Autor Thema: Pluteus leoninus  (Gelesen 510 mal)

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Offline Christoph

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Re: Pluteus leoninus
« Antwort #2 am: 19. Mai 2019, 18:37 »
Servus Hias,

diese olivgrün-samtigen Dachpilze mit gelbem Rand kenne ich aus den Bergen. Wobei ich da mit der Bestimmung oft irgendwo im Nirvana blieb.

Hier zum Beispiel eine braunere Kollektion, ebenfalls mit diesem gelben Rand, aus Österreich (Kärnten, Flattnitz, westl. der Straße L63, direkt an der Grenze zur Steiermark, an Holzresten eines ehemaligen Holzlagerplatzes, 3.9.2013):







Ich kam bei der Bestimmung nicht wirklich weiter - nur, dass er auch zum Pluteus-leoninus-Formenkreis gehört.

Liebe Grüße,
Christoph
Argentum atque aurum facile est laenamque togamque mittere, boletos mittere difficile est
(Silber und Gold, Mantel und Toga kann man leicht verschenken, schwer ist es aber, auf Pilze zu verzichten - Spruch von Martial)

Offline Hias

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Pluteus leoninus
« Antwort #1 am: 19. Mai 2019, 16:38 »
Servus beinand,

"ein olivgrüner Plautus!", war mein erster Gedanke, als wir letztes Jahr in Klais anlässlich einer Sammelexkursion zur Pilzausstelllung diesen hübschen Dachpilz fanden:



Die Bestimmung ergab dann:
Pluteus leoninus, Löwengelber Dachpilz - komplette Doku

Der Pilz ist in Deutschland nicht selten, weist jedoch in Südbayern eine recht ausgedehnte Verbreitungslücke auf und war aus den bayerischen Alpen bislang noch gar nicht gemeldet worden (pilze-deutschland.de). Die Kartierung dürfte eingermaßen aussagekräftig sein, da er makroskopisch recht gut kenntlich ist. Der bei der hier vorgestellten Kollektion auffallende gelbe Hutrand war namensgebend für den heute als Synonym geführten P. luteomarginatus.

Auffälligstes mikroskopisches Merkmal sind die "Knospungen" (Ludwig) an den Zystiden:



Dieses Merkmal teilt er mit P. roseipes, den Ludwig sogar zur Varietät von P. leoninus herabgestuft hat. Sehr ähnlich und nah verwandt ist P. variabilicolor, der in Deutschland wohl noch nicht gefunden wurde. Die Verwandschaftsverhältnisse im P.-leoninus-Clade scheinen noch nicht ausreichend geklärt zu sein, vgl. Lezzi et. al., IMA Fungus · 5(2): 415–423 (2014). P. roseipes ist aber auch in Südbayern nicht selten.

Der "echte" P. plautus, an den ich im Feld dachte, hat ebenfalls einen grob samtigen Hut und farbige Schüppchen im untersten Stielbereich, unterscheidet sich jedoch abgesehen von der Hutfarbe durch ganz bereifte Stiele und völlig anderes geformte Cheilozystiden.

P. plautus:



Wenn man nur auf die Hutfarbe achtet, könnte man P. leoninus auch mit P. chrysophaeus verwechseln. Dieser hat jedoch wie P. phlebophorus einen glatt-runzeligen und nicht samtigen Hut.

P. chrysophaeus:



Beste Grüße
Hias