sahen anders aus als ich sie mir anhand von Fotos und Zeichnungen vorgestellt habe und die fehlenden Metuloide irritierten mich auch.

@Wolfgang:
Zitat
nach welcher Literatur hast du zu bestimmen versucht?

Gröger, Horak und Ludwig.

Zitat
Könnte man die "Kristallklumpen" nicht vielleicht als degenerierte Metuloide interpretieren?

Kann ich nicht sagen, da ich mit Hohenbuehelia kaum Erfahrung habe. Die Kristalle lagen aber eigentlich relativ lose im Hymenium und verlassen dieses auch, wenn man genug quetscht.

@Peter:
Zitat
die Bestimmung von Wolfgang lässt sich auch mit FUNGA NORDICA:317 gut nachvollziehen. Die dortigen Sporenzeichnungen passen mit der leichten Depression wunderbar zu unguicularis.   

Stimmt, besonders bei dieser Spore:


Ihr habt mich überzeugt, dann hake ich den Fund als H. unguicularis ab!

Schöne Grüße
Gernot

Offline Peter

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  • DGfM-Landeskoordinator BY Kartierung/Naturschutz
    • Pilzteam Bayern
Re: Hohenbuehelia?
« Antwort #3 am: 9. März 2009, 20:07 »
Hallo Gernot,

die Bestimmung von Wolfgang lässt sich auch mit FUNGA NORDICA:317 gut nachvollziehen. Die dortigen Sporenzeichnungen passen mit der leichten Depression wunderbar zu unguicularis.   

Viele Grüße, Peter
"Seit Millionen Jahren haben unzählige Organismen auf unserer Erde gelernt, im Einklang mit der Natur zu leben. Es gibt nur eine Ausnahme: Der Mensch."

Offline Wolfgang D.

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Re: Hohenbuehelia?
« Antwort #2 am: 9. März 2009, 19:41 »
Gernot,

nach welcher Literatur hast du zu bestimmen versucht?
Könnte man die "Kristallklumpen" nicht vielleicht als degenerierte Metuloide interpretieren?

Jedenfalls passt der Fund nach deinen Angaben doch recht gut zu Hohenbuehelia unguicularis (z. B. nach dem so sorgfältig erarbeiteten Gröger-Schlüssel).

Wolfgang


Offline Gernot

  • Beiträge: 1.241
Hohenbuehelia?
« Antwort #1 am: 9. März 2009, 17:22 »
Hallo,

sowohl gestern als auch am 7.2.2009 fand ich in einem wärmeliebenden Auwald auf totem, unbekannten Laubholz jeweils eine Kollektion makro- und mikroskopisch identischer Pilze, die ich nicht näher einordnen kann, aber auf Hohenbuehelia tippe. An Hohenbuehelia stört mich aber einerseits die Tatsache, dass keine metuloiden Zystiden vorhanden sind (ok, die können auch mal fehlen) und andererseits dass die Hutoberfläche eher faserig als irgendwie gelatinisiert ist. Dazu kommen die dunklen Lamellen, die zwar einige Arten haben können, allerdings passt mein Fund auf alle Merkmale gesehen nirgends gut dazu.
Hier die Beschreibung, die aus den Merkmalen beider Kollektionen zusammen besteht:

Fruchtkörper: Ungestielt, glockenförmig hängend bis scheibenförmig ausgebreitet (ganz alter Fruchtkörper), Oberfläche leicht faserig-filzig, zum Teil gerieft, grau bis schwärzlich. Lamellen sehr spärlich vorhanden, grau bis schwärzlich mit helleren Schneide.
Mikromerkmale: Sporen allantoid, meist mit zwei großen Tropfen an den Polen, 7-10 x 3-4 µm. Basidien 4-sporig. Zystiden keine gesehen. Schnallen vorhanden. Im Hymenium gibt es zahlreiche große, braune Kristallklumpen (siehe Fotos).









Schöne Grüße
Gernot