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Plattform für Pilzfreunde / Re: Septemberpilze 18
« Letzter Beitrag von Rudi am 6. September 2018, 23:43 »
So, das Noigerl vom Bayerwald, die Nachzügler...

LG Rudi
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BMG e.V. / Re: Pilzausstellung im Bayerischen Wald - 7.-9. September 2018
« Letzter Beitrag von Rudi am 6. September 2018, 22:53 »
Servus Rosi,

ich wüsste jetzt auf die Schnelle keinen passenden Pilz. Mandel, Marzipan und Kakao wr schon im Angebot...
Dann musst du dich halt noch a bisserl gedulden, vielleicht in Pfronten?

LG Rudi
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BMG e.V. / Re: Pilzausstellung im Bayerischen Wald - 7.-9. September 2018
« Letzter Beitrag von Marie am 6. September 2018, 22:41 »
Hi Rudi, das ist aber schade, das du nicht mehr im Bayerwald weilst 😥, hätte mich schon auf einen Schoko-Schmeitzler gefreut, da werde ich mich wohl mit einer richtigen Tafel Schokolade trösten müssen,oder gibts
einen Pilz der nach Schokolade riecht?

Bis bald
Rosi
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BMG e.V. / Tipp: Funga Austria, das Forum der ÖMG
« Letzter Beitrag von Christoph am 6. September 2018, 20:20 »
Servus beinand,

warum mache ich im BMG-Board Werbung für ein (neues) Forum der Österreichischen Mykologischen Gesellschaft? Ganz einfach: die BMG und die ÖMG arbeiten intensiv zusammen. Daraus resultieren BMG-Kurse in Wien und - ich werde ausführlich berichten, wenn alles in trockenen Tüchern ist - ein gepkanter gemeinsamer Workshop Hochalpine Pilze.

Zudem bin ich im neuen Forum Coadmin und betreue dieses Projekt folglich mit. Das Forum Funga Austria lohnt immer einen Blick - wir ergänzen uns gut, denke ich.

Hier der Link zum Forum: https://www.univie.ac.at/oemykges/forum/

Schaut einfach mal rein ;-).

Liebe Grüße,
Christoph

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Expertenforum Mykologie / Schlüssel der sechs (!) europäischen Chroogomphus-Arten
« Letzter Beitrag von Christoph am 6. September 2018, 20:16 »
Servus beinand,

Gernot hat im Funga-Austria-Forum einen brandneuen Artikel zur Gattung Chroogomphus vorgestellt: https://www.univie.ac.at/oemykges/forum/viewtopic.php?f=20&t=66&sid=d07f45b087cf6be749f1c2d43271bd6b#p186

Der Artikel - Scambler R, Niskanen T, Assyov B, Ainsworth A. Martyn, Bellanger J.-M., Loizides M, Moreau P.-A., Kirk P. M. & Liimatainen K. (2018): Diversity of Chroogomphus (Gomphidiaceae, Boletales) in Europe, and typification of C. rutilus. – IMA Fungus 9(2): 271–290 (2018). doi:10.5598/imafungus.2018.09.02.04 - enthält neben Beschreibungen und einem ITS-Stammbaum auch einen Schlüssel. Ich habe mir erlaubt, diesen ins Deutsche zu übersetzen (wie immer auch als Word-Dokument zum Download wegen der Formatierung):

Schlüssel der europäischen Arten der Gattung Chroogomphus (nach Scambler et al. 2018: Diversity of Chroogomphus (Gomphidiaceae, Boletales) in Europe, and typification of C. rutilus. IMA FUNGUS 9(2): 271–290.


1. Huthauthyphen nicht gelifiziert ………………………………………………………………………………………. 2
1* Huthauthyphen gelifiziert ………………………………………….……….. 3 (subgenus Chroogomphus)

2(1) Lamellentrama amyloid; Cystiden dickwandig ……………….……………………………………….…….. ……………………………………………….. subgenus Floccigomphus (noch kein europäischer Nachweis)
2* Lamellentrama inamyloid, Cystiden dünnwandig …………………………………………………………….. ………………………………………………………………. subgenus Siccigomphus, Chroogomphus helveticus

3(1) Lamellentrama inamyloid oder nur mit vereinzelten, amyloiden Elementen ………………….
………………………………………………………………….…….  sect. Confusi, Chroogomphus mediterraneus
3* Lamellentrama deutlich amyloid …………………………………………………………………………………… 4

4(3) Basalmyzel gelblich …………………………….……… sect. Filiformes, Chroogomphus britannicus
4* Basalmyzel weiß, lachsfarben bis rosa bis orange …………………………………………………………… 5

5(4) Stielbasis mit rötlichen Bereichen/Flecken …………………………….……………. 6 (sect. Fulminei)
5* Stiel zur Basis hin gelborange bis dunkelbraun ……………………………. 7 (sect. Chroogomphus)

6(5) Sporenquotient im Schnitt über 3,1; Cystiden schmal (im Schnitt schmaler als 15 µm); Fleisch der Stielbasis dunkelgrau bis schwarz ……………………..……… Chroogomphus fulmineus
6* Sporenquotient im Schnitt unter 3,1; Cystiden breit (im Schnitt dicker als 15 µm); Fleisch der Stielbasis schwach olivlich …………………………………..…………….. Chroogomphus subfulmineus

7(5) Cystiden dickwandig (Wand bis 3 µm dick) …………………………….…. Chroogomphus rutilus
7* Cystiden dünnwandig bzw. nur schwach dickwandig (Wand bis 1 µm dick) ……………………….
………………………………………………………………………………………….….. Chroogomphus purpurascens


Anmerkungen:
Im Originalschlüssel werden Chroogomphus helveticus und Chroogomphus purpurascens jeweils als cf. ausgeschlüsselt, da aus dem Typusmaterial noch keine Sequenz vorliegt. Bei Chr. helveticus besteht zudem noch das Problem der beiden beschriebenen Subspezies: ssp. helveticus unter 5-nadeligen Kiefern, ssp. tatrensis unter Fichte und 2-nadeligen Kiefern.

Alle Arten kommen in Mitteleuropa vor bzw. sind dort zu erwarten; viele sind in Deutschland bereits nachgewiesen!


Viel Spaß beim Schlüsseln, Bestimmen und Kartieren!

Liebe Grüße,
Christoph
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BMG e.V. / Re: Pilzausstellung im Bayerischen Wald - 7.-9. September 2018
« Letzter Beitrag von Rudi am 6. September 2018, 00:17 »
Servus alle. Ich bin schon wieder in der fränkischen Wüste gelandet. Aber ich habe ja die Vorbereitung auf die Ausstellung dokumentiert. Da wünsche ich euch viel Spaß! LG Rudi

No 4
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BMG e.V. / Re: Pilzausstellung im Bayerischen Wald - 7.-9. September 2018
« Letzter Beitrag von Christoph am 5. September 2018, 23:11 »
Servus Rosi,

super, I g'frei mi  :)

An scheenan Gruaß,
Christoph
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BMG e.V. / Re: Pilzausstellung im Bayerischen Wald - 7.-9. September 2018
« Letzter Beitrag von Marie am 5. September 2018, 20:13 »
Grias'de Christoph,

das hört sich ja nach geballter Pilzcompetenz an, also fast ein Muss!
Da ich es bisher noch nicht geschafft habe diesen Baumwipfel Pfad zu
besuchen, freu ich mich schon darauf und das beste ist natürlich,
gleichzeitig eure Schwammerlausstellung zu genießen!

Also dann bis zum Wochenende

Liebe Grüße

Rosi
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Expertenforum Mykologie / Phaeotremella frondosae vs. Ph. fimbriata
« Letzter Beitrag von Christoph am 5. September 2018, 16:48 »
Servus beinand,

ich hatte ja schon einen Schlüssel des Phaeotremella-foliacea-Formenkreises hier ins Forum gestellt und dort Phaeotremella frondosae als Bild vorgezeigt. Während der Seminarwoche der ARGE Österreichischer Pilzberater fanden wir auf einer Exkursion jetzt auch Phaeotremella fimbriata an Grauerle an Stereum rugosum. Der Fruchtkörper war bereits tiefschwarz - vermutlich aufgrund der vorangegangenen Trockenphase - beim Trocknen schwärzt Ph. frondosae ja.

Das Fruchtkörperstückchen, das ich mitnahm, war nicht ganz reif und hatte entsprechend wenige Sporen. Ich ermittelte als Maße 5,5-8,5 x 4,5-7,25 µm, was ganz gut auf Ph. fimbriata passen würde, wobei auch Ph. frondosae ausnahmsweise kleine Sporen haben kann. Insbesodere die kleinen Sporenwuotienten passen auch gut auf Ph. fimbriata (1,1-1,2). Der Großteil des Fundes ist in Wien und wird sequenziert werden (von Irmgard Krisai-Greilhuber). Die Bestimmung wird also später noch genetisch validiert.

Hier erst nochmal Phaeotremella frondosae mit ihrem kandisbraunen Fruchtkörper und meist an Stereum hirsutum parasitierend (in diesem Fall hier definitiv):



Und hier zum Vergleich Phaeotremella fimbriata an Stereum rugosum an Grauerle:



Also - auf auf, in den Wald - die beiden Arten sind noch völlig unterkartiert  ;)

Liebe Grüße,
Christoph
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Hallo zusammen,

ich hatte das Vergnügen, auch dieses Jahr wieder bei der Seminarwoche der ARGE Österreichischer Pilzberater dabei sein zu dürfen. Wir haben einige tolle Funde machen können. Einen will ich hier vorstellen. Bayerwaldfreunde werden ihn aus dem Nationalpark kennen. Umso überraschter war ich, diesen wirklich einzigartigen Porling außerhalb der Mittelsteighütte und des Watzlikhains zu finden:


Physisporinus crocatus zusammen mit Pseudohydnum gelatinosum (wer entdeckt letzteren auf dem Foto?)

Makroskopisch fällt auf, dass die Poren sehr fein sind und auf Druck schmuztzig rötlich flecken, woraus später ein bräunlich wird. Der Fruchtkörperrand wirkt etwas wachsig-glasig, der Farbeindruck ist insgesamt freudig gelbbräunlich bis safranbräunlich.

Im Mikroskop fallen die einfachen Septen (also keine Schnallen), das monomitische Hyphensystem und die fast runden Sporen - 4-5 x 3,75-4,5 µm - auf. Was mich überraschte: an den Röhrenmündungen konnte man regelmäßig Kristallinkrustationen an den Endzellenspitzen beobachten. Das ist mir früher nicht aufgefallen.

Nach etwas Recherche fand ich genau das beschrieben und gezeichnet - und zwar in Heikki Kotiranta, Nadya Ushakova & Victor A. Mukhin (2007):  Polypore (Aphyllophorales, Basidiomycetes) studies in Russia. 2. Central Ural. Ann. Bot. Fennici 44: 103–127

Der Waldbestand zeigte zwar Nutzungsspuren (Stümpfe), war aber sehr naturnah und wird nur sehr eingeschränkt genutzt. Es ist geplant, die Nutzung hier völlig einzustellen. Physisporinus crocatus kenne ich als Naturnähezeiger, der die Qualität des Bestandes unterstreicht. Das Substrat war ein Finalfauler Nadelholzstrunk (Fichten und Tannen als lebender Baumbestand).

Der Fundort sind die Wälder am Pyhrnpass kurz vor der Grenze zur Steiermark.

Früher war die Art in der Gattung Rigidoporus aufgehoben. Der wachsige Fruchtkörperrand und das Flekcen auf Druck erinnern aber durchaus an Physisporinus. Und siehe da... Fang Wu, Jia-Jia Chen, Xiao-Hong Ji, Josef Vlasák & Yu-Cheng Dai (2017): Phylogeny and diversity of the morphologically similar polypore genera Rigidoporus, Physisporinus, Oxyporus, and Leucophellinus. Mycologia 109(5): 749–765 ... zeigen, dass die Gattung Rigidoporus im alten Sinn polyphyletisch ist und manche Arten zu Physisporinus gehören - darunter auch "Rigidoporus" crocatus. Insofern passt hier die Genetik auch zum Bauchgefühl (Wachsigkeit, Fleckigkeit, enge Poren usw.).

Unter welcher Gattung die Art aber auch firmiert - es ist ein schöner Porling, der sehr schützenswert ist. Vorkommen sollten unbedingt gemeldet werden.

Liebe Grüße,
Christoph
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