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Expertenforum Mykologie / Re: Was ist Boletus satanoides sensu Singer?
« Letzter Beitrag von PilzMichi am 6. Juli 2018, 23:42 »
Hallo Till, laut 123pilze.de wird als Boletus satanoides der Falsche Satansröhrling genannt. Buche passt. angenehmer Geruch passt auch. Das Buch habe ich leider nicht.

P.S. Warte aber lieber auf eine Expertenmeinung ;)
LG Michi
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Expertenforum Mykologie / Was ist Boletus satanoides sensu Singer?
« Letzter Beitrag von Till am 6. Juli 2018, 19:10 »
Hallo, Röhrlingsfreunde -

bin zeitlich sehr unter Druck und kann derzeit auch noch kein Bild präsentieren. Aber ich habe dennoch eine Frage: Wir haben heute unter alten Buchen in einem parkähnlichen Garten einen "Satanspilz" mit schon jung schmutzig-braunem Hut gefunden. Beim makroskopischen Abgleich stieß ich auf die Tafel XVI bei Singer, insbesondere die Bilder 4 u. 5 (Die Röhrlinge, Teil 2), die Singer "Boletus satanoides" nennt. Genauso sieht unser Pilz aus. Weiß jemand, wie diese Tafel heutzutage interpretiert wird? Auffallend bei unserer Art sind das schwache Blauen des Fleisches (wie bei satanas) und der eher angenehme (!), würzige Geruch.

Soviel in Eile
GRuß, Till
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Pilzberater und PSV / Re: Tödlich giftiger Röhrling (Gattung Rubinoboletus)
« Letzter Beitrag von Till am 4. Juli 2018, 19:50 »
Hallo, Christoph -

Rubinoboletus ist eine in Europa für den "Zwergröhrling" R. rubinus geschaffene und zum damaligen Zeitpunkt monotypische Gattung mit rundlichen Sporen und roten Röhren. Wie man mit dieser Gattung später umgegangen ist, haben Klofac & Krisai-Greilhuber in ÖZP 15 (2006: S. 32) sehr kritisch rekapituliert und im gleichen Aufsatz die Gattung zu einer Untergattung von Chalciporus "degradiert". Ohne jetzt im Einzelnen die Erweiterung von Rubinoboletus auf diverse tropische Taxa nachvollziehen zu können - ich bin sehr skeptisch ob man ihr folgen kann.

Das Bild von "Rubinoboletus" balloui erinnert mich an Gyroporus, und genau in diese Gattung hat Horak in seiner Corner-Revision den Pilz auch gestellt - ob zu Recht, weiß ich nicht, aber zumindest der Index fungorum folgt ihm.

Wir wissen beide nicht, wer und aus welchen Gründen diesen austral. Giftröhrling ausgerechnet zu Rubinoboletus gestellt hat und welche Lit. dabei Pate stand. Zweifel müssen da aber erlaubt sein - gerade, wenn man herausfinden will, wie diese gefährliche Art nun wirklich heißt (oder benannt werden kann). "Rubinoboletus spec." kommt mir da vor wie eine Scheuklappe, die den Blick auf das große Feld "Boletus ss. lato" versperrt.

Kann sein, dass die Molekularbiologie hier auch schon aktiv war und den kleinen roten Röhrling aus Mitteleuropa mit dem großen giftigen aus Australien untrennbar verbindet - aber das glaube ich eigentlich nicht.

Sei gegrüßt!

Till









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Plattform für Pilzfreunde / Re: Julipilze 18
« Letzter Beitrag von blacky am 4. Juli 2018, 14:14 »
Aber schee sans Rudi :)
VG
Thomas
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Plattform für Pilzfreunde / Julipilze 18
« Letzter Beitrag von Rudi am 3. Juli 2018, 18:38 »
Ja, in den Wäldern schauts saumäßig teuflisch aus.
Gar nix, außer eine Menge Satane...

LG Rudi
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Plattform für Pilzfreunde / Butyriboletus - ein neues Merkmal?
« Letzter Beitrag von Renate am 3. Juli 2018, 13:29 »
Liebe Pilzfreunde,

Nachdem die Röhrlingssaison voll begonnen hat, möchte ich Euch eine Beobachtung mitteilen, die ich für interessant und erwähnenswert halte.

Meine Beobachtung/These: Butyriboletus, im speziellen der Anhängselröhrling (Butyriboletus appendiculatis) blaut/grünt beim Auftauen.

Friert man Anhängselröhrlinge küchenfertig ein, d.h. in kleine Stücke geschnitten, weitgehend luftdicht verpackt, so blauen/grünen sie beim Auftauvorgang. Dazu werden sie aus dem Gefrierschrank geholt, aus der Einfriertüte genommen, auf einen Teller gelegt und bei Zimmertemperatur (warm) stehen gelassen bis sie gut angetaut, aber noch nicht aufgetaut sind. Sie nehmen dann eine farbenfreudige gelb/grün/türkis/blaue Färbung an.

Siehe Bilder unten: viele kleine Stücke vor dem Einfrieren, 2 gelb/weiße Stücke unmittelbar nach der Entnahme aus dem Gefrierschrank, diese 2 gelben Stücke nachdem ich eines unmittelbar darauf gedreht hatte, diese 2 Stücke in blau und gelb/türkis 5 Minuten nach der Entnahme, nach 15 Minuten die gleichen Farben (ohne Fotos).

Gibt man diese Pilze in eine Pfanne und brät sie, so werden sie im Verlauf des Erhitzens wieder gelb. Sie schmecken dann auch ganz normal (gut). Lässt man sie stehen, verändern sie beim vollständigen Auftauen ebenfalls wieder die Farbe in gelb.

Solange nicht geklärt ist, wie diese Reaktion der Farbveränderung zustande kommt, und dass das gesundheitlich unschädlich ist, bitte nicht nachmachen und essen. Vielleicht ist ja doch was in Punkto Gesundheit so giftig wie die Farbe, die dabei entsteht.

Ich werde sie auch nicht mehr essen. Ausserdem sind sie ja, wie ich mittlerweile weiß, sehr selten und geschützt.

Meine Fragen an Euch, soweit Ihr das wißt und Zeit und Lust habt das zu sagen:

Habt Ihr ähnliche Erfahrung beim Auftauen von Pilzen gemacht? (die Literatur gibt nichts her)
Kennt Ihr diese Farbveränderung beim Auftauen von Butyriboletus appendiculatis? (ist das ein lokales Phänomen oder allgemein?)
Kennt Ihr diese Farbveränderung von anderen Butyriboletus (ausser B. appendiculatis)? (Art/-Gattungsabgrenzung, vielleicht stimmt ja meine Artbestimmung nicht.)
Habt ihr ein gutes Foto von einer ganzen Portion? (Das wäre schöner und aussagekräftiger als meine paar Stücke)
(Leuchten die im Dunkeln?)

Ich habe schon einige Leute gefragt, keiner kannte das, die Literatur weiß nichts und das Internet sagt dazu nichts. Allerdings sind im Gespräch super Antworten und Anregungen gekommen.

Sollte meine These nicht stimmen, so freue ich mich doch auf Eure Antworten. Dann weiß ich wenigstens, dass es das nicht ist und ich weiter nach einem Grund für diese Beobachtung suchen muss.

Ich freue mich auf Eure Antworten und bedanke mich schon im Voraus

Liebe Grüße
Renate
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Pilzberater und PSV / Re: Tödlich giftiger Röhrling (Gattung Rubinoboletus)
« Letzter Beitrag von Beorn am 2. Juli 2018, 21:05 »
Hallo, Christoph!

Rubinoboletus balloui - hier findest du schöne Fotos: http://toolate.s7.coreserver.jp/kinoko/fungi/rubinoboletus_ballouii/index.htm

Ui, das überrascht noch mehr, als die Existenz eines potentiell tödlich giftigen Röhrlings: Ein Chalciporus, der total wie ein Gyroporus aussieht.
Irgendwie schade, daß da kein Schnittbild dabei ist. Oder ein Bild von einem Sporenabwurf.
Scheint aber schon zu passen, auch wenn der wohl auch zu Tylopilus gehören könnte >siehe zB hier<, was ich aber nicht beurteilen kann.

Wenn man mal etwas stämmigere Pfefferröhrlinge findet, ist das vom Habitus jetzt ja auch nicht soooo weit weg.


LG, Pablo.
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Pilzberater und PSV / Re: Tödlich giftiger Röhrling (Gattung Rubinoboletus)
« Letzter Beitrag von Hias am 2. Juli 2018, 19:25 »
Sakradi, das lese ich vielleicht einen Tag zu spät.
Gut möglich, dass ich gestern im Mangfallgebirge so einen Röhrling gesehen habe. Von oben hielt ich ihn für einen Pfefferröhrling und hab ihn unvorsichtit geerntet (Anfängerfehler!!!), war aber durch die Röttöne in Fleisch und Röhren irritiert, außerdem schmeckte er mild. Allerdings war der Stiel gelb.
Als bekennender Röhrlingsignorant und weils nur ein einzelner Fk war, hab ich ihn nicht mitgenommen. Aber wenigstens weiß ich jetzt, wo er wächst.

Grüße
Hias
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Pilzberater und PSV / Re: Tödlich giftiger Röhrling (Gattung Rubinoboletus)
« Letzter Beitrag von Christoph am 1. Juli 2018, 21:24 »
Servus Pablo...

Zitat
Sicherer wäre es jedenfalls, man würde wirklich nur Pilze verzehren, die nicht nur sicher bestimmbar, sondern auch einigermaßen gut untersucht sind hinsichtlich ihrer Wirkungen auf den menschlichen Organismus.

ja, exakt, da sind wir genau der gleichen Meinung ;-). Ich würde es aber, da ich Tierversuchen kritisch gegenüber stehe, die nicht absolut nötig sind (wobei dann auch wieder diskutabel ist, was absolut nötig heißt), so sagen:
Arten, die oft genug von Menschen nachweislich verzehrt wurden und keine Schäden ausgelöst haben und von denen nicht aus anderen Quellen (Inhaltsstoffanalysen, Tierversuche) ein gesundheitsschädliches Potential abgeleitet werden kann.

Beispiel Phaeocollybia aurea - man weiß, dass der Pilz Blausäure abgibt, das aber langsam macht und durch Kochen nicht ganz entgiftet werden kann. Das ist für mich absolut kein Speisepilz, auch wenn manche ihnschon vertragen haben. Es gibt auch Vergiftungen, die bekannt sind. In der aktuellen Z. Mykol. wird der Verzehr empfohlen (Reaktion auf einen Leserbrief). Da sage ich, dass es genug andere Pilze gibt, die man essen kann. Wir haben ja keine Notzeiten. Und wenn man gar nichts weiß... Roulettespiel, finde ich. Ebenso Umkehrschlüsse...

Liebe Grüße,
Christoph
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Pilzberater und PSV / Re: Tödlich giftiger Röhrling (Gattung Rubinoboletus)
« Letzter Beitrag von Christoph am 1. Juli 2018, 21:18 »
Servus Till,

klar habe ich mir das Bild angschaut. Es schließt die Gattung Rubinoboletus nicht aus. Vergleiche mal z.B. Rubinoboletus balloui - hier findest du schöne Fotos: http://toolate.s7.coreserver.jp/kinoko/fungi/rubinoboletus_ballouii/index.htm

Wie und von wem die Pilze bestimmt wurden (auf Gattungsebene), weiß ich natürlich nicht. Auch nicht, ob die Gattung überhaupt stimmt. Mir ging es mehr darum, vor Pauschalaussagen zu warnen.

Als ich beispielsweise in Südamerika im Regenwald unterwegs war, habe ich nie auch nur einen Gedanken daran verschwendet, dort die Pfifferlinge und Craterellen (die teils zu Clavulina gehören), zu essen. Die Aussage, alle Leistlinge seien essbar war mir zu suspekt.

Bei Röhrlingen könnte man auf die Idee kommen, auch Exoten zu probieren, wenn man meint, maximal mit gastro-intestinalen Symptomen davonzukommen. Wobei auch das sehr heftig sein kann, auch bei uns, was uns ja klar ist (dem Laien, der z.B. im USA-Urlaub Chlorophyllum molybdites isst, wohl nicht).  ;)

Und den eigentlichen Bogen wollte ich zu Speisewertangaben nur anhand der Vermutung, alle "Zwergröhrlinge" seien essbar, spannen. Ich weiß natürlich nicht, ob die Angabe der Essbarkeit von Rubinoboletus daher kommt oder ob die Autoren ihn wirklich gefunden haben und gegessen haben (oder sie es aus anderen Quellen haben). Jedenfalls bin ich persönlich vorsichtig.

Ich wäre mir auch nicht sicher, ob alle Scheidenstreiflinge essbar sind. Wer sammelt schon im Erlensumpf z.B. Amanita friabilis (den ich auch noch nie selber gesehen habe) und kann bestätigen, dass der auch essbar ist?

Um deine Erlebnisse in Queensland (wo auch die Vergiftung passierte) und anderen Regionen Australiens beneide ich dich ja eh schon sehr lang. Diese bunten Röhrlinge mal selbst gesehen zu haben, muss grandios sein. In Südamerika habe ich auch tolle Röhrlinge gesehen, z.B. "Boletus" loyo (jetzt Butyriboletus loyo - schmeckt übrigens gervorragend) oder Boletellus ananas. Aber die Vielfalt Australiens ist damit kaum vergleichbar.

Vielleicht hat Australien nicht nur besonders viele Gifttiere und Giftpflanzen, sondern auch Giftpilze?  :o ;)

Liebe Grüße,
Christoph
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