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Expertenforum Mykologie / Re: Lyophyllum mit dreieckigen Sporen
« Letzter Beitrag von Gernot am 31. März 2018, 11:38 »
Servus, Christoph & Hias,

die steirische Kollektion wollte ich auch schon zeigen, dachte mir dann aber, dass ich vorher noch Christophs Antwort abwarte, da er die Kollektion damals ausführlicher untersuchte. Als Ergänzung hänge ich noch unser Foto von derselben Kollektion an – da erscheint der Pilz deutlich bräunlicher.

Nun stellt sich natürlich die Frage, wie man am besten zu Sequenzen kommt, um möglicherweise etwas Klarheit in dieser schwierigen Gruppe zu schaffen. Lyophyllum rhopalopodium und L. transforme wurden bereits im Rahmen der Arbeit von Bellanger et al. (2015) sequenziert, es gibt also schon veröffentlichte Vergleichssequenzen. Vielleicht sollten wir einfach mal einen der Autoren dieser Arbeit kontaktieren? Oder hättet ihr noch andere Vorschläge?

Schöne Grüße
Gernot
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Expertenforum Mykologie / Re: Korallenrote Anamorphe??
« Letzter Beitrag von UmUlmHerum am 31. März 2018, 01:53 »
Hallo Thorben,

schön, dass Du Dich hier ins BMG-Forum eingeklinkt hast! Und Danke für Deinen Fusarium-Tipp!

Felli hat inzwischen per Mail auch Ideen entwickelt – hier der Fusarium-cf-Link zu einem anderen orangenen "Zeug" mit ähnlichen Sporen – Form und Größe würden passen, aber ich hatte keine pigmentierten Hyphen. Leider wurde der Pilz dort nicht ausführlicher beschrieben. http://www.ascofrance.com/search_forum/52122

Irgendwie habe ich den Eindruck, Ihr glaubt alle, dieses Zeug wäre Schleim oder zumindest glibbrig – ist es nicht! Auf den Standortfotos waren die Frk. nass und haben deshalb so geglänzt. Das Zeug ist nicht glibbrig, war beim Schneiden sogar erstaunlich fest, und beim Zerreiben mehlig. Gerade habe ich mir die inzwischen getrockneten Frk. angeschaut: sie sind hell-orangebraun und richtig fest, kein bisschen glasig oder durchscheinend (erinnert von der Farbe her an trockene NFF von Nectria cinnabarina, sind aber fester). Vielleicht schaffe ich es, morgen davon noch Fotos zu machen.

EDIT: Nachtrag
Für mich ist die NFF der Zinnober-Tramete noch nicht ganz aus dem Rennen. Bei Gelegenheit werde ich mal wieder nachsehen, was sich vor Ort getan hat.

Gute Nacht allerseits – Rika
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Expertenforum Mykologie / Re: Lyophyllum mit dreieckigen Sporen
« Letzter Beitrag von Christoph am 31. März 2018, 00:44 »
Servus Hias,

es hat sich ja noch niemand zu dem dreieckigsporigen Lyophyllum geäußert (außer meiner Ankündigung). Das dürfte auch daran liegen, dass man sehr selten sowas findet.

Auf einer Exkursion der ARGE Österreichischer Pilzberater nahe Graz haben wir ein entsprechendes Lyophyllum gefunden. Die Bestimmung schien einfach, da es sich um Exemplare handelte, die eine deutlich keulig angeschwollene Stielbasis zeigen und im wärmebegünstigten Kalkbuchenwald wuchsen. Unweit entfernt standen Rubroboletus rhodoxanthus und Ramaria sanguinea.

Ich war eigentlich schon fertig, eine kleine Publikation (zusammen mit Gernot) über diesen Fund zu schreiben, als Inge Rössl dann bei sich im Fichtenwald eine weitere Kollektion eines Schwärzlings mit dreieckigen Sporen machte. Die Stiele waren hier schlank, bei einer weiteren Aufsammlung dann basal verdickt... Vom Habitat her wäre es Lyophyllum transforme, makroskopisch mal ebenso, mal aber dann wieder Lyophyllum rhopalopodium. Wirklich klare Unterschiede in der Mikroskopie konnte ich nicht festmachen. Deshalb stockte das alles, denn wie soll man die Artabgrenzung diskutieren, wenn sie einem selbst unklar ist? Sequenzieren wäre eine Möglichkeit - das ist dann kostenintensiv, da man ja mehrere Aufsammlungen untersuchen lassen muss.

Ich stelle hier einfach mal die Fotos und meine Mikrozeichnungen online - in der Bleistiftfassung. Vergleiche das einfach mal mit deinem Fund. Makroskopisch ist mir aufgefallen, dass die Hutoberfläche nicht nur eingewachsen faserig ist, sondern richtig dreidimensionel erhaben faserig. Schwierige Gruppe...

Liebe Grüße,
Christoph











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Expertenforum Mykologie / Re: Korallenrote Anamorphe??
« Letzter Beitrag von Christoph am 30. März 2018, 14:13 »
Servus Thorben,

wow, das ist ja cool. Ich habe eben mal per Bildersuche diesen Schleim angeschaut. Ich habe in dem Zusammenhang auch den sehr bildhaften Begriff "Deer Vomit" für diesen Schleim gefunden.

Man lernt nie aus! Für mich ist das was absolut Neues.

Liebe Grüße,
Christoph

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Expertenforum Mykologie / Re: Korallenrote Anamorphe??
« Letzter Beitrag von thorben96 am 30. März 2018, 12:42 »
Hallo Christoph

Zitat
Fusarium? Kennst du Fusarien, die so viel Glibbermasse produzieren?

Es gibt durchaus Arten die Glibermassen produzieren wie z.B: Fusicolla merismoides (Syn: Fusarium merismoides).
Deshalb würde ich raten auch in diese Richtung zu suchen.

VG : Thorben
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Expertenforum Mykologie / Trimmatostroma scutellare - häufig an Kiefernzapfen?
« Letzter Beitrag von Christoph am 29. März 2018, 21:11 »
Servus beinand,

nachdem ich in Rothschwaig an Kiefernzapfen Diplodia sapinea gefunden habe, dachte ich, ich schaue beim nächsten Besuch gezielt auf andere Kiefernzapfen an einer anderen Stelle, um mehr Material zu bekommen und die Häufigkeit abschätzen zu können. Und siehe da, ich wurde direkt quasi fündig – schwarze Lager auf Kiefernzapfen. Wunderbar.


Trimmatostroma scutellare - schwarze Lager an Kiefernzapfen; das Grüne gehört nicht dazu (Algenlager - war nicht an allen Bereichen, die mit Trimmatostroma überzogen waren)

Beim Präparieren wurde ich bereits stutzig, denn das „schwarze Etwas“ ließ sich einfach mit der Nadel wegschieben, war nicht so fest wie die Diplodia. Im Mikroskop wurde ich dann durch unterschiedlich große, teils ziemlich unförmige Konidien überrascht. Ich komme auf 16-30 x 14-23 µm. Es handelt sich um einen Hyphomyzeten.

Hier der Versuch, eine relativ kleine Konidie zu fotografieren, die noch an der konidiogenen Zelle angeheftet ist:



Zum Vergleich hier die Fig. 12 aus Ellis (1976: 20). Man sieht hier sehr schön die Vielfalt an Konidienformen:



Dank des Substrats und den vielzelligen, unförmigen, dunklen Konidien kommt man dann recht schnell auf Trimmatostroma scutellare. Im Ellis & Ellis (1997) muss man bei Larix nachsehen, wird aber unter Pinus dorthin geleitet.

Trimmatostroma scutellare sollte recht häufig sein, nur wer schaut nach so etwas und kartiert dann? Ich finde es aber sehr gut, dass man mittlerweile auch anamorphe Pilze in der TexRef-Liste finden kann.
Wer Lust hat, jetzt im Frühjahr Kiefernzapfen mit der Lupe anzuschauen und – wenn was Schwarzes dran ist – das daheim per Bino und Mikroskop näher anschaut, kann wirklich hübsche Pilze finden.
 
Die Typusart der Gattung, Trimmatostroma salicis,  gehört in die Mollisiaceae. Die Gattung ist allerdings absolut polyphyletisch und eine reine Formgattung. Ihre Vertreter sind über das System der Ascomyzeten verteilt, was z. B. Shenoy (2007) zeigt. Wohin genau Trimmatostroma scutellare gehört, konnte ich nicht finden – Müller & Munk (1964) vermuten darin die Nebenfruchtform der von ihnen neu beschriebenen Eriosphaeria aggregata, einer Trichosphaeriaceae. Das müsste aber noch genetisch gezeigt werden, da reines Vorkommen beider am gleichen Substrat nicht als Argument reicht. Ich weiß nicht, ob das bereits geprüft wurde.

Viel Spaß beim Suchen und Finden – und wenn es dann doch Diplodia sapinea wird, ist die ja auch sehr hübsch.

Liebe Grüße,
Christoph

Literatur:
Ellis MB (1976): More Dematiaceous Hyphomycetes. Commonwealth Mycological Institute, Kew.
Ellis MB & Ellis JP (1997): Microfungi on Land Plants. An Identification Hand Book. The Richmond Publishing Co. Ltd.
Müller E, Munk A (1964): Eriosphaeria aggregata nov. spec., ein neuer sphärialer Ascomycet aus den Alpen. Berichte der Schweizerischen Botanischen Gesellschaft = Bulletin de la Société Botanique Suisse 74: 54-58.
Shenoy BD (2007): Multigene phylogeny of selected anamorphic ascomycetes. (Thesis). University of Hong Kong, Pokfulam, Hong Kong SAR.
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Expertenforum Mykologie / Re: Korallenrote Anamorphe??
« Letzter Beitrag von Christoph am 29. März 2018, 19:17 »
Servus Thorben,

herzlich willkommen!  :)
Fusarium? Kennst du Fusarien, die so viel Glibbermasse produzieren?

Es wird irgendwie immer spannender...

Liebe Grüße,
Christoph
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Expertenforum Mykologie / Re: Korallenrote Anamorphe??
« Letzter Beitrag von thorben96 am 29. März 2018, 18:10 »
Hallo Rika

Hast du schon mit Fusarium verglichen ?

VG : Thorben
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Expertenforum Mykologie / Re: Lophiostoma caulium s.l. (?) an Clematis
« Letzter Beitrag von Christoph am 28. März 2018, 11:28 »
Servus Gernot,

super, besten Dank! Für mich ist das quasi eine neue Welt. Ich habe zwar ab und an auch schon andere Pleosporales angeschaut (z. B. Phaeosphaeriospis glaucopunctata an Ruscus oder Lophiostoma viridarium, die sehr beeindurckend ist, makro- wie mikroskopisch), aber mir fehlt da noch einiges an Literatur und vor allem Erfahrung.

Die Lophiostoma-caulium-Gruppe scheint ja "da Deifi g'sehn" zu haben  ;)

Liebe Grüße,
Christoph
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Expertenforum Mykologie / Re: Lophiostoma caulium s.l. (?) an Clematis
« Letzter Beitrag von Gernot am 28. März 2018, 10:46 »
Servus, Christoph,

Holm & Holm ist auf dem Weg zu dir. Ich hab mich bisher kaum näher mit den einzelnen Varietäten befasst und immer nur als L. caulium (s. l.) bestimmt… Die Art/Artengruppe wird dir sicher noch öfter unterkommen, wenn du regelmäßig festere Krautstängel und Clematis-Ranken anschaust.

Schöne Grüße
Gernot
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