Autor Thema: Hyphoderma-Frage  (Gelesen 8522 mal)

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Offline Gernot

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Re: Hyphoderma-Frage
« Antwort #10 am: 5. Februar 2009, 06:57 »
Hallo Christoph,

danke für den Service von Bild und Beschreibung aus den Corticiaceae of Northern Europe. Wirklich schade, dass die Bücher vergriffen sind aber nun gibt es ja dieses Forum ;D. Die Beschreibung passt übrigens wirklich super und ist der Beweis für mich, dass auch Hyphoderma nicht unbestimmbar ist.

Schöne Grüße
Gernot

Offline Christoph

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Re: Hyphoderma-Frage
« Antwort #9 am: 4. Februar 2009, 22:44 »
Hier noch schnell die Beschreibung aus den Corticiaceae of North Europe:

13. Hyphoderma mutatum (Peck) Donk,                             Fig. 219,220
Fungus 27 p. 15, 1957. - Corticium mutatum Peck, Rep.
New York St. Mus. 43 (St. Bot.) p. 69, 1890.

Fruitbody resupinate, adnate, orbicular to confluent, smooth, membranaceous,
0,l - 0,3 mm thick, white to cream-coloured, hymenium
with age darker, in exsiccates often greyish ochraceous, in old specimens
hymenium more or less rimose with the white cottony subiculum
appearing in the cracks.
Hyphal texture monomitic; hyphae 3 - 4 µm wide, with clamps at all
septa, closely united in the subhymenial part, loosely interwoven in the
subiculum, next to the substrate mostly horizontal and parallel.
Cystidia of two kinds l ) numerous thinwalled, enclosed gloeocystidia,
almost cylindrical, apically rounded, more or less constricted, in mature
specimens 60 - 120 X 7 - 10 µm, and 2) mostly few, thickwalled cystidia
(metuloids), the encrusted conical part 30 - 40 X 8 - 12 µm. In
some specimens there are rounded, bladderlike cystidia, which probably
represent the first stage in the development of the gloeocystidia.
Basidia clavate, 30 - 45 X 7 - 10 µm, with 4 ster. and basal clamp.
Spores allantoid, straight or slightly curved, smooth, thin-walled, nonamyloid,
12 - 16 X 3 - 4 µm, with homogeneous plasmatic contents
without oildrops.
Habitat. On deciduous wood, mostly on bark, in fertile, herb-rich biotopes.
Distribution. Locally rather frequent, but mostly rare. In Sweden collected
from Uppland, where it is found several times, and southwards,
mainly in the Eastern provinces. Besides that, it is collected once in N.
Sweden (Angermanland, Nordmaling, A. Strid 11 81 3). Christiansen - reports
it from Denmark. It is found in S. Finland and in SE Norway. -
- -
Remarks. Well distinguished from other Nordic species of the genus. In
some respects - in the orbicular way of growing on bark and having homogeneous
spore contents without oildrops - it resembles H. radula,
but the hymenium is never raduloid.
Argentum atque aurum facile est laenamque togamque mittere, boletos mittere difficile est
(Silber und Gold, Mantel und Toga kann man leicht verschenken, schwer ist es aber, auf Pilze zu verzichten - Spruch von Martial)

Offline Christoph

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Re: Hyphoderma-Frage
« Antwort #8 am: 4. Februar 2009, 22:40 »
Hallo Gernot,

tolle Mikroaufnahmen! Das ist es, was ich an Cortis so mag - viele Arten sind sehr merkmalsreich. Das macht zwar manchmal etwas Mühe bei der Untersuchung, weil man auf so vieles achten muss, aber dafür wird es nie langweilig ;-)

Ich bin bei Hyphoderma mutatum so sehr auf die Kristallcystiden gepolt, dass ich die anderen, passenden Merkmale gar nicht richtig einsortiert hatte. Jetzt ist auch klar, warum dir die keulenförmigen Strukturen aufgefallen sind. Durch das Kongorot fällt der ölige Inhalt sicher auch nicht so auf, den diese oft haben (eingebettete Gloeocystiden).

Hyphoderma mutatum wird selten kartiert/gemeldet, denn wer sammelt schon im Dezember/Januar Cortis?  8)

Freut mich, dass Dir das Forum gefällt. Bei so guten Fotos und der Dokumentation macht es aber auch richtig Spaß, bei der Bestimmung zu helfen.

Liebe Grüße
Christoph
« Letzte Änderung: 5. Februar 2009, 21:55 von Christoph »
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Offline Gernot

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Re: Hyphoderma-Frage
« Antwort #7 am: 4. Februar 2009, 22:33 »
Hallo Christoph,

na, da bin ich dir aber einiges schuldig, vielen Dank für deine Hilfe! Freut mich, dass der Pilz nun doch noch einen Namen gefunden hat. Ich bringe nochmals die Mikrobilder von Koll. 1, wo man die Kristalle schön sieht, in etwas größer.


Bild 1: Kristallauflagerungen im Hymenium


Bild 2: Zystiden

Spitze, ich mag dieses Forum!

Schöne Grüße
Gernot

Offline Christoph

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Re: Hyphoderma-Frage
« Antwort #6 am: 4. Februar 2009, 22:23 »
Hallo Gernot,

ich weiß jetzt, was es ist... Mann, ich hatte es mir makroskopisch schon gedacht, aber da Du keine Kristallcystiden gefunden hast... Im Winterhalbjahr wächst Hyphoderma mutatum ganz gerne an ansitzenden Totästen, beispielsweise auf Linde. Ich habe sie selber im Dezember 2008 gesammelt. Makroskopisch ist das genau dein Pilz.

Und das ist er auch anatomisch. Die Kristallummantelung der Cystiden ist ein sehr wichtiges Merkmal.

Sporenform, Sporenmaße, kopfige Cystiden, Kristallcystiden - alles perfekt.

Eindeutig: Hyphoderma mutatum.

LG
Christoph

edit:
P.S.: ich hänge noch schnell die Mikrozeichnungen aus dem leider vergriffenen Werk "The Corticiaceae of North Europe vol. 3" von H. muttatum an
« Letzte Änderung: 4. Februar 2009, 22:26 von Christoph »
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Offline Gernot

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Re: Hyphoderma-Frage
« Antwort #5 am: 4. Februar 2009, 22:02 »
Hallo Christoph,

also, hab nochmals die Exsikkate rausgekramt und unters Mikro gelegt, allerdings unter Zeitdruck, weshalb ich weder etwas messen, noch wirklich schöne Mikrofotos machen konnte. Hoffentlich sind sie wenigstens etwas aussagekräftig, hab erstmals nur die Zystiden fotografiert.

Wichtig ist meiner Meinung nach, dass ich in beiden Kollektionen kopfige Zystiden finden konnte, was die Unterschiede der Kollektionen sehr gering werden lässt. Insgesamt scheint Kollektion 1 längere und schmälere Zystiden zu haben, außerdem ist das Hymenium mehr mit bräunlichen Kristallen besetzt als in Kollektion 2. Allerlei Maße kann ich bei Bedarf und Zeit (am Wochenende) nachbringen. Hier aber nun die Bilder:

Kollektion 1:





Die beiden obersten Bilder zeigen die "Kristalle" im Hymenium, die sowohl an den Hyphen als auch an den Zystiden zu finden sind. Das rechte Bild der zweiten Reihe zeigt eine lange, dünne, kopfige und stachelig wirkende Zystide und das unterste Bild zeigt eine stark braun inkrustierte Zystide, diese waren in beiden Kollektionen vorhanden.

Kollektion2:



Das rechte Bild in der Mitte zeigt eine stark inkrustierte, das unterste Bild eine kopfig verdickte Zystide.

Helfen die Bilder etwas?

Schöne Grüße
Gernot
« Letzte Änderung: 5. Februar 2009, 07:06 von Gernot »

Offline Christoph

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Re: Hyphoderma-Frage
« Antwort #4 am: 4. Februar 2009, 14:43 »
Servus Gernot...

Zitat
Naja, Basidiolen glaub ich nicht so wirklich, da die Zystiden auf dem Bild dicker waren als die Basidien. Oder können Basidiolen auch mal dicker sein als reife Basidien?

Basidiolen sind natürlich nicht dicker als Basidien, zumindest nicht deutlich - es kann nur ein bisserl Volumen verloren gehen, wenn die Sporen ausgebildet werden. Drum meinte ich ja, dass Du einen besseren Eindruck hast, da Du ja durchs Mikroskop geschaut hast. Mikrofotos sind oft schwer zu interpretieren. Man kann schlecht die Schärfe hoch und runter fahren ;-).

Zitat
Dass du Wolfgang Dämon fragen würdest ist sehr nett von dir, aber zuerst kram ich nochmals die Exsikkate hervor und untersuche alles genau, jetzt wo ich weiß, worauf ich achten muss.

Null problemio. Bin mal gespannt, was die Nachuntersuchung ergibt

LG
Christoph

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Offline Gernot

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Re: Hyphoderma-Frage
« Antwort #3 am: 4. Februar 2009, 07:06 »
Hallo Christoph,

danke für deine ausführliche Antwort!

Zitat von: Christoph
Zunächst: an Hyphoderma subclavigerum kann ich nicht so recht glauben. Wenn ich Deine Mikrofotos richtig deute, sind die Cystiden alle mehr oder wenig im Hymenium eingeschlossen und ragen nicht sehr weit heraus. Da ich selber Hyphoderma subclavigerum noch nicht in der Hand hatte, kann ich auch nur die Literatur interpretieren. Jedenfalls sollten neben den unauffälligen Leptocystiden auch etwas dickwandige, bis 150 µm lange Cystiden aus dem Hymenium herausragen.

Stimmt, so doll herausragen wollten die Zystiden wirklich nicht, dann ist es wohl doch nicht H. subclavigerum.

Zitat von: Christoph
Was die Anatomie angeht, habe ich sofort an Hyphoderma definitum gedacht. Aber: die Art wächst vor allem (nur?) an Nadelholz und hat nicht so dicke Fruchtkörper. Die Sporen wären einen tick schmaler, aber die form würde wunderbar passen. Ich hänge mal die zugehörige Zeichnung aus den "The Corticiaceae of North Europe Vol. 3" zum Vergleich an.

Danke für das Vergleichsbild, werde ich mir heute noch in Ruhe anschauen.

Zitat von: Christoph
Bei Deiner Kollektion 1 wundern mich deine Sporenmaße. Die zwei linken Sporen sind entweder länger oder schmaler als durch die Maße angedeutet?!

Da hast du recht, hab gerade am Bild nachgemessen, allerdings dürften die linken beiden passen, die rechte ist allerdings etwas zu gedrungen. Das liegt wohl daran, dass das die vom Längen-/Breitenverhältnis her so ziemlich kleinste Spore war und ich sie deshalb fotografiert habe. Warum sie in meiner Messung nicht aufscheint, kann ich allerdings jetzt nicht mehr sagen, vielleicht wurde sie direkt nach dem Fotografieren wie so einige Sporen im Präparat weggeschwemmt, weiß ich nicht genau.

Zitat von: Christoph
Die keulenförmigen Cystiden, weshalb Du vermutlich im Schlüssel bei "zwei Formen von Cystiden" weitergehst, könnten auch Basidiolen sein, jedenfalls auf dem Foto. Das fällt mir anhand der Fotos schwer zu beurteilen. Stütze ich mich darauf, könnte man sogar an Hyphoderma clavatum denken, die eben genau solche nicht aus dem Hymenium heruasragende Cystiden besitzt. Beschrieben wurde diese Art in taiwan, was aber bei Cortis oft wengig sagt. Die Originalbeschreibung und Mikrozeichnugen finden sich hier: http://ejournal.sinica.edu.tw/bbas/content/1997/1/bot381-10.pdf (pdf des Artikels) oder hier: http://ejournal.sinica.edu.tw/bbas/content/1997/1/bot381-10.html (html-Seite, aber Probleme mit Umbruch/Layout).

Naja, Basidiolen glaub ich nicht so wirklich, da die Zystiden auf dem Bild dicker waren als die Basidien. Oder können Basidiolen auch mal dicker sein als reife Basidien? Zu Hyphoderma clavatum kam ich auch schon, allerdings hab ich bei Kollektion 2 auch nicht so wie auf dem Foto verdickte Zystiden gesehen.

Zitat von: Christoph
Was mich da stören würde, wären u.A. die Exsudate. Die kannst Du vermutlich ausschließen?!

Hab ich nicht darauf geachtet, aufgefallen ist mir allerdings nichts.

Zitat von: Christoph
Hyphoderma ist nicht gerade meine Lieblingsgattung. Ich schwimme in genau dieser Artengruppe rund um H. definitum/subdefinitum/medioburiense/roseocremeum ziemlich herum. Wolfgang Dämon hat hier m.W. sehr viel Erfahrung. Ich meine, mich zu erinnern, dass er Hyphoderma ganz gerne mag. Ich kann ihn gerne die Tage mal kontaktieren, wenn Du magst.

Kann ich verstehen, bei der versuchten Bestimmung hab ich gemerkt, wie schwierig die Gattung sein kann. Dass du Wolfgang Dämon fragen würdest ist sehr nett von dir, aber zuerst kram ich nochmals die Exsikkate hervor und untersuche alles genau, jetzt wo ich weiß, worauf ich achten muss.

Schöne Grüße
Gernot

Offline Christoph

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Re: Hyphoderma-Frage
« Antwort #2 am: 4. Februar 2009, 00:46 »
Servus Gernot,

herzlich willkommen :-)

Zunächst: an Hyphoderma subclavigerum kann ich nicht so recht glauben. Wenn ich Deine Mikrofotos richtig deute, sind die Cystiden alle mehr oder wenig im Hymenium eingeschlossen und ragen nicht sehr weit heraus. Da ich selber Hyphoderma subclavigerum noch nicht in der Hand hatte, kann ich auch nur die Literatur interpretieren. Jedenfalls sollten neben den unauffälligen Leptocystiden auch etwas dickwandige, bis 150 µm lange Cystiden aus dem Hymenium herausragen.

Was die Anatomie angeht, habe ich sofort an Hyphoderma definitum gedacht. Aber: die Art wächst vor allem (nur?) an Nadelholz und hat nicht so dicke Fruchtkörper. Die Sporen wären einen tick schmaler, aber die form würde wunderbar passen. Ich hänge mal die zugehörige Zeichnung aus den "The Corticiaceae of North Europe Vol. 3" zum Vergleich an.

Bei Deiner Kollektion 1 wundern mich deine Sporenmaße. Die zwei linken Sporen sind entweder länger oder schmaler als durch die Maße angedeutet?!

Die keulenförmigen Cystiden, weshalb Du vermutlich im Schlüssel bei "zwei Formen von Cystiden" weitergehst, könnten auch Basidiolen sein, jedenfalls auf dem Foto. Das fällt mir anhand der Fotos schwer zu beurteilen. Stütze ich mich darauf, könnte man sogar an Hyphoderma clavatum denken, die eben genau solche nicht aus dem Hymenium heruasragende Cystiden besitzt. Beschrieben wurde diese Art in taiwan, was aber bei Cortis oft wengig sagt. Die Originalbeschreibung und Mikrozeichnugen finden sich hier: http://ejournal.sinica.edu.tw/bbas/content/1997/1/bot381-10.pdf (pdf des Artikels) oder hier: http://ejournal.sinica.edu.tw/bbas/content/1997/1/bot381-10.html (html-Seite, aber Probleme mit Umbruch/Layout).

Die Beschreibung lautet dort wie folgt:

Zitat
Hyphoderma clavatum Sheng H. Wu, sp. nov. Figures 1, 5A

Holotypus. TAIWAN. MIAOLI HSIEN: Takeshan, alt. 550 m, on branch of Euphorbia pulcherrima, 25-III-1994, Wu 9403-4 (TNM).

Etymology: From clavatus (= clavate), referring to the shape of the cystidia.

Basidiocarpum effusum, membranaceum, 70_150 µm crassum; superficies hymenialis plana vel exigue tuberculata. Systema hypharum monomiticum; hyphae fibulatae. Cystidia clavata. Basidia subclavata, 30_40 × 6.5_8 µm , 4 sterigmatibus. Basidiosporae cylindricae, laeves, tenuitunicatae, 10_13 × 4.2_5.2 µm , IKI-, CB-.

Basidioma resupinate, effuse, adnate, 70_150 µm thick in section, membranaceous. Hymenial surface grayish clay in color, with numerous tiny brownish dots under the lens, smooth or slightly tuberculate, occasionally cracked; margin thinning, concolorous, slightly byssoid. Hyphal system monomitic; hyphae nodose-septate. Subiculum composed of basal layer and medullary layer. Basal layer fairly thin, with dense texture, with horizontal hyphae. Medullary layer with fairly loose texture, with variously oriented hyphae. Subicular hyphae colorless, 2_3.5 µm diam, thin-walled. Subhymenium ± thickening, with fairly dense texture; hyphae mainly vertical, colorless. Cystidia usually immersed, clavate or apically globose, colorless, 30_60 µm long, 10_15 µm diam for the globose parts, thin-walled or apically slightly thick-walled, sometimes apically covered with brownish yellow resinous material. Basidia subclavate with a median constriction, 30_40 × 6.5_8 µm , 4-sterigmate. Basidiospores cylindrical, adaxially slightly concave, smooth, thin-walled, usually guttulate, 10_13 × 4.2_5.2 µm (holotype spore-print: X = 11.11 ± 0.83 × 4.86 ± 0.25 µm , n = 30), IKI-, CB-.

Was mich da stören würde, wären u.A. die Exsudate. Die kannst Du vermutlich ausschließen?!

Hyphoderma ist nicht gerade meine Lieblingsgattung. Ich schwimme in genau dieser Artengruppe rund um H. definitum/subdefinitum/medioburiense/roseocremeum ziemlich herum. Wolfgang Dämon hat hier m.W. sehr viel Erfahrung. Ich meine, mich zu erinnern, dass er Hyphoderma ganz gerne mag. Ich kann ihn gerne die Tage mal kontaktieren, wenn Du magst.

LG
Christoph
« Letzte Änderung: 4. Februar 2009, 01:21 von Christoph »
Argentum atque aurum facile est laenamque togamque mittere, boletos mittere difficile est
(Silber und Gold, Mantel und Toga kann man leicht verschenken, schwer ist es aber, auf Pilze zu verzichten - Spruch von Martial)

Offline Gernot

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Hyphoderma-Frage
« Antwort #1 am: 3. Februar 2009, 22:45 »
Hallo zusammen,

erstmals Grüß Gott an die Bayern hier (und natürlich auch alle anderen). Endlich ein Forum, wo man sich als Österreicher nicht überlegen muss, ob die Deutschen einen verstehen, sondern einfach drauf los schreiben kann ;D.

Jedenfalls leg ich gleich mal los mit einer bzw. zwei Hyphoderma, die ich auch schon mal bei PilzePilze gepostet habe. Hier die Beschreibungen:

Kollektion 1:

Standort: Auf totem, aber noch stehendem, teils entrindetem und stark bemoostem Holz, wahrscheinlich Hollunder. In etwa 1,5 m Höhe auf der Oberseite gewachsen.
Fruchtkörper: Weisslich bis ockerlich, Oberfläche leicht warzig, mehrere kleine Flecken von ca. 1 cm ø bildend.
Basidien: 4-sporig, mit bis zu 7 µm langen Sterigmen, schlank keulig.
Zystiden: Nur als Leptozystiden gesehen, sehr reichlich, glatt, zylindrisch, leicht kopfig oder auch moniliform, ab und an mal septiert, an der Basis oft mit Schnallen.
Hyphen: Teilweise aus dem Hymenium ragend, zum Teil mit Kristallen besetzt, an den Septen bisweilen mit Schnallen.
Sporen: Zylindrisch, allantoid, glatt, hyalin, 13-14 x 4-5 µm.




Kollektion 2:

Standort: Gleicher Standort wie Kollektion 1, allerdings nur 30 cm über dem Boden und auf der unbemoosten Unterseite des Holzes gewachsen.
Fruchtkörper: Mehrere Flecken von bis zu 5 cm Länge bildend, Oberfläche cremefarben, warzig, Rand fransig.
Basidien: 4-sporig, mit bis zu 6 cm langen Sterigmen, schlank keulig.
Zystiden: Nur als Leptozystiden gesehen, sehr reichlich, glatt, keulig bis mehrheitlich kopfig, zum Teil sehr deutlich aufgeblasen (siehe Foto), an der Basis oft mit Schnallen.
Hyphen: Teilweise aus dem Hymenium ragend, zum Teil mit Schnallen besetzt, an den Septen oft mit Schnallen.
Sporen: Zylindrisch, allantoid, glatt, hyalin, (11)13-15 x 4-4,5 µm.




Die Kollektion 2 hätte ich mit den Nordic Macromycetes gerne als Hyphoderma subclavigerum bestimmt, auch die Beschreibungen bei http://www.mycobank.org/ passen gut (weiß nicht, wie man direkt zur Art einen Link setzen kann). Leider hab ich aber keine weitere Literatur zu dieser Art, weshalb ich sie nicht einfach so sicher bestimmen möchte.
Bei der Kollektion 1 gibt es viele Ähnlichkeiten zu Kollektion 2, bloß die ganz stark verdickten Zystiden fehlen. Ob das auf den Jungzustand zurück zu führen ist, kann ich nicht beurteilen, es mir es aber gut vorstellen. Oder gibt es da vielleicht Arten, die ich übersehen habe?

Kennt vielleicht jemand H. subclavigerum oder hat weitere Literatur zu ihr, das würde mir schon sehr helfen. Und hat jemand vielleicht sogar einen Vorschlag zur Kollektion 1?

Schöne Grüße
Gernot