Autor Thema: wurzelnder Bitterling, Satansröhrling oder ganz was anderes?  (Gelesen 792 mal)

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Offline Renate

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Re: wurzelnder Bitterling, Satansröhrling oder ganz was anderes?
« Antwort #4 am: 11. Juli 2018, 18:49 »
Lieber Christoph,

bitte die Beschreibung ganz unten lesen. Ich kämpfe massiv mit den Bildern und dem Internet, deswegen probiere ich das jetzt ratenweise.

Liebe Grüße
Renate
« Letzte Änderung: 11. Juli 2018, 18:52 von Renate »

Offline Christoph

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Re: wurzelnder Bitterling, Satansröhrling oder ganz was anderes?
« Antwort #3 am: 11. Juli 2018, 18:16 »
Servus Renate,

nur nach Foto allein ist es immer schwierig. Bei Röhrlingen braucht man zudem immer ein Schnittbild, um die Fleischfarbe und die Verfärbung zu sehen. Wenn du den Pilz ein bisserl beschreibst, z.B. ob die Porern auf Druck blauen usw., hat man noch mehr Ansatzpunkte.

Rein vom Gefühl her wäre ich hier in der Gattung Butyriboletus. Aaskäfer können bei ganz alten Schlappen an allen möglichen Boleten vorkommen.

Liebe Grüße,
Christoph
Argentum atque aurum facile est laenamque togamque mittere, boletos mittere difficile est
(Silber und Gold, Mantel und Toga kann man leicht verschenken, schwer ist es aber, auf Pilze zu verzichten - Spruch von Martial)

Offline Renate

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Re: wurzelnder Bitterling, Satansröhrling oder ganz was anderes?
« Antwort #2 am: 11. Juli 2018, 18:00 »
Hier die Bilder vom Wald

Offline Renate

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wurzelnder Bitterling, Satansröhrling oder ganz was anderes?
« Antwort #1 am: 11. Juli 2018, 17:55 »
Hallo zusammen,

im Zuge der Testreihe welche Röhrlinge beim Auftauen blauen, bin ich gerade mal beim Ersten hängengeblieben. Ich kann ihn leider nicht sicher näher bestimmen und bitte um Eure Bestimmungshilfe. Er ist übrigens gelb geworden beim Auftauen.

Funddatum: 29.06.2018
Fundort: Nähe Aichbachtal, Waldweg, auf der einen Seite Mischwald, auf der anderen Seite Fichtenwald, auch von Schleppern befahren, auf ca. 480m
Fundsituation: büscheliges Wachstum, gesellig, der erste Fund erfolgte am 29.6.18, Kontrolle am 05.07.18, die Pilze waren weiter gewachsen und junge Pilze waren hinzugekommen. Ein Pilz war von vielen Käfern stark angefressen. Sämtliche untersuchten Pilze, auch die neu hinzugekommenen, waren verwurmt

Hut: bis 16 cm, (rot-) braun, teilweise felderig aufgerissen mit schwarzen Schorfstellen, feinfilzig, im Alter glatt und grau, Fraßstellen creme/gelb bzw. rötlich/rosa, bei akuter Verletzung (Kratzen an der Huthaut) dunkelbraun werdend, Fleisch weiß bis gelblich, im Schnitt bzw. auf Druck gar nicht bis nach einiger Zeit an einigen Stellen ganz wenig blauend, im Alter unter der Huthaut bräunlich, jung halbkugelig, später polsterförmig bis flach, Huthaut steht jung teilweise über Röhren hinaus, scharf abgegrenzt, im Alter ist die Huthaut radial grob eingerissen, der Hut teilweise radial grob gerissen
Röhren: gelb/oliv, jung im Verhältnis zum Hut sehr kurz, im Alter gleich lang wie das Hutfleisch dick ist, blauend
Poren: jung (gold-) gelb, dann orange/braun werdend, auf stärkeren Druck langsam aber intensiv blauend
Stiel: Länge ca. 8 cm, Durchmesser bis 3 cm, knollig bis keulig, im Alter längsgestreckt; mit ausgeprägtem wurzelnden Anhängsel, jung gelber Untergrund, gelbes Netz, dann zur Basis hin rötlich mit leicht rötlichem Netz, Fraßstellen rötlich/braun, Stieloberfläche beim Vergammeln bzw. auf Druck braun werdend, Fleisch weiß/gelb/sehr zart rosa/braun, zur Basis hin mit ausgeprägteren rosa/braunen Stellen, gar nicht bis nach einiger Zeit ganz wenig blauend, mit gekammerten „watteartigen Stellen“
Fleisch: fest, beim Aufschneiden hat sich klare Flüssigkeit an der Schnittfläche gebildet
Sporen: spindelig mit Öltropfen, im Mikroskop gelblich, 10,72-12,95 µm x 4,64-5,39 µm
Geschmack: beim Kauen mild, vollmundig, dann nach ca. 1 Minute, erst nach dem gründlichen Ausspucken, sehr unangenehm (immer noch vollmundig aber sehr unangenehm), bis dieser Geschmack weg ist, dauert es mehr als 12 Stunden. 2x im Abstand von 6 Tagen probiert
Geruch: sehr pilzig, würzig, wie Tütenpilzsuppe früher

Anmerkungen: Der erste oberflächliche Eindruck der jungen Pilze war Butyriboletus, aber die älteren Pilze waren zu klein, zu gedrückt am Boden, der knollige Stiel stimmte nicht, die Färbung bei Verletzung stimmte nicht … , erst nach der Geschmacksprobe war ich mir sicher, dass es die nicht sind. Ich wollte sichergehen, dass ich keinen „überständigen“ von der Hitze halb konservierten aber doch vergammelten Pilz erwischt hatte und habe daher bei der Kontrolle nach 6 Tagen an einem frisch gewachsenen Pilz im „besten Erntealter“ noch mal probiert, ist aber leider nicht besser geworden. Der Fund erfolgte Ende Juni nach einem sehr trockenen Frühjahr und Frühsommer mit sehr hohen Temperaturen, einen Tag nach ergiebigem Regen

Bestimmung fraglich: Ausgangspunkt: unangenehmer Geschmack: vermutlich wurzelnder Bitterling, möglich wären noch Satanspilz, mein Pilz hat ein Anhängsel und der Satanspilz hat bei der Geschmacksprobe lt. Literatur keinen unangenehmen Nachgeschmack, und Schönfußröhrling, der passt farblich für mich am Wenigsten. Wurzelnder Bitterling passt aber auf Grund der vielen Rottöne auch nicht wirklich. Für alle gilt: zu brauner Hut, Fleisch zu viele Rottöne, insgesamt zu wenig Blauen und dafür an der Oberfläche bei Druck oder Verletzung zu braun, markantes Merkmal neben dem Geschmack: Anhängsel

Fotos folgen

Liebe Grüße

Renate