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Plattform für Pilzfreunde / Re: Der ultimative Rätsel-Fred
« Letzter Beitrag von Schorsch am 24. April 2017, 14:57 »
Hallo liebe Pilz-Freunde,
der Rätsel-Fred hat wohl keine Freunde mehr. :-(
so löse ich denn das letzte Rätsel auf und beerdige den Rätsel-Fred.
Die Lösung wäre gewesen:
Schwärzender Wiesenritterling Porpoloma metapodium.
 Liebe Grüße von einem traurigen Schorsch

PS: Vielleicht wird er ja irgendwann in irgendeiner Form wieder zu Leben erweckt.
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Porling
« Letzter Beitrag von Christoph am 21. April 2017, 18:23 »
Ja, so ist es klarer ;) - wobei ich in dem Jungstadium nicht sicher bin, ob ich den Schuppigen Porling und den Sklerotienproling unterscheiden kann, jedenfalls nicht nach Foto. Beim Schuppigen Porling finde ich, dass er irgendwie muffig nach Gurke/Mehl riecht, wobei das bei den aktuellen, teils niedrigen Temperaturen ja wohl nicht stark ausgeprägt sein muss.

Typisch und Ausschlusskriterium gegenüber Polyporus arcularius und Konsorten ist der dicke, fleischige Stiel (neben der jung ziemlich weichen Konsistenz und der Huthaut, die anders ist, eben Schuppen bildet).

LG,
Christoph
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Porling
« Letzter Beitrag von Schorsch am 21. April 2017, 16:05 »
Habe heute den Hut des inzwischen schon etwas eingetrockneten Winzlings fotografiert.
Man sieht jetzt deutlich die entstehende Schuppe.
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Porling
« Letzter Beitrag von Schorsch am 21. April 2017, 00:52 »
Geruch ja, aber nicht nach Gurke. Aber jetzt fällt es mir wie Schuppen von den Augen. In der Wärme haben sich jetzt 2 Schuppen entwickelt. Und ganz in der Nähe (200 m) waren ansehnliche Schuppige Porlinge. Dass dieser solitäre Winzling auch einmal so ein Exemplar werden könnte, auf diese Idee bin ich nicht gekommen.
Danke und liebe Grüße Schorsch
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BMG e.V. / Re: Ausbildung zum Pilzsachverständigen (BMG)
« Letzter Beitrag von Christoph am 20. April 2017, 21:29 »
Hallo zusammen,

ich möchte hier nochmal auf unsere Ausbildungsordnung hinweisen: http://www.pilze-bayern.de/images/Pilzberatung/AuPO_PSV.pdf

Wir haben intern das Modul I auf vier Tage reduziert (in der Ordnung steht noch fünf Tage), damit die Ausbildung etwas kompakter ablaufen kann. Ich möchte hier nur nochmal kurz erklären, um welche Inhalte es geht, was also später (stichpunktartig) geprüft werden wird.

Modul I:
Ziel ist es, dass man in der Lage ist, einen Großpilz eigenständig zu analysieren - also nicht mit dem Pilzbuch in der Hand, sondern ganz allein, deshalb auch sicher. Das bedeutet, dass man z. B. einen Hutdeckschichtschnitt hinbekommt und so angeben kann, welcher Hutdeckschichtttyp bei einem unbekannten Pilz vorliegt - also z. B. ob eine Cutis, ein Tomentum, ein Trichoderm, eine Palisade usw.
Dazu gehört auch die Analyse des Lamellentramatyps (z. B. irregulär, regulär, divergierend, invers), der Zystidenverhältnisse sowie einfache Färbetechniken (Amyloidie, Dextrinoidie, Cyanophilie), die Bewertung von Sporenornamenten - auch Begriffe wie Plage oder Suprahilare Depression sollten dann ein Begriff sein.
Bei Ascomyzeten sollte man Paraphysen von Asci unterscheiden lernen, erkennen könne, ob ein Ascus operkulat oder z. B. inoperkulat ist - auch Textura-Typen sollten ein Begriff sein. Der Umgang mit Herbarmaterial sollte dann auch bekannt sein (Präparation, Aufbereitung des Schnitts - z. B. erst in Wasser, dann Lauge zugeben usw.).

In der späteren Prüfung wird dann beispielsweise ein Fruchtkörper vorgelegt, dessen HDS-Typ analysiert werden soll, an einem anderen der Lamellentramatyp bestimmt werden (usw.).  Es geht also darum, "ob man mikroskopieren kann". In der theoretischen Prüfung werden Grundbegriffe abgefragt.

Modul II ist dann ganz der Krankenhausdiagnostik verschrieben.
Hier geht es also darum, Pilzfragmente aus Putzresten oder Pilzmahlzeiten zu isolieren, zu reinigen und daraus geeignete Präparate für das Mikroskop zu erstellen. Schnitttechniken sind da nicht wichtig, da man meist eh nur zupfen kann. Es geht vor allem um die Präparatuionstechnik und um die Erfahrung, zu wissen, wie sich welche Merkmale durch das Kochen/Braten verändern. So kann Stärke beispielsweise bei längerem Kochen aus der Sporenwand gelöst werden und die Sporen sind plötzlich nicht mehr so amyloid...
Da eine Artbestimmung meist mangels makroskopischer Merkmale nicht gelingt, geht es vor allem darum, Verdacht auf giftige Arten äußern zu können. Wenn also im Gericht Stücke eines bekannten Giftpilzes enthalten sind (z. B. Amanita phalloides), dann sollte anhand der Sporenform und der Amyloidie Amanita erkannt werden. Als Hintergrundwissen sollten dann auch die gängigen Vergiftungssyndrome bekannt sein.

Modul III beeinhaltet dann die Systematik, die Ökologie, abrundend Toxikologie sowie Umweltrecht.
Die Systematik hat große Sprünge gemacht - ein Pilzsachverständiger muss jetzt nicht alle momentanen Familienzuodnungen kennen, zumal die j anoch im Fluss sind, aber dass beispielsweise Stäublinge zu den Agaricales gehören, Hartboviste zu den Boletales und dass Erdsterne weitläufig mit den Ramarien und den Phallales verwandt sind, sollte dann doch zum Allgemeinweissen gehören. Kurzum: es werden die wichtigsten Ordnungen der Basidiomycota erklärt, die Grobsystematik der Ascomycota nähergebracht und auch eine kurze Übersicht über das Reich der Pilze erläutert. Hierbei wird insbesondere erklärt, wie es zu den aktuellen Umbrüchen kam, also wie man beispielsweise einen DNA-Stammbaum interpretieren kann.
Die Ökologie ist auch hinsichtlich der Systematik wichtig, da man so verstehen kann, wie aufgrud reiner Anpassung auf Verbreitungsstrategien Fruchtkörpertypen konvergent entstanden - so beispielswiese die "Bauchpilze" (und warum "Bauchpilz" eben kein systematisch passender Begirff ist). Hinzu kommen dann Lebenstypen wie Symbiosen (z. B. Mykorrhizen), Parasitismus, saprobe Ernährung usw.

Die Toxikologie umfasst Kenntnise über die gängigen Vergiftungssyndrome - hier kann aber anhand eines Skrips oder auch anhand geeigneter Literatur vorgearbeitet werden, sodass im Modul III das nur kurz wiederholt werden muss.

Das Umweltrecht beschränkt sich primär auf die Bundesartenschutzverordnung, Sammelbeschränkungen und -auflagen sowie um Betretungsrechte und Schutzstatus (z. B. Schutzgebiete).


Es klingt oft schwieriger, als es ist. Daher nochmal in Schlagworten:

Nach Modul I sollten man Grundkenntnisse im Mikroskopieren besitzen und selbständig präparieren und analysieren können.
Nach Modul II schreckt man auch nicht davor zurück, Pilzgerichte (oder auch mal Trüffelsalami?) zu mikroskopieren.
Nach Modul III hat man zudem einen Überblick hinsichtlich Ökologie und Systematik der (Groß)Pilze, kennt sich rechtlich in Sachen Pilzsammeln aus und kennt auch die wichtigsten Vergiftungssyndrome.

Weitere Fragen sehr gerne hier in diesem Thread oder intern per E-Mail.

LG,
Christoph
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Plattform für Pilzfreunde / Re: Porling
« Letzter Beitrag von Christoph am 20. April 2017, 20:27 »
Lieber Schorsch,

schön wäre es, den Porling von oben zu sehen. Kann es sein, dass dieser Porling recht deutlich nach Gurke riecht?

(Ich tippe auf einen sehr jungen Polyporus squamosus, falls nicht so penetrant riechend, auf einen jungen Sklerotienporling)

LG
Christoph
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Plattform für Pilzfreunde / Porling
« Letzter Beitrag von Schorsch am 20. April 2017, 19:59 »
Servus beinand,
ich habe heute an einem total vermoosten Laubholzstamm (Ahorn, Buche?) einen Porling gefunden, der irgendwie zwischen Bienenwaben- (Polyorus alveolaris) und weitlöcherigem Porling (P. arcularius) liegt. Ich tippe wegen des Habitus auf einen jungen Alveolaris, auch wenn die Poren noch etwas klein und mit dicken Zwischenwänden sind.
Wer hat eine Meinung dazu?
LG Schorsch
PS: Das Ästchen diente nur zum Abstützen beim Fotografieren. (Eschenzweig mit Hypoxylon fraxinophilum)
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Expertenforum Mykologie / Re: Der Gyromitra-Fred (Gyromitraschlüssel für Europa)
« Letzter Beitrag von Christoph am 19. April 2017, 23:48 »
Ich stelle gleich mal ein Schmankerl in den Gyromitra-Fred, die extrem seltene Rundsporige Lorchel, Pseudorhizina sphaerospora fm. gabretae. Schön sieht man an den Fotos den stark gefruchten, grubenlorchelartigen Stiel und die weinroten Farbtöne. Der Fund stammt vom 08.06.2014 aus dem Nationalpark Bayerischer Wald und zierte auch das Titelblatt der Mycologia Bavarica Bd. 15. Heinz Holzer hat mich (und andere Pilzler) zu der Fundstelle geführt. Glücklicherweise fruktifiziert die Rundsporige Lorchel dort jedes Jahr (aber es ist nur ein Fundort bekannt).





Liebe Grüße,
Christoph
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Plattform für Pilzfreunde / Walter Braeschke ist leider verstorben
« Letzter Beitrag von Christoph am 19. April 2017, 23:37 »
Liebe Pilzfreundinnen und -freunde,

heute habe ich leider erfahren, dass Walter Braeschke am Montag von uns gegangen ist. Walter war jahrelang aktives Mitglied im Verein für Pilzkunde München e.V., bis er nach Berlin umgezogen ist. Er wurde dann Schatzmeister der Deutschen Gesellschaft für Mykologie e.V. und ist bzw. war als solcher sicher vielen bekannt.

Ich kann nur mein aufrichtiges Beileid an Walters Familie, seine Freunde und Bekannten zum Ausdruck bringen. Hier in Bayern würde man sagen, Walter war ein Pfundskerl, in Berlin würde man wohl sagen, dass er ein dufter Typ war - Walter, alle Münchner, die dich kannten - so auch ich - vermissen dich.

Christoph
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Expertenforum Mykologie / Re: Tricholomopsis flammula...
« Letzter Beitrag von Christoph am 19. April 2017, 19:41 »
So, jetzt haben wir einen ersten Nachweis aus Bayern, sogar aus Oberbayern. Ich habe soeben in einen Herbarbeleg vom Werner Edelmann aus dem Jahr 2012 hineinmikroskopiert. Pleurocystiden zahlreich, in Ammoniak richtig gelb wie Chrysocystiden, Sporenmaße passen auch.

Soweit erstmal als Kurzmeldung    ;)
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