Autor Thema: Gyromitraschlüssel für Europa  (Gelesen 3664 mal)

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Offline Christoph

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Re: Gyromitraschlüssel für Europa
« Antwort #4 am: Heute um 02:31 »
Servus beinand,

es hat sich etwas getan... Carbone et al. (2018) haben den Gyromitra-gigas-Formenkreis genetisch und klassisch überarbeitet. Hierbei konnte gezeigt werden, dass Gyromitra ticiniana in der Tat ein eigenständiges Taxon darstellt. Die Abgrenzung zu Gyromitra gigas ist aber nicht so einfach, da auch Gyromitra ticiniana ornamenterte Sporen hat, wenn sie denn reif genug ist - ich habe hier den Schlüssel entsprechend überarbeitet und Gyromitra montana und Gyromitra korfii in die Bemerkungen verbannt (siehe dort im Schlüssel). Ich empfehle auch den dazu passenden Thread im EU-Forum zu konsultieren.
Dann habe ich im Gyromitra-esculenta-Formenkreis ein bisserl nachgebessert und hier genauere Sporenmaße angegeben. Dies resultiert auch auf den aktuellen Fund von Gyromitra esculenta var. bubaci.
Die Diskussion rund um Gyromitra accumbens vs. Gyromitra leucoxantha floss ebenfalls in die neue Version ein.

Wie immer kopiere ich den Schlüssel vom Word-Dokument zum schnellen Überfliegen hier hinein, hänge für ein besseres Layout aber das Word-Dokument als Datei an.

Liebe Grüße und viel Erfolg beim Anwenden des Schlüssels,
Christoph


Schlüssel der Gattung Gyromitra in Europa

A) Schlüssel der Untergattungen

1. Apothecien sessil oder mit stark reduziertem Stiel …................................................................... 2
1*. Apothecien gestielt …... 3

2(1). Sporen in der Mehrzahl mit zwei Öltröpfchen (biguttulat) ……………………………………………………… ………………………………………………………………………………………...… 7 (Gyromitra subgen. Melaleucoides)
2*. Sporen in der Mehrzahl mit nur einem oder mit drei Öltröpfchen ………………………….…………………. ………………………………………………………………………………………………………. 8 (Gyromitra subgen. Discina)

3(1). Fertiler Fruchtkörperbereich (v. a. jung) glockenförmig, Stiel sehr deutlich helvellaartig grubig; Sporen glatt............................................................................ 17 (Gyromitra subgen. Pseudorhizina)
3*. Fertiler Fruchtkörperbereich mit Lappen/Zipfeln, hirnartig gewunden, helvelloid; Stiel nicht grubenlorchelartig; Sporen ornamentiert bis glatt …......................................................................... 4

4(3). Sporen glatt oder fein rauh-warzig, ohne nennenswerte Anhängsel oder Kalotten ….............. 5
4*. Sporen fast glatt bis stark ornamentiert, mit deutlichen Anhängseln oder Kalotten................... 6

5(4). Stiel glatt, vollkommen hohl, an den Stiel einer Verpel erinnernd; anthrcophil, bislang nur aus Zypern bekannt ……………... Gyromitra subgen. Pseudoverpa – nur eine Art: Gyromitra anthracobia
5*. Stiel nicht glatt-röhrig verpelartig ……………………………………… 19 (Gyromitra subgen. Gyromitra)

6(4). Sporen stachelig ornamentiert oder mit isolierten Anhängseln oder Dornen ….......................... ….................................................................................................. 25 (Gyromitra subgen. Carolinana)
6*. Sporen nicht stachelig ornamentiert, sondern mit konischen Anhänseln oder Kalotten …............
…... 8 (Gyromitra subgen. Discina)

B) Artenschlüssel nach Untergattungen

Gyromitra subgen. Melaleucoides


7(2). Sporen 18–22 × 9–10 μm, fein warzig ornamentiert................................. Gyromitra melaleuca
7*. Sporen 10-14,5 x 7-10 µm, deutlich warzig-gratig …............................. Gyromitra melaleucoides

Gyromitra subgen. Discina

8(6). Apothecien deutlich gestielt, nicht scheibenartig / becherlingsartig …........................................
…............................................................................................. 9 (Gyromitra sect. Pseudogyromitrae)
8*. Apothecien sitzend oder mit deutlich reduziertem Stiel, scheiben-/becherlingsartig …................
…... 10 (Gyromitra sect. Discina)

9(8). Meist im Nadelwald (sehr wenige Laubwaldnachweise); Hymenium reif gerne dunkelbraun werdend; Sporen (25-)27-32(-34,5) x (11,5-)12-13(-14) µm; Sporen deutlich netzartig ornamentiert (in Wasser gut erkennbar) ………………………………………............................................ Gyromitra gigas
Bem: in Nordamerika existiert eine genetisch abtrennbare, eigene Art, Gyromitra montana. Die anatomische oder morphologische Abtrennbarkeit von ihrem europäischen Pendant, Gyromitra gigas, ist noch unklar, sodass im Moment nur die unterschiedliche ITS uns die Wuchsregion als Trennmerkmale zur Verfüguing stehen.
Für die Bestimmung europäischer Funde werden völlig reife Fruchtkörper benötigt, da nur sie die entsprechende Sporenbreite erreichen und nur sie ein so deutlich ausgeprägtes Ornament aufweisen. Unreife Exemplare werden sonst als Gyromitra ticiniana fehlbestimmt.


9*. Nur im Laubwald; Hymenium reif oft heller gefärbt bleibend; Sporen etwas schmaler, (22-)25-31(-34) x (9,5-)10,5-11(-12) µm;  Sporen fein netzig ornamentiert (nur in Baumwollblau sichtbar); Sporen schmaler …………………………………………..................................................... Gyromitra ticiniana
Bem.: Für die korrekte Bestimmung werden reife Fruchtkörper benötigt, um korrekte Sporenmaße zu ergeben. Gyromitra ticiniana kommt auch in Nordamerika vor. Mit Gyromitra korfii existiert hier ein möglicher, älterer Name, da dieses Taxon aufgrund der schmaleren Sporen von Gyromitra gigas s. auct. americ. abgetrennt wurde. Da der Typus noch nicht sequenziert wurde, ist noch unklar, ob sich der Name doch auf Gyromitra montana beziehen kann. Die schmaleren Sporen von Gyromitra korfii wären möglicherweiseauch durch mangelnde Reife des Typus erklärbar. 

10(8). Sporen nur bis 30 µm lang ….................................................................................................. 11
10*. Sporen länger als 30 µm lang …................................................................................................ 12

11(10). Sporenanhängsel abgehackt kalottenförmig; Apothecien quasi sitzend; Hymenium mit deutlichen Olivtönen, deutlich gegenüber der elfenbein-weißen Außenseite kontrastierend; Rand jung eingerollt; Sporen 9-12 µm breit ................................................................. Gyromitra geogenia
11*. Sporenanhängsel konisch, kurz; Apothecien nur bis 1-3 cm groß, kurz gestielt (Stiel bis 2 cm lang); Sporen nur 8-9 µm breit.......................................................................... Gyromitra intermedia
11**. Sporenanhängsel relativ lang (2,5-5 µm lang); Sporen 11-14 µm breit …..... Gyromitra warnei

12(10). Sporenanhängsel sehr kurz, großteils stumpf abgerundet bis flach buckelig, gelegentlich ganz fehlend …... 14
12*. Sporenanhängsel 1,5-3,5 µm lang; Sporen bis 40 µm lang  …......................... Gyromitra perlata
12**. Sporenanhängsel 3,5 µm lang; Sporen länger als 40 µm ….................................................... 13

13(12). Sporen bis 45 µm lang, Sporen fein netzig ornamentiert ….................... Gyromitra fluctuans
13*. Sporen bis 48 µm lang, Sporen rauh-warzig bis deutlich netzig ornamentiert …........................
…... Gyromitra megalospora

14(12). Apothecien nur 1-5 (-9) cm im Durchmesser, nahezu sitzend; Hymenium gelbbraun bis braun; Paraphysen bisweilen an der Spitze verzweigt …................................... Gyromitra olympiana
14*. Apothecien gewöhnlich 4-15 cm im Durchmesser, jung saugnapfförmig; Hymenium blass ocker, später gelbbraun bis zimtbraun; Paraphysen unverzweigt …................................................. 15

15(14). Sporen groß, 32-38 µm lang werden (nach Rahm 1970: 35-45(-52) x 12-15 (-18) µm, aber Nachmessungen an Material von Rahm ergaben kleinere Werte); Apothecien bis 6(-7) cm im Durchmesser; Hymenium rasch zimtbraun …................................................... Gyromitra accumbens
Bem.: Für die Bestimmung sind unbedingt völlig ausgereifte Fruchtkörper nötig, da die Abgrenzung zu Gyromitra leucoxantha sehr schwer fällt.
15*. Sporen nur selten länger als 35 µm; Hymenium gelb, braunocker bis braunorange ……......... 16

16(15). Hymenium zunächst glatt, nur mehr oder weniger rau; Sporen 25-35 x 10-15 µm; meist auf karbonatreichen Böden …............................................................................... Gyromitra leucoxantha
16*. Hymenium deutlich höckerig-verbeult; Sporen 30-40 µm lang; amerikanische Art …................
…... Gyromitra convoluta

Gyromitra subgen. Pseudorhizina

17(3). Sporen elliptisch, 16-20,5 x 8,5-10,5 µm; Nordamerika.......................... Gyromitra californica
17*. Sporen kugelig, 8-10 (-12) µm im Durchmesser ….................................................................... 18

18(17). Stielbasis mit auffallenden weinroten Farbtönen ……………………………………………………………... …………………………… Gyromitra sphaerospora „fm. gabretae“ (noch nicht zu Gyromitra kombiniert)
18*. Stiel ohne weinrote Töne ….................................... Gyromitra sphaerospora fm. sphaerospora

Gyromitra subgen. Gyromitra


19(5). Arten des Frühjahrs; Hut gewöhnlich hirnartig gewunden, ohne deutliche Loben / Lappen …. ………………………………………………………………………………………………………………………………………..…………. 20
19*. Arten des Sommers und Herbstes: Hut gewöhnlich mitraförmig gelappt …............................ 24

20(19). Sporen ohne apikale Kalotte oder diese nur sehr schwach angedeutet ….......................... 21
20*. Sporen mit deutlicher, apikaler Kalotte …................................................................................ 23

21(20). Hut dunkelbraun; Stiel kurz; Sporen 13-17 x 7,5-8,5 µm, mit großen Guttulen (4,5-6 µm); Perispor an den Enden kaum verdickt; in der boreo-arktischen Zone unter Koniferen, in den Alpen in der subnivalen Stufe …................................................................................ Gyromitra columbiana
21*  Hut gelb- bis rotbraun; Stiel deutlich ausgeprägt; Sporen deutlich länger (weit über 20 µm lang); Perispor kaum verdickt; Habitat variabel ….................................. 22 (Gyromitra esculenta s.l.)
Bem.: Falls Stiel auffällig verpelartig, röhrig, glatt und auf Brandstellen vorkommend, zudem Sporen kürzer: (16–)18–21(–22,5) × (9–)10–11,5(–12) μm, dann vergleiche mit Gyromitra anthracobia – Schlüsselpunkt 5

22(21). Hut braun-rot; Stiel weiß, gut ausgeprägt; Sporen 18-28 x 9-12,5 µm;  Habitat variabel, bei Fichten oder Kiefern ….............................................................................. Gyromitra esculenta s.str.
22*.  wie G. esculenta s.str., aber Sporen im Schnitt kleiner: 16-21-22,5(-24,5) x 8-10,8 µm,
Q = 1,4-2,4;  Hymenium gelbbraun bis falb ockerbraun ……………..... Gyromitra esculenta var. fulva
22**. wie G. esculenta s.str., aber Sporen länger, 18-32,5(-35) x 8-12,5(-13,5) µm ………..…......... .......................................................................................…............... Gyromitra esculenta var. bubaci
22***. wie G. esculenta var. bubaci, also großsporig, aber insgesamt weiß bis elfenbein-weiß (albinotisch) ......................................................................................... Gyromitra esculenta var. alba
22****. wie G. esculenta s.str., aber Hymenium auffallend orange ….................................................. …................................................................................................ Gyromitra esculenta var. aurantiaca
22*****. wie G. esculenta s.str., aber insgesamt zierlicher; unter Laubbäumen ….............................. …... Gyromitra neuwirthii

23(20). Hut halbkugelig, braun-rot, mit freiem Hutrand; Stiel robust, weiß mit braunen Flecken; unter Pinus; Sporen elliptisch, 19-25 x 9-12 µm ............................................. Gyromitra tasmanica
Bem.: Unter Nothofagus kommt die sehr ähnliche Gyromitra antarctica vor.
23*. Hut dunkelbraun, Sporen fast fusoid, 23-28 x 11,5-13,5 µm ….................. Gyromitra splendida
23**. wie Gyromitra splendida, aber Sporen 19-28 x 9-13 µm, mit auffallend langem Stiel …........
…... Gyromitra longipes

24(19). Sporen rein elliptisch, an den Enden abgerundet, 19-24 x 7-8,5 µm …........ Gyromitra infula
Bem.: Gyromitra sichuanensis ist eine Minitaurausgabe, die sich aber auch durch fein warzige Sporen unterscheidet; bislang nur aus China bekannt;
Gyromitra chirripoensis – beschrieben aus Costa Rica – ist ebenfalls sehr ähnlich, unterscheidet sich aber durch die fehlenden Kalotten an den Sporenenden.

24*. Sporen tendentiell etwas eckig, die Enden nicht so abgerundet und deutlich größer, 22-33
(-37) x 7,5-12 µm; Stiel mit Violetttönen ….......................................................... Gyromitra ambigua
 
Gyromitra subgen. Caroliana

25(6). Apothecien deutlich gestielt …..................................................26 (Gyromitra sect. Caroliana)
25* Apothecien sessil oder mit deutluch reduziertem Stiel ….............. 28 (Gyromitra sect. Parmae)

26(25). Fertiler Fruchtkörperberich hirnartig gewunden …................................. Gyromitra caroliana
26* Fertiler Fruchtkörperbereich gelappt bis helvelloid …............................................................... 27

27(26). Sporen kürzer als 30 µm; Nordamerika …................................................ Gyromitra brunnea
27*. Sporen größer, einige länger als 30 µm werdend ….................................... Gyromitra fastigiata

28(25). Sporenlänge 20 µm überschreitend …................................................................................. 29
28*. Sporen nur bis 20 µm lang ….................................................................... Gyromitra microspora

29(28). Sporen sehr auffallend stachelig ornamentiert …............................. Gyromitra spinosospora
29*. Sporen netzig bis angedeutet netzig ornamentiert, aber mit stachligen Sporenanhängseln .. 30

30(29). Sporen deutlich und vollständig netzartig ornmamentiert, an den Polen deutlich stachelig; Sporen  nur bis 28,5 µm lang .................................................................................. Gyromitra parma
30*. Sporen nur unvollständig netzig ornamentiert, an den Polen rauwarzig-stachlig; Sporen 31-38 µm lang ... Gyromitra martinii



Literatur:


CABONE M., VAN VOOREN N., KLENER V. & ALVARADO P. (2018): Preliminary phylogenetic and morphological studies in the Gyromitra gigas lineage (Pezizales): Epitypification of Gyromitra gigas and G. ticiniana. Ascomycete.org 10(5): 187–199.

HARMAJA H. (1973): Amendments of the limits of the genera Gyromitra and Pseudorhizina, with the description of a new species, Gyromitra montana. - Karstenia 13: 48-58.

MORAVEC J. (1986): Revision of the type of Gyromitra bubaci and the problem of ascospore size of Gyromitra esculenta (Discomycetes). Česká Mykol. 40(1): 11-18.

VAN VOOREN N. & MOREAU P.-A. (2009a): Essai taxinomique sur le genre Gyromitra Fr. sensu lato (Pezizales). 1. Introduction et systematique. Ascomycete.org 1(1): 3-6.

VAN VOOREN N. & MOREAU P.-A. (2009b): Essai taxinomique sur le genre Gyromitra Fr. sensu lato (Pezizales). 2. Le genre Gyromitra Fr., sous-genre Gyromitra. Ascomycete.org 1(1): 7-14.

VAN VOOREN N. & MOREAU P.-A. (2009c): Essai taxinomique sur le genre Gyromitra Fr. sensu lato (Pezizales). 3. Le genre Gyromitra Fr., sous-genre Discina. Ascomycete.org 1(2): 3-13.

VAN VOOREN N. & MOREAU P.-A. (2009d): Essai taxinomique sur le genre Gyromitra Fr. sensu lato (Pezizales). 4. Le genre Gyromitra Fr., sous-genre Caroliniana. Ascomycete.org 1(2): 15-20.

VAN VOOREN N. & MOREAU P.-A. (2009e): Essai taxinomique sur le genre Gyromitra Fr. sensu lato (Pezizales). 5. Le genre Gyromitra Fr., sous-genre Melaleucoides. Ascomycete.org 1(3): 11-13.

VAN VOOREN N. & MOREAU P.-A. (2009f): Essai taxinomique sur le genre Gyromitra Fr. sensu lato (Pezizales). 6. Le genre Pseudorhizina Jacz. Ascomycete.org 1(3): 15-16.

VAN VOOREN N. & MOREAU P.-A. (2009g): Essai taxinomique sur le genre Gyromitra Fr. sensu lato (Pezizales). 7. Le genre Gyromitra Fr., Taxons exclus, douteux ou insuffisamment connus. Ascomycete.org 1(4): 3-10.

WANG X.-C. & ZHUANG W.-Y.(2018): A three-locus phylogeny of Gyromitra (Discinaceae, Pezizales) and discovery of two cryptic species. Mycologia 111(1): 69-77, DOI:10.1080/00275514.2018.1515456
Argentum atque aurum facile est laenamque togamque mittere, boletos mittere difficile est
(Silber und Gold, Mantel und Toga kann man leicht verschenken, schwer ist es aber, auf Pilze zu verzichten - Spruch von Martial)

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Re: Gyromitraschlüssel für Europa
« Antwort #3 am: 5. April 2019, 23:37 »
Liebe Gyromitra-Freundinnen und -freunde,

ich habe den Schlüssel pünktlich zur Lorchelzeit etwas erweitert - neu hinzu kam Gyromitra anthracobia, die aus Zypern von Brandflächen beschrieben wurde. Und ich habe die Gattung Pseudorhizina gestrichen und die zwei Arten nun bei Gyromitra eingereiht. Dabei folge ich der aktuellen Studie von Wang & Zhuang (2019).

Wie immer kopiere ich den Schlüssel aus Word hier zum Schnelllesen rein (das Layout ist dann aber oft etwas zerfetzt). Als layouttechnisch sauberen Schlüssel hänge ich wieder das Word-Dokument an.

Liebe Grüße,
Christoph

Literatur:
Xin-Cun Wang & Wen-Ying Zhuang (2019) A three-locus phylogeny of Gyromitra (Discinaceae, Pezizales) and discovery of two cryptic species. Mycologia 111 (1): 69-77, DOI: 10.1080/00275514.2018.1515456

Und hier der Schlüssel:

Schlüssel der Gattung Gyromitra in Europa

(Stand vom 5.4.2019 – C. Hahn nach van Vooren & Moreau in Ascomycètes.org – Artikelreihe zur Gattung Gyromitra in Band 1, Heft 1-4 der Onlinezeitschrift Ascomycètes.org)

A) Schlüssel der Untergattungen

1. Apothecien sessil oder mit stark reduziertem Stiel …................................................................... 2
1*. Apothecien gestielt …... 3

2(1). Sporen in der Mehrzahl mit zwei Öltröpfchen (biguttulat) ……………………………………………………… ………………………………………………………………………………………...… 7 (Gyromitra subgen. Melaleucoides)
2*. Sporen in der Mehrzahl mit nur einem oder mit drei Öltröpfchen ………………………….…………………. ………………………………………………………………………………………………………. 8 (Gyromitra subgen. Discina)

3(1). Fertiler Fruchtkörperbereich (v. a. Jung) glockenförmig, Stiel sehr deutlich helvellaartig grubig; Sporen glatt............................................................................ 19 (Gyromitra subgen. Pseudorhizina)
3*. Fertiler Fruchtkörperbereich mit Lappen/Zipfeln, hirnartig gewunden, helvelloid; Stiel nicht grubenlorchelartig; Sporen ornamentiert bis glatt …......................................................................... 4

4(3). Sporen glatt oder fein rauh-warzig, ohne nennenswerte Anhängsel oder Kalotten ….............. 5
4*. Sporen stark ornamentiert …... 6

5(4). Stiel glatt, vollkommen hohl, an den Stiel einer Verpel erinnernd; anthrcophil, bislang nur aus Zypern bekannt ……………... Gyromitra subgen. Pseudoverpa – nur eine Art: Gyromitra anthracobia
5*. Stiel nicht glatt-röhrig, verpelartig …………………..………………… 21 (Gyromitra subgen. Gyromitra)

6(4). Sporen stachelig ornamentiert oder mit isolierten Anhängseln oder Dornen ….......................... ….................................................................................................. 27 (Gyromitra subgen. Carolinana)
6*. Sporen nicht stachelig ornamentiert, sondern mit konischen Anhänseln oder Kalotten …............
…... 8 (Gyromitra subgen. Discina)

B) Artenschlüssel nach Untergattungen

Gyromitra subgen. Melaleucoides

7(2). Sporen 18–22 × 9–10 μm, fein warzig ornamentiert................................. Gyromitra melaleuca
7*. Sporen 10-14,5 x 7-10 µm, deutlich warzig-gratig …............................. Gyromitra melaleucoides

Gyromitra subgen. Discina

8(6). Apothecien deutlich gestielt, nicht scheibenartig / becherlingsartig …........................................
…............................................................................................. 9 (Gyromitra sect. Pseudogyromitrae)
8*. Apothecien sitzend oder mit deutlich reduziertem Stiel, scheiben-/becherlingsartig …................
…... 12 (Gyromitra sect. Discina)

9(8). Hymenium mehr oder weniger hirnartig gewunden, zunächst ocker-bräunlich, reif schokoladenbraun; Sporenanhängsel einfach, hauben- bzw. kapuzenförmig, stumpf abgerundet; Sporen deutlich netzartig ornamentiert; vorwiegend in Nadelwäldern ................... Gyromitra gigas
9*. Hymenium etwas weniger gewunden, hirnartig, heller gefärbt; Sporen glatt bis fein netzig ornamentiert ... 10

10(9). Sporen kürzer als 30 µm, im Laubwald; Sporen glatt ................................ Gyromitra ticiniana
10*. Sporen länger als 30 µm; Sporen fast glatt, fein warzig bis fein netzig ornamentiert ............. 11

11(10). Sporen fast glatt bis rau-warzig, nicht netzartig ornamentiert …............ Gyromitra montana
11*. Sporen fein netzartig ornamentiert …................................................................ Gyromitra korfii

12(8). Sporen nur bis 30 µm lang ….................................................................................................. 13
12*. Sporen länger als 30 µm lang …................................................................................................ 14

13(12). Sporenanhängsel abgehackt kalottenförmig; Apothecien quasi sitzend; Hymenium mit deutlichen Olivtönen, deutlich gegenüber der elfenbein-weißen Außenseite kontrastierend; Rand jung eingerollt; Sporen 9-12 µm breit ................................................................. Gyromitra geogenia
13*. Sporenanhängsel konisch, kurz; Apothecien nur bis 1-3 cm groß, kurz gestielt (Stiel bis 2 cm lang); Sporen nur 8-9 µm breit.......................................................................... Gyromitra intermedia
13**. Sporenanhängsel relativ lang (2,5-5 µm lang); Sporen 11-14 µm breit …..... Gyromitra warnei

14(12). Sporenanhängsel sehr kurz, großteils stumpf abgerundet bis flach buckelig, gelegentlich ganz fehlend …... 16
14*. Sporenanhängsel 1,5-3,5 µm lang; Sporen bis 40 µm lang  …......................... Gyromitra perlata
14**. Sporenanhängsel 3,5 µm lang; Sporen länger als 40 µm ….................................................... 15

15(14). Sporen bis 45 µm lang, Sporen fein netzig ornamentiert ….................... Gyromitra fluctuans
15*. Sporen bis 48 µm lang, Sporen rauh-warzig bis deutlich netzig ornamentiert …........................
…... Gyromitra megalospora

16(14). Apothecien nur 1-5 (-9) cm im Durchmesser, nahezu sitzend; Hymenium gelbbraun bis braun; Paraphysen bisweilen an der Spitze verzweigt …................................... Gyromitra olympiana
16*. Apothecien gewöhnlich 4-15 cm im Durchmesser, jung saugnapfförmig; Hymenium blass ocker, später gelbbraun bis zimtbraun; Paraphysen unverzweigt …................................................. 17

17(16). Sporen sehr groß, 35-45(-52) x 12-15 (-18) µm; Apothecien bis 6(-7) cm im Durchmesser; Hymenium rasch zimtbraun ….......................................................................... Gyromitra accumbens
17*. Sporen nur selten länger als 35 µm; Hymenium gelb, braunocker bis braunorange ……......... 18

18(17). Hymenium zunächst glatt, nur mehr oder weniger rau; Sporen 25-35 x 10-15 µm; meist auf karbonatreichen Böden …............................................................................... Gyromitra leucoxantha
18*. Hymenium deutlich höckerig-verbeult; Sporen 30-40 µm lang; amerikanische Art …................
…... Gyromitra convoluta

Gyromitra subgen. Pseudorhizina

19(3). Sporen elliptisch, 16-20,5 x 8,5-10,5 µm; Nordamerika.......................... Gyromitra californica
19*. Sporen kugelig, 8-10 (-12) µm im Durchmesser ….................................................................... 20

20(19). Stielbasis mit auffallenden weinroten Farbtönen ………………………………………………………………... …………………………… Gyromitra sphaerospora „fm. gabretae“ (noch nicht zu Gyromitra kombiniert)
20*. Stiel ohne weinrote Töne ….................................... Gyromitra sphaerospora fm. sphaerospora


Gyromitra subgen. Gyromitra

21(5). Arten des Frühjahrs; Hut gewöhnlich hirnartig gewunden, ohne deutliche Loben / Lappen …. ………………………………………………………………………………………………………………………………………..…………. 22
21*. Arten des Sommers und Herbstes: Hut gewöhnlich mitraförmig gelappt …............................ 26

22(21). Sporen ohne apikale Kalotte oder diese nur sehr schwach angedeutet ….......................... 23
22*. Sporen mit deutlicher, apikaler Kalotte …................................................................................ 25

23(22). Hut dunkelbraun; Stiel kurz; Sporen 13-17 x 7,5-8,5 µm, mit großen Guttulen (4,5-6 µm); Perispor an den Enden kaum verdickt; in der boreoarktischen Zone unter Koniferen, in den Alpen in der subnivalen Stufe …................................................................................ Gyromitra columbiana
23*  Hut gelb- bis rotbraun; Stiel deutlich ausgeprägt; Sporen deutlich länger (weit über 20 µm lang); Perispor kaum verdickt; Habitat variabel ….................................. 24 (Gyromitra esculenta s.l.)
Bem.: Falls Stiel auffällig verpelartig, röhrig, glatt und auf Brandstellen vorkommend, zudem Sporen kürzer: (16–)18–21(–22,5) × (9–)10–11,5(–12) μm, dann vergleiche mit Gyromitra anthracobia – Schlüsselpunkt 5

24. Hut braun-rot; Stiel weiß, gut ausgeprägt; Sporen 18-27 x 8-10 µm;  Habitat variabel, bei Fichten oder Kiefern ….............................................................................. Gyromitra esculenta s.str.
24*.  wie G. esculenta s.str., aber Sporen im Schnitt etwas kleiner, Hymenium gelbbraun bis falb ockerbraun …...................................................................................... Gyromitra esculenta var. fulva
24**. wie G. esculenta s.str., aber Sporen länger, bis 30 (-35) µm lang …............................................ …... Gyromitra esculenta var. bubaci
24***. wie G. esculenta s.str., aber Hymenium auffallend orange …................................................... …................................................................................................ Gyromitra esculenta var. aurantiaca
24****. wie G. esculenta s.str., aber insgesamt weiß bis elfenbein-weiß (albinotisch) …....................
…... Gyromitra esculenta var. alba
24*****. wie G. esculenta s.str., aber insgesamt zierlicher; unter Laubbäumen ….............................. …... Gyromitra neuwirthii

25. Hut halbkugelig, braun-rot, mit freiem Hutrand; Stiel robust, weiß mit braunen Flecken; unter Pinus; Sporen elliptisch, 19-25 x 9-12 µm ........................................................ Gyromitra tasmanica
Unter Nothofagus kommt die sehr ähnliche Gyromitra antarctica vor.
25*. Hut dunkelbraun, Sporen fast fusoid, 23-28 x 11,5-13,5 µm ….................. Gyromitra splendida
25**. wie Gyromitra splendida, aber Sporen 19-28 x 9-13 µm, mit auffallend langhem Stiel …........
…... Gyromitra longipes

26(21). Sporen rein elliptisch, an den Enden abgerundet, 19-24 x 7-8,5 µm …........ Gyromitra infula
Gyromitra sichuanensis ist eine Minitaurausgabe, die sich aber auch durch fein warzige Sporen unterscheidet; bislang nur aus China bekannt;
Gyromitra chirripoensis – beschrieben aus Costa Rica – ist ebenfalls sehr ähnlich, unterscheidet sich aber durch die fehlenden Kalotten an den Sporenenden.
26*. Sporen tendentiell etwas eckig, die Enden nicht so abgerundet und deutlich größer, 22-33 (-37) x 7,5 – 12 µm; Stiel mit Violetttönen ….......................................................... Gyromitra ambigua
 

Gyromitra subgen. Caroliana

27(6). Apothecien deutlich gestielt …..................................................28 (Gyromitra sect. Caroliana)
27* Apothecien sessil oder mit deutluch reduziertem Stiel ….............. 30 (Gyromitra sect. Parmae)


28(27). Fertiler Fruchtkörperberich hirnartig gewunden …................................. Gyromitra caroliana
28* Fertiler Fruchtkörperbereich gelappt bis helvelloid …............................................................... 29

29(28). Sporen kürzer als 30 µm; Nordamerika …................................................ Gyromitra brunnea
29*. Sporen größer, einige länger als 30 µm werdend ….................................... Gyromitra fastigiata

30(27). Sporenlänge 20 µm überschreitend …................................................................................. 31
30*. Sporen nur bis 20 µm lang ….................................................................... Gyromitra microspora

31(30). Sporen sehr auffallend stachelig ornamentiert …............................. Gyromitra spinosospora
31*. Sporen netzig bis angedeutet netzig ornamentiert, aber mit stachligen Sporenanhängseln .. 32

32(33). Sporen deutlich und vollständig netzartig ornmamentiert, an den Polen deutlich stachelig; Sporen  nur bis 28,5 µm lang .................................................................................. Gyromitra parma
32*. Sporen nur unvollständig netzig ornamentiert, an den Polen rauwarzig-stachlig; Sporen 31-38 µm lang ... Gyromitra martinii




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Re: Gyromitraschlüssel für Europa
« Antwort #2 am: 29. April 2018, 22:09 »
Liebe Gyromitra-Interessierte,

ich habe den ursprünglichen Thread, in dem Schlüssel und Diskussion zusammen waren, aufgeteilt und habe hier einen aktualisierten Schlüssel zur Gattung Gyromitra eingefügt. Den Schlüssel habe ich auch als Word-Dokument eingefügt, damit man ihn ohne die Layout-Probleme des Forums lesen und nutzen kann.

Liebe Grüße,
Christoph

Hier der Schlüssel:

Schlüssel der Gattungen Gyromitra (inkl. Pseudorhizina)
(Stand: 29.04.2018, C. Hahn)


Dieser Schlüssel basiert primär auf den Einzelschlüsseln der Untergattungen von Gyromitra, die Nicolas van Vooren und Pierre-Athur Moreau 2009 in ihrer siebenteiligen Bearbeitung der Gattung Gyromitra (in der Ascomycete.org-Zeitschrift Band 1 - online frei verfügbar über http://ascomycete.org/) vorgestellt haben. Der Schlüssel wurde stellenweise ergänzt oder abgewandelt – insbesondere in er Untergattung Discina, da hier die Sporenmaße zu stark gewichtet wurden und so in die Irre führen können.
Der Schlüssel ist nicht streng dichotom - manchmal werden untereinander mehrere Fragen gestellt, insbesondere bei dem Giftlorchel-Aggregat. Wenn besondere Merkmale hervorgehoben werden, heißt dies, dass das so bei den Alternativen nicht typischerweise vorkommt.
Achtung: die Sporenmaße beziehen sich immer auf von völlig ausgereiften Fruchtkörpern erhaltene Sporenabwürfe! Auch das Ornament prägt sich erst im Laufe des Reifens aus – zu junge Fruchtkörper von Arten mit sehr deutlich ornamentierten Sporen sind glatt. Sporen innerhalb der Asci sind oft deutlich kleiner als freie, ausgeschleuderte Sporen. Die erste Sporengeneration kann ebenfalls noch kürzere Sporen als spätere von vollreifen Fruchtkörpern produzierte Sporen aufweisen (auch beim Abwurf).


1 Apothecien sessil oder mit stark reduziertem Stiel ………………………………………………………………………. 2
1* Apothecien gestielt ………………………………………………………………………………………………………………….... 3

2 Sporen in der Mehrzahl mit zwei Öltröpfchen (biguttulat) ..... 6 (Gyromitra subgen. Melaleucoides)
2* Sporen in der Mehrzahl mit nur einem oder mit drei Öltröpfchen ... 7 (Gyromitra subgen. Discina)

3 Fertiler Fruchtkörperbereich (v. a. jung) glockenförmig, Stiel sehr deutlich helvellaartig grubig; Sporen glatt ……………………………………………………………………………………………………….... 18 (Pseudorhizina)
3* Fertiler Fruchtkörperbereich mit Lappen/Zipfeln, hirnartig gewunden oder helvelloid; Stiel nicht grubenlorchelartig; Sporen ornamentiert bis glatt …........................................................................... 4

4. Sporen glatt oder fein rau-warzig, ohne nennenswerte Anhängsel oder Kalotten …....................
…………………………………………………………………………………………………... 20 (Gyromitra subgen. Gyromitra)
4* Sporen stark ornamentiert …………………….………………………………………………………………………………….. 5

5 Sporen stachelig ornamentiert oder mit isolierten Anhängseln oder Dornen …............................... …................................................................................................... 26 (Gyromitra subgen. Carolinana)
5* Sporen nicht stachelig ornamentiert, sondern mit konischen Anhängseln oder Kalotten …............
………………………………………………………………………………………………………….. 7 (Gyromitra subgen. Discina)

Gyromitra subgen. Melaleucoides
6 Sporen 18–22 × 9–10 μm, fein warzig ornamentiert........................................ Gyromitra melaleuca
6* Sporen 10-14,5 x 7-10 µm, deutlich warzig-gratig …................................ Gyromitra melaleucoides


Gyromitra subgen. Discina
7 Apothecien deutlich gestielt, nicht scheibenartig / becherlingsartig …..............................................
….............................................................................................. 8 (Gyromitra sect. Pseudogyromitrae)
7* Apothecien sitzend oder mit deutlich reduziertem Stiel, scheiben-/becherlingsartig …...................
……………………………………………………………………………………………………..…..... 11 (Gyromitra sect. Discina)

8 Hymenium mehr oder weniger hirnartig gewunden, zunächst ocker-bräunlich, reif schokoladenbraun; Sporenanhängsel einfach, hauben- bzw. kapuzenförmig, stumpf abgerundet; Sporen deutlich netzartig ornamentiert; vorwiegend in Nadelwäldern .................... Gyromitra gigas
8* Hymenium etwas weniger gewunden-hirnartig, heller gefärbt; Sporen glatt bis fein netzig ornamentiert …………………………………………………………………………………………………….………………………….. 9

9 Sporen kürzer als 30 µm, im Laubwald; Sporen glatt ......................................... Gyromitra ticiniana
Bem.: junge Exemplare von Gyromitra gigas, die ausnahmsweise an Laubholz wachsen, können als Gyromitra ticininana fehlinterpretiert werden. Daher bei Zweifeln nur vollkommen reife Fruchtkörper betrachten!
9* Sporen länger als 30 µm; Sporen fast glatt, fein warzig oder fein netzig ornamentiert ............... 10

10 Sporen fast glatt bis rau-warzig, nicht netzartig ornamentiert …....................... Gyromitra montana
10* Sporen fein netzartig ornamentiert …..................................................................... Gyromitra korfii

11 Freie Sporen nur bis 30 µm lang ……………………………………………………………………..…….…………………. 12
11* Freie Sporen länger als 30 µm lang …............................................................................................ 13

12 Sporenanhängsel abgestutzt kalottenförmig; Apothecien quasi sitzend; Hymenium mit deutlichen Olivtönen, deutlich gegenüber der elfenbein-weißen Außenseite kontrastierend; Rand jung eingerollt; Sporen 9-12 µm breit ............................................................................ Gyromitra geogenia
12* Sporenanhängsel konisch, kurz; Apothecien nur bis 1-3 cm groß, kurz gestielt (Stiel bis 2 cm lang); Sporen nur 8-9 µm breit............................................................................. Gyromitra intermedia
12** Sporenanhängsel relativ lang (2,5-5 µm lang); Sporen 11-14 µm breit  ........... Gyromitra warnei

13. Sporenanhängsel sehr kurz, großteils stumpf abgerundet bis flach buckelig, gelegentlich ganz fehlend ………………………………………………………………………………………………………………………………………….. 15
13* Sporenanhängsel 1,5-9 µm lang; Sporen bis 40 µm lang  …................................ Gyromitra perlata
13** Sporenanhängsel 3,5 µm lang; Sporen länger als 40 µm …......................................................... 14

14 Sporen bis 45 µm lang, Sporen fein netzig ornamentiert …............................... Gyromitra fluctuans
14* Sporen bis 48 µm lang, Sporen rau-warzig bis deutlich netzig ornamentiert ….................................
…………………………………………………………………………………………………………………….. Gyromitra megalospora

15. Apothecien nur 1-5 (-9) cm im Durchmesser, nahezu sitzend; Hymenium gelbbraun bis braun; Paraphysen bisweilen an der Spitze verzweigt ….................................................. Gyromitra olympiana
15* Apothecien gewöhnlich 4-15 cm im Durchmesser, jung saugnapfförmig; Hymenium blass ocker, später gelbbraun bis zimtbraun; Paraphysen unverzweigt ….............................................................. 16

16 Sporenanhängsel reif umgedreht becherförmig, dadurch in Seitenansicht bifurcat aussehend .. 17
16* Sporenanhängsel als konvexe Kappe oder als Scheibe ausgeprägt, nicht konkav bzw. nicht in Seitenansicht bifurcat aussehend; Apothecien bis 6(-7) cm im Durchmesser; Hymenium rasch zimtbraun ……………………………………………………………………………………………………….. Gyromitra accumbens
17 Hymenium zunächst glatt, nur mehr oder weniger rau; Sporen 25-35 x 10-15 µm; meist auf karbonatreichen Böden; Europa......................................................................... Gyromitra leucoxantha
17* Hymenium deutlich höckerig-verbeult; Sporen 30-40 µm lang; amerikanische Art …................... ………………………………………………………………………................................................. Gyromitra convoluta

Gattung Pseudorhizina
18. Sporen elliptisch, 16-20,5 x 8,5-10,5 µm; Nordamerika....................... Pseudorhizina californica
18* Sporen kugelig, 8-10 (-12) µm im Durchmesser …................................................................. 19

19  Stielbasis mit auffallenden weinroten Farbtönen ..... Pseudorhizina sphaerospora fm. gabretae
19* Stiel ohne weinrote Töne ….............................. Pseudorhizina sphaerospora fm. sphaerospora

Gyromitra subgen. Gyromitra
20 Arten des Frühjahrs; Hut gewöhnlich hirnartig gewunden, ohne deutliche Loben / Lappen …..... 21
20* Arten des Sommers und Herbstes: Hut gewöhnlich mitraförmig gelappt …................................ 25

21 Sporen ohne apikale Kalotte oder diese nur sehr schwach angedeutet …..................................... 22
21* Sporen mit deutlicher, apikaler Kalotte ….................................................................................... 24

22 Hut dunkelbraun; Stiel kurz; Sporen 13-17 x 7,5-8,5 µm, mit großen Guttulen (4,5-6 µm); Perispor an den Enden kaum verdickt; in der boreoarktischen Zone unter Koniferen, in den Alpen in der subnivalen Stufe …............................................................................................. Gyromitra columbiana
22*  Hut gelb- bis rotbraun; Stiel deutlich ausgeprägt; Sporen deutlich länger (weit über 20 µm lang); Perispor kaum verdickt; Habitat variabel ….............................................. 23 (Gyromitra esculenta s.l.)

23 Hut braun-rot; Stiel weiß, gut ausgeprägt; Sporen 18-27 x 8-10 µm;  Habitat variabel, bei Fichten oder Kiefern …............................................................................................... Gyromitra esculenta s.str.
23*  wie G. esculenta s.str., aber Sporen im Schnitt etwas kleiner, Hymenium gelbbraun bis falb ockerbraun …...........................................................................................Gyromitra esculenta var. fulva
23** wie G. esculenta s.str., aber Sporen länger, bis 30 (-35) µm lang …................................................. ……………………………………………………………………………………………….…….... Gyromitra esculenta var. bubaci
23*** wie G. esculenta s.str., aber Hymenium auffallend orange …........................................................ …... Gyromitra esculenta var. aurantiaca
23**** wie G. esculenta s.str., aber insgesamt weiß bis elfenbein-weiß (albinotisch) ….........................
…... Gyromitra esculenta var. alba
Bem.: Als rein albinotische Form wohl ohne taxonomische Bedeutung
23***** wie G. esculenta s.str., aber insgesamt zierlicher; unter Laubbäumen ….............................. ………………………………………………………………………………………………………………………... Gyromitra neuwirthii
Bem.: auch van Vooren & Moreau äußern große Zweifel, ob dieses Taxon Artrang verdient (bzw. ob man nur wegen des Habitats und der Zierlichkeit überhaupt etwas abtrennen kann)

24 Hut halbkugelig, braun-rot, mit freiem Hutrand; Stiel robust, weiß mit braunen Flecken; unter Pinus; Sporen elliptisch, 19-25 x 9-12 µm ............................................................ Gyromitra tasmanica
Bem.: Unter Nothofagus kommt die sehr ähnliche Gyromitra antarctica vor.
24* Hut dunkelbraun, Sporen fast fusoid, 23-28 x 11,5-13,5 µm …....................... Gyromitra splendida
24** wie Gyromitra splendida, aber Sporen 19-28 x 9-13 µm, mit auffallend langem Stiel .................. ... Gyromitra longipes

25 Sporen rein elliptitisch, an den Enden abgerundet, 19-24 x 7-8,5 µm ................... Gyromitra infula
Bem.: Gyromitra sichuanensis ist wie eine Minitaurausgabe, die sich aber auch durch fein warzige Sporen unterscheidet; bislang nur aus China bekannt;
Gyromitra chirripoensis – beschrieben aus Costa Rica – ist ebenfalls sehr ähnlich, unterscheidet sich aber durch die fehlenden Kalotten an den Sporenenden.

25* Sporen tendentiell etwas eckig, die Enden nicht so abgerundet und deutlich größer, 22-33 (-37) x 7,5 – 12 µm; Stiel mit Violetttönen …....................................................................... Gyromitra ambigua
 
Gyromitra subgen. Caroliana
26 Apothecien deutlich gestielt …...........................................................27 (Gyromitra sect. Caroliana)
26* Apothecien sessil oder mit deutluch reduziertem Stiel …................... 29 (Gyromitra sect. Parmae)

27 Fertiler Fruchtkörperberich hirnartig gewunden …........................................... Gyromitra caroliana
27* Fertiler Fruchtkörperbereich gelappt bis helvelloid …................................................................... 28

28 Sporen kürzer als 30 µm; Nordamerika …........................................................... Gyromitra brunnea
28* Sporen größer, einige länger als 30 µm werdend …........................................ Gyromitra fastigiata

29 Sporenlänge 20 µm überschreitend …............................................................................................ 30
29* Sporen nur bis 20 µm lang …......................................................................... Gyromitra microspora

30 Sporen sehr auffallend stachelig ornamentiert …........................................ Gyromitra spinosospora
30* Sporen netzig bis angedeutet netzig ornamentiert, aber mit stachligen Sporenanhängseln ...... 31

31. Sporen deutlich und vollständig netzartig ornamentiert, an den Polen deutlich stachelig; Sporen  nur bis 28,5 µm lang ...................................................................................... Gyromitra parma
31* Sporen nur unvollständig netzig ornamentiert, an den Polen rauwarzig-stachlig; Sporen 31-38 µm lang …………………………………………………………………………………………………..…………………. Gyromitra martinii

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Gyromitraschlüssel für Europa
« Antwort #1 am: 19. April 2017, 14:08 »
Edit: Ich habe eine neue Version des Schlüssels im Folgrposting vorgestellt - der ursprünlgiche erscheint jetzt durchgestrichen, damit man sieht, dass er nicht mehr aktuell ist, aber diese Version noch erkennen kann (und ggfls. mit der neuen Version vergleichen kann) - Liebe Grüße, Christoph

Hallo liebe Lorchelfreundinnen und -freunde,

ich habe mir die Einzelschlüssel der Untergattungen von Gyromitra, die Nicolas van Vooren und Pierre-Athur Moreau 2009 in ihrer siebenteiligen Bearbeitung der Gattung Gyromitra (in der Ascomycete.org-Zeitschrift Band 1 - online frei verfügbar über http://ascomycete.org/) vorgestellt haben, geschnappt und ins Deutsche übertragen. Ich habe mich so gut wie möglich an den Originalschlüsseln gehalten und nur ab und an diesen etwas abgewandelt.
Der Schlüssel ist nicht streng dichotom - manchmal werden untereinander mehrere Fragen gestellt, insbesondere bei dem Giftlorchel-Aggregat. Wenn besondere Merkmale hervorgehoben werden, heißt dies, dass das so bei den Alternativen nicht typischerwesie vorkommt.

Die Anzahl der Taxa ist sehr viel hörer, als man erwarten würde. Man muss aber bei der Bestimmung aufpassen! Lorcheln sind erst sehr spät reif. Bei zu jungen Lorcheln fehlt noch das Sporenornament und man könnte meinen, es sei eine glattsüorige Art. Als Beispiel nehme ich Laubholzfunde der Riesenlorcheln (Gyromitra gigas), die man dann schnell als Gyromitra ticiniana fehlbestimmt. Wartet man aber ab, bis die Fruchtkörper wirklich reif sind (dann vergehen sie teils bereits), so wird man wohl meist doch das typische Netzmuster finden. Mir ging es jedenfalls mal so bei einem Laubholzfund.

Besonders hinweisen möchte ich auch auf Gyromitra ambigua - sie sieht aus wie eine sehr große Bischofsmütze mit schmutzig dunkelm Stiel (mit Violetttönen), hat aber anders geformte und vor allem viel größere Sporen. Große Einzelfrucktörper der Bischofsmütze sollten daher unbedingt nachmikroskopiert werden.

Es sind auch nichteuropäische Arten im Schlüssel enthalten (dann mit Angabe der Verbreitung), da immer wieder sogenannte "Nichteuropäer" in Europa gefunden werden (so z. B. Gyromitra tasmanica in Spanien).

Bei der Giftlorchel möchte ich auf Gyromitra esculenta var. aurantiaca hinweisen. Diese auffallend orange gefärbte Varietät wurde aus Deutschland beschrieben, ist aber seit dem Typus nicht mehr gefunden worden.

Die Scheibenlorcheln sind ebenfalls eine eigene Erwähnung wert. Man sollte insbesondere Laubholzfunde unbedingt mikroskopieren. Es kann ja doch nicht sein, dass beispielsweise eine so auffällige Art wie Gyromitra spinosospora nur einmal (am Inn an Salix) gefunden wird und dann nie mehr wieder aufgesammelt wird - siehe Koch, Lohmeyer & Chortsan (1995): Gyromitra spinosospora (Lucch. & Pelland.) comb. nov. (= Discina spinosospora Lucch. & Pelland.) - Erstnachweis für Deutschland. Mycol. Bav. 1: 46-49.

Der Schlüssel soll helfen, Lorcheln sicherer zu bestimmen (insbesondere wenig bekannte Arten, die beispielsweise nicht in Pilze der Schweiz enthalten sind). Ich habe die Nomenklatur von van Vooren & Moreau übernommen. Es würde mich freuen, wenn hier auch die eine oder andere Lorcheln vorgestellt und/oder diskutiert würde. Deshalb habe ich den Thread auch Gyromitral-Fred genannt.

So, hier nun der Komplettschlüssel (inklusive Pseudorhizina)... Das Layout ist suboptimal - irgendwie werden manchmal die Punkte genommen, mal nicht, dann die Zeilenumbrüche... aber es sollte alles zuzuordnen sein (ansonsteh einfach in ein Textverarbeitungsprogramm kopieren und dort nochmal selbst layouten  8)

Schlüssel der Gattungen Gyromitra und Pseudorhizina

1. Apothecien sessil oder mit stark reduziertem Stiel ....................................................................... 2
1*. Apothecien gestielt ... 3

2. Sporen in der Mehrzahl mit zwei Öltröpfchen (biguttulat) ..................... 6 (Gyromitra subgen. Melaleucoides)
2*. Sporen in der Mehrzahl mit nur einem oder mit drei Öltröpfchen ....................... 7 (Gyromitra subgen. Discina)

3. Fertiler Fruchtkörperbereich (v. a. Jung) glockenförmig, Stiel sehr deutlich helvellaartig grubig; Sporen glatt... 18 (Pseudorhizina)
3*. Fertiler Fruchtkörperbereich mit Lappen/Zipfeln, hirnartig gewunden oder helvelloid; Stiel nicht grubenlorchelartig; Sporen ornamentiert bis glatt …........................................................................ 4

4. Sporen glatt oder fein rauh-warzig, ohne nennenswerte Anhängsel oder Kalotten …....................
…...20 (Gyromitra suben. Gyromitra)
4*. Sporen stark ornamentiert …... 5

5. Sporen stachelig ornamentiert oder mit isolierten Anhängseln oder Dornen …............................... …................................................................................................... 26 (Gyromitra subgen. Carolinana)
5*. Sporen nicht stachelig ornamentiert, sondern mit konischen Anhänseln oder Kalotten …............
…...7 (Gyromitra subgen. Discina)

Gyromitra subgen. Melaleucoides
6. Sporen 18–22 × 9–10 μm, fein warzig ornamentiert...................................... Gyromitra melaleuca
6* Sporen 10-14,5 x 7-10 µm, deutlich warzig-gratig …............................ Gyromitra melaleucoides


Gyromitra subgen. Discina
7. Apothecien deutlich gestielt, nicht scheibenartig / becherlingsartig …............................................
…............................................................................................ 8 (Gyromitra sect. Pseudogyromitrae)
7* Apothecien sitzend oder mit deutlich reduziertem Stiel, scheiben-/becherlingsartig ….................
…... 11 (Gyromitra sect. Discina)

8. Hymenium mehr oder weniger hirnartig gewunden, zunächst ocker-bräunlich, reif schokoladenbraun; Sporenanhängsel einfach, hauben- bzw. kapuzenförmig, stumpf abgerundet; Sporen deutlich netzartig ornamentiert; vorwiegend in Nadelwäldern .................... Gyromitra gigas
8* Hymenium etwas weniger gewunden, hirnartig, heller gefärbt; Sporen glatt bis fein netzig ornamentiert ... 9

9. Sporen kürzer als 30 µm, im Laubwald; Sporen glatt ..................................... Gyromitra ticiniana
Bem.: junge Exemplare von Gyromitra gigas, die ausnahmsweise an Laubholz wachsen, können als Gyromitra ticininana fehlinterpretiert werden. Daher bei Zweifeln nur vollkommen reife Fruchtkörper betrachten!
9*. Sporen länger als 30 µm; Sporen fast glatt, fein warzig bis fein netzig ornamentiert ............... 10

10. Sporen fast glatt bis rau-warzig, nicht netzartig ornamentiert ….................. Gyromitra montana
10* Sporen fein netzartig ornamentiert …............................................................... Gyromitra korfii

11. Sporen nur bis 30 µm lang …... 12
11* Sporen länger als 30 µm lang …................................................................................................ 13

12. Sporenanhängsel angehackt kalottenförmig; Apothecien quasi sitzend; Hymenium mit deutlichen Olivtönen, deutlich gegenüber der elfenbein-weißen Außenseite kontrastierend; Rand jung eingerollt; Sporen 9-12 µm breit .................................... Gyromitra geogenia
12* Sporenanhängsel konisch, kurz; Apothecien nur bis 1-3 cm groß, kurz gestielt (Stiel bis 2 cm lang); Sporen nur 8-9 µm breit.......................................................................... Gyromitra intermedia
12** Sporenanhängsel relativ lang (2,5-5 µm lang); Sporen 11-14 µm breit ........ Gyromitra warnei

13. Sporenanhängsel sehr kurz, großteils stumpf abgerundet bis flach buckelig, gelegentlich ganz fehlend …... 15
13* Sporenanhängsel 1,5-3,5 µm lang; Sporen bis 40 µm lang  …...................... Gyromitra perlata
13** Sporenanhängsel 3,5 µm lang; Sporen länger als 40 µm …................................................... 14

14 Sporen bis 45 µm lang, Sporen fein netzig ornamentiert …........................... Gyromitra fluctuans
14* Sporen bis 48 µm lang, Sporen rauh-warzig bis deutlich netzig ornamentiert …........................
…... Gyromitra megalospora

15. Apothecien nur 1-5 (-9) cm im Durchmesser, nahezu sitzend; Hymenium glebbraun bis braun; Paraphysen bisweilen an der Spitze verzweigt …........................................ Gyromitra olympiana
15* Apothecien gewöhnlich 4-15 cm im Durchmesser, jung saugnapfförmig; Hymenium blass ocker, später gelbbraun bis zimtbraun; Paraphysen unverzweigt …................................................ 16

16. Sporen sehr groß, 35-45(-52) x 12-15 (-18) µm; Apothecien bis 6(-7) cm im Durchmesser; Hymenium rasch zimtbraun …....................................................................... Gyromitra accumbens
16* Sporen nur selten länger als 35 µm; Hymenium gelb, braunocker bis braunorange …......... 17

17. Hymenium zunächst glatt, nur mehr oder weniger rauh; Sporen 25-35 x 10-15 µm; meist auf karbonatreichen Böden …............................................................................ Gyromitra leucoxantha
17* Hymenium deutlich höckerig-verbeult; Sporen 30-40 µm lang; amerikanische Art ................................................................. Gyromitra convoluta

Gattung Pseudorhizina
18. Sporen elliptisch, 16-20,5 x 8,5-10,5 µm; Nordamerika....................... Pseudorhizina californica
18* Sporen kugelig, 8-10 (-12) µm im Durchmesser …................................................................. 19

19. Stielbasis mit auffallenden weinroten Farbtönen ..... Pseudorhizina sphaerospora fm. gabretae
19* Stiel ohne weinrote Töne ….............................. Pseudorhizina sphaerospora fm. sphaerospora

Gyromitra subgen. Gyromitra
20. Arten des Frühjahrs; Hut gewöhnlich hirnartig gewunden, ohne deutliche Loben / Lappen ...... 21
20* Arten des Sommers und Herbstes: Hut gewähnlich mitraförmig gelappt …................................ 25

21. Sporen ohne apikale Kalotte oder diese nur sehr schwach angedeutet …................................. 22
21* Sporen mit deutlicher, apikaler Kalotte …................................................................................ 24

22. Hut dunkelbraun; Stiel kurz; Sporen 13-17 x 7,5-8,5 µm, mit großen Guttulen (4,5-6 µm); Perispor an den Enden kaum verdickt; in der boreoarktischen Zone unter Koniferen, in den Alpen in der subnivalen Stufe …................................................................................ Gyromitra columbiana
22*  Hut gelb- bis rotbraun; Stiel deutlich ausgeprägt; Sporen deutlich länger (weit über 20 µm lang); Perispor kaum verdickt; Habitat variabel …................................. 23 (Gyromitra esculenta s.l.)

23. Hut braun-rot; Stiel weiß, gut ausgeprägt;Sporen 18-27 x 8-10 µm;  Habitat variabel, bei Fichten oder Kiefern ….............................................................................. Gyromitra esculenta s.str.
23*  wie G. esculenta s.str., aber Sporen im Schnitt etwas kleiner, Hymenium gelbbraun bis falb ockerbraun …....................................................................................Gyromitra esculenta var. fulva
23** wie G. esculenta s.str., aber Sporen länger, bis 30 (-35) µm lang …............................................ …... Gyromitra esculenta var. bubaci
23*** wie G. esculenta s.str., aber Hymenium auffallend orange …................................................... …............................................................................................... Gyromitra esculenta var. aurantiaca
23**** wie G. esculenta s.str., aber insgesamt weiß bis elfenbein-weiß (albinotisch) …....................
…................................................................................................ Gyromitra esculenta var. alba
Bem.: Als rein albinotische Form wohl ohne taxonomische Bedeutung
23***** wie G. esculenta s.str., aber insgesamt zierlicher; unter Laubbäumen ….............................. …... Gyromitra neuwirthii
Bem.: auch van Vooren & Morerau äußern große Zweifel, ob dieses Taxon Artrang verdient (bzw. ob man nur wegen des Habitats und der Zierlichkeit überhaupt etwas abtrennen kann)

24. Hut halbkugelig, braun-rot, mit freiem Hutrand; Stiel robust, weiß mit braunen Flecken; unter Pinus; Sporen elliptisch, 19-25 x 9-12 µm ........................................................ Gyromitra tasmanica
Bem.: Unter Nothofagus kommt die sehr ähnliche Gyromitra antarctica vor.
24* Hut dunkelbraun, Sporen fast fusoid, 23-28 x 11,5-13,5 µm …................. Gyromitra splendida
24** wie Gyromitra splendida, aber Sporen 19-28 x 9-13 µm, mit auffallend langem Stiel ................................................................................ Gyromitra longipes

25. Sporen rein elliptitisch, an den Enden abgerundet, 19-24 x 7-8,5 µm ........ Gyromitra infula
Bem.: Gyromitra sichuanensis ist wie eine Minitaurausgabe, die sich aber auch durch fein warzige Sporen unterscheidet; bislang nur aus China bekannt;
Gyromitra chirripoensis – beschrieben aus Costa Rica – ist ebenfalls sehr ähnlich, unterscheidet sich aber durch die fehlenden Kalotten an den Sporenenden.

25* Sporen tendentiell etwas eckig, die Enden nicht so abgerundet und deutlich größer, 22-33 (-37) x 7,5 – 12 µm; Stiel mit Violetttönen ….............................................................. Gyromitra ambigua
 
Gyromitra subgen. Caroliana
26. Apothecien deutlich gestielt ….......................................................27 (Gyromitra sect. Caroliana)
26* Apothecien sessil oder mit deutluch reduziertem Stiel …............. 29 (Gyromitra sect. Parmae)

27. Fertiler Fruchtkörperberich hirnartig gewunden ….................................... Gyromitra caroliana
27* Fertiler Fruchtkörperbereich gelappt bis helvelloid …............................................................. 28

28. Sporen kürzer als 30 µm; Nordamerika …...................................................... Gyromitra brunnea
28* Sporen größer, einige länger als 30 µm werdend …..................................... Gyromitra fastigiata

29. Sporenlänge 20 µm überschreitend …....................................................................................... 30
29* Sporen nur bis 20 µm lang …................................................................... Gyromitra microspora

30. Sporen sehr auffallend stachelig ornamentiert ….................................... Gyromitra spinosospora
30* Sporen netzig bis angedeutet netzig ornamentiert, aber mit stachligen Sporenanhängseln ...... 31

31. Sporen deutlich und vollständig netzartig ornmamentiert, an den Polen deutlich stachelig; Sporen  nur bis 28,5 µm lang .................................................................................. Gyromitra parma
31* Sporen nur unvollständig netzig ornamenitert, an den Polen rauhwarzig-stachlig; Sporen 31-38 µm lang ... Gyromitra martinii


Also, ran an den Speck bzw. die Lorchel... und ich würde mich sehr freuen, hier auch den einen oder anderen Fund vorgestellt zu bekommen (ich werde meine Lorchelfunde auch Stück für Stück hier einpflegen)

Liebe Grüße,
Christoph
« Letzte Änderung: 29. April 2018, 22:11 von Christoph »
Argentum atque aurum facile est laenamque togamque mittere, boletos mittere difficile est
(Silber und Gold, Mantel und Toga kann man leicht verschenken, schwer ist es aber, auf Pilze zu verzichten - Spruch von Martial)