Autor Thema: Protostropharia dorsipora - neuer Fund aus Oberbayern  (Gelesen 101 mal)

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Offline Christoph

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Protostropharia dorsipora - neuer Fund aus Oberbayern
« Antwort #1 am: 31. Mai 2019, 00:00 »
Servus beinand,

ich hatte ja in der Mycologia Bavarica Bd. 15 von dem Erstnachweis von Protostropharia dorsipora berichtet. Ich fand diesen Dungträuschling in Mammendorf.

Diesmal hatten Boris Zurinski und ich bei einer gemeinsamen Exkursion am Montag (27.5.2019) einen abgetrockneten kleinen Haufen aus Pferdeäpfeln in Haspelmoor (Ortsteil von Hattenhofen) an einem Feldwegrand entdeckt. Die Fruchtkörper waren aber von der Maisonne völlig ausgedörrt und nicht mehr fotogen. Wir hatten die Trockenexemplare dann im Verein für Pilzkunde München vorgeziegt, aber hübsch waren sie nicht mehr.

Danach hat es zwei Tage geregnet. Grund genug, die Pferdeäpfel nochmal zu besuchen - und siehe da, es waren zwei neue Fruchtkörper nachgewachsen.

Rein makroskopisch sieht dieser Dungträuschling der sehr häufigen Protostropharia semiglobata äußerst ähnlich. Wie aber schon bei meinem Mammendorfer Fund kann man nach dem Zerdrücken der Lamellen einen schwachen Mehlgeruch wahrnehmen (der Fruchtköperper riecht erst einfach nur pilzig, nach dem Drücken kommt Mehl dazu). Damit hat man dann schon im Gelände einen Bestimmungshinweis. Zudem scheint Protostropharia dorsipora bei uns nur an Pferdeäpfeln zu wachsen (Pr. semiglobata nimmt aber alles, auch Pferd).


Protostropharia dorsipora - Substrat: Pferdedung


etwas näher...


Velum universale an der Stielbasis - fast schon eine etwas klebrige Volva bildend - darüber Velumgürtel


der Ring - auch aus dem Velum universale gebildet - man sieht das dunkle Sporenpulver; die Einzelsporen werden mit bis zu 21 µ Länge und knapp über 10 µm Breite sehr groß


Die Lamellen bilden einen kleinen Burggraben

Im Mikroskop reicht ein Blick: der Keimporus ist auf dei Rückenseite der Spore verschoben und schaut in Seitenansicht (Apikulus nach schräg vorne-unten ausgerichtet) schräg nach oben. Die Qualität der Mikrofotos ist nicht optimal, aber man kann das gut erkennen:


schräg ansitzender, breiter, auffallender Keimporus







Liebe Grüße,
Christoph

« Letzte Änderung: 31. Mai 2019, 00:05 von Christoph »
Argentum atque aurum facile est laenamque togamque mittere, boletos mittere difficile est
(Silber und Gold, Mantel und Toga kann man leicht verschenken, schwer ist es aber, auf Pilze zu verzichten - Spruch von Martial)