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Plattform für Pilzfreunde / Porlingsfrage Weißer Porling
« Letzter Beitrag von Jürgen aus D am 7. September 2017, 18:58 »
Hallo Zusammen,
ich habe hier im Schwarzwaldurlaub an einer Stammwunde eines Ahorns diesen weißen Porling gesehen.
Er fühlte sich nicht so weich an, das ich an einen Saftporling glaube, dafür war er auch meine ich zu groß.
Mehr fällt mir im Moment nicht ein. Hat jemand eine Idee ? Ist noch in Reichweite  :) .
Gruß Jürgen
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Septemberpilze
« Letzter Beitrag von Gernot am 7. September 2017, 13:36 »
Grüße in die Runde,

das mit Sarcodon amygdaliolens ist ein spannender Hinweis – wir fanden nämlich Mitte August bei der steirisch-kärntnerischen Pilzexkursion auch einen grünfüßigen Sarcodon, der einen auffälligen Marzipan-Duft verströmte. Ob das wirklich dieselbe Art ist wie der aus dem mediterranen Raum beschriebene S. amygdaliolens, bleibt natürlich dahingestellt… Ich denke, da würde sich eine genetische Untersuchung lohnen. Habt ihr für euer kärntnerisches Material bereits in diese Richtung überlegt? Ich stelle unsere Aufsammlung (Raum Obdach) natürlich auch gerne zur Verfügung.

Schöne Grüße
Gernot
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Expertenforum Mykologie / Re: Lactifluus sect. Volemi - die Milchbrätlinge
« Letzter Beitrag von blacky am 7. September 2017, 11:06 »
Lieber Christoph,
das ist sehr interessant, auch wenn es die Sache für nicht so Versierte wie mich, deutlich schwerer macht. Aber das hilft ja nichts. Also vielen Dank für deine ausführlichen Darlegungen, vor allem auch die Diskussionen mit den anderen Profis. So etwas würde man ansonsten niemals mitbekommen.
Liebe Grüße.
Thomas
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Septemberpilze
« Letzter Beitrag von Christoph am 6. September 2017, 23:50 »
Dachte ich mir... das Hahntennjoch ist toll - ich bin da früher gern zum botanisieren gefahren.

Ich habe gefragt, da wir in Kärnten vermutlich Sarcodon amygdaliolens gefunden haben, der auch in die Gruppe gehört. Zudem kenne ich Sarcodon glaucopus so gut wie glatt, während deiner deutliche, flache Schuppen zeigt, was mich dann mehr an Sarcodon scabrosus erinnert.
Sarcodon glaucopus riecht m.E. nach Maggi, während S. amgydaliolens erst nach Marzipan, dann nach Sellerie und erst sehr spät nach Maggi riecht.
Sarcodon fennicus steht auch noch nah. Und den Gallenstacheling (S. scabrosus) habe ich lange nicht mehr in der Hand gehabt - da habe ich nicht uf den Geruch geachtet. Da deiner nicht nach Marzipan roch, ist es zumindest nicht S. amygdaliolens. So würde ich auf die Galle tippen. Ist aber schwierig nur nach Bild.

Liebe Grüße,
Christoph
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Septemberpilze
« Letzter Beitrag von Rudi am 6. September 2017, 23:32 »
Hallo Christoph,

ja, wir waren bei den südlichen Nachbarn- Hahntennjoch und Pitztal und a bisserl bei Garmisch
Gerochen hat der Grünfüssler nach Schmalzler, nein nach Gras und ganz schwach nach Jod (hab grad mal an einem gerochen) vielleicht ists ja ein ganz anderer?
Hab alles bisher nur makroskopisch bestimmt...

LG Rudi
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Septemberpilze
« Letzter Beitrag von Rudi am 6. September 2017, 23:23 »
Und jetzt kommt noch ein Teil vom Rest

Viel Spaß
Rudi
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Septemberpilze
« Letzter Beitrag von Christoph am 6. September 2017, 23:21 »
Servus Rudi,

Superfunde! Da warst du aber sehr weit südlich?!

Der Sarcodon glaucopus: nach was hat denn der gerochen?

LG
Christoph
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Septemberpilze
« Letzter Beitrag von Rudi am 6. September 2017, 23:17 »
dann Stacheliges
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Plattform für Pilzfreunde / Septemberpilze
« Letzter Beitrag von Rudi am 6. September 2017, 23:13 »
Ich war zwei Tage im Süden- geführt von Jürgen und Horst Schreiner und begleitet von Christoph Wamser.
Da gabs so allerhand schönes.
Schaut mal, zuerst natürlich auf die Röhrlinge

LG Rudi
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Expertenforum Mykologie / Lactifluus sect. Volemi - die Milchbrätlinge
« Letzter Beitrag von Christoph am 6. September 2017, 23:12 »
Hallo zusammen,

die Milchbrätlinge wurden kürzlich in drei unterschiedliche Arten aufgetrennt. Vollzogen wurde das von van de Putte et al. (2015): Lactifluus volemus in Europe: three species in one – revealed by a multilocus
genealogical approach, Bayesian species delimitation and morphology. Fungal Biology (2015), doi: 10.1016/j.funbio.2015.08.015


Demzufolge kann man die mitteleuropäischen Brätlinge wie folgt auftrennen:

Es gibt einen Brätling mit kurzen Huthauthaaren - d.h. die Haare sind nur bis maximal 60 µm lang (sie sind bis 3 µm dick, lang, dünn, auffällig). Am besten kann man die Huthauthaare in einem Skalpschnitt von oben interpretieren (Gernot erwähnte das bereits in einem anderen Thread). Dieser Brätling heißt Lactifluus oedematopus und ist dadurch problemlos zu bestimmenb. Makroskopisch fällt ein oftmals vorhandener, deutliche Orangeton im Hut auf. Er ist farbenfroh und wird gerne als Brätling in der Literatur abgebildet.

Als Typus für Lactifluus volemus s.str. wählte das Autorenkollektiv einen Brätling mit langen Huthauthaaren (bis über 100 µm lang!). Hierbei trennen sie davon zwei Arten ab: eine blasse Art, die auch gerne eine abgesetzt dunkle Hutmitte zeigt - das ist dann Lactifluus subvolemus, den sie neu beschreiben.
Dunkle, teils fast leberbraune Fruchtkörper sind dann typische Lactifluus volemus s.str.

Alle drei Arten lassen sich genetisch auftrennen.

Im Prinzip sieht es also wie folgt aus:

Helle, blasse Hüte, lange HDS-Haare: Lf. subvolemus
Hut von hell bis dunkel, gerne mit Orangeton, kurze HDS-Haare(!): Lf. oedematopus
Dunkle, düstere Hüte, HDS-Haare lang: Lf. volemus s.str.

Ich habe während der Seminarwoche der ARGE Österr. Pilzberater heuer in Kärnten alle drei in der Hand gehabt und auch mikroskopiert. Die Einteilung war hier gut nachvollziehbar. Ich habe auch mit Irmgard Krisai-Greilhuber darüber diskutiert und haben da ein entsprechendes Artkonzept gemeinsam.

Aber... Ja, aber... van de Putte et al. (2015) weisen explizit darauf hin, dass Lf. volemnus s.str. manchmal untypisch blasse Fruchtkörper hervorbringen kann, die dann nur genetisch von Lf. subvolemus getrennt werden können (es gibt da eine Überschneidung in der Ausprägung), während umgekehrt auch Lf. subvolemus (vor allem jung) so dunkel daherkommen kann, dass das dann sehr nach Lf. volemus s.str,. aussieht.

Ich habe das gestern ausgiebig mit Lothar Krieglsteiner diskutiert, der auch gerade im BayerWald ist. Er vertritt die Ansicht, dass es wohl sehr schwer fallen dürfte, diese beiden immer makroskopisch zu trennen (Lf. volemus vs. Lf. subvolemus), zumal sie offenbar mikroskopisch nicht getrennt werden können (oder wurde nur ein "geniales" Merkmal übersehen / nicht gefunden?).

Was aber klar definiert ist: Lf. oedematopus - es ist wirklich recht simpel: von der Huthaut einen sehr dünnen Skalp mit der Rasierklinge abschneiden, diesen dann sofort in Wasser mikroskopieren. Die beiden HDS-Typen kann man mit mininmaler Übung direkt auf den ersten Block unterscheiden. Ich messe dann aber auch noch aus, um richtige Fakten zu erhalten.

Ich empfehle daher folgenden Weg:
Bitte achtet auf Lf. oedematopus. Der ist dank der Mikroskopie leicht bestimmbar und sollte eigens kartiert werden.
Richtig typische, äußerst blasse, langhaarige Brätlinge können als Lf. subvolemus bestimmt werden. Dunklere müssten dann las Lf. volemus agg. bezeichnet werden.
Typisch dunkle, fast leberbraune Brätlinge mit langen Haaren wäre dann Lf. volemus s.str.

Dass Lf. volemus / Lf. subvolemus wohl nicht immer klar unterschieden werden können, macht z.B. das Kartieren der beiden quasi unmöglich. Notfalls muss man einfach nur zwischen Lf. oedematopus und Lf. volemus s.l. unterscheiden und dich um das "s.l." nicht zu kümmern.

Hier nun die Fotos der drei Arten, die ich in Kärnten machen konnte...


Lactifluus subvolemus - typisch sehr blass, lange HDS-Haare


Lactifluus oedematopus - gut an den kürzeren HDS-Haaren unterschiedbar; gerne mit Orangtönen


Und zu guter letzt der echte Millibratling - dunkler Hut, lange HDS-Haare.

LG
Christoph
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