Autor Thema: Boletus roseogriseus, eine neue Röhrlingsart aus Tschechien  (Gelesen 3550 mal)

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Offline Beorn

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Re: Boletus roseogriseus, eine neue Röhrlingsart aus Tschechien
« Antwort #5 am: 14. Juni 2014, 19:53 »
Hallo, Gernot & Christoph!

Na, wenn ich ihn denn immerhin mal finden darf, dann nenne ich ihn auch gerne Butyriboletus fuscoroseus.  ;)
Zum Glück kenne ich immerhin jemanden, der weiß, wo er wohnt.


LG, Pablo.

Offline Gernot

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Re: Boletus roseogriseus, eine neue Röhrlingsart aus Tschechien
« Antwort #4 am: 14. Juni 2014, 18:26 »
Hallo Christoph,

genau, die Art scheint wohl wirklich selten zu sein - so ein rosahütiger "Bo. appendiculatus" wäre einem doch sicher mal aufgefallen.

Übrigens, wenn du den Blauenden Königsröhrling ganz offiziell Butyriboletus fuscoroseus nennen möchtest (statt Bu. pseudoregius) dann geht das mittlerweile auch schon: Butyriboletus fuscoroseus (Smotl.) Vizzini & Gelardi (http://www.indexfungorum.org/Publications/Index%20Fungorum%20no.162.pdf).

Schöne Grüße
Gernot

Offline Christoph

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Re: Boletus roseogriseus, eine neue Röhrlingsart aus Tschechien
« Antwort #3 am: 14. Juni 2014, 14:54 »
Hallo Pablo,

das Epitheton fuscoroseus ist schlicht und ergreifend der älteste Name für den Blauenden Königsröhrling. Er wird schon seit Jahren verwendet, nur eben leider relativ wenig bei uns (in der Roten Liste Bayerns steht auch Boletus fuscoroseus, nur als Beispiel).

In der aktuellen Mycologia wird für die Anhängselröhrlinge eine neue, eigene Gattung beschrieben (war mehr als überfällig) und dort wird leider auch wieder nur das Epithetin pseudoregius verwendet. Ich denke aber, dass sich, wie oft, der ältere Name durchsetzen wird. Eine Konservierung von pseudoregius fänfe ich persönlich übertrieben.

@Gernot: vielen Dank für den Link! Das zeigt mal wieder, dass man wirklich auch Artengruppen, von denen man meint, man wüsste schon "alles", immer genau betrachten soll ^^. Ich habe jedenfalls die neu beschriebene Art noch nicht in Händen gehabt. Ein nachträgliches Aha-Erlebnis nach dem Motto "deshalb war ich bei der Kollektion so unsicher" habe ich daher leider nicht, obwohl ich viel bei Weißtanne unterwegs bin. Aber vielleicht kommt das noch. Eine spannende Art.

Liebe Grüße
Christoph
Argentum atque aurum facile est laenamque togamque mittere, boletos mittere difficile est
(Silber und Gold, Mantel und Toga kann man leicht verschenken, schwer ist es aber, auf Pilze zu verzichten - Spruch von Martial)

Offline Beorn

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Re: Boletus roseogriseus, eine neue Röhrlingsart aus Tschechien
« Antwort #2 am: 14. Juni 2014, 10:04 »
Hallo, Gernot!

Weißtannenwälder gibt es hier in der Gegend leider fast gar nicht. Erstmal müsste ich die finden. Aber man macht ja auch ab und an eine kleine Fahrt, um mal was Anderes zu sehen.
Danke für den Hinweis, eine sehr schöne Arbeit, vor allem durch die Vergleiche zu nahestehenden Arten.
Auch wenn ich mich nur schwer damit anfreunden kann, den pseudoregius jetzt wieder fuscoroseus zu nennen, aber was soll's...


LG, Pablo.

Offline Gernot

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Boletus roseogriseus, eine neue Röhrlingsart aus Tschechien
« Antwort #1 am: 13. Juni 2014, 23:59 »
Sehr interessant: http://www.czechmycology.org/_cmo/CM66101.pdf

ŠUTARA J., JANDA V., KŘÍŽ M., GRACA M., KOLAŘÍK M. (2014): Contribution to the study of genus Boletus, section Appendiculati: Boletus roseogriseus sp. nov. and neotypification of Boletus fuscoroseus Smotl.. - Czech Mycology 66(1): 1-37

Die sieben wichtigsten Erkennungsmerkmale aus der Arbeit zitiert:

"(1) Pileus at least partly pinkish when young, later with prevailing greyish, ochreous or brown tints, but mostly with remnants of pinkish or reddish shades at margin up to maturity. Despite the fact that the coloration of the pileus of B. roseo- griseus rather changes during development, it is sufficiently characteristic and helps distinguish this species from other boletes of sect. Appendiculati.
(2) Stipe yellow coloured, without pinkish or reddish tints. (3) Context in stipe base brownish.
(4) Relatively deep blue oxidation of context and tubes. (5) Growth under Abies in submountainous region.
(6) Very slight or no incrustation of hyphae in pileus cuticle.
(7) Relatively broad spores and a low spore length/width ratio (Qav). For com- parison, the following spore measurements and Qav values were obtained from our microscopical examination of European species of sect. Appendiculati (in declining order of their Qav values): B. regius (10)11–14(16) × 3.4–4.5(5) μm, Qav = 3.21; B. subappendiculatus (10.8)11.9–14(17) × 3.5–4.5(4.7) μm, Qav = 3.16; B. appendiculatus (10.8)11–14(15.5) × (4)4.3–5.1(5.5) μm, Qav = 2.65; B. fuscoroseus (10)11–13.5(15.8 ) × (4.1)4.4–5.1(5.9) μm, Qav = 2.61; B. fechtneri (10)11.4–14.2(17.5) × (4.6)5–6(6.7) μm, Qav = 2.32; B.roseogriseus (11)12–14.5(16.7) × (4.8)5.2–6.5(7.5) μm, Qav = 2.31."

Achtet also mal auf rosahütige Appendiculati unter Weißtanne.  8)

Schöne Grüße
Gernot