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Plattform für Pilzfreunde / Re: Crepidotus cesatii
« Letzter Beitrag von Christoph am Gestern um 22:35 »
Servus Renate,

erstmal vorweg: super nachmikroskopiert und toll dokumentiert!  :)

Crepidotus malchius galt früher als Synonym von Crepidotus applanatus. Ich gehe davon aus, dass für die TaxRef-Liste der DGfM die aktuelle Monographie der Gattung Crepidotus noch nicht ausgewertet und daher auch nicht eingearbeitet wurde. Das liegt immer an der Manpower - es läuft ja großteils ehrenamtlich und ich bin unsicher, ob es im Moment einen Crepidotusspezialisten in Deutschland gibt. Jedenfalls hinken solche Listen und Datenbanken oft hinterher.

Das bedeutet, dass man im Moment die Art nicht über die DGfM kartieren kann. Was dann aber gehen sollte: den Fachausschuss Kartierung der DGfM anschreiben, den Fund per Mail mitteilen und bitten, die TaxRef-Liste hier zu überarbeiten.

Ich selber hatte Crepidotus malachius übrigens auch noch nie selber gefunden. In meinen Augen ein toller Fund. Sowas sollte auf alle Fälle vorgestellt werden (z.B. in Form eine kleines Artikels über diese tolle Art) - gerade dann, wenn sie hierzulande noch weitgehend unbekannt ist.

Österreich hat da quasi das Glück, dass Hausknecht & Krisai-Greilhuber die Gattung Crepidotus für Österreich überabreitet haben (der von mir verlinkte Artikel). Daher haben die auch ihre Artenliste entsprechend überarbeitet.

Dass anstatt diese Kugelsporer alle zusammenzuschmeißen jetzt Crepidotus malachius der Artrang zuerkannt wird und zudem zwei Varietäten bekannt und anerkannt sind, zeigt einfach nur den Wissenszuwachs, der in den Pilzen abläuft. Man weiß noch nicht sooo viel über die heimische Funga. Und da du "Anfängerin" schreibst: die meisten "Anfänger" würden gar nicht erst einen Crepidotus bestimmen wollen. Und jetzt bist du vermutlich eine der wenigen Personen in Deutschland, die Crepidotus malachius selbst gefunden und bestimmt hat und die Art aus eigener Anschauung kennt. Ist doch cool!?  8)

Liebe Grüße,
Christoph
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Crepidotus cesatii
« Letzter Beitrag von Renate am Gestern um 22:24 »
Das mit den Bildern hat schon mal nicht hingehaut. Vorführeffekt.

Aber jetzt sollte es klappen.
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Crepidotus cesatii
« Letzter Beitrag von Renate am Gestern um 22:20 »
Lieber Christoph,

entschuldige bitte die späte Antwort. Ich war beruflich wie privat sehr beansprucht, so dass ich die Zeit fürs Mikroskop nur in kleinen Dosen abzwacken konnte. Aber ich habe soweit möglich meine Hausaufgaben gemacht.

Ich war noch mal draussen. Leider gab es diese Crepidotus nicht mehr. Ich denke, ich habe den Ast gefunden, aber da war nichts mehr, fast eine Woche später, nach 30 Grad Hitze und nach etwas Regen.

Substrat sollte Laubholz sein. Kann ich evtl. noch mal recherchieren, nicht dass ich mich da täusche.

Ich habe noch einmal nachgemessen. Die Bilder sind unten. Tatsächlich habe ich ein paar Mal unsauber gemessen. Leider kann ich im Bild die ursprünglichen Messungen nicht löschen (das hat einige Tage gekostet, verschiedene Varianten zu probieren). Die berichtigten Sporenmasse in µm:

Sporen
6,96x6,87, Q=1,01  (berichtigt)
6,73x6,51, Q=1,03
6,53x6,44, Q=1,01
6,19x5,82, Q=1,06
6,63x5,9, Q=1,01
6,34x6,06, Q=1,05
6,27x6,26, Q=1,0

Sporen2
6,8x6,56, Q=1,03 (berichtigt)
6,27x6,08, Q=1,03
6,71x6,57, Q=1,02 (berichtigt)
6,43x6,32, Q=1,02 (berichtigt)

ergibt im Durchschnitt bei diesen 11 Messungen Q=1,03

(jetzt hoffe ich, dass ich mich nicht verrechnet habe)

Außerdem füge ich noch Bilder zu Zystiden bei.

Ich käme tatsächlich zu Crepidotis malachius.

Jetzt habe ich aber ein Problem:

Ich habe in der Literatur und im Internet recherchiert.

In Deutschland gibt es kein eigenständiges Crepidotus malachius, sondern das wird als Synonym für Crepidotis applanatus verwendet. In den Pilzen Deutschlands der DGfM (im Internet, aus der Pilzkartierung) steht das auch so drin. Wenn man diesen Namen eingibt, taucht Crepidotus applanatus auf.

Sucht man aber im Internet in den Pilzen Österreichs in der Datenbank gibt es Crepidotis malachius, sogar in Variation.

Für eine Anfängerin wie mich ist das verwirrend. Ich habe ja zu tun die Merkmale zu erkennen und zu bestimmen.

Auf alle Fälle habe ich bei diesem "profanen" Crepidotus eine Menge gelernt. Wie melde ich mich beim Forum an, wie stelle ich einen Bericht ein, wie lade ich Bilder hoch. Nicht zuletzt wenn schon dokumentieren, dann auch alles. Solange ich nicht weiß was wichtig ist, auf alle Fälle zu Ende mikroskopieren. Schauen, dass ich ein vernünftiges Bild der Lamellenschneide bekomme...  Mit einer  Stereolupe wird alles viel einfacher (hoffe ich zumindest).

Vielen Dank für Deine Hilfe.

Voller guter Vorsätze wünsche ich einen schönen Abend.

Renate




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Expertenforum Mykologie / Re: Schlüssel der Gattung Phaeosphaeriopsis
« Letzter Beitrag von Christoph am 20. Juni 2018, 23:26 »
Servus beinand,

ich habe den Phaeosphaeriopsis-Schlüssel aktualisiert. Ich habe Phaeosphaeriopsis dracaenicola mit eingebaut. Diese Art wurde 2014 neu beschrieben in

PHOOKAMSAK R, LIU J-K, MCKENZIE EHC, MANAMGODA DS, ARIYAWANSA H, THAMBUGALA KM, DAI D-Q, CAMPORESI E, CHUKEATIROTE E, WIJAYAWARDENE NN, BAHKALI AH, MORTIMER PE, XU J-C, HYDE KD (2014): Revision of Phaeosphaeriaceae. Fungal Diversity (2014) 68:159–238.

Der Artikel ist frei lesbar (z.B. über Research Gate).

Da ja viele eine Dracaena als Hauspflanze (in Anlehnung an Haustier) haben, lohnt sich vielleicht der Blick auf abgestorbene Blattbereiche mit dort sitzenden, winzigen, schwarzen Punkten. Sollte ich fündig werden, gebe ich natürlich Bescheid.

Der Schlüssel ist wieder als Word-Dokument angehängt (siehe Ausgangsposting).

Liebe Grüße,
Christoph
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Servus Pablo,

Agaricus campestris hat halt hohe Agaritin-Werte. Es wurden nur nicht bei jeder Studie, auf die sich Parra bezog, jeweils alle Arten getestet. Zu Agaricus campestris hat er keine Werte angegeben, sondern nur die Aussage, zitiert, dass er auch sehr viel haben soll.

In Bezug auf die Schwermetalle scheint vor allem das Cadmium problematisch zu sein, da der Bleigehalt ja vom Boden abhängt.

Agaricus urinascens makroskopisch zu erkennen, traue ich mir auch nicht zu. Man hat zwar den Verdacht, aber sich sicher zu sein. Nur ist klar, dass man da einen der großen, dickfleischigen vor sich hat. Und gegessen wird ja wohl meist der Schiefknollige, der eher dünnfleischig ist.

Würde man Agaricus urinascens als "kein Speisepilz" deklarieren und dabei auf die teils exorbitant hohen Cadmiummengen hinweisen, so fällt es leichter, darauf basierend auch allgemein vor den gilbenden Arten zu warnen.

Die rötenden Arten scheinen da nicht ganz so heftig zu sein, wenn man wiederum vom Blei absieht.

Ich fühle mich jedenfalls rückwirkend bestätigt, dass ich keine gilbenden Anisegerlinge esse. Man sieht an dem Posting auch, dass ich den Parra nicht selber besitze, sondern der Verein für Pilzkunde München e.V. - dadurch habe ich natürlich Zugriff auf das Buch, das ich bislang aber meist nur zum Bestimmen genutzt habe. Die Einleitung habe ich mir erst jetzt mal ausführlicher angesehen.

Auf alle Fälle sollte man m.E. durchaus sensibilisiert werden, welche an und für sich ungiftigen Pilzarten ungesund sind. Dann kann man die Entscheidung bewusst treffen. Manche Menschen rauchen ja auch bewusst trotz des bekannten Risikos. Gut, da ist es meist eine Sucht, man kann also oft nicht aufhören, was es noch tragischer macht. Wer ansonsten gesund lebt, der kann sicher auch mal einen Anisegerling verzehren, ohne deshalb Schaden zu nehmen. Man macht dann halt ne Cadmiumkur, zumal ich es erschreckend finde, dass für sie Cadmium im Boden ein Fruktifikationsverstärker ist.
Wissen muss man es halt - dann kann man bewusst entscheiden. Ich werde jedenfalls vor den gilbenden Arten hinsichtlich der Schwermetalle warnen.

Es betrifft sicher auch andere Pilze. Bei Laccaria habe ich mal was wegen Arsen aufgeschnappt, habe da aber keine Primärquelle.

Liebe Grüße,
Christoph

Ach ja, hatte ich fast vergessen, hier noch ein paar Fotos von Agaricus urinascens von unserer Tagung in Simbach am Inn. Der Pilz stammte von der österreichischen Innseite und wurde von einer Besucherin mitgebracht (um bestimmt zu werden). Der Wuchsort ist daher ein Fake (Wiese vor dem Gymnasium Simbach):





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Servus Pablo,

vielen Dank für die netten Geburtstagsgrüße und das wunderschöne Foto - ich freue mich schon auf die alpine Saison.

Liebe Grüße,
Christoph  ;)
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Junipilze 18
« Letzter Beitrag von Beorn am 19. Juni 2018, 17:54 »
Hallo, Rudi!

Keine Setae gefunden? Dann käme eventuell auch Phellinus punctatus in Frage. Das wäre jedenfalls die einzige Art, die ich bisher an Robinie gefunden habe. Manchmal bildet der auch schon recht dicke Fruchtkörper, wenn Jahr für Jahr mehr Schichten dazu kommen. Aber so extrem wie hier - da bin ich nicht sicher, ob das geht. Vor allem sollten ja nirgendwo richtige Hutkanten gebildet werden.

Hier zwei +/- dickliche Phellinus punctatus an Robinie:




LG, Pablo.
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Hallo, Christoph!

Auch von mir ein dankeschön für die übersichtliche und nachvollziehbare Nomenklatur - Erklärung.

Und wie, du hattest Geburtstag? Das ging an mir ja völlig vorbei, insofern nachträglich alles Gute, bleib gesund und munter, kritisch und entspannt und immer mit der Zeit für den einen oder anderen schönen Streifzug durch Natur und Pilze.




LG, Pablo.

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Hallo, Christoph!

Das ist in der Tat sehr interessant. Gerade stark gilbende (und anisartig riechende) Champis waren mir auch immer etwas suspekt wegen der Schwermetallthematik. Gegessen habe ich sie dennoch, aber nicht allzu oft.
Für wenig bedenklich hielt ich eigentlich immer die starken Röter aus der sylvaticus - gruppe, der ja hier nun leider auch bei den Arten mit bedenklicher Bleianreicherung auftaucht.

Einer meiner Lieblingschampis war bisher auch bitorquis (s.l.), den man ja zB auf Friedhöfen auch ohne Kontakt zu Hundetoiletten und Straßenrändern findet, so daß ich den Verzehr von solchen Standorten bislang ohne schlechtes Gewissen genossen habe.

Interessant: Weitere schwach rötende Arten wie zB Agaricus campestris, Agaricus subperonatus (s.l.?) oder Agaricus litoralis tauchen da ja nun erstmal nicht auf. Wäre interessant, ob diese Arten ähnlich wie Agaricus bisporus weitestgehend unbedenklich sind.

Was die gilbenden, ansiartig riechenden Arten betrifft: Da sollte man sich eccht Gedanken machen, ob man nicht wenigstens den Speisewert als "kritisch" einstuft. Und eben vor der massiven Anreicherung gefährlicher Stoffe warnt. Schwierig könnte es werden, einzelne Arten wie zB Agaricus urinascens / macrosporus von Positivlisten zu streichen. Die meisten Arten aus der Gruppe sind ja makroskopisch nicht bestimmbar: Zumindest urinascens, arvensis, osecanus / nivescens könnte ich selbst nicht makroskopisch unterscheiden. Dann sollte man eher die ganze Gruppe als kritisch einstufen, ebenso bei der essettei - abruptibulbus - Gruppe.


LG, Pablo.
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Junipilze 18
« Letzter Beitrag von Rudi am 19. Juni 2018, 13:26 »
Jetzt zum gerade angekündigten Porling.
Ein Feuerschwamm an abgesägter Robinie, etwa 20x15 cm groß, dimitisch.
Sporen leider fast Fehlanzeige, nur eine, dickwandig rundlich, unregelmässig begrenzt, ca 7x5,5µ.
Dafür gabs reichlich kleine kugelartige, dünnwandige Gebilde, vielleicht Konidien, um 3,5x3µ. (s.Bild)
Im Internet ists schwierig: bei mycobank gibts einen Phellinus robiniae:
 http://www.mycobank.org/Biolomics.aspx?Table=Mycobank&Rec=20496&Fields=All
der fehlt aber bei pilze-deutschland und auch sonst überall. Meist wird auf Phellinus robustus verwiesen...
Kann mir da jemand auf die Sprünge helfen???
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