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Pilzvergiftungen / Re: Neuigkeiten zu Syndromen
« Letzter Beitrag von blacky am 10. Mai 2017, 12:08 »
Hallo zusammen,
den von Christoph genannten Artikel:
“ Hahn C, Grünert H (2016): Über neue und teils altbekannte Vergiftungssyndrome. Mycol. Bav. 17:69-96.“,
hatte ich gleich nach Erscheinen des Heftes gelesen.
Für mich ist dies einer, wenn nicht der beste Artikel zum Thema Vergiftungen, den ich bisher hierüber gelesen hatte. Das Thema wird von vielen Seiten beleuchtet und soweit möglich abgehandelt. Wohltuend ist auch die große Verständlichkeit und glasklare Gliederung. Ich kann nur sagen, lesen und sich seine eigene Meinung bilden.
Viele Grüße.
Thomas


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Plattform für Pilzfreunde / Re: Abholzung
« Letzter Beitrag von blacky am 10. Mai 2017, 11:55 »
Christoph Servus,
du hast Recht, dass sich die Abholzung rein finanziell gesehen, für den Eigentümer gelohnt hat. Ich hatte nicht daran gedacht, dass diese großen gesunden Buchen ja sehr wertvoll sind. Setzt man den Gewinn in das Verhältnis zur Zerstörung, ist es ein katastrophales Ergebnis. Eine“ gesunde“ Holzwirtschaft sieht anders aus. Aber dies würde hier viel zu weit führen. Anmerken muss ich zu dem vorliegenden Fall, dass ich -zumindest noch nicht- die Gründe kenne. In jedem Fall “ treibt`s einem die Tränen in die Augen“ wenn man das Gebiet vorher kannte und jetzt sieht.
Du schreibst:
“…. dass auch rechts, also südlich der Pionierbrücke (so heißt die, glaube ich) eingeschlagen wurde?“
Ich glaube mich richtig zu erinnern, dass ich auch extra vom Parkplatz aus schaute und Gott sei Dank keine Abholzung sehen konnte. Leider hatte ich insgesamt keine Fotos gemacht, was ich nun bedauere. Sobald ich dort wieder hinkomme werde ich Aufnahmen machen und hier einstellen. Übrigens auf der anderen Seite, also wenn man über die Brücke geht und links abbiegt wurde auch eingeschlagen.
Sobald ich Zeit habe, werde ich versuchen herauszubekommen, wer Eigentümer ist. Wie du schon schreibst, sind bei Privateigentum die Möglichkeiten eine Einschränkung der Abholzung zu erreichen sehr gering. Wenn ich mir die Gesetzeslage hierzu anschaue, gehen Sie gegen null (Rein vorsorglich: ich möchte nicht alles schlecht reden, aber hier ist es einfach so). Dies würde auch in diesem Punkt zu einer ausufernden Diskussion führen, so dass ich dies einfach so stehen lasse.
Übrigens Christoph, war ich vor zig Jahren mal mit dir dort unterwegs und ich kann mich noch genau erinnern, dass du mir damals den würzigen Tellerling= Clitopilus geminus gezeigt hattest, mit in etwa folgender Anmerkung: Der fällt bestimmungsmäßig etwas aus dem Rahmen und hier muss man sich den Pilz als solchen einprägen. Jetzt werde ich allerdings etwas unsicher, nicht bezüglich des Pilzes, sondern was du genau dazu gesagt hattest. Wenn du dazu kommst, korrigier mich bitte entsprechend, würde mich doch sehr interessieren.
Sobald ich etwas über den/die Eigentümer erfahre, melde ich mich wieder.
LG.
Thomas
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Pilzvergiftungen / Re: Neuigkeiten zu Syndromen
« Letzter Beitrag von Christoph am 10. Mai 2017, 00:32 »
Es hat sich mittlerweile einiges getan, was neue Syndrome weltweit betrifft. Dies konnten auch die Besucher des ToxInfoTags des Klinikums rechts der Isar im letzten Jahr von dieser Veranstaltung mitnehmen.

Zusammen mit Helmut Grünert habe ich die meines Erachtens wichtigsten "neuen" (und relativ neuen) Syndrome in einem ausführlichen Artikel in der aktuellen Mycologia Bavarica zusammengefasst. Für Pilzberater und Pilzsachverständige dürfte sich der Beitrag als Informationsquelle lohnen. Natürlich kann auch hier im Forum diesbezüglich nachgefragt werden.

Hier das Zitat unseres Beitrags:
Hahn C, Grünert H (2016): Über neue und teils altbekannte Vergiftungssyndrome. Mycol. Bav. 17:69-96.

LG
Christoph
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Pilzvergiftungen / Re: Gottseidank keine Vergiftung
« Letzter Beitrag von Christoph am 10. Mai 2017, 00:26 »
Servus Schorsch,

danke, dass du den Fall hier vorstellst. Ich war ja nur indirekt involviert, da mir zwei Fotos der Fruchtkörper per Handy zugeschickt wurden. Bestimmungen anhand von Fotos sind ja immer so eine Sache, aber man konnte zumindest sagen, dass es mit hoher Wahrscheinlichkeit relativ harmlos sein wird.
Gut, dass du in der Nähe der betroffenen Familie wohnst und auch zuhause warst, sodass du auch mikroskopieren konntest. Dadurch ist es natürlich abgesichert, dass es sich um Melanoleuca cognata handelt.

Zum Glück hatte ich selbst auch noch keinen Fall, bei dem ein Kind zu Schaden kam - aber es gab natürlich solche Fälle in Deutschland, sogar mit Grünen Knollis (wenn ich mich recht erinnere, im Raum Frankfurt).

Im Großraum München gibt es genügend Mykologen, die auch mikroskopieren können. Auf dem Land sieht es da oft leider ganz anders aus. Dann muss der Arzt nach Symptomatik allein vorgehen. So konnten aber Eltern und Kind beruhigt werden - das ist sehr viel wert. Ich finde es toll, dass du dazu bereit bist, deine Zeit dafür zu opfern.

LG
Christoph
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Pilzvergiftungen / Re: Brain abscess caused by Schizophyllum commune
« Letzter Beitrag von Christoph am 10. Mai 2017, 00:00 »
Lieber Schorsch,

vielen Dank für den interessanten Link. Diese Studie aus dem Jahr 1996 beschreibt eine Infektion mit dem Spaltblättling, die leider zum Tod führte.

Im Journal of Clinical Microbiology ist 2016 ein schöner Übersichtsartikel zum Thema Schizophyllum als Pathogen erschienen:

Siqueira et al. (2016): Schizophyllum radiatum, an Emerging Fungus from Human
Respiratory Tract. J. Clin. Microbiol. 54: 2491–2497

Er ist frei zugänglich und hier als pdf herunterladbar: http://jcm.asm.org/content/54/10/2491.full.pdf+html

Der dort zitierte Beitrag
Chowdhary A, Randhawa HS, Gaur SN, Agarwal K, Kathuria S, Roy P, Klaassen CH, Meis JF. (2013): Schizophyllum commune as an emerging fungal pathogen: a review and report of two cases. Mycoses 56:1–10.
fasst 71 Fälle zusammen. Er ist im Moment auch frei lesbar: http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1439-0507.2012.02190.x/epdf?r3_referer=wol&tracking_action=preview_click&show_checkout=1&purchase_referrer=onlinelibrary.wiley.com&purchase_site_license=LICENSE_DENIED_NO_CUSTOMER

(erschreckend!)

LG
Christoph
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Abholzung
« Letzter Beitrag von Christoph am 9. Mai 2017, 23:27 »
Servus Thomas,

das klingt erschreckend! Lese ich richtig, dass auch rechts, also südlich der Pionierbrücke (so heißt die, glaube ich) eingeschlagen wurde? Die dortigen Buchen sind unter anderem Mykorrhizapartner von Ramaria formosa, Rubroboletus rubrosanguineus, Rubroboletus rhodoxanthus, Cortinarius crystallinus und vielen, weiteren, schützenswerten Arten.
Links der Brücke, also der schmale Streifen in Richtung Gauting ist - wie du ja schreibst - auch nicht ohne. Da finde ich Hasenröhrlinge und Unmengen an Grünen Knollis, wenn sie Lust zum Fruktifizieren haben. Ich bin aber meist in dem kleinen Streifen rechts, also das, was zwischen Weiherbuchet und Würm liegt, unterwegs.

Nur gut, dass das Weiherbuchet selbst Naturwaldreservat ist und dort folglich nicht mehr eingeschlagen wird. Dass der schmale Streifen an der Würm aber auch extrem wertvoll ist, ist aber allgemein bekannt. Wenn auch dort wirklich eingeschlagen wurde, ist das schon extrem grob.

Um die Gründe zu eruieren, müsste man wissen, wem der Wald gehört. Das Weiherbuchet selbst ist ja Staatsforst. Ich hätte vermutet, dass auch der Wald direkt an der Würm Staatsforst sei und nur wegen der Straße nicht mit ins NRW aufgenommen wurden. Wenn es aber beispielsweise Privatwald ist, dann ist es schwierig, dem Eigentümer die Holznutzung zu untersagen. Alte Buchen sind ja doch etwas wert. Dass es keinen finanziellen Vorteil hätte, dort einzuschlagen, glaube ich nicht wirklich. Wenn es Pribvatwald ist, reicht auch eine relativ kleine Rendite - die Wälder werden dann oft wie eine kleine Spardose verwendet. Muss man eine Anschaffung machen, lässt man einschlagen.
Wie gesagt: nur wenn man den Besitzer kennt, kann man nachhaken, nachfragen.

Nachdem mir am Lech an meiner Lieblingsmorchelstelle die Eschen weggeschlagen wurden wäre das der nächste Tiefschlag für mich, wobei der hier deutlich schwerer wiegt.

LG
Christoph
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Plattform für Pilzfreunde / Re: noch mehr Maipilze
« Letzter Beitrag von Christoph am 9. Mai 2017, 23:16 »
Wenn ich das mit den "Maipilzen" bei mir in Mammendorf vergleiche, dann kommen mir ja fast die Tränen (bei mir ist eben quasi Agrarwüste).   :'( ;)
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Plattform für Pilzfreunde / Abholzung
« Letzter Beitrag von blacky am 9. Mai 2017, 19:27 »
Hallo zusammen,
letzten Mittwoch war ich im Würmtal auch Mühltal genannt, zwischen Gauting und Starnberg. Dies ist ein Gebiet, das ich öfters besuche und den Meisten aus dem weiteren Münchner Umland bekannt ist. Es ist auch mein eines meiner Sammelgebiete für die Pilzausstellungen in München. Ich war erschrocken, was dort an Bäumen gefällt wurde und wie der Boden von den Fahrzeugen aufgearbeitet war. Die genaue Stelle befindet sich kurz nach dem Schlossberg an der Staatsstraße 2063, östlich davon befindet sich der Weiherbuchet westlich die Mühlthaler Leite. Dort fließt die Würm sehr nah an der Staatsstraße und es befindet sich an dieser Stelle ein Parkplatz. Direkt vom Parkplatz geht eine Brücke über die Würm. Geht man nicht über die Brücke sondern gleich links befindet sich ein schmaler Streifen in Richtung Gauting der eingegrenzt wird von der Staatsstraße und der Würm. Auf diesem schmalen Streifen wurde auch ordentlich eingeschlagen. Sollte der Einschlag aus wirtschaftlichen Gründen erfolgt sein, ist dies für mich nicht nachvollziehbar, denn es lohnt sich kaum. Ganz abgesehen davon, dass es sich um ein wunderbares Stück Landschaft handelte und es jetzt eigentlich kaputt gemacht ist. Da kann man langsam schon verzweifeln. Ich habe noch nicht eruiert, in wessen Eigentum dieses Gebiet steht.
Ich möchte vorab fragen, ob jemand hierüber irgendetwas weiß und ob es Gründe für diese Abholzungen gab. Es handelte sich, soweit ich dies beurteilen kann, auch um ältere Bäume. Sollten Fragen bestehen, beantworte ich diese gerne, soweit es mir möglich ist.
Euch allen noch eine schöne Woche.
Thomas
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Pilzvergiftungen / Gottseidank keine Vergiftung
« Letzter Beitrag von Schorsch am 9. Mai 2017, 19:03 »
Schon Anfang Mai Alarm bei der Pilzberatung München.
Am späten Freitagnachmittag kam der Anruf einer besorgten Mutter. Einen kleinen Moment der Unaufmerksamkeit nutzte der eineinhalbjährige Sohn und biss im Garten ein Stück von einem unbekannten Schwammerl ab. Die per WhatsApp gesendeten Bilder wiesen auf einen Frühlings-Weichritterling hin. Dennoch darf aufgrund von Fotos und einer telefonischen Beschreibung keine verbindliche Entwarnung gegeben werden. Also erschien die Mutter mit dem kleinen N. und stellte mir die Pilzreste samt einem Kübel mit einem ausgestochenen Rasenstück vor. Rasch konnte die Verdachtsdiagnose mikroskopisch bestätigt werden.
Sporen ellipsoid, hyalin und amyloid-feinwarzig, beige Lamellen mit leicht lachsrötlichem Touch, HDS mit parallelen Hyphen (Cutis), Cheilozystiden nicht septiert und lageniform mit Kristallspitze, Stiel faserig entsprechend dem im Rasenstück verbliebenem Rest. Also eindeutig eine Melanoleuca cognata. Es konnte also Entwarnung gegeben werden. Allerdings konnten leichte Verdauungsbeschwerden aufgrund des Verzehrs des rohen Pilzes nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Somit konnten Mutter und Kind beruhigt nach Hause geschickt werden. Ein Anruf am nächsten Tag ergab die Auskunft, dass im weiteren Verlauf keinerlei Beschwerden aufgetreten waren
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Plattform für Pilzfreunde / noch mehr Maipilze
« Letzter Beitrag von Rudi am 8. Mai 2017, 15:40 »
Jetzt die Ständerpilze:

Erstmal die Georgsritterlinge, anständigerweise wie auch die nächsten zwei noch aus dem April.
Beschleierte Seitlinge
und Espenfeuerschwamm, beide vom selben Substrat.
Jetzt die echten Maipilze:
Der Mosaikschichtpilz, betrunken
Klebrige Schleierseitlinge
Zweifarbene Gloeporlinge
Gezonte Ohrlappen
Schild-Rötlinge
ein voreilender Ackerling
und Orangefarbene Mehlscheiben- noch ohne Parasiten.

LG Rudi
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