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Mykologische Praxis / Re: Phloxin B - Anwendungsmöglichkeiten
« Letzter Beitrag von Christoph am 19. Juli 2017, 23:39 »
Servus Werner,

besser spät als nie  ;)

Ich nutze Phloxin B eigentlich nur bei Hyphodontis s.l. - da gibt es moniliforme Zystiden, die das Phloxin schneller als die Nachbarzellen aufnehmen und so besser zu sehen sind (sie sind eingesenkt und daher leicht zu übersehen). Das mit den Sporen (reif vs. unreif) weiß ich nicht.

LG
Christoph
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Plattform für Pilzfreunde / Buchtipp: Das geheimnisvolle Leben der Pilze
« Letzter Beitrag von Christoph am 19. Juli 2017, 23:27 »
Liebe Pilzfreunde,

meine Frau hat mir ein Buch geschenkt, das ich euch kurz vorstellen möchte. Es heißt "Das geheimnisvolle Leben der Pilze" und wurde von Robert Hofrichter geschrieben (ein österreichischer Meeresbiologe mit slowakischen Wurzeln).

Das Buch ist ein reines Lesebuch über Pilze, also für "den Laien" geschrieben und lässt die Liebe eines Meeresbiologen zu den für ihn anderen Schwämmen so klar erkennen, dass man meinen müsste, er sei Mykologe. Es geht hier weder um Artbestimmung noch um Speise- oder Giftpilze, sondern ist ein spannend geschriebenes Buch über die Vielfalt und die Leistungen der Pilze. Es wird nebenbei über die Ökologie, die technische Bedeutung der Pilze für den Menschen, über Theorien der Beeinflussung der Menschheit über die Pilze, über die moderne Systematik der Pilze, über Pilzlegenden, Mykoethnologie und vieles mehr erzählt und berichtet.

Manche Aussagen werden durch Literaturzitate getsützützt, vieles wird aber ohne Quelle erklärt oder beschrieben. Das Buch eignet sich daher nicht als zitierbare Quelle bezüglich vieler Aussagen, aber das, was das Buch erzählt, hat meines Erachtens dennoch Hand und Fuß.
Oder anders ausgedrückt: der Autor hat sehr akribisch recherchiert. Dass manchmal die Phantasie deutlich zum Einsatz kommt, zeigt sich, wenn der Autor ein Gespräch zwischen Vormenschen in einer Höhle wiedergibt, was dem Leser aber klar ist (oder sein sollte).
Es schadet nicht, manches selbst nachzurecherchieren, denn vieles kann man für Exkursionen, wenn man anderen Menschen etwas über die Faszination Pilz erzählt, sehr gut nutzen.
Bei dem Kapitel über Trüffeln und Trüffelhunde hätte ich mir persönlich gewünscht, dass neben der reinen Erwähnung des Schutzstatus' auch ein paar Worte zum Biotopschutz gefallen wären, das Buch bezieht sich aber nicht nur auf Deutschland (oftmals aber durchaus).
Ein paar Kleingigkeiten sind beim Lektorat durchgerutscht. So wird der Raue Wulstling einmal versehentlich als Grauer Wulstling bezeichnet, weiter unten dann korrekt als Rauer Wulstling (mit Erwähnung der Giftigkeit).
Das Buch enthält sogar Bilder von Pilzen, die an einer Stelle gebündelt eingebunden wurden. Vermutlich dienen sie als Eyecatcher, wenn jemand im Buchhandel das Buch durchblättert. Für den Inhalt des Buches sind sie nicht erheblich oder wichtig.
Ich habe es fast in einem Zug durchgeschmökert. Jeder Pilzfreund wird an vielen Stellen schmunzeln und/oder mit dem Kopf nicken. Ich bin aber sicher, dass jeder, der das Buch liest, dabei das Eine oder Andere über unsere Pilze erfährt, was er/sie noch nicht wusste.
Überrascht hat mich, dass bei Röhrlingen bereits durchgehend die aktuellen, neuen Gattungskonzepte aufgegriffen wurden (auch das spielt für das Buch eigentlich keine Rolle, zeigt aber, dass der Autor auch die aktuelle Systematik sehr gut recherchiert hat, was auch an anderen Stellen auffällt).

Ach ja, und ein sehr bekannter Name taucht im Buch mehrfach auf: Lothar Krieglsteiner - er hat den Autor beraten und wird mehrfach auch als Kapazität wortwörtlich zitiert.

Ach ja, es kostet 19,99 Euro (jedenfalls in Fürstenfeldbruck) und ich bin weder am Gewinn beteiligt noch mit dem Autor verwandt oder bekannt.  :)

LG
Christoph
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Julipilze
« Letzter Beitrag von Christoph am 19. Juli 2017, 23:12 »
Servus Rudi...

Zitat
Hier kommt u.a. wieder eine Amanita, die der letzten sehr ähnlich sieht. Sporengrösse ist fast gleich, aber der Q-Wert 1,1-1,4. fraudulenta?

und erneut die Frage bei diesem Fund: wie sieht's hinsichtlich Marginalzellen aus?

Der heutige Hitzetag mit Wind hat den Boden erneut ausgedörrt. In den Alpen regnet es gerade, in Franken teils auch und hier nur trockener Wind. Daher bei mir weiterhin tote Hose. Bei mir wächst nicht mal banalstes Zeug.  :-[

LG
Christoph
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Julipilze
« Letzter Beitrag von Rudi am 18. Juli 2017, 20:55 »
Alles Röhren

LG Rudi
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Julipilze
« Letzter Beitrag von Rudi am 18. Juli 2017, 20:53 »
Die Schwammerl schiessen aus dem Boden wie Pilze.
Kleine und Grosse, Häufige und Seltene.
Ein paar davon zeig ich euch wieder, auch wenns schwer für euch wird.
Meiner Frau hab ich früher immer gesagt, wenn ich mit den Kindern wilde Spiele gemacht hab:
Mach doch die Augen zu!

Hier kommt u.a. wieder eine Amanita, die der letzten sehr ähnlich sieht. Sporengrösse ist fast gleich, aber der Q-Wert 1,1-1,4. fraudulenta?

Gleich kommt noch Nachschub

LG Rudi
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Julipilze
« Letzter Beitrag von Christoph am 18. Juli 2017, 00:52 »
Servus Rudi,

dann bleibt doch nur Amanita lividopallescens (im Sinne von Contu und anderen italienischen Mykologen) übrig. Was die Nomenklatur angeht, ist das schwierig, da ja, wie bereits umschrieben, zwei Auffassungen bestehen.

Wenn ich mich recht erinnere, hat Ludwig dafür die Varietät Amanita lividopallescens var. globispora neu aufgestellt. Folgt man der Typisierung der Italiener, ist das eben Amanita lividopallescens s.str.

Dann hieße der Pilze folglich:

Amanita lividopallescens s.str. (ss. auct. Ital.)
(= Amanita lividopallescens var. globispora nom. superfll.)
non Amanita lividopallescens ss. auct. Belg., ss. Ludwig = Amanita subfraudulenta)

Natürlich vorbehaltlich der korrekten Bestimmung. Ich hatte den immer blasser, aber es werden ja auch nussbraune Kollektionen beschrieben.

Mal schauen, welche Schule sich durchsetzen wird...

LG
Christoph
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Julipilze
« Letzter Beitrag von Rudi am 17. Juli 2017, 18:19 »
Danke Christoph,

Die Schneide ist fertil und Q liegt von 1,0-1,2

Und jetzt?
LGRudi
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Julipilze
« Letzter Beitrag von Christoph am 17. Juli 2017, 14:40 »
Servus Rudi,

die Frage ist, welche A. lividopallescens? Folgt man der italienischen Schule, soist Amanita lividopallescens rundsporig (und hat viele Magrinalzellen), während Amanita subfraudulenta längliche Sporen hat und keine oder nur vereinzelte Marginalzellen. Die belgische Schule definiert hingegen Amanita lividopallescens als die länglichsporige Art. Ludwig hat dieses Konzept übernommen, was aber die Typisierungen der Italiener ignoriert.
Amanita lividopallescens s.str. (s. auct. Ital.) kenne ich blasser, was aber nichts heißen muss. Amanita subfraudulenta ist aber wirklich eine gute Idee. An die hatte ich nicht gedacht, da ich meinte, die Volva sei bröckelig.
Um das zu prüfen, musst du nur noch die Lamellenschneide mikroskopieren und prüfen, ob sie fertil ist (mit wenigen oder ohne Marginalzellen) oder ob sie steril ist und entsprechend voll ist mit Marginalzellen. Und - wie ich schon schrieb - bräuchte man den Länge-Breite-Quotienten der Sporen. Die Min-Max-Werte allein reichen da nicht, da man daran den Durchschnittsquotienten nicht erkennen kann.

Liebe Grüße,
Christoph

P.S.: war heute zwischen Schülerexkursion und Klassenkonferenzen kurz an einer mir bekannten Satanspilzstelle - und auch dort komplett tote Hose. Erneut nicht mal Täublinge. Ich habe nur einen einzigen Lamellenpilz gesehen - und der war, klar, an Holz: der Halsbandschwindling.

Zum Heulen...  :-[
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Julipilze
« Letzter Beitrag von Rudi am 17. Juli 2017, 08:25 »
Hallo Christian,

vielen Dank für deinen interessanten Beitrag zur Ideensammlung.
Mein Schwammerl hat ja globose bis subglobose Sporen (10-12x~10y)
Lividopallescens soll ja eher deutlich schmälere entwickeln.
Aber ich bin über deinen Fund auf deiner schönen Seite über dryophila auf malleata gestossen.
Da muss ich nochmal drüber...

LG Rudi
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Julipilze
« Letzter Beitrag von Älbler am 17. Juli 2017, 07:59 »
Hallo Rudi und Christioph,

könnte es sich bei dem Streifling nicht um die "echte" A. lividopallescens handeln?
Ich meine, ich habe den hier mal gefunden:
http://www.pilzflora-ehingen.de/pilzflora/arthtml/aoblongispora.php

Viele Grüße
Christian
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