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Expertenforum Mykologie / Re: Zwei Neufunde für Bayern im Nationalpark Bayerischer Wald
« Letzter Beitrag von Heinz am 24. August 2017, 20:16 »
Servus zusammen,
auch wenn sich die Medien schier überschlugen. "Skeletocutis stellae" ist ein Fake. Im Kriegelsteiner Atlas sind zwei Fundpunkte für den Bayerwald vermerkt. Einfache Recherche wäre des "Wissenschaftlers" erste Pflicht.
Der Zweck heiligt die Mittel.

Heinz
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Expertenforum Mykologie / Re: Marasmiellus sect. Tricolores - Bestimmungsproblem
« Letzter Beitrag von Gernot am 24. August 2017, 16:52 »
Servus, Christoph,

heute bin ich endlich zur mikroskopischen Untersuchung meiner Aufsammlung gekommen – die Frischpilze haben halt Vorrang und davon gab es in letzter Zeit reichlich. :D Normalerweise mikroskopiere ich solche Winzlinge ja auch viel lieber frisch...

Mein Material ist anscheinend M. tricolor var. tricolor zuzuordnen, da ich keine eindeutigen Cheilozystiden beobachten konnte. Somit kann ich leider keinen Vergleich zu deinen Beobachtungen liefern. Die Sporen waren bei mir bis ca. 12 µm lang und insgesamt ziemlich variabel in Form und Länge. Im Ludwig findet sich aber ein Hinweis auf Moser, der die Maße mit 11–15 x 5–6 µm angibt – also gut zu deinem Fund passend. Ansonsten gibt es hier noch Mikrofotos von M. tricolor var. graminis: https://www.asturnatura.com/fotografia/setas-hongos/marasmiellus-tricolor-var-graminis-murrill-singer-2/16476.html. Zeigen die vielleicht größere Übereinstimmungen mit deinen Aufzeichnungen?

Schöne Grüße
Gernot

PS: Werde euch am kommenden Dienstag beim Seminar in Kärnten besuchen.  :)
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Uffinger Pilze 3: Braunspor-Lamellen-UMO
« Letzter Beitrag von UmUlmHerum am 24. August 2017, 15:24 »
Hallo Christian,
vielen Dank für Deine Stellungnahme & Fragen!

Die Frk. waren im sehr feuchten Moos (nasse Hose beim Hinknieen), und die Huthaut fühlte sich vor allem hart/fest und speckig an, hat nicht geklebt und auch nicht schleimig geschmiert. Das hatte ich explizid schon vor Ort untersucht. "Speckig" könnte natürlich auch ein kleines bisschen schmierig beinhalten?!

Ich kann mir nicht vorstellen, dass abseits eines Weges gleich an zwei Stellen jemand zufällig draufgetreten sein könnte. Alle drei Frk. waren auch völlig unversehrt. Der Große ist nur zerbrochen bei meinen Bemühungen, ihn aus dem durchwachsenen, tiefen Moos zu bergen.

Passen diese Infos zu irgendeiner Idee?

Mitte nächster Woche fahre ich wieder nach Uffing, weiß aber weder, ob/wann ich dort in den Wald komme, noch ob ich diese Pilze wieder antreffe. Jedenfalls dörrt der zerschnittene Frk. vom 18.08.17 derzeit im Schatten auf der Terrasse und hatte zum Glück noch keinen Schimmel – robustes Kerlchen.

Herzliche Grüße – Rika
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Uffinger Pilze 1: Stachel- u. Schmierschirmlinge
« Letzter Beitrag von UmUlmHerum am 24. August 2017, 15:08 »
Hallo Christoph & Hias,
herzlichen Dank für Eure hilfreichen Beiträge!

Ich hatte E. aspera eigentlich und hauptsächlich deshalb verworfen, weil sämtliche Frk. so absolut keinen Ring besaßen. Zudem wird in GPWB der Stiel unterhalb des Rings "hutfarben faserig und schuppig" beschrieben, was so gar nicht zutrifft (ist glatt wie Kinderpopo und weißlich). Dass der Ring bei den Stachel-Schirmlingen auch flüchtig sein kann, habe ich dagegen auch früher schon beobachtet, konnte aber immer noch eine Ringzone erkennen – hier nicht.

Leider habe ich (bisher) weder Gröger noch Ludwig, musste mich mit GPBW und Beschreibungen aus dem Netz durchhangeln. Und blöderweise habe ich die beiden Frk. gestern im Wald entsorgt, sonst hätte ich vielleicht anhand der Zystiden endgültige Gewissheit schaffen können.

Aber ich denke, Hias hat noch einen entscheidenden Hinweis zugunsten E. asprea gegeben: die Hutgröße! Wie er richtig gesehen hat, sind die "Schlappen" schon bis Ø 12...15 cm. Ist damit E. perplexum endgültig aus dem Rennen?

Viele Grüße – Rika
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Pilzberater und PSV / Gallenröhrling - mehr als ungenießbar...
« Letzter Beitrag von Christoph am 24. August 2017, 01:20 »
Hallo zusammen,

aus aktuellem Anlass möchte ich darauf hinweisen, dass der Gallenröhrling mehr als nur ungenießbar ist. Er kann gastro-intestinale Vergiftungen auslösen. Einen aktuellen Fall habe ich hier kurz zusammengefasst: http://forum.pilze-bayern.de/index.php/topic,1578.0.html

In der Pilzberatung sollte daher m.E. durchaus darauf hingewiesen werden, dass er nicht nur bitter schmeckt, sondern auch Probleme bereiten kann (zumal es ja auch milde Kollektionen gibt).

LG
Christoph
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Pilzvergiftungen / Erneute Vergiftung mit Gallenröhrlingen
« Letzter Beitrag von Christoph am 24. August 2017, 01:13 »
Hallo zusammen,

aktuell ein Fall aus dem Raum Augsburg (der hinzugezogene Pilzsachverständige bin/war ich). Gegessen wurden (am 23.8.2017) zwei Fichtensteinpilze, vier Maronenröhrlinge, ein Flockenstieliger Hexenröhrling und acht(!) Gallenröhrlinge - alle in gutem Zustand, ohne Maden... Die Pilze seien ausreichend gegart worden.

Nach drei Stunden Latenzzeit kam es zu heftigen gastro-intestinalen Problemen: Erbrechen, Durchfälle mit Elektrolytmangel, Kribbeln in den Gliedmaßen (etc.).
Patient wurde stationär aufgenommen und wurde / wird noch syptomatisch behandelt.

Das ist nicht der erste Fall mit Gallenröhrlingen...

Liebe Grüße,
Christoph
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Augustpilze
« Letzter Beitrag von Rudi am 23. August 2017, 22:39 »
So, noch ein paar Bayerwaldpilze, bevors wieder zurück geht.

LG Rudi
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Pilzvergiftungen / Vergiftung mit dem Ziegelroten Risspilze im Raum Nürnberg
« Letzter Beitrag von Christoph am 23. August 2017, 20:18 »
Hallo zusammen,

heute habe ich erfahren, dass es heuer im Raum Nürnberg eine Vergiftung mit dem Ziegelroten Risspilz gab, der als Mairitterling im Raum Nürnberg gesammelt und verzehrt wurde. Der Patient wurde vom Notarzt durch eine ausreichende Gabe Atropin behandelt und so stabilisiert.

Es hat sich also noch nicht bei jedem herumgesprochen, dass im Frühjhar/Frühsommer ein "Doppelgänger" des Maipilzes existiert, der aber durch viele Merkmale (so auch das Röten) leicht kenntlich ist. Da ist also immer noch Aufklärungsarbeit nötig.

Der Notarzt wurde durch den hinzugezogenen Pilzberater durch dessen Pilzdiagnose direkt unterstützt, sodass die Behandlung direkt eingeleitet wurde, da klar war, dass der Patient Muscarin zu sich nahm.

Liebe Grüße,
Christoph
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Pilzvergiftungen / Kleinkind im Raum Nürnberg verzehrt mehrere, kleine Braunsporer
« Letzter Beitrag von Christoph am 23. August 2017, 20:14 »
Hallo zusammen,

heute wurde ich von einem Pilzberater kontaktiert, der einen Fall betreut, bei dem ein Kleinkind mehrere kleine braune Pilze verspeiste. Das Kind wurde mit Aktivkohle behandelt, nachdem Erbrechen eingeleitet wurde. Die Pilze waren im Nachhinein junge Heudüngerlinge (wobei nie klar ist, ob das Kind nur Heudüngerlinge verzehrt hatte). Es haben sich keine Symptome gezeigt.

LG
Christoph
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Uffinger Pilze 1: Stachel- u. Schmierschirmlinge
« Letzter Beitrag von Christoph am 23. August 2017, 20:11 »
Servus Hias,

du kannst auch deutlich statt vorsichtig Zweifel äußern  :). Marcel Bon gibt die Sporen für Lepiota aspera wie folgt an: (8-)9-11(-14) x 3-4(-5) µm und die von Lepiota perplexum als (4,5-)5-6,5(-7,5) x 2,5-3(-3,5) µm.

Rikas Fund hätte diese sehr schmalen Sporen (auch wenn sie etwas zu lang sind).

Der Lamellengabelung traue ich irgendwie nicht so recht - vermutlich, weil ich gerne Mikromerkmale über Makromerkmale stelle. Wenn aber die Sporenmaße nur bedingt geeignet sind, dann stimmt das natürlich, denn Lepiota aspera hat ja typischerweise gegabelte Lamellen (ich hätte es für andere Arten nur nicht ausgeschlossen). Den Artikel von Pidlich-Aigner & Hausknecht hatte ich gar nicht auf dem Schirm (ich hätte zum Gröger greifen müssen).

Wenn die Sporen von Lepiota aspera so variabel sind, dann wäre es in der Tat Lepiota aspera - insbesondere wegen der gegabelten Lamellen.

Wunderbar! Da habe ich was dazugelernt. Danke für das Eingrätschen!

LG
Christoph

P.S.: hast du eine Idee zu dem halbhypogäischen Braunsporer, den Rika gezeigt hat?
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