Autor Thema: Tympanis alnea - jetzt lohnt die Suche... (Fund vom 20.3.2019)  (Gelesen 95 mal)

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Offline Christoph

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Tympanis alnea - jetzt lohnt die Suche... (Fund vom 20.3.2019)
« Antwort #1 am: 25. März 2019, 21:15 »
Servus beinand,

am 20.3.2019 habe ich kurz an einem Waldrand bei Hattenhofen (neben Mammendorf) Stopp gemacht. Meine Frau ging mit dem Hund gassi und ich, da ich noch nicht fit war (Grippe ist nervig), hatte die Zeit genutzt, um nach ein oder zwei Pilzen zu sehen und ein paar Fotos zu machen.

Das erste, was mir unterkam, war eine vom Sturm gefällte Grauerle. Der Stamm war auffallenderweise durch viele schwarze Pustelhaufen verziert. Man hätte an einen Pyrenomyzeten denken können. Bei genauerer Betrachtung konnte man einzelne, aus einem Stroma sich bildende, gestielte Kugeln sehen, die dann jeweils kleine Becherchen bilden. Leider waren nur sehr wenige Becherchen am sich Öffnen.

Man sieht, dass die schwwarzen Gebilde mehr oder weniger glatt erscheinen, aber dann doch eine graue, etwas kleiig-schürfelige Außenseite ausbilden.








(hier kommt die Kamera an ihre Grenzen)

Um die Arten sauber zu bestimmen, schaut man heutzutage das erste Keimverhalten der Primärsporen im Ascus an. Erst hat man z.B. wie in dem Fall hier acht Sporen, die dann auskeimen, um sofort Konidien (noch im Ascus) zu bilden. Schließlich ist der Ascus dann von Hunderten bis Tausenden Konidien gefüllt. In dem Zustand findet man dann die Primärsporen praktisch nicht mehr.
Hier war es aber so, dass die Fruchtkörper noch zu junge waren. Ich konnte nur die Primärsporen in wenigen Fällen sehen (mehr oder weniger kugelig, bis 6,5 µm im Durchmesser), aber sie keimten noch nicht. Ich werde wohl nochmal etwas später hinfahren müssen.

Die Asci sind auffallend groß, dafür dass erstmal nur acht relativ kleine Sporen enthalten sind, aber sie werden ja noch gefüllt. Die Paraphysen sind fädig, nur ca. 1,5 µm im Durchmesser und apikal in einer schwarzen Kittmasse miteinander verklebt.

Tympanis alnea ist eigentlich relativ häufig, wird aber wohl wenig beachtet. Die Becherchen sind auch so klein, dass man letzten Endes eine Lupe benötigt. Es ist eine spannende Gattung, die die Bestimmung nicht immer einfach  macht.

Man sollte an toten, noch stehenden oder frisch gebrochenen Stämmchen und dickeren Ästen von Grauerlen suchen. Dann sollte man fündig werden. Wer also zu früh in den Morcheln unterwegs ist und noch keine Morcheln findet, der kann ja die Lupe auspacken und nach Tympanis suchen. Der Fund hier ist mein bislang üppigster Fund (das ganze Stämmchen war komplett voll damit).

Liebe Grüße,
Christoph
Argentum atque aurum facile est laenamque togamque mittere, boletos mittere difficile est
(Silber und Gold, Mantel und Toga kann man leicht verschenken, schwer ist es aber, auf Pilze zu verzichten - Spruch von Martial)