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Expertenforum Mykologie / Re: Ramaria cf flavoides
« Letzter Beitrag von Josef am 5. Januar 2018, 08:28 »
Hallo Pablo,

zu deiner Frage mit dem Mycelfilz. Am besten ist es, wenn eine Probe von der untersten Basis, also sehr Substrat nah entnommen wird. Natürlich geht das nicht immer und manchmal ist so gut wie nichts zu finden.
In der Regel sollte aber eine Ramaria der Untergattung Ramaria - also die großen Mykorrhiza bildenden Arten - auch ohne Basalmycel bestimmbar sein. Das Mycel und die Rhizomorphen sind dabei ein gutes weiteres Merkmal, dass hinzugenommen werden kann.
Anders ist das z. B. bei der Untergattung Lentoramaria, wie R. strichta, R. gracilis, R. suecica und andere, da sind die Rhizomophen sehr wichtig und nicht verzichtbar.

Warten wir also ab, ob ihr die Ramaria nochmal findet um neue Bilder und etwas Substrat mit Rhizomorphen zur erhalten.

Bei weiteren Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.

herzliche Grüße, Josef
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Expertenforum Mykologie / Re: Hygrocybe acutoconica vs. H. konradii
« Letzter Beitrag von Christoph am 5. Januar 2018, 00:20 »
Andreas ist zwar (leider) nicht mehr hier aktiv, aber anhand meiner Funde aus Rothschwaig grabe ich das Thema nochmal aus.

Mit fällt auf, dass die 2-sporigen Fruchtkörper aus Rothschwaig deutlich anders aussehen als die 2-sporigen von Andreas. Auch fehlt mir der bei meinen 2- und 4-sporigen Kollektionen deutlich spitze Hut, der Hygrocybe acutoconica (= H. persistens) ausmacht.

Meine Kollektionen hatten als maximale Sporenbreite gerade mal 7,5 µm - und das auch nur eine Kollektion - sind also "typische" H. acutoconica.

Insofern würde ich nachträglich unterstreichen, dass es sich bei Andreas Funden mit den doch recht breiten Sporen und den stumpferen Hüten um Hygrocybe acutoconica var. konradii handeln müsste.

Hier nochmal meine Kollektionen:


Hygrocybe acutoconica 4-sporig


Hygrocybe acutoconica 4-sporig


Hygrocybe acutoconica 2-sporig


Hygrocybe acutoconica 2-sporig

Die andere Makroskopie - wenn ich das mit den Bildern von Andreas vergleiche - zusammen mit den anderen Sporenbreiten erscheint mir doch recht deutlich... Und wie so oft ist es offenbar nicht ganz so einfach mit solchen Aggregaten, die mal zusammengeworfen werden, mal zerpflückt werden.

Liebe Grüße,
Christoph
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Expertenforum Mykologie / Exidiopsis calcea s.l.
« Letzter Beitrag von Christoph am 4. Januar 2018, 23:34 »
Servus beinand,

um nochmal etwas Werbung für die Gattung Exidiopsis zu machen, möchte ich diesen Thread nochmal hochholen. Nebenbei ergänze ich ihn um die von Wells & Raitviir (1977) publizierte Mikrozeichnung (Zitat - siehe unten, ältere Beiträge) ergänzen, um so nochmal etwas "Werbung" zu machen.  ;D



Man sieht schön die Übergänge von Leptozystiden zu Dikaryophysen.

Liebe Grüße,
Christoph
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Rückblick 2017: Holzabbauende Pilze (Österreich)
« Letzter Beitrag von blacky am 4. Januar 2018, 11:58 »
Hallo Gernot,
so ein toller Beitrag macht richtig Freude ☺.
VG.
Thomas
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Rückblick 2017: Holzabbauende Pilze (Österreich)
« Letzter Beitrag von Hias am 4. Januar 2018, 08:14 »
Servus Gernot,

ein toller Streifzug und fast alles neu für mich!

Beste Grüße
Hias
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Expertenforum Mykologie / Re: Pilze an Xanthoria - Weltschlüssel
« Letzter Beitrag von Christoph am 4. Januar 2018, 00:04 »
Servus beinand,

dankenswerterweise hat mich Peter Keth auf eine Literaturstelle hingewiesen, die die Arthonia-Arten an Xanthoria bearbeitet und dabei eine neue Art beschreibt:
Fleischhacker et al. (2016): Arthonia parietinaria - A common but frequently misunderstood lichenicolous fungus on species of the Xanthoria parietina-group. Fungal Biology 120(11): 1341-1353 (http://dx.doi.org/10.1016/j.funbio.2016.06.009)

Ich habe dann gleich die Gelegenheit genutzt, auch noch eine Art, die ich vergessen hatte, mit einzubauen: Laetisaria lichenicola - Diederich et al. (2003): A new lichenicolous teleomorph is related to plant pathogens in Laetisaria and Limonomyces (Basidiomycota, Corticiales). Mycologia 103(3): 525-533.

Hier also der revidierte, überarbeitete Schlüssel

Schlüssel der lichenicolen Pilze an Xanthoria - Stand 08.01.2018:


1 Sporen werden in Asci gebildet …........................ 2
1* Sporen werden nicht in Asci gebildet ….............. 21

2(1) Ascomata apothecioid ….................................... 3
2* Ascomata perithecioid …........................................ 9

3(2) Ascosporen 0-1fach septiert, farblos hyalin oder braun ................4
3* Ascosporen 3fach septiert, braun; Perithecien 200-300 µm groß; Sporen 12-17 x 4-6 µm..........  .........................................................Phacothecium varium (Tul.) Trevis

4(3) Ascomata arthonioid (Rand kaum ausgeprägt, Apotheciumrand diffus), einzeln oder in zuammenfließenden Gruppen; Ascosporen mit Halo (Sporen in durchsichtiger Gelscheide/ Gelschicht), Sporen farblos-hyalin oder braun …........................................................................... 5
4* Ascomata lecideoid (mit klar abgegrenztem Rand), nicht in Gruppen zusammenfließend; Ascosporen ohne Halo, also nicht in gelartige Masse eingebettet, immer farblos-hyalin; Apothecien 150-500 µm groß, Sporen 8-12 x 2-4 µm …..................... Catillaria nigroclavata (Nyl.) Schuler

5(4) Sporen braun, 5-7 µm dick;  oberer Bereich des Hymeniums (Bereich der Paraphysenspitzen / Ascusspitzen – sogenanntes Epihymenium) mit purpurvioletter KOH-Reaktion, die sich dann entfärbt...6
5* Sporen farblos hyalin, nur bis 6 µm dick; KOH-Reaktion des Epihymeniums fehlend oder kastanienbraun..7

6(5) Sporen 14-17 x 5-7 µm …............... Arthonia destruens Rabenh. s.str.
6* Sporen (8-) 10-13 x 5-7 µm …......... Arthonia destruens var. nana Grube & Hafellner

7(5) Epihymenium mit kastanienbrauner KOH-Reaktion; 20-30(-50) Ascomata in Gruppen zusammenfließend; Sporen 10-12 x 4-5 µm; Hypothecium braun…......... Arthonia perietinaria Hafellner & A. Fleischhacker
7* Epihymenium ohne KOH-Reaktion; 1-10 Ascomata zusammenfließend; Sporen 10-13 µm lang; Hypothecium farblos bis gelblich bis mittelbraun …............................................. 8

8(7) Hypothecium gelblich bis mittelbraun; Sporen 10-13 x 4-6 µm …..... Arthonia molendoi (Heufl. Ex Frauenf.) R. Sant.
8* Hypothecium farblos-hyalin; Sporen 10-13 x 3-5 µm …................. Arthonia stynikii S.Y. Kondr.
Bem.: Arthonia stynikii erzeugt auffallende, aufrecht stehende Gallen auf dem Thallus.


9(2) Asci (4-)8-sporig ….................................................................... 10
9* Asci mit mehr als 64 Sporen; Perithecium schwarz, 70-150 µm im Durchmesser; Ascosporen braun, (0-)1-fach septiert, 4,5-7,0 x 2,0-3,5 µm ....................................... Muellerella lichenicola (Sommerf.) D. Hawksw.

10(9) Ascosporen septiert, farblos-hyalin oder braun …...................... 11
10* Ascosporen einzellig, farblos-hyalin, 14-28 x 4-8 µm; Perithecien bis 230 µm; Ascomata-Wand hyalin (abgesehen von dem Bereich rund um die Ostiole); erzeugt knubbelige Gallen ......................................... ......................................................Telogalla olivieri (Vounaux) Nik. Hoffm. & Hafellner

11(10) Ascosporen bei Reife braun …................................................ 12
11* Ascosporen auch reif farblos …................................................. 15

12(11) Ascosporen nur mit Quersepten ….......................................... 13
12* Ascosporen muriform, also mit Quer- und Längssepten; Sporen 20,5-27,0 x 9-13 µm; Perthecien schwarz, 90-220 µm im Durchmesser …....................... Pleospora xanthoriae Khodos. & Darmostuk

13(12) Ascosporen einfach septiert; Ascomata ohne Setae …................ 14
13* Ascosporen reif 3fach septiert, 9,5-11,5 x 4-5 µm; Ascomata mit Setae, 40-80 µm im Durchmesser.......... .............................................................................Capronia suijae Tsurykau & Etayo

14(12) Perithecien 150-300 µm im Durchmesser, Gallen erzeugend; Ascosporen 11-15 x 5,5-7,0 µm, rau ornamentiert ....................................Didymocyrtis slaptoniensis (D. Hawksw.) Hafellner & Ertz
14* Perithecien 25-80 µm im Durchmesser, keine Gallen erzeugend; Ascosporen 10,5-14,0 x 3,5-5,0 µm, glatt …................................Sphaerellothecium parietinarium (Linds.) Hafellner & V. John

15(11) Ascosporen mit Quersepten ….................................................... 16
15* Ascosporen muriform (mit Quer- und Längssepten), an beiden Enden mit Anhängseln, 22-36 x 9-15 µm; Perithecien orange bis pink, 150-230 µm im Durchmesser ............................ Paranectria oropensis (Ces. ex Rabenh.) D. Hawksw. & Piroz.

16(15) Ascosporen einfach septiert …....................................... 17
16* Ascosporen 14-24fach septiert …....................................... 20

17(16)
Perithecien orange bis rosa; Filamente zwischen den Asci bald verschwindend; Asci unitunikat.... 18
17* Perithecien dunkel; Filamente zwischen den Asci persistent; Asci fissitunikat ….......... 19

18(17) Perithecien eingesenkt, hell orange; Asci 8-sporig; Ascosporen 17-24 x 4-5 µm...................  ...............................................................................Pronectria xanthoriae Lowen & Diederich
18* Perthecien sitzend, rosa; Asci 4(-8)-sporig; Ascosporen 12-19 x 6-9 µm ............. Nectriopsis indigens (Arnold) Diederich & Schroers

19(17) Perithecien 150-250 µm im Durchmesser; Ascuswand braun mit extrazellulärem Pigment; Ascosporen rau ornamentiert, (15-)16-20(-21) x 5,5-8,5(-9,0) µm ........... Zwackhiomyces coepulonus (Norman) Grube & R. Sant.
19* Perithecien 300-400 µm im Durchmesser; Ascuswand grün, mit intrazellulärem Pigment; Ascosporen glatt, (16-)22-25(-28) x (3-)5-6(-7) µm …...................... Cercidospora xanthoriae (Wedd.) R. Sant.

20(16) Perithecien blass orange bis rötlich; Filamente zwischen den Asci bald verschwindend; Asci unitunikat; Ascosporen 60-100 x 5-7 µm …..................... Trichonectria hirta (A. Bloxam) Petch
20* Perithecien weißlich bis blass bräunlich; Filamente zwischen den Asci persistent; Asci bitunikat; Ascosporen 130-150 x 3-4 µm …................ Tubeufia heterodermiae Etayo

21(1) Sporenbildung an Basidien und/oder Sklerotien bzw. Bulbillen vorhanden …..................... 22
21* Sporenbildung nicht an Basidien; Sklerotien bzw. Bulbillen fehlend ....................... 26

22(21) Sklerotien oder Bulbillen vorhanden oder fehlend; Basidiomata keine gallenartigen Anschwellungen erzeugend; Basidien gewöhnlich unspetiert …................................ 23
22* Sklerotien oder Bulbillen immer fehlend; Basidiomata entwickeln sich im Wirtsapothecium, dabei charakteristische Anschwellungen erzeugend; Basidien gewöhnlich querseptiert, selten mit Längssepten, 16-25 x 7-10 µm; Basidiosporen ellipsoid bis fast kugelig, 7-8 x 6,0-6,5 µm ….............. Tremella caloplacae (Zahlbr.) Diederich

23(22) Sklerotien weiß bis cremefarben, 100-200 µm im Durchmesser, einem oberflächlichen, spinnwebartigen, weißen Myzel aufsitzend; Basidiomata corticioid, athelioid (häutchenartig abziebar), weiß bis creme, nur saisonal auftretend; Basidien 2-sporig, 21-24 x 5,0-6,5 µm; Basidosporen 5-12 x 2,5-7,0 µm …............................. Athelia arachnoidea (Berk.) Jülich
Bem.: es können noch weitere Athelien (dann 4-sporig) an Flechten vorkommen und parasitieren – im sterilen Stadium nur mit Sklerotien ist eine genaue Artbestimmung daher nicht möglich und man wendet dann teils den Namen Athelia centrifuga an.
23* Basidiomata, wenn vorhanden, corticioid, rosa; Bulbillen/Sklerotien falls vorhanden, orange bis rosa, 50-150 µm im Durchmesser, an toten oder absterbenden Wirtsthalli .................................... 24

24(23)
Bulbillen/Sklerotien fehlend; Basidiomata corticioid, rosa, Basidien zweisporig; Sporen birnen- bis tränenförmig, farblos-hyalin, 14,5-18,5(-20) x (8-)10,5-12,5 µm ….......................... …........................ Laetisaria lichenicola Diederich, Lawrey & Van den Broeck
24* Bulbillen/Sklerotien vorhanden; Basidiomata, wenn auftretend, corticioid, hell orange ….. 25

25(24) Bulbillen auf der Oberfläche sitzend, hell orange; Basidien 4-sporig, 25-40 x 12-15 µm; Basidiosporen 13,0-18,5 x 8,0-13,5 µm …........................... Erythricium aurantiacum (Lasch) D. Hawksw. & A. Henrici
25* Bulbillen rosa, zunächst eingesenkt; Basidiomata unbekannt..................... Marchandiomyces corallinus (Roberge) Diederich & D. Hawksw.

26(21) Konidien werden in pyknidienartigen Konidiomata gebildet …................................. 27
26* Konidien werden nicht in pyknidienartiogen Konidiomata gebildet …........................... 36

27(26) Konidien hyalin, filiform, (0-)5-fach septiert, 53-70 x 2-3 µm; Q ) 18-30; Konidiomata dunkel braun, 100-200 µm groß …................................. Hainesia xanthoriae Brackel
27* Konidien anders …........................................................................... 28

28(27) Konidien braun oder blass braun ….................................................. 29
28* Konidien farblos …................................................................................. 31

29(28) Konidien einzellig, 3-5 µm im Durchmesser …............................... 30
29* Konidien einfach septiert, 8-12 x 2-3 µm …............. Lichenodipelis poeltii S.Y. Kondr. & D. Hawksw.

30(29) Konidiomata 30-50 µm im Durchmesser; konidiogene Zellen 4-5 x 3,0-3,5 µm........... Lichenoconium erodens M.S. Christ. & D. Hawksw.
30* Konidiomata 100-175 µm im Durchmesser; konidiogene Zellen 6-8 x 2,5-4,0 µm............... Lichenoconium xanthoriae M.S. Christ.

31(28) Konidien einzellig …........................................................................... 32
31* Konidien einfach septiert, 11-14 x 2,5-3,0 µm, oberes Ende mit 4-5(-6) hyalinen Anhängseln (14 x 0,2 µm); Konidiomata dunkel braun, kugelig, 100-120 µm im Durchmesser ................................ Pseudorobillardia spec.

32(31) Konidiomata mit Setae ….................................................................. 33
32* Konidiomata ohne Setae ….................................................................... 34

33(32) Kondiomata 50-125 µm im Durchmesser, Setae 30-70 x 3,5-5,0 µm, in der Nähe des Ostiolums entspringend; Konidien 3-4 x 1,5-2,0 µm, ohne haarartige Anhängsel......................................................... Pyrenochaete xanthoriae Diederich
33* Konidiomata 150-800 µm im Durchmesser, Setae 100-850 x 3,0-6,5 µm, am basalen Part der Konidiomata entspringend; Konidien 8,0-12,5 x 2,0 – 2,5 µm, mit jeweils einem einzelnen, unverwzeigten haarartigen Anhängsel an jedem Ende, diese 6,5-9,0 µm lang.......................................................... Dinemasporium strigosum (Pers.: Fr.) Sacc.

34(32) Kondien dicker als 1,5 µm …............................................................... 35
34* Konidien 3-4 x 1,0-1,5 µm (einzellig bis einfach septiert); Konidiomata ca. 170 µm im Durchmesser ................ Phoma spec.

35(34) Kondien meist 6-8 x 2,5-3,5 µm ................................................................................................. Didymocyrtis slaptoniensis (D. Hawksw.) Hafellner & Ertz
35* Konidien meist kleiner als 6,5-3,0 µm …......... Didymocyrtis epiphyscia s.l.

36(26) Konidien farblos ….......................................................................... 37
36* Konidien braun ….................................................................................40

37(36) Konidien fusiform, gebogen, mit spitzen Enden, 4-6fach septiert, 70-75 µm lang; Stroma zylindrisch bis keulig, kurz gestielt, rötlich, bereift, bis zu 1mm hoch …........................................ …................................................... Cosmospora flammea (Tul. & C. Tul.) Rossman & Samuels
37* Konidien kürzer ….................................................................................. 38

38(37) Kolonien rosa; Konidien nicht in einer schleimigen Masse, mehrfach septiert, gewunden und mikrosklerotienartige Gedilde formend, diese 17-30 x 11-20 µm (Einzelzellen 4-10 x 3-5 µm) .................................. Illosporiopsis christiansenii (B.L. Brady & D. Hawksw.) D. Hawksw.
38* Kolonien weiß oder nur einzelne Konidienträger sichtbar (Myzel dann im Wirt und nur die Konidienträger aus dem Wort herausragend ............................................... 39

39(38) Konidien kleben in einer schleimigen Masse, einzellig, 4-6 x 1,5-3,0 µm ................................ ..................................Acremonium antarcticum (Speg.) D. Hawksw.
39* Konidien nicht in einer schleimigen Masse, einzellig, 9-22(-30) x 5-10 µm, vbariabel geformt, z.B. subglobos, ovoid bis deutlich zitronenförmig; an den Apothecien von Xanthoria parietina ..................  ................................Trichoconis hafellneri U.Braun, Khodos., Darmostuk & Diederich

40(36) Kolonien eingesenkt im Wirts“gewebe“ (vor allem im Hymenium)......................... 41
40*Kolonien rasig …................................................... 42

41(40) Konidien jeweils einzeln sich bildend, einzellig, kugelig, 3,5-6,0 im Durchmesser …............
…........................................... Xanthoriicola physciae (Kalchbr.) D. Hawksw.
41* Konidien katenat entstehend (in Ketten), gewöhnlich einfach septiert, 5-8 x 4-6 µm …..............
….............................. Intralichen christiansenii (D. Hawksw.) D. Hawksw. & M.S. Cole

42(40) Konidien nicht oder quer septiert; Konidiophore bilden keine Sporodochien …..... 43
42* Konidien muriform, bis zu 15-zellig, 7-65 x 6-54 µm; Konidiophora entspringen braunen bis schwarzen Sporodochien (diese bis 2 mm im Durchmesser) …............. Epicoccum nigrum Link

43(42) Konidien querseptiert oder einzellig, nicht kugelig …........................................... 44
43* Konidien unseptiert, kugelig, rau bis kurzstachelig ornamentiert, 5,0-10,5 µm im Durchmesser; Konidiophore bis zu 500 µm lang, 8-12 µm dick an der Basis, 6-9,5 µm direkt unter dem Köpfchen, Verzweigungen in reifen Köpfchen gut erkennbar, da die Konidien relativ locker gebildet werden................................. Periconia digitata (Cooke) Sacc.

44(43) Konidien über 20 µm lang werdend ….................................. 45
44* Alle Konidien kürzer als 20 µm …............................................. 46

45(44) Konidiophore zylindrisch, (1-)4-10fach septiert, 63-228 x 5-10 µm; konidiogener Bereich 2-3 µm dick; Konidien blass braun, 20-70 x 8-13(-15) µm, mit 1-4 Distosepten........................................................... Corynespora laevistipitata (M.S. Cole & D. Hawksw.) Heuchert & U. Braun
45* Konidiophore subzylindrisch, 1-4fach septiert, 20-60(-95) x 5-8 µm; konidiogener Bereich 3,0-4,5 µm dick; Konidien braun, (19-)25-107 x 8-10 µm, mit (1-)2-12  Distosepten .................................................. Ellisemblia lichenicola Heuchert & U. Braun

46(44) Konidiophore 0-3fach septiert, dunkel braun, aufrecht, aus internen oder aus angeschwollen Hyphenzellen entspringend; konidiogene Zellen sitzen terminal, nur vereinzelt auch interkalar, mit nur einem oder gewöhnlich mehreren kinidiogenen Bereichen (bis zu 12); Konidien gewöhnlich katenat, in verzweigten, akropetalen Ketten, blass braun bis braun, 0-3fach septiert …........... 47
46* Konidiophore gewöhnlich vielfach verzweigt, dunkel braun, aufrechte oder liegende Stränge bildend; konidiogene Zellen terminal und interkalar mit vielen, auffallend dentikelartigen konidiogenen Bereichen (bis zu 35); Konidien werden einzeln gebildet, diese (0-)1(-2-)fach septiert, subhyalin bis blass olivbräunlich …............... Gonatographium lichenophilum F. Berger & U. Braun

47(46)
Konidien glatt, 3,5-20,0 x 3-7 µm …...... Cladosporium lichenophilum Heuchert & U. Braun
47* Konidien rau-warzig, 8-20 x 5-9 µm …............... Cladosporium macrocarpum Preuss
47
Servus Gernot,

wow, was für phantastische Fotos - inklusive der Mikrofotos! Die Asteromassaria macrospora habe ich, denke ich, des öfteren gesehen (das kommt mir extrem bekannt vor), aber ich habe noch nie reinmikroskopiert. Werde ich heuer mal nachholen (guter Vorsatz für dieses Jahr).

Den Neolentinus wirst du sicherlich des öfteren finden - ich finde den gar nicht so selten. Phellinidium pouzarii und Pseudoplactania melaena kenne ich aus Bayern nur aus dem Nationalpark Bayerischer Wald. Für ersteren ist es auch der einzige - letzte - bekannte Wuchsort in Deutschland.

Liebe Grüße,
Christoph
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Plattform für Pilzfreunde / Rückblick 2017: Holzabbauende Pilze (Österreich)
« Letzter Beitrag von Gernot am 3. Januar 2018, 20:05 »
Hallo,

angeregt durch Christophs Jahresrückblick möchte ich auch noch einige Fotos von österreichischen Funden aus dem durchaus erfolgreichen vergangenen Pilzjahr zeigen. Ich beschränke mich auf lignicole Arten, da diese ja gut zum Schwerpunkt dieses Forums passen.  :)


Lignicole Pilze 2017


Ich beginne mit ein paar Kleinpilzen, die ich alle im Winter und Frühjahr gesammelt habe. Oftmals offenbart erst der Blick ins Mikroskop die große Schönheit dieser Arten! Ich kann deshalb nur jedem empfehlen, sich in der "pilzarmen" Zeit näher damit zu beschäftigen.  ;)

Pseudovalsa umbonata: Makroskopisch ziemlich unscheinbare Art auf berindeten Quercus-Ästen mit charakteristischen Sporen.






Massaria anomia: Wächst auf berindeten Robinien-Ästen. Am Makrofoto sind die gelblichen, kreuzförmigen Ostiolenbereiche dargestellt.






Eutypa crustata: Ich finde diese Art immer wieder im Frühjahr im Bast von abgestorbenen, eher dünnen Ästen von Ulmus laevis. Insgesamt scheint sie aber nur selten berichtet zu werden. Man beachte die stark gekrümmten Sporen!








Asteromassaria macrospora: Eine relativ häufige Art auf Fagus-Ästen, deren Rinde durch den Pilz kleinflächig durchbrochen wird. Oft findet man sexuelles und asexuelles Stadium nebeneinander – beim Makrofoto sieht man links oben einen schwarzen Filz (= asex. Stad.), rechts oben einen schwarzen Filz + schwarze Kugeln (= asex. Stad. + unreifes sex. Stad.) und rechts unten nur schwarze Kugeln (= reifes sex. Stad.). Sowohl die großen Ascosporen als auch die riesigen, sichelförmig gekrümmten Konidien sind eine Augenweide.








Eutypella dissepta: Eine weitere typische Art auf toten Ulmus-Ästen. Sie ist durch die großen, allantoiden Sporen gut gekennzeichnet.








Pseudophacidium ledi: Ein interessanter Nachweis in ca. 1850 m Seehöhe, auf einem Ast von Rhododendron ferrugineum, der direkt am Rand eines Schneefeldes lag. Die unreifen Apothecien haben einen schwarzen "Deckel", der sich bei Reife abhebt und die Fruchtschicht freilegt.








Biscogniauxia granmoi: In den südlichen Murauen, von wo auch der abgebildete Fund herstammt, ist die Art sehr häufig und fast überall zu finden, wo es auch den benötigten Wirt (Prunus padus) gibt.





Nun zu den Großpilzen. Am 1. April (kein Scherz) machte ich mich gezielt auf die Suche nach dem Gestielten Tannen-Schwarzborstling (Pseudoplectania melaena), den ich in einem Naturwald (Buche, Tanne, Fichte) nahe der steirisch-niederösterreichischen Grenze finden konnte. Diese Art wurde zum Gefährdeten Pilz des Jahres 2018 für Österreich gewählt.



Im selben Wald fand ich auf einem liegenden Picea-Stamm Neolentinus adhaerens (Harziger Sägeblättling), ein weiterer persönlicher Erstfund, obwohl die Art ja eigentlich nicht so selten sein soll.


 
Ein abschließendes Highlight war dann noch dieser Fruchtkörper von Phellinidium pouzarii (Duftender Feuerschwamm) an einem liegenden Abies-Stamm. Die Art ist aus diesem Gebiet bereits bekannt, weitere österreichische Nachweise gibt es wohl nur im Urwald Rothwald. Der Duft dieses Pilzes ist mitunter schon aus mehreren Metern Entfernung wahrzunehmen.



Im Juni war ich in einem totholzreichen Schluchtwald unterwegs, in dem ich die nachfolgende Art schon seit einigen Jahren beobachte. Sie wächst auf liegendem, entrindetem Laubholz (dickere Äste und Stämme), das an periodisch überschwemmten Bereichen oder direkt im Wasser liegt. Diese ökologischen Ansprüche sind charakteristisch für Miladina lecithina (Uhrglasförmiger Bachbecherling), die an entsprechenden Standorten in der Steiermark gar nicht so selten ist.





Im Juli fand ich dann im Burgenland einen jungen Fruchtkörper von Ganoderma resinaceum (Harziger Lackporling) an einem stark vermorschten Quercus-Strunk:





Nun wieder in der Steiermark, kam mir im August dieser interessante Tintling in der Stammwunde einer lebenden Buche in einem naturnahen Kalk-Buchenwald unter. Besonders auffällig war die sehr zähe Konsistenz der Fruchtkörper, die auch nach Stunden trotz sommerlicher Hitze nicht zerflossen. Es handelt sich um Coprinopsis mitraespora/spelaiophila mit dem passenden deutschen Namen Baumhöhlen-Fasertintling (danke an Andreas Melzer für die Bestätigung).



Im selben Monat ging es dann zum Tag der Artenvielfalt des Nationalparks Hohe Tauern im Defereggental (Osttirol). Dort suchten wir den Oberhauser Zirbenwald auf – der größte zusammenhängende Zirbenwald der Ostalpen und ein Naturwaldreservat, also für Pilze ein besonders spannendes Gebiet:



Es sind dort auch immer wieder ältere bis uralte Lärchen eingestreut, und auf einer davon fand ich Fomitopsis/Laricifomes officinalis (Lärchenbaumschwamm) (in nicht erreichbarer Höhe):



Wir machen einen Sprung zur Arbeitswoche der ÖMG im Böhmerwald Mitte September. Am ersten Tag fanden wir an einem abgeschnittenen Eschenstrunk winzige Fruchtkörper von Lentinus tigrinus (Getigerter Sägeblättling), am letzten Tag sahen sie so aus (die Fruchtkörper sind also ziemlich genau sechs Tage alt):



Abschließend ging es im Oktober wieder für eine Woche nach Vorarlberg zu Isabella und Werner Oswald, und wie eigentlich jedes Jahr waren auch 2017 wieder Arten dabei, die schon seit langer Zeit ganz weit oben auf meiner persönlichen Wunschliste stehen – wie der Tannen-Fingerhut (Cyphella digitalis):





Schöne Grüße
Gernot
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Jahresrückblick 2017
« Letzter Beitrag von Christoph am 3. Januar 2018, 18:07 »
Servus Gernot,

die Trollhandfotos sind sagenhaft schön! Danke für's Nachliefern / Zeigen  ;)

Ich habe unsere gemeinsame Exkursion auch genossen und freue mich auf ein Wiedersehen bei der ARGE (oder zu anderen Anlässen).

Liebe Grüße,
Christoph
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Jahresrückblick 2017
« Letzter Beitrag von Gernot am 3. Januar 2018, 17:27 »
Servus, Christoph,

schöne Ein- und Rückblicke, danke fürs Zeigen! Die Camarops würde ich auch gerne einmal finden. Zur Arbeitswoche der ARGE kann ich vielleicht noch ein bisschen was Ergänzendes berichten. Zunächst einmal haben wir ja wohl den bestmöglichen Tag erwischt, um bei euch vorbeizuschauen – die Trollhand wollte ich immer schon einmal finden und dann taucht sie genau bei unserem Besuch auf. Hätte mich schon geärgert, wenn ich erst nachträglich davon erfahren hätte… In einer kleinen Gruppe suchten wir den Standort nochmals auf und konnten einige weitere Fruchtkörper finden und fotografieren.





Die Trollhand parasitiert ja auf Hymenochaetopsis (Pseudochaete/Hymenochaete) tabacina, die in den entsprechenden Weidengebüschen reichlich vorhanden war, interessanterweise aber nicht direkt bei den oben gezeigten Trollhand-Fruchtkörpern. Bisher gab es in Österreich wohl nur einen einzigen Fund der Trollhand (1978, nördlich von Graz, leg. J. Riedl).

Ein toller Fund war dann auch Hemipholiota heteroclita, die in unmittelbarer Nähe der Trollhände wuchs. Für mich ebenfalls ein Erstfund. An dem aufdringlich süßlichen Geruch ist die Art leicht zu erkennen.





Der gemeinsame Exkursionstag war ebenfalls sehr schön und ich freue mich schon auf die heurige Woche, wenn ich euch hoffentlich wieder besuchen kann. :-)

Schöne Grüße
Gernot
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