Autor Thema: Astraeus pteridis - eine zweiter Wetterstern (Spanien, Schweiz...)  (Gelesen 443 mal)

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Offline Christoph

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Astraeus pteridis - eine zweiter Wetterstern (Spanien, Schweiz...)
« Antwort #1 am: 3. Februar 2018, 02:36 »
Liebe Foristi,

ich bin zufällig über eine Neubeschreibung einer Astraeus-Art aus Thailand gestolpert (Phosri et al. 2014, hier frei lesbar: http://journals.plos.org/plosone/article/file?id=10.1371/journal.pone.0071160&type=printable).

In dieser Arbeit, die mit Europa ja nur am Rande zu tun hat (ich schaue mir aber immer wieder Neuibeschreibungen aus der Ordnung Boletales an, auch weltweit), findet sich ein DNA-Stammbaum, in der ein Astraeus pteridis vorkommt. Die Art ist aus Nordamerika beschrieben worden, es werden aber zwei Belege aus Spanien und aus der Schweiz im Stammbaum angegeben.

Bei weiterer Recherche bin ich dann auf einen spanischsprachigen Artikel aus Mexiko gestoßen:  Pérez-Calderón et al. (2015): Variación morfológica en el género Astraeus (Boletales, Basidiomycota) en relación con las condiciones climáticas y geográficas en las islas de montaña de Chihuahua y Sonora, México. Acta Universitaria 25(4), 3-10. doi: 10.15174/au.2015.734

Der Artikel ist auch frei lesbar: http://www.redalyc.org/pdf/416/41641384001.pdf

Ich war erstaunt, da ich bislang davon ausging, dass es in Europa nur einen Wetterstern gibt. Möglicherweise ist der "europäische A. pteridis" eine eigene Art, da der Stammbaum (Phosri et al. 2014 - fig. 3) zwei Teilclades zeigt - einmal die amerikanischen Kollektionen (also s.str.) und eben der spanische, der schweizer und (!) ein neuseeländischer Fund:


Figure 3. Maximum likelihood tree from ITS dataset identifies Astraeus sirindhorniae as a distinct species of Astraeus. Numbers above branches identify the statistics bootstrap percentages (bold text, before forward slash) and Bayesian posterior probabilities (normal text, after forward slash) for that branch. Maximum likelihood bootstraps from 1000 iterations. Bayesian posterior probabilities from 1000 iterations (1 million runs sampling every 1000th iteration). doi:10.1371/journal.pone.0071160.g003
Aus: Phosri C, Watling R, Suwannasai N, Wilson A, Martín MP (2014) A New Representative of Star-Shaped Fungi: Astraeus sirindhorniae sp. nov. from Thailand. PLoS ONE 9(5): e71160. doi:10.1371/journal.pone.0071160

 
Auf den ersten Blick in Pérez-Calderón et al. (2015) unterscheiden sich die beiden primär in der Fruchtkörpergröße und minimal in den Sporenmaßen (nur um 1 µm verschobene Maße, nun ja...). Genetisch sind sie aber klar getrennt.

Vielleicht finde ich ja noch was bei Gelegenheit. Jedenfalls sollte man offenbar auffallend große Wettersterne beachten und genauer nachbestimmen. Ich finde bei mir hier zwar gar keine Wettersterne, aber das sieht in anderen Gegenden ja anders aus.

Soweit erstmal zur Info - von der Schweiz nach Deutschland resp. Bayern ist es ja nicht sooo weit.

Liebe Grüße,
Christoph
« Letzte Änderung: 3. Februar 2018, 02:49 von Christoph »
Argentum atque aurum facile est laenamque togamque mittere, boletos mittere difficile est
(Silber und Gold, Mantel und Toga kann man leicht verschenken, schwer ist es aber, auf Pilze zu verzichten - Spruch von Martial)