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Plattform für Pilzfreunde / Re: Augustpilze 2018
« Letzter Beitrag von Hias am Gestern um 10:08 »
Terrestrisch und an feuchten Stellen wächst ganz gerne P. nanus.
Müsste man aber auf jeden Fall mikroskopieren.

Grüße
Hias
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Augustpilze 2018
« Letzter Beitrag von Älbler am Gestern um 07:31 »
Hallo Rika,

stelle mal ein Mikrofoto von der Huthaut deines Dachpilzes ein. Ein Skalpschnitt reicht!
Das könnte auch ein anderer als P. phlebophorus sein.

Viele Grüße
Christian
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Expertenforum Mykologie / Borstiger Becherling?
« Letzter Beitrag von UmUlmHerum am Gestern um 01:06 »
Hallo miteinander!

In Ergänzung zu dem Augustpilze-Thread (http://forum.pilze-bayern.de/index.php/topic,1781.new.html#9) hier noch weitere Infos + Bilder. Ich kopiere mal die Beschreibung hierher:

Wie versprochen, hier der zweite Teil meiner Uffinger Funde vom 5.8.18. Auch dort war/ist es sehr trocken, so dass dieses moorwasserführende Bächlein fast ausgetrocknet war. Das hatte den unschlagbaren Vorteil, dass ich es stellenweise mit normalem Schuhwerk betreten konnte – sonst hätte ich diese Pilze (fast) alle nicht gesehen.

(2) An verschiedenen Stellen wuchsen gesellig diese borstigen Becherlinge, die aber m.E.n. nicht Humaria hemisphaerica sind. Sie sind extrem fest, wie ein dünnerer Fingernagel, und können reif völlig ausgebreitet sein. Weitere Bilder kommen in einen gesonderten Thread, es gibt davon Exsikkate.


Standort:
Dieses Bächlein befindet sich auf 655 mNN, Luftlinie 7 km nordwestlich von Uffing am Staffelsee/Obb. bei Hechenrain gelegen. Das Wasser ist zwar moorig braun, aber im Untergrund ist Nagelfluh, wie man auch an den Kieseln im Bachbett erkennt. Ich denke, die Uferböschung, in der die Becher wachsen, ist eher ziemlich basisch. Auf dem Habitatfoto sieht man, dass die Uferböschung senkrecht, z.T. auch unterspült als Überhang ausgebildet ist. In diesen versteckten und immer feuchten Bereichen leben diese Becher auf der bloßen Erde! Holz scheinen sie nicht zu brauchen. Zum Fotografieren musste der Kopf annähernd auf Höhe des Bachbettgrunds 8) Vielleicht ist diese Art deswegen nicht soo bekannt. 



Beschreibung:
Im Prinzip sehen sie aus wie der Halbkugelige Borstenbecher Humaria hemisphaerica – Farbe, Borsten, Apothecien nur ein bisschen kleiner... ABER es gibt zwei gravierende Unterschiede (siehe auch oben):
Das ganze Apothecium ist ungewöhnlich hart – egal ob jung oder alt, man könnte damit ein Loch in die Erde graben. Trotzdem sind sie beim Trocknen noch erheblich geschrumpft.
Jung sind die Apos flachschüsselig (nicht kugelig! siehe 3. Pilzbild) mit braunen Randhaaren, dann werden sie entweder blasenförmig oder pokalförmig (ähnlich reifen Teuerlingen), dann weitet sich der Rand immer mehr – im Alter sind die Apos flach ausgebreitet und dann max. 2,5 cm breit.

Nun bin ich gespannt auf Eure Meinungen zu diesen harten Bechern, gerne auch Tipps, was ich speziell mikroskopieren könnte, um ihrer Bestimmung näher zu kommen.

Viele Grüße – Rika













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Plattform für Pilzfreunde / Re: Augustpilze 2018
« Letzter Beitrag von UmUlmHerum am Gestern um 00:03 »
Hallo Gernot,

vielen Dank für Deine hilfreichen Gedanken!

Von der Nr. (2) stelle ich gleich noch ein paar Bilder in einen neuen Beitrag.

(3) Mit der Scutellinia hast Du Recht und ich nicht genau hingeschaut: die Haare sind zahlreich und relativ kurz, was in Zusammenhang mit Substrat Holz wohl zu Sc. crinita führen dürfte. Ich hab´ das schärfste Bild noch mal überarbeitet – Haarlänge eher 0,3 mm.

(4) Miladina lecithina sieht sehr gut aus – makroskopisch wie auch vom Habitat her. Mikros sind ja leider nicht möglich, weil ich nicht dran gekommen bin.

(5) Ja, ein Pluteus würde die freien + rosanen Lamellen erklären. Dass die Huthaut im Zentrum so schrumpelig/runzelig ist, habe ich erst auf der Vergrößerung gesehen – passt auch dazu. Mit diesen Zwerg-Dachpilzen hatte ich bisher keinen persönlichen Kontakt. Könnte es vielleicht der Runzelige Zwerg-Dachpilz Pluteus phlebophorus sein?

(6) Cortinarien: Bei den vertrockneten Teilen (1. Beitrag, Nr. 2) kann ich mir (inzwischen) einen Spitzgebuckelten Raukopf gut vorstellen. Ich hatte zuvor Cortinarius casimiri im Kopf wg. dem kräftigen Buckel und genatterten Stiel, aber wenn der eintrocknet, müsste er viel kleiner/zierlicher werden. Das muss schon was Stabileres gewesen sein. Bei den fast frischen vom neuen Beitrag (6) fehlt mir eigentlich der Buckel – oder haben den die Maden eingeebnet (siehe das Loch im Hut)? Ich hatte vor Ort einen intensiven Geruchstest gemacht, weil ich eigentlich an C. callisteus oder C. limonius gedacht hatte. Heiße Lokomotive = C. callisteus?! Ein Stück vom Hut habe ich getrocknet – kann ich damit was eindeutig verifizieren?

Viele Grüße – Rika
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Augustpilze 2018
« Letzter Beitrag von Gernot am 12. August 2018, 20:13 »
Servus, Rika,

schöne Ascofotos, gerne mehr davon. :D Ein paar Gedanken dazu:

(1) Die Reichhaltigkeit des Velums kann sehr variabel sein, insofern hat dieses Merkmal wohl keinen taxonomischen Wert. Genetische Untersuchungen sind mir aber nicht bekannt…

(2) Bin auf die weiteren Fotos gespannt.

(3) Ich sehe keine langen Randhaare auf deinen Aufnahmen, weshalb ich S. scutellata ausschließen würde (S. crinita ist übrigens deutlich häufiger).

(4) Wahrscheinlich Miladina lecithina.

(5) Wohl ein Dachpilz.

(6) Ich vermute ja, dass dein "Gürtelfuß spec." aus dem ersten Beitrag Cortinarius rubellus ist, und es würde mich nicht wundern, wenn du uns hier wieder einen solchen zeigst.

Schöne Grüße
Gernot
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Augustpilze 2018 – im Bachbett
« Letzter Beitrag von UmUlmHerum am 12. August 2018, 18:29 »
Hallo miteinander!

Wie versprochen, hier der zweite Teil meiner Uffinger Funde vom 5.8.18. Auch dort war/ist es sehr trocken, so dass dieses moorwasserführende Bächlein fast ausgetrocknet war. Das hatte den unschlagbaren Vorteil, dass ich es stellenweise mit normalem Schuhwerk betreten konnte – sonst hätte ich diese Pilze (fast) alle nicht gesehen.

Habitat:


Ich habe 5 verschiedene Arten im durchfeuchteten Bachbett fotografiert (einen Rädchen-Tintling links liegen gelassen), von denen ich nur 1 halbwegs benennen kann, der Schildborstling auf Holz sollte sich auch eingrenzen lassen – 4 Ascomyceten und einen Lamellenpilz. Hier zeige ich nur einen Überblick und werde die drei Fraglichen in gesonderten Beiträgen im Expertenforum Mykologie anfragen, sonst ufert das hier aus.

Fangen wir mit dem (für mich) einfachsten Pilz an:
(1) Tarzetta cupularis bzw. velata (der Unterschied, wenn es wirklich einen gibt, ist mir nicht klar)


(2) An verschiedenen Stellen wuchsen gesellig diese borstigen Becherlinge, die aber m.E.n. nicht Humaria hemisphaerica sind. Sie sind extrem fest, wie ein dünnerer Fingernagel, und können reif völlig ausgebreitet sein. Weitere Bilder kommen in einen gesonderten Thread, es gibt davon Exsikkate.




(3) Dieser Baumstamm lag mit einem Ende im Wasser, also immer gut vollgesogen, und ließ sich zum Fotografieren herausziehen. Selbstredend habe ich ihn danach wieder sauber an Ort und Stelle legt. Bei der leuchtenden Scutellinia mit dunklen, langen Randhaaren auf Holz vermute ich S. scutellata, den Holz-Schildborstling.




(4) Ein Stück weiter lag der nächste bepilzte Baumstamm einseitig im Wasser, aber ein anderer großer Stamm so oben drauf, dass ich ihn nicht bewegen konnte. Zusätzlich war dort das Wasser so tief, dass man Fischerstiefel gebraucht hätte. Die Fotos machte ich am Ufer knieend mit ausgestreckten Armen und Blitz. Um an die Frk. zu gelangen, hätte ich jemand gebraucht, der mich an den Füßen festgehalten hätte – dann wäre ich event. bäuchlings gerade so drangekommen. Diese orangen, haarlosen(?), gerandeten Dinger kommen auch in einen gesonderten Thread.




(5) Jetzt zum einzigen Lamellenpilz: Alle paar Meter sah man einen oder zwei davon in der feuchten Bachbett-Böschung stehen. Vom mittleren Frk. habe ich einen Sporenabdruck versucht – erfolglos, aber als Exsikkat vorhanden. Hut-Ø des "Großen" gut 2 cm – ein Helmling? LBM... soll ich den auch noch gesondert einstellen? Oder lieber vergessen...




(6) Noch ein Nachtrag zum Moor: am 8.8.18 war ich zur Täublingsnachlese ja noch mal in diesem kleinen Moor. Da standen nun zwei neue, aber auch schon angetrocknete + vermadete Rauköpfe. Dem Geruch nach verbranntem Maschinenöl nach, könnte es Cortinaius (cf.) callisteus sein? Ein Stück vom Hut habe ich mitgenommen und getrocknet – falls das weiterhelfen könnte.


Wer meine Funde von vorgestern – wieder UmUlmHerum – anschauen möchte: http://www.pilzepilze.de/cgi-bin/webbbs/pconfig.pl?read=336876

Viele Grüße – Rika
 
 
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Augustpilze 2018 – Moor-Täubling
« Letzter Beitrag von UmUlmHerum am 11. August 2018, 20:23 »
Liebe Leute,

jetzt bin ich wieder zuhause mit Mikro und etwas mehr Literatur. Aus WIKIPEDIA, GERHARDT, LAUX und GPBW habe ich eine Tabelle zu den Sporenangaben von Russula claroflava und Russula ochroleuca zusammengestellt. Erspart mir, die Tabelle abzutippen, nur soviel als Zusammenfassung aller Angaben:
Russula claroflava    7,0...12,0 x 6,0...10,0
Russula ochroleuca  6,8...11,0 x 6,1...8,0

Über Verfärbungen von Stiel, Lamellen, Fleisch gibt es keine richtige klaren Angaben, beide Arten können gelblich-ocker-bräunlich werden, ebenso wie beide im Alter/beim Trocken grauen – Ru.cla. halt etwas "mehr" als Ru.och.

Aber alle sind sich einig, dass
  • das SPP bei Ru.cla. blass-ocker bis gelblich (GPBW "rahmgelblich" – finde ich sehr treffend) sein soll, während es bei Ru.och. weiß sei (1a bis 1b).
  • der Q-Wert von Ru.cla. (ellipsoid nicht unter 1,1, auch größer 1,2) größer ist als von Ru.och. (rundlich 1 - 1,1).
  • die stacheligen Warzen von Ru.cla. allenfalls durch feine Linien verbunden sein sollen, bei Ru.och. gratige teilw. netzartige Verbindungen bestehen.
  • Ru.cla. komplett mild ist, dagegen Ru. och. schärfliche Lamellen hat.

Meine Entscheidungsargumente:
  • Standort im Moor mit Birken
  • Die UmUlmHerum-Ocker-Täublinge sind für mich ungenießbar scharf, während der Uffinger Moorfund überhaut nicht scharf ist.
  • UL-Ru.och. hat dunklere Hutfarben, deren Ocker ist ocker (zitronengelb kenne ich sie nicht), das Grün ist ein dunkles Olivgrün. Beim UFF-Ru.cla. geht das leuchtende Gelb zuweilen in ein helles Lindgrün über.
  • SPP siehe oben (rahmgelblich = wenn sich der Rahm bei Zimmertemperatur auf der frischen Kuhmilch absetzt).
  • Q-Werte vom Uffinger Fund: 1,13...1,26...1,35 aus 20 Messungen
  • Sporen und -ornament siehe Fotos.

Insofern habe ich ein ganz guten Gefühl, wenn ich diesen Uffinger Fund unter Russula claroflava ablege. Oder gibt es Widerspruch?
Christoph W. & Rudi herzlichen Dank für die Kommentare und Eingrenzungen ... sonst hätte ich lange suchen müssen.
 
Viele Grüße – Rika
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Augustpilze 2018
« Letzter Beitrag von UmUlmHerum am 11. August 2018, 00:14 »
Hallo Hias,

ah – wie schade, dass ich keinen mitgenommen habe! Inocybe hatte ich vor Ort auch auf dem Radar, aber gedacht ojeoje, das will ich gar nicht erst versuchen... Aber ein Höckersporiger hätte mich schon lange interessiert. Vielleicht das nächste Mal, die waren schon öfter dort zu sehen.

So, jetzt noch was zu dem Gelben Täubling: man kann den Sporenabdruck auch dem weißen Papier gut erkennen, also nicht weiß. Nach der ROMAGNESI-Farbtafel würde ich 2a oder 2b sagen, aber zu 3a ist es auch nicht weit. Ich muss mir mal die R. ochroleuca UmUlmHerum genauer anschauen und vergleichen.

Zitat Wikipedia zu Russula claroflava, Artabgrenzung:
"Der ebenfalls essbare Zitronentäubling kann dem Gelben Graustiel-Täubling sehr ähnlich sehen, so ähnlich, dass der Gelbe Graustiel-Täubling lange Zeit nur als Varietät des Zitronentäublings galt. Er ist aber blasser, die Lamellen sind weißlich und schmecken meist schärflich."
... und die Sporen von R. cl. sind erkennbar größer und etwas länglicher als die von R. och. – also doch noch unters Mikro, wenn die Maden noch was übrig gelassen ahben ... morgen.

Danke & gute Nacht – Rika

 
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Augustpilze 2018
« Letzter Beitrag von Hias am 10. August 2018, 09:34 »
Servus Rika,

die LBMs (3) im Sphagnum könnten höckersporige Risspilze sein (Napipes-Gruppe).

Grüße
Hias
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Augustpilze 2018
« Letzter Beitrag von UmUlmHerum am 8. August 2018, 23:52 »
Hallo Christoph,

merci für Deine Infos!

Heute war ich noch mal bei den Täublingen, echt krass – meine sämtlichen Fotomodelle sind verschwunden, während die beiden vertrockneten Gürtelfüße noch da waren. Von den spitzbuckeligen LBM kommen immer wieder frische, max. Hut-Ø 30 mm. Und dann waren da noch 2 Cortinarien, könnte der Rhabarberfüßige Raukopf Cortinarius callisteus sein, riecht jedenfalls ein wenig nach verbrannten Maschinenöl. Leider waren sie auch schon heftig vermadet. Cort. call. ist ziemlich häufig in der Gegend, aber ich kenne ihn aus oberflächensauren Fichten-Bergwäldern, nicht direkt im Torfmoos (Sphagnum)!? Ich muss erst noch die Fotos runterladen.

Ein paar Meter weiter gab es zum Glück noch einige von den gelben Täublingen. Bei einem älteren Frk. hatte der Stiel auch stellenweise einen bräunlichen Hauch. Aber alle Frk waren völlig vermadet, da wird nix mehr ggf. grauen, die brechen einfach zusammen. Ein anderes Exemplar hatte viel Grau in Stiel und Lamellen, aber ein Schimmel war gleichzeitig und bereits heftig zugange – keine Aussagekraft. Von zwei Hüten habe ich immerhin ein Stück mitgenommen, liegen schon auf weißem Papier. Morgen mehr dazu – ich vermute einen Weißsporer... Ach ja – die Begleitbäume: 90% Fichte, der Rest Birke.

Viele Grüße – Rika
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