Autor Thema: Hypoxylon ticinense  (Gelesen 180 mal)

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Offline Gernot

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Re: Hypoxylon ticinense
« Antwort #3 am: 4. April 2019, 22:09 »
Servus, Werner,

gratuliere zu diesem schönen Fund!

Die wenigen deutschen Funde sind alle aus dem westlichen Grenzgebiet am Rhein, und in Österreich sind nur Funde aus dem Wiener Becken gemeldet.

Das stimmt so nicht, die Datenbank der Pilze Österreichs enthält auch einige steirische und burgenländische Funde. Bei uns in der Steiermark ist H. ticinense sogar eine ganz charakteristische und regelmäßig anzutreffende Art in den wärmebegünstigten Mur-Auen südlich von Graz. Vor ein paar Wochen erst hab ich die Art sogar in einem parkähnlichen Gebiet mitten im Stadtgebiet von Graz gefunden, auf einem relativ frisch herabgefallen Laubholzast.

Schöne Grüße
Gernot

Offline Christoph

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Re: Hypoxylon ticinense
« Antwort #2 am: 4. April 2019, 00:08 »
Servus Werner,

vielen Dank für das Vorstellen dieser wirklich schönen "Kohlenbeere", die weder wie eine Beere noch nach Kohle aussieht  ;).

Vorkommen in Bayern sind bereits bekannt und auch publiziert - jedenfalls eines. Till (Lohmeyer) hat sie aus der AMIS-Region (davon gehe ich aus) nachgewiesen. Man findet das in der vorläufigen Check-Liste der Ascomyceten Bayerns - man kann beim LfU das Excel-Sheet herunterladen (als zip-file). Da steht sie drin. Ich meine auch, mich daran erinnern zu können, mit Till mal über den Fund gesprochen zu haben (ist ein paar Jahre her).

Auf pilze-deutschland sind viele Verbreitungsakrten nicht aktuell. Fehlt eine Art in Bayern, muss das nichts heißen. Insbesondere bekannte Funde aus der Literatut (z.B. die Einhellinger-Funde aus oberbayerischen Mooren) fehlen oftmals. Das Problem könnte neben der Manpower, alles einzugeben, die Kartierung auf Quadrantenbasis sein. Viele Altdaten, die z.B. noch im Krieglsteiner-Atlas waren, werden nicht angezeigt, da sie zu grob kartiert wurden. Das setzt aber die Aussagekraft der Internet-Verbreitungskarten herab.

Für Interessierte: Gernot Friebes hat mal eine Zusammenstellung der "Kohlenbeeren" rund um Hypoxylon rubiginosum verfasst, in der natürlich auch Hypoxylon ticiniense vorkommt (und auch mit weiteren Fotos gezeigt wird). Man findet sie hier.

Sehr empfehlen kann ich zudem diese französische Pyrenomyzeten-Seite (ich habe direkt auf Hypoxylon ticinense verlinkt).

Eigentlich sollte so eine auffällige Art ja des öfteren gefunden und (z.B. in diversen Foren) vorgestellt werden. Offenbar ist die Art aber wirklich selten bis sehr selten. Toller Fund!

Liebe Grüße,
Christoph
Argentum atque aurum facile est laenamque togamque mittere, boletos mittere difficile est
(Silber und Gold, Mantel und Toga kann man leicht verschenken, schwer ist es aber, auf Pilze zu verzichten - Spruch von Martial)

Offline Werner E.

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Hypoxylon ticinense
« Antwort #1 am: 3. April 2019, 22:43 »
Servus beinand,

ein Fund von heute aus den isarauen bei Achering, den ich Euch vorstellen möchte, weil er in Bayern scheinbar noch nicht kartiert ist.
Was man beim Äste umdrehen so alles finden kann.
Die Stromata der Kleinsporigen Kohlenbeere, Hypoxylon ticinense, wuchsen an der Unterseite eines am Boden liegenden berindeten Lindenastes. Die Stromata sind in Form und Farbe ziemlich auffallend. Die unreif knallig orangen Fruchtkörper werden mit der Reife dann dunkler, wobei die farbigen Ränder der Zuwachskanten noch llange zu sehen sind.
Die Sporen sind mit 5-7 mü für die Gattung sehr klein.
Eine Verwechslung mit der sehr ähnlichen H. subticinense wäre möglich, deren Sporen aber um 3 mü größer sind.
H. ticinense ist scheinbar sehr wärmeliebend.
Die wenigen deutschen Funde sind alle aus dem westlichen Grenzgebiet am Rhein, und in Österreich sind nur Funde aus dem Wiener Becken gemeldet.
Es könnte sich um den ersten bayrischen Nachweis handeln.

An liabn Gruaß,
Werner