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Expertenforum Mykologie / Re: Der Flammulina-Thread
« Letzter Beitrag von thorben96 am Gestern um 16:04 »
Hallo Christoph,

Zitat
Thorben hat leider die Fotos von der Website genommen, auf die ich verlinkt hatte - deshalb fehlen sie jetzt (@Thorben: kann / darf ich die Fotos hier hochladen, die ich von dir per Mail bekam? Oder willst du die Fotos hier zeigen?)

Die Fotos habe ich nicht von der Website genommen, aber warum der Link auf einmal in Leere führt weiß ich nicht  :(
Auf jeden Fall sind die Fotos noch auf Pilzforum.eu vorhanden.
Du darfst aber auch gerne die Fotos die ich dir geschickt habe verwenden.

Zitat
Es gibt aber etwas aktuelles: es wurde eine neue Art aus Europa beschrieben: Flammulina finlandica. Die Art zeichnet sich u.a. durch auffallend große Sporen aus - sie sind länger als bei Flammulina elastica fm. longispora aber schmaler als bei Flammulina fennae, der sie genetsich nahesteht.
...
Hier kann man den Artikel mit der Neubeschreibung (und der aktuellen Phylogenie des Flammulina-velutipes-Formenkreises Ostasiens und teils Europas) runterladen.
Danke für die Info :)

VG : Thorben
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Expertenforum Mykologie / Re: Der Flammulina-Thread
« Letzter Beitrag von Christoph am Gestern um 00:10 »
Servus beinand,

Thorben hat leider die Fotos von der Website genommen, auf die ich verlinkt hatte - deshalb fehlen sie jetzt (@Thorben: kann / darf ich die Fotos hier hochladen, die ich von dir per Mail bekam? Oder willst du die Fotos hier zeigen?)

Es gibt aber etwas aktuelles: es wurde eine neue Art aus Europa beschrieben: Flammulina finlandica. Die Art zeichnet sich u.a. durch auffallend große Sporen aus - sie sind länger als bei Flammulina elastica fm. longispora aber schmaler als bei Flammulina fennae, der sie genetsich nahesteht.

Flammulina elastica selbst steht im Stammbaum relativ weit weg von Flammulina velutipes.

Thorbens Flammulina aus Bochum zeigt eine sehr ähnliche HDS wie Flammulina filiformis (war vorher eine Varietöt von Fl. velutipes), wurde aber zur Art erhoben - das ist das, was wir als Enokotake in manchen Läden kaufen können. Allerdings passt weder die Makroskopie noch passen die Sporenmaße, weshalb ich sehr sicher bin, dass Thorben eine unbeschriebene Art gefunden hat. Der aktuelle Artikel (Wang et al. 2018) bestätigt das meines Erachtens. Leider gab es ja nur einen kleinen Fruchtkörper. Sobald eine Kollektion zustandekommt, kann man das anpacken.

Hier kann man den Artikel mit der Neubeschreibung (und der aktuellen Phylogenie des Flammulina-velutipes-Formenkreises Ostasiens und teils Europas) runterladen.

Das Zitat lautet

Pan Meng Wang, Xiao Bin Liu, Yu Cheng Dai, Egon Horak, Kari Steffen & Zhu L. Yang: Phylogeny and species delimitation of Flammulina: taxonomic status of winter mushroom in East Asia and a new European species identified using an integrated approach. – Mycological Progress
https://doi.org/10.1007/s11557-018-1409-2

Liebe Grüße,
Christoph
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Plattform für Pilzfreunde / VERSCHOBEN: Crepidotus cesatii
« Letzter Beitrag von Christoph am Gestern um 00:00 »
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Plattform für Pilzfreunde / Pilzexkursion der ÖMG am 29.6.2018 in Innsbruck
« Letzter Beitrag von Christoph am 23. Juni 2018, 23:57 »
Servus beinand,

meist sind die Exkursionen der ÖMG ja im Großraum Wien, was dann doch ein Eck von Bayern entfernt ist. Am kommenden Freitag wird aber eine Wanderung der Österreichischen Mykologischen Gesellschaft in Innsbruck angeboten, was für manche ja nicht so weit weg ist. Daher möchte ich auf diese Veranstaltung hinweisen.

Genaueres findet man hier: www.univie.ac.at/oemykges/programm-2018/exkursionen-2018-2/ (man muss ein bisserl runterscrollen).

Falls jemand mitgeht, ist ein Kurzbericht hier natürlich sehr gern gesehen  ;)

Liebe Grüße,
Christoph


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Expertenforum Mykologie / Crepidotus malachius
« Letzter Beitrag von Christoph am 21. Juni 2018, 22:35 »
Servus Renate,

erstmal vorweg: super nachmikroskopiert und toll dokumentiert!  :)

Crepidotus malachius galt früher als Synonym von Crepidotus applanatus. Ich gehe davon aus, dass für die TaxRef-Liste der DGfM die aktuelle Monographie der Gattung Crepidotus noch nicht ausgewertet und daher auch nicht eingearbeitet wurde. Das liegt immer an der Manpower - es läuft ja großteils ehrenamtlich und ich bin unsicher, ob es im Moment einen Crepidotusspezialisten in Deutschland gibt. Jedenfalls hinken solche Listen und Datenbanken oft hinterher.

Das bedeutet, dass man im Moment die Art nicht über die DGfM kartieren kann. Was dann aber gehen sollte: den Fachausschuss Kartierung der DGfM anschreiben, den Fund per Mail mitteilen und bitten, die TaxRef-Liste hier zu überarbeiten.

Ich selber hatte Crepidotus malachius übrigens auch noch nie selber gefunden. In meinen Augen ein toller Fund. Sowas sollte auf alle Fälle vorgestellt werden (z.B. in Form eine kleines Artikels über diese tolle Art) - gerade dann, wenn sie hierzulande noch weitgehend unbekannt ist.

Österreich hat da quasi das Glück, dass Hausknecht & Krisai-Greilhuber die Gattung Crepidotus für Österreich überabreitet haben (der von mir verlinkte Artikel). Daher haben die auch ihre Artenliste entsprechend überarbeitet.

Dass anstatt diese Kugelsporer alle zusammenzuschmeißen jetzt Crepidotus malachius der Artrang zuerkannt wird und zudem zwei Varietäten bekannt und anerkannt sind, zeigt einfach nur den Wissenszuwachs, der in den Pilzen abläuft. Man weiß noch nicht sooo viel über die heimische Funga. Und da du "Anfängerin" schreibst: die meisten "Anfänger" würden gar nicht erst einen Crepidotus bestimmen wollen. Und jetzt bist du vermutlich eine der wenigen Personen in Deutschland, die Crepidotus malachius selbst gefunden und bestimmt hat und die Art aus eigener Anschauung kennt. Ist doch cool!?  8)

Liebe Grüße,
Christoph
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Expertenforum Mykologie / Re: Crepidotus cesatii
« Letzter Beitrag von Renate am 21. Juni 2018, 22:24 »
Das mit den Bildern hat schon mal nicht hingehaut. Vorführeffekt.

Aber jetzt sollte es klappen.
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Expertenforum Mykologie / Re: Crepidotus cesatii
« Letzter Beitrag von Renate am 21. Juni 2018, 22:20 »
Lieber Christoph,

entschuldige bitte die späte Antwort. Ich war beruflich wie privat sehr beansprucht, so dass ich die Zeit fürs Mikroskop nur in kleinen Dosen abzwacken konnte. Aber ich habe soweit möglich meine Hausaufgaben gemacht.

Ich war noch mal draussen. Leider gab es diese Crepidotus nicht mehr. Ich denke, ich habe den Ast gefunden, aber da war nichts mehr, fast eine Woche später, nach 30 Grad Hitze und nach etwas Regen.

Substrat sollte Laubholz sein. Kann ich evtl. noch mal recherchieren, nicht dass ich mich da täusche.

Ich habe noch einmal nachgemessen. Die Bilder sind unten. Tatsächlich habe ich ein paar Mal unsauber gemessen. Leider kann ich im Bild die ursprünglichen Messungen nicht löschen (das hat einige Tage gekostet, verschiedene Varianten zu probieren). Die berichtigten Sporenmasse in µm:

Sporen
6,96x6,87, Q=1,01  (berichtigt)
6,73x6,51, Q=1,03
6,53x6,44, Q=1,01
6,19x5,82, Q=1,06
6,63x5,9, Q=1,01
6,34x6,06, Q=1,05
6,27x6,26, Q=1,0

Sporen2
6,8x6,56, Q=1,03 (berichtigt)
6,27x6,08, Q=1,03
6,71x6,57, Q=1,02 (berichtigt)
6,43x6,32, Q=1,02 (berichtigt)

ergibt im Durchschnitt bei diesen 11 Messungen Q=1,03

(jetzt hoffe ich, dass ich mich nicht verrechnet habe)

Außerdem füge ich noch Bilder zu Zystiden bei.

Ich käme tatsächlich zu Crepidotis malachius.

Jetzt habe ich aber ein Problem:

Ich habe in der Literatur und im Internet recherchiert.

In Deutschland gibt es kein eigenständiges Crepidotus malachius, sondern das wird als Synonym für Crepidotis applanatus verwendet. In den Pilzen Deutschlands der DGfM (im Internet, aus der Pilzkartierung) steht das auch so drin. Wenn man diesen Namen eingibt, taucht Crepidotus applanatus auf.

Sucht man aber im Internet in den Pilzen Österreichs in der Datenbank gibt es Crepidotis malachius, sogar in Variation.

Für eine Anfängerin wie mich ist das verwirrend. Ich habe ja zu tun die Merkmale zu erkennen und zu bestimmen.

Auf alle Fälle habe ich bei diesem "profanen" Crepidotus eine Menge gelernt. Wie melde ich mich beim Forum an, wie stelle ich einen Bericht ein, wie lade ich Bilder hoch. Nicht zuletzt wenn schon dokumentieren, dann auch alles. Solange ich nicht weiß was wichtig ist, auf alle Fälle zu Ende mikroskopieren. Schauen, dass ich ein vernünftiges Bild der Lamellenschneide bekomme...  Mit einer  Stereolupe wird alles viel einfacher (hoffe ich zumindest).

Vielen Dank für Deine Hilfe.

Voller guter Vorsätze wünsche ich einen schönen Abend.

Renate




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Expertenforum Mykologie / Re: Schlüssel der Gattung Phaeosphaeriopsis
« Letzter Beitrag von Christoph am 20. Juni 2018, 23:26 »
Servus beinand,

ich habe den Phaeosphaeriopsis-Schlüssel aktualisiert. Ich habe Phaeosphaeriopsis dracaenicola mit eingebaut. Diese Art wurde 2014 neu beschrieben in

PHOOKAMSAK R, LIU J-K, MCKENZIE EHC, MANAMGODA DS, ARIYAWANSA H, THAMBUGALA KM, DAI D-Q, CAMPORESI E, CHUKEATIROTE E, WIJAYAWARDENE NN, BAHKALI AH, MORTIMER PE, XU J-C, HYDE KD (2014): Revision of Phaeosphaeriaceae. Fungal Diversity (2014) 68:159–238.

Der Artikel ist frei lesbar (z.B. über Research Gate).

Da ja viele eine Dracaena als Hauspflanze (in Anlehnung an Haustier) haben, lohnt sich vielleicht der Blick auf abgestorbene Blattbereiche mit dort sitzenden, winzigen, schwarzen Punkten. Sollte ich fündig werden, gebe ich natürlich Bescheid.

Der Schlüssel ist wieder als Word-Dokument angehängt (siehe Ausgangsposting).

Liebe Grüße,
Christoph
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Servus Pablo,

Agaricus campestris hat halt hohe Agaritin-Werte. Es wurden nur nicht bei jeder Studie, auf die sich Parra bezog, jeweils alle Arten getestet. Zu Agaricus campestris hat er keine Werte angegeben, sondern nur die Aussage, zitiert, dass er auch sehr viel haben soll.

In Bezug auf die Schwermetalle scheint vor allem das Cadmium problematisch zu sein, da der Bleigehalt ja vom Boden abhängt.

Agaricus urinascens makroskopisch zu erkennen, traue ich mir auch nicht zu. Man hat zwar den Verdacht, aber sich sicher zu sein. Nur ist klar, dass man da einen der großen, dickfleischigen vor sich hat. Und gegessen wird ja wohl meist der Schiefknollige, der eher dünnfleischig ist.

Würde man Agaricus urinascens als "kein Speisepilz" deklarieren und dabei auf die teils exorbitant hohen Cadmiummengen hinweisen, so fällt es leichter, darauf basierend auch allgemein vor den gilbenden Arten zu warnen.

Die rötenden Arten scheinen da nicht ganz so heftig zu sein, wenn man wiederum vom Blei absieht.

Ich fühle mich jedenfalls rückwirkend bestätigt, dass ich keine gilbenden Anisegerlinge esse. Man sieht an dem Posting auch, dass ich den Parra nicht selber besitze, sondern der Verein für Pilzkunde München e.V. - dadurch habe ich natürlich Zugriff auf das Buch, das ich bislang aber meist nur zum Bestimmen genutzt habe. Die Einleitung habe ich mir erst jetzt mal ausführlicher angesehen.

Auf alle Fälle sollte man m.E. durchaus sensibilisiert werden, welche an und für sich ungiftigen Pilzarten ungesund sind. Dann kann man die Entscheidung bewusst treffen. Manche Menschen rauchen ja auch bewusst trotz des bekannten Risikos. Gut, da ist es meist eine Sucht, man kann also oft nicht aufhören, was es noch tragischer macht. Wer ansonsten gesund lebt, der kann sicher auch mal einen Anisegerling verzehren, ohne deshalb Schaden zu nehmen. Man macht dann halt ne Cadmiumkur, zumal ich es erschreckend finde, dass für sie Cadmium im Boden ein Fruktifikationsverstärker ist.
Wissen muss man es halt - dann kann man bewusst entscheiden. Ich werde jedenfalls vor den gilbenden Arten hinsichtlich der Schwermetalle warnen.

Es betrifft sicher auch andere Pilze. Bei Laccaria habe ich mal was wegen Arsen aufgeschnappt, habe da aber keine Primärquelle.

Liebe Grüße,
Christoph

Ach ja, hatte ich fast vergessen, hier noch ein paar Fotos von Agaricus urinascens von unserer Tagung in Simbach am Inn. Der Pilz stammte von der österreichischen Innseite und wurde von einer Besucherin mitgebracht (um bestimmt zu werden). Der Wuchsort ist daher ein Fake (Wiese vor dem Gymnasium Simbach):





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Servus Pablo,

vielen Dank für die netten Geburtstagsgrüße und das wunderschöne Foto - ich freue mich schon auf die alpine Saison.

Liebe Grüße,
Christoph  ;)
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