Neueste Beiträge

Seiten: 1 2 3 4 [5] 6 7 8 9 10
41
Expertenforum Mykologie / Re: Dangeardiella macrospora - was für Sporen!!!
« Letzter Beitrag von Christoph am 8. Juni 2017, 00:58 »
Wow, was man nicht alles an Farn finden kann. Danke für die tollen Aufnahmen.

Servus Peter,

wäre das nicht mal was für einen Artikel: "Pilze an Farnen"? Hättest du mal Zeit und Lust, sowas zu schreiben?

Was die Dangeardiella angeht - vielleicht ist sie ja wirklich selten. Dass sie im Nationalpark vorkommt, heißt ja nicht, dass sie auch in anderen Wäldern zu finden ist. Man kann eigentlich bei solchen Sachen, auf die eh kaum jemand sieht / nach denen kaum jemand sucht, nur durch Erfahrungen wie z. B. der deinigen, sie nicht gefunden zu haben, obwohl du auf Farnsubstrat achtest, dass sie nicht wirklich häufig ist. Denn die Bestimmung ist dann ja extrem einfach.

LG
Christoph
42
Expertenforum Mykologie / Re: Dangeardiella macrospora - was für Sporen!!!
« Letzter Beitrag von Peter P. am 7. Juni 2017, 16:14 »
Hallo Christoph,
das ist mir voll durch die Lappen, 'mal sehen ob's heuer klappt. Dafür haben wir zwischen BayWald und Südthüringen einiges an Farnen gefunden, darunter auch Arten, die kaum jemand gesehen hat. Die Micropeziza wurde erst neu beschrieben, die Phomatospora ist von der letzten BY- Tagung in St. Oswald, anschließend hatten wir die Art gleich mehrmals in Ofr. und Südthür. Die Sporen der gezeigten Arten passen alle in eine von Dang. macrospora, und da ist noch Platz.
LG Peter P.
43
Hallo Gerd, hallo Christoph,

Gyromitra fastigiata haben wir letztes Jahr im Ulmer Raum gefunden. Allerdings auf Baden-Württembergischer Seite. Hier das Artprofil auf der Ehinger Webseite:

http://www.pilzflora-ehingen.de/pilzflora/arthtml/gfastigiata.php

Ich bin dieses Jahr leider nicht dort hin gekommen um nachzusehen, ob die Lorchel nochmal fruktifiziert. Der Fundort liegt in einem Bannwaldgebiet. Dort gibt es ausreichend Totholz, so dass ich davon ausgehe, die Art auch in den nächsten Jahren wieder zu finden.

Viele Grüße
Chistian
44
Ich habe eine sehr erfreuliche Nachricht:

Die Rote Liste gefährdeter Großpilze ist soeben erschienen. Für äußerst schlanke 8 Euro kann man das Werk (608 Seiten, über 1500 Abbildungen) bestellen.

Hier kann man online Probelesen: http://austria.mykodata.net/Introduction_RoteListe2016.html
(es werden Probeseiten aus verschiedenen Kapiteln angeboten).

Bestellen kann man die Rote Liste über das Kontaktformular der ÖMG (Österr. Mykol. Gesellschaft): http://www.univie.ac.at/oemykges/kontakt/

LG
Christoph
45
Expertenforum Mykologie / Re: Dangeardiella macrospora - was für Sporen!!!
« Letzter Beitrag von Christoph am 7. Juni 2017, 00:48 »
Zitat
der Pfingstausflug in den BayerWald hat mich an die Art erinnert, die am Rennsteig im Thür. Schiefergebirge auch an Ath. distent. vorkommen müßte. Das wird nächste Woche die vorrangige mykologische Tätigkeit.

Lieber Peter,

die Woche ist jetzt zwar schon ein paar Jahre her (die Zeit vergeht...), aber neugierig bin ich schon: hast du / habt ihr diesen im Mikroskop unglaublichen Pilz finden können? Er müsste ja wirklich am Rennsteig vorkommen, denke ich.

LG
Christoph
46
Expertenforum Mykologie / Re: Weltschlüssel der Gattung Phylloporia
« Letzter Beitrag von Christoph am 7. Juni 2017, 00:17 »
Servus Thomas,

gerne (was den Schlüssel und die Mühe angeht). Er wird vermutlich kaum angewendet werden, aber es gibt ja immer wieder Pilzfunde in Gewächshäusern. Und manche reisen ja auch mal in ferne Länder.

Zum Anmelden: das ist, denke ich Absicht - Cookies haben eine definierte Laufzeit. Gewöhnlich kannst du aber auf deinem PC einstellen, dass er sich Login-Namen und Passwort merkt. Bei mir war das jedenfalls so, sodass ich immer nur auf "enter" drücken musste (das Passwort war in Form von Sternchen angedeutet). Seit ich einen neuen PC mit neuem Betriebssystem habe, macht er das bei mir nicht mehr. Ich bin aber kein Computerfreak und habe wohl nur noch nicht gefunden, wo ich das einstellen kann. (Ansonsten Fragen zum Handling des Forums an sich bitte immer als eigenen Thread eröffnen - ich denke, am besten im Unterforum BMG).

LG
Christoph
47
Expertenforum Mykologie / Re: Weltschlüssel der Gattung Phylloporia
« Letzter Beitrag von blacky am 6. Juni 2017, 16:17 »
Christoph Servus,
besten Dank für den Schlüssel und die damit verbundene Arbeit.
Es gehört zwar jetzt nicht hierher, aber wenn ich auf einen Beitrag antworten will, muss ich mich jedes Mal neu einloggen. Bei den vielen sonstigen Accounts, Benutzernamen und Kennwörtern, die man für viele andere Gelegenheit benötigt, kann ich mir nicht alle merken und muss jedes Mal neu nachschauen. Logg ich mich hier falsch ein, oder ist dies aus irgendwelchen Gründen beabsichtigt? Vielleicht könnte man hier etwas ändern? Jedenfalls ist dies bei anderen Websites, bei dem ich mich anmelden muss so nicht der Fall.
Falls das Thema hier nicht erörtert werden soll, könnte es vielleicht jemand verschieben?
Viele Grüße.
Thomas
48
Expertenforum Mykologie / Weltschlüssel der Gattung Phylloporia
« Letzter Beitrag von Christoph am 6. Juni 2017, 14:45 »
Und weiter geht's mit Porlingsschlüsseln... Die Gattung Phellinus wurde ja in diverse Kleingattungen aufgespalten. Phylloporia kennt man bei uns durch Phylloporia ("Phellinus") ribis, die an Johannesbeeren, aber auch an Flieder und Pfaffenhütchen vorkommen kann.

Die Gattung ist leicht kenntlich: "phellinoid" bis "inonotoid", aber durch das Fehlen von Setae sowie die auffallend dickwandigen, gelbbraunen bis rostigbraune (im Mikroskop gelb erscheinenden) Sporen.

Zhou (2015) hat einen Weltschlüssel der Gattung vorgestellt. Ich habe diesen um die Arten ergänzt, die von Yombiyeni et al. (2015) neu beschrieben wurden bzw. neu kombiniert wurden.

Ursprünglich hatte Murrill die Gattung für eine Porlingsart beschrieben, die er an der Unterseite eines lebenden(!) Blattes fand. Ich habe sowas selbst erst einmal gesehen - da war es Bjerkandera adusta an der Unterseite lebender Blätter von Vinca minor (Kleines Immergrün) - allerdings waren die Fruchtkörper Übersteiger von Holzsubstrat. Murrill nannte seine Art Phylloporia parasitica - der Gattungsname kommt also nicht von blattartigen Poren, sondern von Poren an Blättern  8).

Die Gattung ist weltweit relativ übersichtlich, es werden aber aus den Tropen regelmäßig neue Arten beschrieben. Ich werde versuchen, den Schlüssel jeweils zu ergänzen (falls das möglich ist). Ich bin nicht ganz glücklich mit dem Schlüssel, da er teils recht grob auf wenigen Merkmalen aufbaut (man erkennt, wo ich beim Einfügen anderer Arten nachbatseln musste), aber er ist sicherlich eine Hilfestellung.

Angaben zur Region habe ich jetzt nicht für die Arten eingefügt / nachrecherchiert (sie tauchen im Schlüssel von Zhou auch nicht auf). Da ich davon ausgehe, dass der Schlüssel vor allem für Freunde von Gewächs- und Tropenhäusern interessant ist, werden wir entsprechende Arten wohl eh nicht im normalen Verbreitungsgebiet finden.

Hier nun der Schlüssel (Layout bitte ich zu entschuldigen - das bekomme ich im Forum irgendwie nie so recht hin)...

Weltschlüssel der Gattung Phylloporia nach Li-Wei Zhou (2015): Four new species of Phylloporia (Hymenochaetales, Basidiomycota) from tropical China with a key to Phylloporia species worldwide, Mycologia, 107(6):1184-1192,
ergänzt durch die Arten, die in Prudence Yombiyeni, Alphonse Balezi, Mario Amalfi & Cony Decock (2015): Hymenochaetaceae from the Guineo-Congolian rainforest: three new species of Phylloporia based on morphological, DNA sequences and ecological data, Mycologia, 107(5): 996-1011
beschrieben bzw. zu Phylloporia umkombiniert wurden


1. Fruchtkörper resupinat ................. P. parasitica
1*. Fruchtkörper pileat oder gestielt ...................2

2(1). Fruchtkörper gestielt und scheinbar terrestrisch (an vergrabenem Holz oder Wurzeln).............................3
2*. Fruchtkörper rein pileat, an Holz oberhalb des Bodens (an der Luft) ..........7

3(2). Poren sehr eng 10-14 pro mm..................... 4
3.* Poren eng, aber weniger als 10 pro mm ............................5

4(3). Poren 10-11 pro mm; Sporen 3,3-4 µm lang; Context mit schwarzer Trennlinie, die ein oberes Tomentum vom Hutfleisch abtrennt; Hut mit auffallenden, konzentrischen Silberstreifen …...... P. afrospathulata
4*. Poren 10-14 pro mm, Sporen kürzer, 2,5-3,3 µm lang; ohne schwarze Trennlinie, ohne auffallende Silberstreifen am Hut …...... P. terrestris

5(3). Basidiosporen meist kürzer als 3 µm ....... P. minutispora
5*. Basidiosporen länger als 3 µm ....................6

6(5). Basidiosporen über 4 µm lang ............ P. verae-crucis
6*. Basidiosporen nur 3-4 µm lang ............. P. spathulata

7(2). Hyphenystem dimitisch .......................8
7*. Hyphensystem monomitisch ....................11

8(7). Fruchtkörper mehrjährig, dachziegelartig verwachsen, an Stümpfen und Stämmen ... 9
8. Fruchtkörper einjährig, einzeln, an Zweigen ….... .P. nouraguensis

9(8 ). Fruchtkörper kräftig, bis 5 x 6 cm, Hutoberfläche dunkelbraun bis schwarzbraun …... P. pectinata
9*. Fruchtkörper winzig, nur bis 1,2 cm breit; Hutoberfläche grauorange bis hell zimtfarben oder rostbraun, dunkel Kastanienbraun bis hin zu einer fat schwarzen Anwachsstelle …....................................... 10

10(9). Hut jung grauorange, schließlich zimtfarben; Poren auffallend grau ohne Braunanteil, getrocknet gelblich bis senfbraun …........................... P. fulva
10*. Hut ohne Orange- oder Zimttöne, sondern rostbraun bis dunkel kastanienbraun, an der Anwuchsstelle bisweilen auch fast schwarz; Poren jung graubraun, nicht senf-gelbbraun beim Trocknen verfärbend …... P. pulla

11(7). Poren 2-4 pro mm..........................12
11*. Poren 4-12 pro mm........................15

12(11). Basidiosporen subglobos bis breit ellipsoid ................................... P. fruticum
12*. Basidiosporen lang-ellispsoid, subzylindrisch bis zylindrisch ............................13

13(12). Context homogen ........... 14
13*. Context duplex ................... P. rzedowskyi

14(13). Fruchtkörper in Laugen auffallend blutrot verfärbend; an Zweigen …...................... P. oblongospora
14*. Fruchtkörper in Laugen rotbraun verfärbend; an der Basis von Stämmen …... P. inonotoides

15(11). Fruchtkörper mehrjährig, dicht und hart ...........16
15*. Fruchtkörper einjährig, korkig weich (zumindest im Bereich des Tomentums)..................................20

16(15). Poren 10-12 pro mm; an lebender Tilia ....... P. tiliae
16*. Poren 6-9 pro mm; an anderen Angiospermen. . . . . . 17

17(16). Poren 6-7pro mm............................18
17*. Poren 7-9 pro mm............................19

18(17). Basidiosporen ellipsoid; meist an Ribes …..........................… P. ribis
18*. Basidiosporen subglobos; meist an Ephedra, Cotoneaster oder Jasminum .............. P. ephedrae

19(17). Basidiosporen lang-ellipsoid bis ellipsoid mit einer Guttule; an Abelia ........................ P. gutta
19*. Basidiosporen breit ellipsoid ohne Guttule; an lebendem Crataegus ...................... P. crataegi

20(15). Basidiosporen subglobos bis breit ellipsoid ......................................21
20*. Basidiosporen ellipsoid, lang-ellipsoid bis zylindrisch.............................26

21(20). Poren 5-6 pro mm; an Vitis .............. P. ampelina
21*. Poren 6-11 pro mm; an anderen baumförmigen Angiospermen, nicht an Vitis................................22

22(21). Fruchtkörper > 8 cm breit, >15 mm dick; Contexthyphen >5 µm diam ......... P. ulloai
22*. Fruchtkörper < 8 cm breit, <15 mm dick; Contexthyphen <5 µm diam .............23

23(22). Contexthyphen regulär (plusminus parallel verlaufend).......... P. clausenae
23*. Contexthyphen irregulär, verwoben..................24

24(23). Contexthyphen nur etwas dickwandig, mit einem weiten Lumen, häufig septiert; große, rhomboide Kristalle fehlen ...........................25
24*. Contexthyphen dickwandig, mit engem Lumen, nur manchmal vereinzelt septiert; große rhomboide Kristalle sowohl in der Trama als auch im Context vorhanden .............. P. chrysites

25(24). Poren 10-12 pro mm; Basidiosporen <3 µm lang; an lebender Fontanesia...................P. fontanesiae
25*. Poren 7–9 pro mm; Basidiosporen > 3µm lang; an liegenden Stämmen anderer Angiospermen ........ P. oreophila

26(20). Basidiosporen meist >3 µm dick ...........27
26*. Basidiosporen meist schmaler als 3 < µm ...........28

27(26). Poren 4-6 pro mm................... P. hainaniana
27*. Poren 8-10 pro mm.................... P. capucina

28(26). Fruchtkörper einzeln .......................29
28*. Fruchtkörper dachziegelartig übereinander ............32

29(28). Context homogen ............... P. homocarnica
29*. Context duplex ..............................30

30(29). Context ohne schwarze Trennlinie; an lebender Flacourtia ............................... P. flacourtiae
30*. Context mit einer schwarzen Trennlinie; an anderen Angiospermen .................................31

31(30). Poren rund; Basidiosporen meist dicker als 2 µm ..................................P. weberiana
31*. Poren eckig; Basidiosporen meist schmaler als 2 µm ........................... P. cylindrispora

32(28). Basidiosporen meist schmaler als 2,5 µm .......33
32*. Basidiosporen meist dicker als 2,5 µm …... P. bibulosa

33(32). Context duplex, ohne schwarze Trennlinie; Basidiosporen über 3,5 µm lang; Contexthyphen verwoben; an lebender Nandina ........................ P. nandinae
33*. Context duplex, mit einer schwarzen Trennlinie; Basidiosporen kürzer als 3,5 µm; Contexthyphen regulär (parallel) angeordnet); an lebendem Osmanthus ........... P. osmanthi
49
Beim Schmökern älterer Ausgaben der Mycologia bin ich über einen Artikel aus dem Jahr 2011 gestolpert:

Yu-Mingh et al. (2001): Xylaria coprinicola, a new species that antagonizes Cultivation of Coprinus comatus in China. Mycologia 103(2): 424-430.

In China wird der Schopftintling kommerziell gezüchtet. Dies passiert durch Animpfen auf Boden - also in normalem, stickstoff- und nematodenreichen Humus. In Kulturen in China trat plötzlich eine noch unbeschriebene,sehr kräftige und auffallende Xylaria-Art auf. Sie wuchs direkt aus dem Boden - ohne Kontakt zu Holzsubstrat oer ähnlichem. Es zeigte sich, dass eine Verbindung zum Myzel des Schopftintlings besteht, an dem die Art parasitiert.

Sachen gibt es...

Diese Keule ist bislang nur aus Schoptintlingskulturen bekannt, also nicht aus dem Freiland. Die nahe Verwandtschaft (die Genetik macht's möglich) kommt bevorzugt in Termitenbauten vor - möglicherweise parasitieren sie dort an den Pilzen, die die Termiten züchten?!

Bei uns wird Xylaria coprinicola also wohl kaum zu finde sein, es sei denn, sie wird über Kulturen eingeschleppt.

LG
Christoph
50
Lieber Gerd,

welcome back und danke für die schönen Bilder! Gyromitra parma finde ich bei uns auch außerhalb von Auwäldern an morschen, liegenden Laubholzstämmen.
Die Zipfellorchel, Gyromitra fastigiata, würde ich gerne mal sehen/finden. Sie soll ja nicht nur im Hainich / Osten wachsen, scheint bei uns aber nur sehr vereinzelt aufzutreten.

Bei mir ist heuer eh ein schlechtes Lorcheljahr - ich habe noch nicht einmal kleine, junge Riesenlorcheln finden können. Vielleicht wird's noch was.

Liebe Grüße,
Christoph
Seiten: 1 2 3 4 [5] 6 7 8 9 10