Autor Thema: Trocknen von Hexenröhrligen ( B. luridus)  (Gelesen 3338 mal)

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Offline Peter

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Re: Trocknen von Hexenröhrligen ( B. luridus)
« Antwort #7 am: 7. August 2014, 18:28 »
Zitat
Involutin in B. luridus angeht, hilft vielleicht nachfolgender Link ein wenig

Hallo Alfred,
hallo Zusammen,

ich finde, der Link hilft nicht so viel.

Was eher helfen kann bei diesen ganzen Diskussionen um evtl. schädliche Stoffe in Nahrungsmitteln, ist die Beschäftigung mit dem Placebo- und Nocebo-Effekt, der mittlerweile auch wissenschaftlich anerkannt ist:

Die Kurzvariante für Fastfoodler geht so:
Lieber was Ungesundes mit Genuss als was Gesundes mit Graus verspeisen.


Die etwas längere Variante:

Der Placebo-Effekt:

Wer heilt hat Recht, egal ob in den Globuli wissenschaftlich nachweisbare Mengen drin sind, oder nicht.
50 % der Heilwirkung geht vom Glauben und der Hoffnung aus. Das Gehirn aktiviert alle verfügbaren Reserven, Hormone - die Selbstheilungskräfte, die in Jedem von uns stecken. Das ist in Doppelblindstudien belegt. Eine normale Grippeinfektion vergeht mit Medikamenten in 2 Wochen, ohne in 14 Tagen. Mit einer gesunden Lebensweise bekommt man erst gar keine oder sie ist in 1-2 Tagen abgewehrt.
Steh ich im Winter in der S-Bahn und denke bei jedem hustenden Fahrgast: oh Gott, hoffentlich stecke ich mich nicht an. Oder denke ich mir garnichts, oder "ich bin so fit, ich lasse  mich nicht anstecken"?

Der Nocebo-Effekt:

Jeder kennt sie, die Tischgespräche, vor, bei oder unmittelbar nach der Pilzsuppe. Sind die auch alle "echt"?
Mhm, die schmecken aber leicht bitter, oder? Leichtes Unwohlsein erfasst die Runde. Der Erste bewegt sich dezent Richtung Toilette......

Wenn es wirklich eine echte Pilzvergiftung ist, dann kann man vom "gesunden" Menschenverstand sprechen.

Sind es aber ganz normale Speisepilze, setzt eben in einem solchen Fall der Nocebo-Effekt ein, der einem schliesslich die ganze Mahlzeit verleidet.

Wer sich also zu viele negative Gedanken um evtl. schädliche Stoffe in bekannten Speisepilzen macht, der sollte besser Bio-Möhren essen ;)

Das mag zunächst provokant klingen, ist aber wissenschaftlich belegt.

Wohl bekomm's,

Peter

 




 
"Seit Millionen Jahren haben unzählige Organismen auf unserer Erde gelernt, im Einklang mit der Natur zu leben. Es gibt nur eine Ausnahme: Der Mensch."

Offline Peter

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Re: Trocknen von Hexenröhrligen ( B. luridus)
« Antwort #6 am: 7. August 2014, 17:58 »
Zitat
Verliert der Pilz schon beim Trocknen seine Giftigkeit oder erst beim nachfolgenden Kochen.

Hallo Zusammen,

um es klar zu sagen: Pilze, die roh als giftig gelten, müssen auch nach dem Trockenvorgang so gegart werden, wie Frischpilze, um alle "normalen" Risiken auszuschliessen.
Wildpilze 15 Minuten bei 80 °C garen, so empfehle ich es allen (nicht umgekehrt bitte).

BG, Peter

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Offline Alfred

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Re: Trocknen von Hexenröhrligen ( B. luridus)
« Antwort #5 am: 7. August 2014, 14:43 »
Hallo Karl-Heinz,

was Involutin in B. luridus angeht, hilft vielleicht nachfolgender Link ein wenig http://forum.fungiworld.com/index.php?topic=2384.0 weiter.
B. luridus ist natürlich ein Spezialfall. Die Meinungen, was die Essbarkeit angeht, gehen stark auseinander. Coprin wurde jedenfalls nicht nachgewiesen. Allerdings soll der Pilz nach mindestens 20minütiger Kochzeit essbar sein. Auch im "Taschenlexikon der Pilze Deutschlands" von Guthmann/Hahn/Reichel ist Involutin nicht erwähnt. Allerdings steht dort etwas zum Paxillus-Syndrom, das wiederum lt. oben stehendem Link mit Involutin in Verbindung gebracht wird.

VG
Alfred

Offline pilzpic

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Re: Trocknen von Hexenröhrligen ( B. luridus)
« Antwort #4 am: 7. August 2014, 08:48 »
Hallo zusammen,
ist denn bekannt ob die (kritischen) Inhaltsstoffe in B. luridus, wie z. B. Involutin hitzelabil sind?
Viele Grüße
Karl-Heinz

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Offline Alfred

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Re: Trocknen von Hexenröhrligen ( B. luridus)
« Antwort #3 am: 6. August 2014, 23:43 »
Hallo Schorsch

ein Trocknen auf dem Dörrex bei 40°C reicht in keinem Fall aus einen Pilz mit hitzelabilen Giften zu entgiften.
Ich empfehle dir die Pilze über 60°C und mindestens 15 Min. zu erhitzen. Dann bist du ziemlich auf der sicheren Seite.

VG
Alfred

Offline Marie

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Re: Trocknen von Hexenröhrligen ( B. luridus)
« Antwort #2 am: 6. August 2014, 13:32 »
Hallo Schorsch,
 ich würde mal sagen das du die Scheiben so etwa 2-3mm dick schneidest , muß man halt mal testen
und nach eigenem Geschmack machen. Ich denke der Pilz verliert seine Giftigkeit nicht, da ja die
Temperatur zu gering ist - ist aber eine interessante Frage, und ich werde nächste Woche bei der Tagung in
Simbach mal den Christoph fragen. Viel Freude noch weiterhin beim Konservieren Gruß Marie

Offline Schorsch

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Trocknen von Hexenröhrligen ( B. luridus)
« Antwort #1 am: 3. August 2014, 11:52 »
Hallo, wer hat Erfahrung von Trocknen von Hexenröhrlingen (B. luridus und erythropus) zu Speisezwecken.
Ich verwende ein Dörrex-Gerät.
Verliert der Pilz schon beim Trocknen seine Giftigkeit oder erst beim nachfolgenden Kochen.
Wie dick schneidet Ihr die Scheiben. Ich bin Neuling auf dem Gebiet und für alle Antworten dankbar.
Gruß Schorsch
Frei di, dass regnt, wei wannst di ned freist, regnts aa.
frei nach Karl Valentin.