Autor Thema: Feldmykologie bei MINUS 15 °C  (Gelesen 2439 mal)

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Offline Peter

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Re: Feldmykologie bei MINUS 15 °C
« Antwort #3 am: 19. Februar 2009, 19:44 »
Servus Andi,

da hast du nicht richtig gelesen. Das sind doch meine Spuren ;D

Hast du Brehm's Tierleben daheim? Da sind Spurenzeichnungen drin. Schau mal unter Feldmykologe.

LG, Peter
"Seit Millionen Jahren haben unzählige Organismen auf unserer Erde gelernt, im Einklang mit der Natur zu leben. Es gibt nur eine Ausnahme: Der Mensch."

AK_CCM

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Re: Feldmykologie bei MINUS 15 °C
« Antwort #2 am: 19. Februar 2009, 10:55 »
Servus Peter,

würde auch gerne einen Winterspaziergang machen, aber meine Auftraggeber sind dagegen. Vielleicht schaffe ich es am Wochenende nach draußen, um ein paar Schwammerln abzulichten. Doch wenn ich mir den Wetterbericht so anschaue, übernimmt Frau Holle wieder das Regiment.

Schönes Gebiet, durch das Du getourt bist. Von welchem Tier stammt die Fährte - ein Feldhase?

Gruß, Andreas

Offline Peter

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Feldmykologie bei MINUS 15 °C
« Antwort #1 am: 19. Februar 2009, 09:35 »
Moin, moin Zusammen,

bei uns waren die letzten Nächte ganz schön zapfig. Umso schöner ist derzeit die Wintersonne. So bin ich gestern mit der Kamera durch den teils knietief aufgewehten Schnee zwischen Wessling und Pilsensee gestapft, um neue Arten für die Pilzkartierung zu entdecken. Ein paar Schnappschüsse möchte ich euch nicht vorenthalten:

Zuerst mal meine Schneespuren



Dann ein Teil des Eichenhangs an der Dellinger Höhe mit bis zu 300jährigen Eichen


In den letzten Jahren sind einige Kronen abgebrochen, Eine Eiche gleich komplett umgefallen. Da zeigt sich in der Initialphase sofort Bulgaria inquinans



In unserer Gegend kann man die Art oft an Eichenholz der Initialphase finden. Dennoch sind die Kartierungspunbkte relativ dünn gesät.


Dieser die Eiche bevorzugende Feuerschwamm hat mehrjährige FK im Vergleich zu den anderen Eichenbewohnern Ph. dryophilus und Ph. dryadeus.
Auch diese Art ist nicht so häufig kartiert, was aber an den immer seltener werdenden alten Eichen (100 und älter?) liegen mag.





Die FK sind sehr hart, daher der Name robustus. Man bekommt sie oft nicht ohne mechanische Hebelhilfe vom Holz.



Dann bin ich noch an den Aubach gestiefelt, der in den Pilsensee fliesst. Dort treibt sich seit dem letzten Jahr ein Biber rum, der uns mit seinen Artgenossen in den nächsten Jahren mit reichlich Totholz versorgt.


An Weidenästen gibt es im Winter dutzende Pilzarten. Neu an Weide war für mich Phyllotopsis nidulans, der Orangeseitling. Ein typischer und unverwechselbarer Pilz des Winterhalbjahres.


Er galt vor ein paar Jahren noch als selten. Zumindest im Großraum München ist er das nicht (mehr?). Viele Funde stammen von Fichtenstümpfen, jedoch gibt es auch immer wieder Nachweise an Laubholz. Neben Buche habe ich ihn diesen Winter auch zum ersten mal an Hasel gefunden.




Beste Grüße, Peter
« Letzte Änderung: 20. Februar 2009, 09:11 von Peter »
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