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Lieber Christoph,
gut zu wissen, dass sich bei den Spitzmorcheln was tut. Weißt du wann da ungefähr mit einer Veröffentlichung von Ergebnissen od. Teilergebnisse gerechnet werden könnte? Oder weißt du was über den derzeitigen Forschungsstand?
Danke für die bisherigen Informationen.
LG.
Thomas
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Junipilze
« Letzter Beitrag von Rudi am Gestern um 22:49 »
Hallo Rika,

auch dir Danke für deine Fundmeldungen.
Hier ist zwar der Wald auch sehr trocken, aber vereinzelt stehen die Guten schon noch da.
Die meisten Steinpilze sind aber entweder Naturexsikkate oder inwendig sehr beweglich...
Mal schauen, was nächste Woche noch nachkommt.

LG Rudi
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Expertenforum Mykologie / Re: Helvella-Frage: confusa vs. oblongispora
« Letzter Beitrag von Christoph am Gestern um 21:43 »
Liebe Rika,

die Originalbeschreibung von Harmaja habe ich leider auch nicht. In der Fungal Diversity 2016 wird von Hyde et al. (2016) auch Helvella oblongispora "behandelt". Ich möchte auch auf den relativ aktuellen Beitrag von Landeros et al. (2015) Revista Mexicana de Biodiversidad 86 (2015) 856–871, verweisen. Hier wird die Gattung Helvella auch genetisch bearbeitet und gezeigt, dass Helvella oblongispora, H. confusa und H. leucomelaena auch genetisch auseinandergehen. Den Artikel gibt es hier frei als pdf zu lesen:
http://ac.els-cdn.com/S1870345315001232/1-s2.0-S1870345315001232-main.pdf?_tid=09dbc9b0-59db-11e7-a14e-00000aacb361&acdnat=1498418475_4b03dcf1a23051ada7209b62d0b5936a

Dann möchte ich auf Landeros et al. (2012): Type studies in Helvella (Pezizales) 1. Mycotaxon 119: 35-62 hinweisen. - kann man offen über cyberliber lesen: http://www.cybertruffle.org.uk/cyberliber/ - dort auf Joirnals, dann auf Mycotaxon usw.
Hyde et al. (2016) meinen zwar, dass dort auch H. oblongispora behandelt wurde, dem ist aber nicht so, wohl aber nahestehende Arten (lohnt sich also dennoch).

Die Arbeit von Hyde et al. (2016) schicke ich dir per Mail.

Ich beziehe mich jetzt mal auf Hyde et al. (2016), wonach die Sporen von Helvella oblongispora 18-20 x 11-13 µm sein sollen, also kürzer und schmaler als bei Helvella confusa: 20-23 x 13-14 µm - soweit ich's grad parat habe.

Helvella solitaria kann man ausschließen, da diese Laubhölzer als Symbiont nimmt und flussbegleitend wächst. Helvela leucomelaena sieht anders aus (die meine ich gut zu kennen) als deine Aufsammlung. Zudem kenne ich sie nur von Kiefer, vor allem Schwarzkiefer.
Helvella confusa wächst wie Helvella oblongispora bei Fichten, auf Kalkschotter und ist (H. confusa) in den Alpen häufig.

Insofern gebe auch ich dir recht, dass man nur zwischen den beiden, Helvella confusa und Helvella oblongispora, unterscheiden muss.

Durch die aporhynche Ascusbasis kommen eh nur die Arten rund um Helvella leucomelaena in Frage. Aufgrund der doch recht breiten Sporen würde ich hier also doch auf Helvella confusa tippen. Häffner trennt eher nach der Farbe (dunkler vs. heller braun). Da vertraue ich eher neueren Arbeiten wie Hyde et al. (2016), Sie vergleichen sie zwar nicht mit Helvella confusa, haben aber mehrere Kollektionen (auch aus Asien) untersucht, die die schmaleren Sporen offenbar bestätigen.

Hast du die Paraphysenspitzen vermessen? Wie breit waren die denn?

Zu den Abbildungen:
Man kann sie auch hier direkt in den Text einbauen. Du musst img in eckigen Klammern schreiben, danach die Adresse der Abbildung und dann wieder in eckigen Klammer /img schreiben. Wenn du die Fotos hier als Attachment hochlädst, dann klicke drauf (damit du es groß siehst), nutze die rechte Maustaste (im Bild klicken) und geh auf "Grafikadresse kopieren". Dann mit img ... /img in eckigen Klammern umrahmen und das Bild taucht hier auf. Man muss also den Beitrag einmal bearbeiten.

Ich mache es hier mit einer Aufnahme der Helvella oblongisporum vom Hias:



Du findest sie hier: http://www.pilze-bayern.de/index.php/tagungen/kartierungswochenende-fuessen-2015

Sie wurde in Füssen gefunden (im Juli) und ist noch blasser als deine Funde. nDie Tafel von Hyde et al. (2016) zeigt Übergänge von sehr blass bis hin zu schön braun. Die Farbintensität kann man also vermutlich als Merkmal knicken  ;)

Helvella confusa wächst im Frühjahr, Helvella oblongisporum mehr im Sommer. Jetzt ist Juni da eher die Übergangszone, aber auch Anfang Juni als Fundzeit entspricht eher Helvella confusa.

Ich würde die Lorchel daher als Helvella confusa bestimmen.

LG
Christoph

(P.S.: ich lasse mich da auch gerne berichtigen - weitere Kommentare sind natürlich sehr erwünscht - so auch vom Hias, der ja Helvella oblongispora unweit gefunden hat (Füssen ist nicht weit weg).



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Expertenforum Mykologie / Helvella-Frage: confusa vs. oblongispora
« Letzter Beitrag von UmUlmHerum am Gestern um 18:17 »
Hallo miteinander!

Schon seit 2 Wochen rätsle ich an einem Lorchelfund aus der Nähe von Uffing am Staffelsee (genau genommen rund 8 km nordwestlich von Uffing), vielleicht kann mir hier jemand weiterhelfen. Im Pp-Forum hatte ich diese Lorcheln auch schon ausführlich gepostet und verweise her per Link zu den Fotos – den Text braucht Ihr nicht unbedingt zu lesen, ist teilweise überholt – ich fasse hier kurz das Wichstigste zusammen.
Standortfotos (8.6.17): http://www.pilzepilze.de/cgi-bin/webbbs/pconfig.pl?read=334854
Weitere Makro- (12.6.17) und die Mikro-Fotos: http://www.pilzepilze.de/cgi-bin/webbbs/pconfig.pl?read=334906

Standort:
MTB 8232-414, 650 mNN, 8./12. Juni 2017
Auf einer von Menschen eingebrachten "Schuttreiß´n" in der Breite einer Forststraße, ca. 100m gerade einen steilen Fichtenhang hinunter, drunter ist Bauschutt, der mit Flusskies, vermengt mit Sand, abgedeckt ist. Ansonsten ein mittelalter Fichtenwald auf mäßig oberflächensaurem Boden über Nagelfluh. Über 100 Frk. gesellig wachsend.



Makro-Merkmale:
Apothezien 30 - 50 mm breit, bis ca. 40 mm hoch
Kurze gerippte Stiele, Rippung unterschiedlich ausgeprägt (siehe Fotos), teilw. ein Stück den Becher hinaufreichend (also nicht gleich an der Apo-Basis endend)
Hymenium ockerbraun mit Grautönen, Becheraußenseite (fast nackt, nur am Rand kleine Zotten) in ähnlicher Farbe, zur Basis hin + Stiel weißlich

Mikro-Merkmale:
Sporen mit großer, zentraler Guttule; manche (vor allem unreife Sporen) mit vielen kleinen Tröpfchen; glatt
Die Größe hat Jens für mich gesmafft aus einem Bild mit 320x:
[95% • 30 • SAP • v • H2O(nat) ] = 19 - 20,6 - 22,3(22,6) x 12,1 - 13,1 - 14,1(14,3) µm
(Meine Mittelwerte aus 17 Messungen mit 800x von einem anderen Foto ergaben: 19,7 x 12,6)
Die Sporengröße wird aber zur genauen Bestimmung eh nicht weiterhelfen, so wie ich  HÄFFNER (1987) verstanden habe.
Ascusbasis aporhynch
Interessanter der Schnitt Becherwand:
Gesamtdicke 840 µm
Hymenium 330 µm
Subhymenium+Textura intricata 260 µm
Textura angularis (äuß. Excipulum) 250 µm



Diskussion:
Hauptsächlich verwendete Literatur: J. HÄFFNER Die Gattung Helvella, Beiheft ZMykol 1987
Mit dem Habitus und den ein-hyphigen Ascusbasen kommt man zur Sektion Leucomelaenae, darin enthalten nach HÄFFNER 6 Arten:
H. pendunculata: Apothecium 1 - 3(4) cm = zu klein, unondulierter Rand, Becher außen dunkelbraun, Sporen zu schmal (10,5 - 12,5/13,5)
H. aestivalis: Apothecium 0,5 - 2,5 cm = viel zu klein, Hymenium dunkel rotbraun
H. leucomelaena: Hymenium kastanien- bis schwarzbraun (selten blassbraun – wenn wenig Sonne, was absolut nicht zutrifft), fast ungerippt, Sporen zu schmal (10,4 - 13,5), bei Kiefern
H. crassitunicata: Sporen zu lang (23 - 28), Vorkommen: USA, unter Koniferen, Spätsommer

Damit bleiben übrig: H. confusa und H. oblongispora.
Beide Arten habe ich noch nicht gefunden/bestimmt. Kenner dieser Arten behaupten z.B. bei AscoFrance, mit entspr. Erfahrung kann man sie auch makroskopisch bestimmen, siehe 2. Teil dieses Threads (François Valade, Mario Filippa):  http://www.ascofrance.com/search_forum/14362

Mit der Beschreibung von HÄFFNER kann ich die beiden Arten nicht sicher trennen. Wo gibt es die Original-Beschreibungen von HARMAJA, der ja 1977 die Einteilung von DISSING umgeworfen sowie das Trennmerkmal den Ascusbasen eingeführt hat?

Ich tendiere zu Helvella oblongispora, aus folgenden Gründen:
Farbe der Frk. nicht so dunkel wie bei H.c. (gemäß Web-Fotos, die ich für halbwegs seriös halte)
Stielrippen laufen ein Stück in Becher hinauf, tw. anastomisierend
Nach den Schnitt-Zeichnungen von HÄFFNER ist die Textura intricata bei H.c. sehr breit, ebenso hat diese Art deutliche Zotten, während H.o. eine breitere Textura angularis hat und außen fast nackt ist.
Häffner zu den Rippen von H.o.: "Frk. ... fast sitzend (wie leucomelaena) bis deutlich gestielt-gerippt (wie acetabulum)"

Was denkt Ihr über meinen Fund? Kann mir jemand die Beschreibungen von HARMAJA 1977 zukommen lassen?

Schon mal danke & viele Grüße – Rika

P.S.:
Ich blick´ das noch nicht, wie man hier die Fotos "richtig" einstellt. Werden sie bei der Vorschau nicht angezeigt? Kann ich den Platz des Fotos nicht im Text selbst bestimmen? Wie kann ich ein versehentlich hochgeladenes Foto wieder löschen?
Jetzt habe ich mal 2 Bilder über picr.de in den Text geladen (damit es am richtigen Platz steht), und das erste Foto wird nun doppelt kommen, weil hier direkt hochgeladen – wollte ich löschen, aber wie?
Außerdem: Wenn ich die Beiträge anschaue, sind die Fotos meistens (aber nicht immer!) nur Thumbnails, die ich einzeln anklicken + wieder schließen muss, sie gehen in einem Popup-Fenster auf. Das ist ziemlich lästig und war doch früher nicht so?!
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Junipilze – ziemlich tote Hose bei Ulm
« Letzter Beitrag von UmUlmHerum am Gestern um 15:00 »
Hallo Rudi,

ist ja irre, was bei Dir an Pilzen wächst!
UmUlmHerum (Hochsträß) war dieser Tage in 2 Std. in verschiedenen Waldtypen fast nix zu finden: 1 alter Perlpilz, ein kleiner Wulstlingsartiger, ein paar Büschel vertrockneter Waldfreund-Rüblinge, immerhin eine Kolonie Tarzetta cupularis am Wegesrand und ein schöner, frischer Schwefelporling an Zwetschge (wurde zu "Schwefelporling in Sherry-Estragon-Sauce" verarbeitet = sehr gut!). Keine Röhrenpilze, keine Sprödblättler, keine Schleimpilze... es kann nur besser werden.

Viele Grüße – Rika
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Junipilze
« Letzter Beitrag von Rudi am Gestern um 13:40 »
Heute am Blutsee-

schon wieder ein paar neue Schwammerl ;D

LG Rudi
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Junipilze
« Letzter Beitrag von Rudi am 24. Juni 2017, 21:34 »
Noch was.

Der wollige Scheidling wurde von meinem Freund Christoph Wamser gefunden und auf meinen Tisch gelegt- sorry für das schlechte Bild!
Auch die anderen Schwammerl tragen schon Hitzeschäden...

LG Rudi
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Hallo zusammen,

die Morcheln werden ja immer komplizierter. Es gibt unter den Spitzmorcheln Arten mit längsgestreiften Sporen. Morchella anatolica ist so ein Beispiel - hier sieht man die Längsrillen auch im Lichtmikroskop (eshandelt sich um eine mediterrane, violettlich gefärbte Spitzmorchel).

Nun wurden Anfang 2016 weitere Arten mit längsgestreiften Sporen beschrieben (mir fehlt aber der Überblick, welche Arten dieses Merkmal noch aufweisen):

Andrus Voitk, Michael W. Beug, Kerry O’Donnell & Michael Burzynski (2016)
Two new species of true morels from Newfoundland and Labrador: cosmopolitan Morchella
eohespera and parochial M. laurentiana, Mycologia, 108:1, 31-37, DOI: 10.3852/15-149

Darunter Morchella eohespera, die sowohl in den USA, in Neufundland, in China als auch in Europa (Schweden, Niederlande, Deutschland, Schweiz) vorkommt.
Sie fruktifiziert relativ spät (April bis Juni), zeichnet sich mikroskopisch durch die im Rasterelektronenmikroskop deutlich längsgestreiften Sporen sowie lichtmikroskopisch durch kopfige, sterile Elemente an den Wabenkanten aus. Zudem fehlen den Sporen die polaren Tröpfchen.
Der fertile Fruchtkörperteil ist vom Stiel deutlich abgesetzt und die Längsstege der Waben dominieren.
Die Streifung ist auf den SEM-Bildern so deutlich, dass sie eigentlich auch lichtoptisch mit einem sehr guten Mikroskop zu sehen sein müssten, denke ich (Interferenzkontrast).

Am "einfachsten" geht die Bestimmung über Sequenzierung. Ich muss zugeben, dass ich im Moment bei den Morcheln die Übersicht verloren habe.

Voitk et al. (2016) meinen selber, dass die zweite, von ihnen beschriebene Art, die aber offenbar nur in Nordamerika vorkommt, sicher nur per Sequenzierung bestimmt werden kann. Zudem bevorzugt diese Art, Morchella laurentiana, anthropogen gestörte Böden, während Morchella eohespera naturnähere Standorte bevorzugt. Zudem unterscheiden sie sich wohl in der Fruktifizierzeit - Morchella laurentiana kommt früher im Frühjahr.

Morcheln sind spannender als je zuvor. Die Spitzmorcheln werden zurzeit völlig aufgedröselt - die Zeit von Morchella conica als eine Art ist längst vorbei.

LG
Christoph

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Plattform für Pilzfreunde / Re: Junipilze Statt Gewitterregen
« Letzter Beitrag von Rudi am 22. Juni 2017, 19:34 »
heiße Pilze.

Der falsche Satan war den Friedhofsbesuchern wohl zu heiß. Beide Schwammerl wurden mit Füßen getreten...

LG Rudi
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Junipilze
« Letzter Beitrag von Rudi am 21. Juni 2017, 22:09 »
Hallo Christoph,

am Blutsee hats schon gewirkt!
Auch wenn bei uns in Unterfranken heute die höchste Waldbrandstufe ausgerufen wurde, es gibt was.

LG Rudi
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