Autor Thema: Kartierungsaufruf: Therrya fuckelii, ein (orts-)häufiger Pilz an Kiefernästen  (Gelesen 668 mal)

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Offline thorben96

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Hallo Christoph,

der Pilz scheint auch nur bei Feuchtigkeit aufzugehen und bei Trockenheit sich zu schließen.
Das angehängte Makrofoto entstand nach 3 Stunden bei Trockenheit, nach dem ich das Makrofoto von der Probe direkt aus dem Kühlschrank (Makrofoto vom letzten Beitrag) gemacht hatte.
Vielleicht braucht der Pilz Feuchtigkeit, um überhaupt Reifen zu können.

Viele Grüße
Thorben


Offline Christoph

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Servus Thorben,

vielen Dank für die Beschreibung deines Nachreifungsexperiments! Es scheint also auch hier ein bisserl Glücksache zu sein, wenn ich das mit Fellis Erfahrungen abgleiche. Aber gut zu wissen, dass es bei dir ganz gut geklappt hat - das animiert, es selbst mal zu versuchen. Denn rein makroskopisch geht es ja eben nicht.

Liebe Grüße,
Christoph
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(Silber und Gold, Mantel und Toga kann man leicht verschenken, schwer ist es aber, auf Pilze zu verzichten - Spruch von Martial)

Offline thorben96

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Hallo zusammen,

ich habe am 28.06.19 auch mal ein kleines Kiefernästchen mit schwarzen Flecken mitgenommen.
Leider war zu Beginn auch alles unreif, wie auf Christophs Mikrofoto.
Dann habe ich das Ästchen in ein Plastikreagenzglas gepackt, gut gewässert und anschließend das überschüssige Wasser weggeschüttet, so dass nur das Ästchen Nass war.
Gestern habe ich dann die Proben aus dem Kühlschrank geholt und konnte einige Aufgeplatzte Frk. vorfinden, wovon ich ein Frk. Mikroskopiert habe.
Das Ergebnis waren vereinzelt reife und viele unreife Sporen.
Ich vermute mal das die Feuchtigkeit beim Reifeprozess des Frk. eine wichtige Rolle spielt.


Viele Grüße
Thorben

Offline Felli

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Servus,
unreife Therrya reifen zu lassen dauert ziemlich lang, und es klappt m.M.n erst ab einem bestimmten Zeitpunkt, und zwar dann wenn schon Asci im Fruchtkörper gebildet wurden.
Kurz nach dem Werner mich auf die Art aufmerksam gemacht hat, hatte ich 2 Aufsammlung vom 05.03.19.     ( selber Baum anderer Ast).
In der Ersten fand ich nur andeutungsweise Paraphysen,
während in der Zweiten schon unreife Asci - mit teils angedeuteter Sporenbildung vorhanden waren.




Beide ließ ich bei Zimmertemperatur in einer abgeschlossenen Feuchtebox und alle 3 Tage mit Wasser besprüht, ruhen.
3 Wochen später war Kol 1. im selben Zustand wie am Funddatum,
Kol. 2 öffnete sich sich aber schon und es waren teil`s fast ausgereifte Sporen vorhanden.




Weitere 4 Wochen später war Kol.1 immer noch nicht weiter und wurde entsorgt.

Grüße
Felli
« Letzte Änderung: 2. Juli 2019, 23:41 von Christoph »

Offline thorben96

  • Beiträge: 12
Hallo Christoph,

hast du schon versucht deine unreife Therrya reifen zu lassen im Kühlschrank und/oder in einer Feuchtkammer ?
Weil wenn deine Vermutung mit dem Regen stimmt, dann könntest du mit der Feuchtkammer Erfolg haben.

Viele Grüße
Thorben

Offline Christoph

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Seass Werner,

irgendwann werde ich hoffentlich mal eine reife Therrya finden. Die Flecken an sich sind wirklich sehr häufig.

Liebe Grüße,
Christoph
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Offline Werner E.

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GriasDi Christoph,
is aber ganz bestimmt eine Therrya.
An liabn Gruaß,
Werner

Offline Christoph

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Servus beinand,

jetzt habe ich westlich von Purk wieder so schwarzes Zeugs  ;) mitgenommen, das Therrya sein könnte...



... und wieder ist es steril. Vielleicht braucht es noch und vor allem mehr zusammenhängenden Regen?!

Liebe Grüße,
Christoph
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Offline Christoph

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Servus Werner,

ich habe eben bei Solheim et al. (2013) ein bisserl nachgelesen. Demzufolge kommt Therrya pini meist an Ästen von unter einem Zentimeter Durchmesser vor, währen Therrya fuckelii Astdicken zwischen einem und drei Zentimeter bevorzugt. Allerdings ist das eben nicht hundertprozentig, aber mal ein Anhaltspunkt. Und es kam - musste ja so sein - vor, dass beide Arten am selben Kiefernast wachsen.

Dass man unreife Kollektionen nicht kartieren sollte, ist ja ohnehin selbstredend. Leider haben Solheim et al. (2013) die untersuchten Kollektionen (es waren knapp über 100) nicht aufgelistet bzw. nichts zur Phänologie ausgesagt.

Vielleicht sollte man in ein paar Wochen nochmal schauen, ob man reife Teerflecken mit weißem Inneren findet  ;)

Liebe Grüße,
Christoph
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Offline Werner E.

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GriasDi Christoph,

ich hab grad drei verschiedene Kollektionen mikroskopiert.
Leider auch nur Paraphysen und junge Asci, die sich gerade dazwischen entwickeln.
Weil ja noch die seltene T. pini existiert, kann man die so unreif leider nicht kartieren.

An liabn Gruaß,
Werner

Offline Christoph

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Servus Werner,

wie vermutet, habe ich in Franken, genauer gesagt im Tennenloher Forst, die Therrya gefunden. Denke ich zumindest, denn die Matz war unreif.

Makroskopisch passt es aber, wie ich finde sehr gut. Und wenn man das Ganze anfeuchtet und dann mit einer Präpariernadel öffnet, sieht es sehr Rhytismatales-artig aus (mit dem hellen Inneren, den vorperforierten "Aufklappseiten"... nur fand ich bei mehrfachem Beproben keinen einzigen sporentragenden Ascus.

Hier die Bilder:






Das war das "reifste", was ich finden konnte...

Ich habe solche Flecken an Kiefernästen mit noch bunter Borke schon oft gesehen, nur nie groß beachtet. Was nicht heißt, dass das dann immer eine Therrya war. Es ist aber gut zu wissen, dass man mal in solche Flecken reinmikroskopieren sollte - danke für den Hinweis  ;)

Liebe Grüße,
Christoph
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Offline Werner E.

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Da Therrya fuckelii aerophil in den Baumkronen erscheint, denke ich, dass die herabgefallenen Äste relativ frisch vom selben Jahr sein sollten. Wenn Du am Freitag in Erlangen bist, wirst Du in den Kiefernwäldern dort sicher fündig.

Offline Christoph

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Seass Werner,

super, danke!

Liebe Grüße,
Christoph
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Offline Werner E.

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GriasDi Christoph,
es sind immer Äste/Aststücke, die unbelaubt sind. Also die etwas dickeren Äste, ab ca 2-5cm Dicke, ohne den jüngeren Trieben des Jahres oder Vorjahres. Ich hab nachgelesen, dass der Pilz, ähnlich Colpoma quercina an Eiche, der Kiefer bei der "natürlichen Beschneidung der Äste" dient. Die Äste sind immer berindet und initialmorsch. Die kleinen Fruchtkörper erscheinen in der äußersten Rindenschicht. Antrodia ramentacea hat scheinbar eine ganz ähnliche Ökologie. Die hab ich jetzt schon 2x gefunden. Beide Male war auch T. fuckelii am Ast.
An liabn Gruaß,
Werner

Offline Christoph

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Servus Werner,

ich habe jetzt bei den Kiefern, die ich in der Nähe finden konnte, gesucht, wurde aber nicht fündig. Kannst du noch ein bisserl mehr zur Ökologie sagen?

Waren es Zweige, die frisch am Boden lagen oder welche vom Vorjahr oder... ?!

Wo sollte man am besten suchen?

Liebe Grüße,
Christoph
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